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Tipp: So hilft dir Googles künstliche Intelligenz schon jetzt in deinem Alltag sowie andere KI-Experimente des Internet-Riesen

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(Bildquelle: Blog.Google.com)

Gerade erst ist die Entwicklerkonferenz Google I/O zu Ende gegangen. Google hat in diesem Jahr ebenfalls wieder verstärkt auf künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen gesetzt. Vielleicht hast du es noch nicht bemerkt, aber schon jetzt nutzt du jeden Tag die künstliche Intelligenz der Google-Produkte. In unserem Tipp-Artikel zeigen wir dir 13 alltägliche Funktionen, welche ohne künstliche Intelligenz in dieser Form nicht möglich wären.

Einige bekommen schon einen Ausschlag, wenn sie das Wort Künstliche Intelligenz oder KI nur hören. Google hört mit, Google spioniert mich aus und anderes ist dann zu hören. Natürlich schnorchelt Google deine Daten ab; aber es wird keiner gezwungen, Google zu nutzen. An der künstlichen Intelligenz wird jedoch kein Internet-Nutzer vorbeikommen, beziehungsweise jeder Nutzer profitiert heute schon von der KI und ihren derzeit noch eher geringen Funktionen.

Künstliche Intelligenz steckt hinter vielen Dingen aus deinem täglichen Leben. So zum Beispiel im Spam-Ordner deines E-Mail Postfaches. Oder warum glaubst du landen alle Johans, Dianas oder Marias direkt im Spam-Ordner? Richtig, weil Google erkannt hat, dass alle dasselbe Ziel verfolgen: Dir irgendeinen unnützen Schund andrehen. Möglich macht das Machine Learning. Der Spam-Filter wird solange trainiert, bis er weiß, welche E-Mails in den Spam-Ordner gehören. Ist doch eigentlich eine ganz coole Sache.

Natürlich sollte man sich auch die Schattenseiten von Künstlicher Intelligenz bewusst machen. Hier geht es nicht nur um den Zugriff auf deine persönlichen Daten, sondern auch um den Verlust von Arbeitsplätzen. Denn je automatisierter und schneller etwas durch KI erledigt werden kann, desto weniger wird ein Mensch für denselben Arbeitsschritt benötigt.

Um das schlechte Image der KI etwas aufzupolieren gibt es hier ein paar Beispiele von Google:

1. In der Suchfunktion von Google Photos kannst du nach Tieren, Menschen, Frauen oder anderen Stichwörtern suchen. Auch wenn kein Foto einen Titel hat, wird Google mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit alle Fotos nach dem gesuchten Stichwort anzeigen.

2. Google Play Musik liefert personalisierte Vorschläge, um in jedem Moment die richtige Musik abzuspielen. Es kann Dinge wie Tageszeit, Wetter oder anderes in den Vorschlägen berücksichtigen.

3. Der Pixel 2 Portrait Modus wurde ebenfalls erst durch Künstliche Intelligenz möglich. An gut einer Million Portraits wurde das System trainiert, um Parameter und Muster für ein perfektes Portrait mit verwischtem Hintergrund zu erkennen und anzuwenden.

4. Die automatischen YouTube Untertitel sind erst durch die Spracherkennung in Verbindung mit künstlicher Intelligenz möglich geworden. Dadurch stehen sie nun für mehr als eine Milliarde Videos in mehreren Sprachen zur Verfügung.

5. Das schnelle Beantworten einer E-Mail gelingt mit Googles Smart Replys. Es spart Zeit, indem du durch die künstliche Intelligenz drei mögliche Auswahlantworten angezeigt bekommst, welche durch Fingertipp ausgewählt und versendet werden.

