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Tipp: Die Entwickler-Optionen deines Smartphones kennen und verstehen

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Die Entwickler-Optionen sind nicht unbedingt für den normalen Nutzer gedacht. Denn falsch angewendet kann dein Smartphone eher verschlechtert als verbessert werden. Darum solltest du immer nur die Einstellungen nutzen, welche du auch sicher kennst. Wir beschäftigen uns nun in unserem heutigen Tipp-Artikel mit den Entwickler-Optionen.

In einigen vorangegangene Tipp-Artikeln haben wir uns ja schon einmal einige wenige Entwickler-Optionen angesehen. So kann man darüber zum Beispiel das Smartphone schneller machen oder den USB-Debugging-Modus aktivieren.

Entwickler-Optionen aktivieren

Die Entwickler-Optionen waren bis zu Android 4.1 (Jelly Bean) als normaler Menüpunkt in den Einstellungen zu finden. Ab Android 4.2 wurde dieser Menüpunkt jedoch von Google versteckt. Du aktivierst die Entwickler-Optionen, indem du die Einstellungen öffnest. Dort findest du den Punkt “Über das Telefon” mit der Build-Nummer. Und auf eben diese Build-Nummer klickst du mindestens 7x, bis du eine Nachricht erhältst: “Du bist jetzt Entwickler”. Je nach verwendetem Gerät und Android-Gerät gibt es unterschiedliche Entwickler-Optionen.

Die Entwickleroptionen werden durch mehrmaliges Tippen auf die Build-Nummer freigeschaltet.
Sofern die Entwickleroptionen an die Oberfläche geholt wurden müssen sie noch angeschaltet werden.

Fehlerbericht abrufen

Mit dieser Option wird ein kompletter Fehler- und Statusbericht des Smartphones erstellt. Dieser wird mit einer beliebigen App als Textdatei an eine von dir angegebene E-Mail-Adresse versendet.

Desktop-Sicherungspasswort

Mit dem Desktop-Sicherungspasswort richtest du einen Passwortschutz für Backups von Anwendungsdaten ein. Diese können von Entwicklern mit entsprechenden Programmen und Befehlen erstellt und eingelesen werden.

Aktiv lassen

Ist die Option aktiviert, bleibt dein Smartphone während des Ladens immer an. Das kann praktisch sein, wenn du zum Beispiel gerade dein Smartphone einrichtest, oder ein großes Update aufspielst.

Bluetooth HCI Snoop-Protokoll aktivieren

Ist diese Option aktiviert, kann ein ausführliches Protokoll für die Datenübertragung und Kommunikation über Bluetooth erstellt werden. Für Bluetooth HCI (Host Controller Interface) wird ein Log erstellt und unter btsnoop_hci.log gespeichert.

OEM Entsperrung

Oder auch Bootloader-Entsperrung ist eine Option, welche als Sicherheitsfunktion gegen das unberechtigte Entsperren des Bootloaders dient. Standardmäßig ist sie deaktiviert. Die Option steuert, ob der Bootloader durch eine OEM-Routine (vom Hersteller bereitgestellte Entsperrprozedur des Bootloaders, OEM = Original Equipment Manufacturer) entsperrt werden kann oder nicht. Ist die Option deaktiviert und man versucht den Bootloader zu entsperren, verweigert dieser das mit einer Fehlermeldung.

Aktive Dienste

Bei den aktiven Diensten wird ersichtlich, welche App gerade auf dem Smartphone wie viel Speicher in Beschlag nimmt. Weiterhin werden dir hier Informationen zum derzeit freien Arbeitsspeicher angezeigt. Über den Tab am oberen Bildschirmrand kann auch eine Anzeige der Prozesse im Cache stattfinden. Damit wird ersichtlich, welche Apps das System gerade automatisch in den Hintergrund verschoben hat.

Farbmodus für Bilder

Damit änderst du die Farbdarstellung deines Bildschirms in sRGB, den Standardfarbmodus (Rot, Grün, Blau). Es ist ein Farbraum, der Farbwahrnehmungen durch das Mischen der drei Grundfarben nachbildet. Ist die Option deaktiviert sind die Farben lebendiger, ist er aktiviert, sind die Farben eher lebensecht.

WebView Implementierung

Hier legst du die WebView-Implementierung fest (Chrome Stable).

WebView Simultanverarbeitung

Ist er aktiviert, wird der WebView (Komponente für Darstellung von Web-Inhalten) Renderer (Erzeugung eines Bildes aus Rohdaten) getrennt ausgeführt.