6. Das Nudging in GMail erinnert dich daran, E-Mails, welche älter als zwei bis drei Tage sind, zu bearbeiten.

7. Google Play Protect überprüft jeden Tag automatisch mehr als 50 Milliarden Apps und Geräte und warnt den Nutzer, sobald verdächtige Apps oder Viren ausfindig gemacht werden

8. Übersetzungen leicht gemacht mit Google Translate. Du wählst in Google Translate einfach die Option Kamera und hältst dein Smartphone an einen zu übersetzenden Text. Google Translate zeigt dir den Text in der von dir gewählten Zielsprache an. Funktionieren tut das über die optische Zeichenerkennung und ein Übersetzungssystem, welches ebenfalls an Millionen von Beispielen vorhandener Übersetzungen geschult wurde.

Mit Google Translate werden Texte einfach über den Kamera-Button übersetzt.

9. Mit dem Google Assistant kannst du in mehreren Sprachen Unterhaltungen führen. Auf der diesjährigen I/O wurde sogar vorgestellt, wie der Assistant telefonisch für dich Termine ausmacht und diese Gespräche immer natürlicher werden, so dass es für den Angerufenen nicht mehr zu unterscheiden ist, ob ein echter Mensch oder ein Computer am anderen Ende ist.

10. Die Parkplatzsuche wird über Google Maps und die damit verbundene künstliche Intelligenz immer einfacher, da Google Maps zum Beispiel anzeigt, wann ein bestimmtes Gebiet auf der Karte sehr hoch frequentiert ist und damit die Parkplätze knapp sind.

11. Google Maps verwendet ebenfalls Aufnahmen von Google Streetview, um das Erkennen von Straßennamen und Adressen zu verbessern. In Zukunft soll so auch die Navigation durch die Ansage markanter Gebäude möglich sein.

12. Mit Google Lens können schon heute Bilder oder Sehenswürdigkeiten auf weitere Informationen abgeglichen werden. Google Lens erkennt, was sich vor der Kamera-Linse befindet und durchsucht auf deinen Befehl hin das Netz zu weiteren Informationen dazu.

13. In Google Trips hilft ein intelligenter Algorithmus bei der Planung deines nächsten Urlaubstrips, indem er dir Ausflugsziele, Reiserouten und anderes vorschlägt.

Crowdsourcing

Mit der Google-App Crowdsourcing kannst du per Smartphone Googles KI trainieren. In Crowdsourcing warten diverse kleine Aufgaben unterschiedlichster Kategorien. Die Aufgaben, zum Beispiel Fotos aufnehmen, Bildbeschreibungen kontrollieren, Handschriften erkennen, Übersetzungen tätigen und kontrollieren, Sehenswürdigkeiten zuordnen und andere, können von dir in kurzer Zeit erledigt werden und helfen so der KI beim Trainig sowie dem Aufbau von Googles Datenbanken. Für jede gelöste Aufgabe bekommst du Punkte, erreichst Ränge oder sammelst Badges.

Emoji Scavenger Hunt

Eine weitere Möglichkeit, um die künstliche Intelligenz beziehungsweise Googles Augmented Reality zu trainieren ist Emoji Scavenger Hunt. Hierbei muss eine reale Version der im Spiel gezeigten Emojis gefunden werden. Gespielt wird das Game am Besten auf dem Smartphone. Emoji Scavenger Hunt wird unterstützt von Tensorflow.js, ein Open Source Framework für maschinelles Lernen mit Java Script. Das Spiel beginnt, indem du auf den Start-Button klickst. Am oberen linken Bildschirmrand wird ein Emoji angezeigt, welches du nun in der realen Welt in kurzer Zeit finden musst. Ist das Emoji mit der Smartphone-Kamera eingefangen erhöht sich der Timer und ein Daumen-Hoch-Emoji gratuliert dir zu deinem Fund. Das nächste Emoji kann nun, mit erhöhtem Timer, gesucht werden.

In Emoji Scavenger Hunt musst du gezeigte Emojis in der echten Welt finden.

Möglich ist das Game ebenfalls wieder über die künstliche Intelligenz, welche versucht, anhand des über die Kamera gesichteten Bildes das richtige Emoji zu erraten.