Automatische Systemupdates

Damit legst du fest, das Systemupdates automatisch auf deinem Smartphone installiert werden.

Demomodus

Der Demomodus eignet sich für App-Tester und Entwickler. Ist er aktiviert, stellt sich die Uhrzeit immer auf die aktuelle Betriebssystem-Version (Android 7.1 z.B. 7.10 Uhr). Im Demomodus können dann “saubere” Screenshots für den Play Store erstellt werden, da die Status-Nachrichten-Anzeige unterdrückt wird. Auch die Empfangsanzeigen für WLAN und Mobilfunk sind auf Vollausschlag gestellt. Der Akku wird mit 100% angezeigt, auch wenn die Batterie eigentlich fast leer ist. Der schöne Schein also.

USB Debugging

Mit aktiviertem USB Debugging ist es möglich während einer Verbindung des Smartphones mittels USB-Kabel mit dem PC bestimmte Aktionen am Telefon vom PC aus zu steuern und zu verfolgen (Dateien löschen und andere).

USB-Debugging Autorisierungen aufheben

Darüber können PCs, welche bereits über USB/ADB-Bridge Zugriff auf dein Smartphone haben, wieder entfernt werden.

Verknüpfung zu Fehlerbericht

Wenn aktiviert wird eine Schaltfläche zum Abrufen von Fehlerberichten im Menü “Ein/Aus” angezeigt.

App für simulierte Standorte auswählen

Diese Option ist vorwiegend für Entwickler gedacht. Sie sendet falsche Standortdaten an eine App. Das kann hilfreich sein, wenn du eine App programmiert hast, welche auf deinen Standort zugreift. Mit der Option kannst du ausprobieren, ob die App auch an anderen Standorten funktioniert. Du simulierst einfach einen GPS-Standort.

Inspektion der Anzeigenattribute aktivieren

Untersucht die Anzeigenattribute im System Manager.

Debugging App festlegen

Wählt eine direkt auf dem Gerät zu debuggende App aus.

wenn Debugging-App festgelegt:

Auf Debugger warten

Die für das Debugging ausgewählte App soll dann vor der Ausführung auf die Aktivierung des Debuggers warten.

Apps über USB bestätigen

Dein Smartphone prüft normalerweise selbst, ob zu installierende Apps einen Schadcode enthalten (normalerweise werden Apps auch schon beim Upload in den Play Store geprüft). Mit dieser Einstellung können auch Apps, welche per USB/ADB-Bridge installiert wurden, geprüft werden.

Logger-Puffergrößen

Beim Übertragen der Konsolenprotokolle, welche auf dem Smartphone erstellt und an den PC geschickt werden, kann es passieren, dass die USB-Verbindung nicht hinterher kommt, um die einzelnen Zeilen zu übertragen. Auch kann die Anzahl der Protokolle zu gering sein. Mit den Logger-Puffergrößen kannst du das ändern.

Kabellose Übertragung

Zeigt Optionen zur Zertifizierung für kabellose Übertragung an.

Ausführliche WLAN Protokolle aktivieren

Hiermit wird das Level für die WLAN-Protokollierung erhöht und in WiFi Picker pro SSID-RSSI angezeigt.

Aggressives Handover von WLAN anschalten

Ist die Option aktiviert überträgt das WLAN die Datenverbindung zum Mobilfunknetz effizienter, wenn das WLAN Signal niedrig ist.

WLAN Roamingsuchen immer zulassen

Sofern die Option aktiviert ist, wird die WLAN-Roamingsuche je nach Umfang des Datentraffics an der Schnittstelle immer zugelassen.

Mobile Datennutzung immer aktiviert

Ist die Option aktiviert bleiben die Mobilen Daten immer aktiv, auch wenn das WLAN aktiviert ist. Es dient einem schnelleren Wechsel zwischen den Netzwerken.

USB-Konfiguration auswählen

Hier wird dir eine Auswahl der Art der USB-Konfiguration für am PC angeschlossene Geräte ermöglicht. Nur Aufladen, MTP, PTP, RNDIS, Audioquelle oder MIDI.

Maximallautstärke deaktivieren

Ist die Option aktiviert wird damit die Bluetooth-Maximallautstärkefunktion deaktiviert. Das ist nützlich, falls auf Remote-Geräten Probleme mit der Lautstärke auftreten (z.B. übermäßig laute Wiedergabe oder fehlende Kontrolle bei der Steuerung).

Fingertipps anzeigen

Mit der Option Fingertipps anzeigen bekommst du ein visuelles Feedback in Form eines kleinen Kreises, wo du mit deinem Finger hintippst.

Alle Punkte, welche du berührst werden angezeigt.

Zeigerposition

Die Option Zeigerposition gibt Informationen zur aktuellen Touch-Eingabe (Position, Größe oder Druck). Ebenfalls wird der Verlauf der Touch-Eingaben eingeblendet.

Die Zeigerposition gibt Infos zur aktuellen Touch-Eingabe.

Oberflächenaktualisierungen

Ist die Option aktiviert beginnt das komplette Display bei jeder Aktualisierung/jedem Fingertipp lila zu blinken.

Layoutgrenzen einblenden

Mit dieser Option kann die Layoutgrenze, also die Größe aller angzeigten Elemente einer App, angezeigt werden. So wird ersichtlich, welches Element wo, warum und wie in der App seine Position erhält.

Alle Layoutgrenzen werden eingeblendet.

RTL-Layout erzwingen

Bei Aktivierung wird die Bildschirmausrichtung Right-to-Left (RTL) erzwungen. Das heißt, alles was vorher auf der rechten Displayseite war ist nun auf der linken Seite.

Bei einem RTL-Layout ist die Ansicht spiegelverkehrt.

Maßstab Fensteranimation

Hiermit kann der Maßstab der Fensteranimation von standardmäßigen 1x auf 0,5 gesetzt werden, welche die Performance schneller macht. Durch ein Erhöhen des Maßstabs kann die Performance auch langsamer werden.

Maßstab Übergangsanimation

Hiermit kann der Maßstab der Übergangsanimation von standardmäßigen 1x auf 0,5 gesetzt werden, welche die Performance schneller macht. Durch ein Erhöhen des Maßstabs kann die Performance auch langsamer werden.

Über die Maßstäbe für die Fensteranimation, die Animatorzeit und die Übergangsanimation kann die Performance geändert werden.

Maßstab für Animatorzeit

Hiermit kann der Maßstab für die Animatorzeit von standardmäßigen 1x auf 0,5 gesetzt werden, welche die Performance schneller macht. Durch ein erhöhen des Maßstabs kann die Performance auch langsamer werden.

Sekundäre Displays simulieren

Mit dieser Option können andere Displays, Bildschirmgrößen und Auflösungszahlen simuliert werden.

Geringste Breite

Hier steht eine Zahl in dp angegeben. Die Einheit dp ist eine abstrakte Einheit, welche je nach Pixeldichte variiert. Sie hat eine Basispixeldichte von 160 dpi. Das bedeutet, dass 1dp auf einem 160 dpi Bildschirm einen Pixel darstellt. Auf einem 320 dpi Bildschirm beansprucht es schon 2 Pixel. dp skaliert gemäß der vorhandenen Pixeldichte und sorgt so dafür dass alle Komponenten auf dem Smartphone für den Nutzer immer gleich aussehen.

GPU Rendering erzwingen

Ist diese Option aktiviert laufen einige Apps flüssiger, welche vorher geruckelt haben. Allerdings sollte die Option nicht dauerhaft aktiviert sein. Denn nicht jede App verträgt das erzwungene GPU Rendering, einige Apps stürzen dadurch auch ab.

Updates mit GPU Ansicht

Werden Bildschirmbereiche über GPU (Grafikprozessor) aktualisiert blinken diese rot auf.

Bei einem Update mit GPU Ansicht blinkt das Display rot.

Hardwareebenen-Ansicht

Ist es aktiv, blinken die Hardwareebenen beim Aktualisieren grün auf.

Debugging – GPU Überschneidung

Hier kannst du sehen, wann und wo sich Daten überschneiden, um ein Problem zu erkennen.

Nicht rechteckige Clip-Operationen debuggen

Auf dem Display befindet sich ein Ausschnittsbereich. Dieser verhindert das Zeichnen von Objekten außerhalb der Grenze des Bereichs. Mit der Option schaltest du es aus, um nicht rechteckige Display-Bereiche zu erstellen.

4x MSAA erzwingen

Aktiviert das 4fache MSAA (Multi-Sample-Anti-Aliasing) bei OpenGL ES 2.0 Applikationen. Es handelt sich hierbei um eine Kantenglättung.