Quickdraw

Bei Quickdraw kannst du helfen, dass neuronale Netzwerk zu trainieren, indem du deine Zeichnungen zum Erkennen zur Verfügung stellst. Du bekommst ebenfalls eine Aufgabe gestellt, was du zeichnen sollst und in welcher Zeit du die Aufgabe erledigen musst. Hat die künstliche Intelligenz deine Zeichnung erkannt bekommst du die nächste von insgesamt 6 Zeichenaufgaben gestellt. Am Ende des Games wird angezeigt, wie viele Zeichnungen Google richtig erkannt hat.

In 19 Sekunden müssen Zeichnungen erstellt werden.
Die KI versucht zu erkennen, was du gezeichnet hast.
Am Ende einer Spielrunde wird angezeigt, wie viele Zeichnungen die KI richtig erkannt hat.

Ebenfalls besteht die Möglichkeit zusammen https://experiments.withgoogle.com/sketch-rnn-demo mit dem neuronalen Netzwerk eine Zeichnung zu erstellen. Momentan ist das Ganze nur in einer Demo-Version spielbar.

Autodraw

Mit Autodraw wiederum beginnst du eine Zeichnung, welche von der künstlichen Intelligenz erkannt wird. Du bekommst am oberen Bildschirmrand Vorschläge, was deine Zeichnung alles darstellen könnte und wählst das passende Icon dafür aus.

Bei Autodraw beginnst du eine Zeichnung, die von der KI erkannt wird.
Du kannst ein Icon auswählen, um ein fertiges Bild zu erhalten.

Google Teachable Machine

Auch die Google Teachable Machine bringt dir die Basics des Machine Learning bei. Programmierkenntnisse sind dafür nicht notwendig. Voraussetzung sind lediglich dein PC sowie eine funktionierende Webcam. Per Klick auf die Teachable Machine öffnet sich die Kamera, welche dich “einfängt”. Du klickst auf den grünen, lila oder orangenen Button und machst verschiedene Bewegungen. Etwa winken, Kopf schütteln und anderes. Anhand deiner Bewegungen wählt Google ein passendes Gif, Musik oder ein Geräusch aus. Es muss nur trainiert werden, welche Aktion deinerseits eine Reaktion von Google auslöst. Laut Google werden die entstandenen Bilder nicht an einen Server geschickt, was das ganze Game auch so schnell macht. Allerdings glaube ich da nicht wirklich dran. Google braucht unsere Gehirnzellen ;-)

Die Teachable Machine versucht anhand deiner Bewegungen das passende Gif zu zeigen.
Mit verschiedenen Aktionen deinerseits löst du Reaktionen bei der KI aus.

Semantris

Im Spiel Semantris müssen zu bestimmten Wörtern Assoziationen in das Kästchen geschrieben werden, um Punkte zu erzielen. Nach der Eingabe des Wortes sortiert die KI die restlichen Wörter neu. Die beste Übereinstimmung kommt dabei ans untere Ende der Liste. Das von der KI markierte Wort muss dabei unter der Linie landen, um den Punkt zu bekommen. Je mehr Wörter erscheinen, desto schwieriger wird das Spiel. Stapeln sich die Wörter bis an den oberen Bildschirmrand ist das Spiel vorbei. Eine weitere Version des Spiels kann auf der Startseite ausgewählt werden in Form von sich stapelnden Blöcken.

Semantris kann in zwei Spielversionen gespielt werden.
Für das markierte Wort müssen passende Begriffe auf die Linie geschrieben werden.
Eine weitere Spielversion ist die Block-Version.

Auf Google finden sich eine Menge Experimente, die Google mit der künstlichen Intelligenz durchführt.

Auch das Google Brain Team ist ständig daran, neue Verbesserungen im Bereich der künstlichen Intelligenz zu erzielen.

Fazit

Mit den ganzen KI-Experimenten kannst du dich ziemlich gut in die Welt der Künstlichen Intelligenz hineinversetzen. Schnell ist jedoch auch ersichtlich, dass die KI derzeit noch viele Grenzen hat und nicht immer so funktioniert wie gewünscht.