HW-Overlays deaktivieren

Das Hardware-Overlay ermöglicht das Speichern der Verarbeitungsleistung jeder Anwendung, welche Dinge auf dem Bildschirm anzeigt. Ist die Option aktiviert wird für die Verarbeitungsleistung immer die GPU verwendet.

Farbraum simulieren

Damit wird die Rot-Grün-Sehschwäche beziehungsweise Blau-Gelb-Sehschwäche simuliert. Somit ist ersichtlich, wie Nutzer mit dieser Sehschwäche die Smartphone-Oberfläche wahrnehmen und wo die Entwickler gegebenenfalls nachbessern müssen.

Verschiedene Farbräume können simuliert werden.
Bei Farbenblindheit…
…und Rot Grün Sehschwäche.

USB AudioRouting deaktivieren

Mit dieser Option deaktivierst du das automatische Routing zu USB-Audio-Peripheriegeräten. Das AudioRouting definiert eine Schnittstelle zur Steuerung von Routing-/Routing-Benachrichtigungen in AudioTrack- und AudioRecord-Objekten.

Strikter Modus aktiviert

Der Strikte Modus richtet sich eher an Entwickler. Ist er aktiviert, wird kurz ein roter Rahmen eingeblendet, sobald der Main-Thread durch eine andere Aktion blockiert wird, welche ebenfalls viel Rechenleistung benötigt.

GPU Rendering für Profil

Das GPU Rendering für Profil zeigt anhand von Balken Informationen zur Performance deines Smartphones. Das heißt du siehst, ob dein System die Benutzeroberfläche flüssig anzeigen kann. Jeder der gezeigten Balken steht für ein Frame und zeigt an, wie lange das System benötigt es zu berechnen und anzuzeigen. Die grüne 16-Millisekunden-Linie ist hierbei die Grenze. Bleiben die Balken darunter, können sie 60 Bilder pro Sekunde anzeigen und das Smartphone läuft ohne Ruckler. Sind die Balken über der Linie, benötigt das Smartphone für diesen Frame mehr als 16 Millisekunden und erreicht somit die 60 Bilder pro Sekunde nicht.

Anhand von Balken wird angezeigt, ob das Smartphone flüssig läuft.

Aktionen nicht speichern

Ist die Option aktiv, wird die Aktivität sofort gelöscht, sobald der Nutzer diese beendet. Entwickler können damit feststellen, ob eine programmierte Anwendung ihre Daten korrekt speichert, sobald diese nicht mehr im Vordergrund ausgeführt wird. So kann geprüft werden, ob eine App auch nach einer Unterbrechung (etwa durch einen Anruf, einer Message) noch auf dem aktuellen Stand ist.

Hintergrundprozesslimit

Damit lässt sich ein Limit für die Hintergrundprozesse festlegen. Per Klick darauf öffnet sich ein Kontextmenü, in dem du angibst, ob das Hintergrundprozesslimit ein Standardlimit, höchstens 1 (wahlweise 2,3 oder 4) Prozess (e), oder keine Hintergrundprozesse angezeigt werden.

Alle ANRS anzeigen

ANRS: “Application not responding” bedeutet soviel wie “App reagiert nicht”. Sobald alle ANRS aktiviert sind wird ein Dialogfeld “App antwortet nicht” auch für Hintergrund-Apps angezeigt.

Inaktive Apps

Diese Option zeigt dir alle installierten Apps an. Bei jeder App steht eine kurze Info, ob die App aktiv oder inaktiv ist.

Du siehst, welche App gerade aktiv bzw. inaktiv ist.

Externe Speichernutzung von Apps erlauben

Ist es aktiviert, ermöglicht es jeder qualifizierten App, Daten auf einen externen Speicher zu schreiben, unabhängig von den Manifest-Werten.

Anpassen der Größe von Aktivitäten erlauben

Ist es aktiviert, wird die Größe aller Aktivitäten an den Mehrfenstermodus angepasst, unabhängig von den Manifest-Werten.

Zugriffsbegrenzung im ShortcutManager zurückgesetzt

Setzt die Zugriffsbegrenzung im ShortcutManager zurück.

Fazit

Die Entwickleroptionen verbergen viele Möglichkeiten, die Performance des Smartphones zu verbessern oder Probleme zu identifizieren. Allerdings sind es immer noch Entwickleroptionen und du solltest ein klein wenig Ahnung von dem haben, was du da tust. Wenn du also nicht weißt, für was etwas gut ist – Finger weg, da einige Optionen auch zu einem instabilen System führen können.