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Tipp: Das kann der Android Recovery-Modus

Für den Fall, dass dein Android-Smartphone nicht mehr startet oder ungewöhnlich reagiert, bietet der Recovery-Modus eine schnelle Lösung. Mit diesem Notfall-Startmodus kannst du dein Gerät zurücksetzen, Fehler beheben oder Updates aufspielen – alles direkt aus einem speziellen Menü. Wie du in den Recovery-Modus gelangst, welche Funktionen er bietet und wie er dir helfen kann, erfährst du in diesem Artikel.

Android Bootloader und Recovery
Das Wichtigste in Kürze
  • Notfallmodus bei Problemen: Der Android Recovery-Modus ist der Wiederherstellungsmodus deines Smartphones, wenn es nicht mehr startet oder Probleme trotz Werksreset bestehen.
  • Zentrale Funktionen: Ermöglicht u. a. den Werksreset (Wipe Data), das Löschen des Cache-Speichers, das Aufspielen von Updates (z. B. via SD-Karte oder ADB) und das Debuggen.
  • Zugang: Start aus dem ausgeschalteten Zustand durch spezielle Tastenkombinationen je nach Hersteller.
  • Hilfreich für Fortgeschrittene: Ideal zum Beheben von Systemfehlern, Flashen von CustomROMs oder Wiederherstellen der Werkseinstellungen.

Was ist der Android Recovery-Modus?

Der Recovery-Modus ist der Wiederherstellungs-Modus deines Smartphones und sowas wie der Notfall-Startmodus, wenn gar nichts mehr funktioniert, oder Probleme auf deinem Smartphone auch nach einen normalen Werksreset noch vorhanden sind.

Der Recovery-Modus lässt sich auch nur im ausgeschalteten Zustand deines Smartphones starten. Mit ihm können Fehler im System deines Smartphones ausgemerzt, das Betriebssystem modifiziert oder ein Backup erstellt werden. Auch kannst du dein Smartphone über den Recovery-Modus wieder auf Werkseinstellungen zurücksetzen oder den temporären Cache löschen.

Was ist der Bootloader?

In Android-Geräten dienen das Bootloader-Menü und der Recovery-Modus unterschiedlichen Zwecken, obwohl sie eng miteinander verbunden sind.

Der Bootloader ist nach dem BIOS die erste Stufe des Startprozesses deines Android-Geräts, der direkt nach dem Einschalten aktiviert wird. Er initialisiert die Hardware und entscheidet, welches Betriebssystem geladen wird.

Reboot to Bootloader – wie gelange ich in den Android Recovery-Modus?

Um in den Notfall-Modus zu gelangen, muss dein Smartphone ausgeschaltet sein. Danach startest du dein Smartphone, indem du die Tastenkombination aus Ein-/Aus-Knopf und Laut-/-Leise-Taste gedrückt hältst. Du wartest mit gedrückten Tasten, bis sich dein Smartphone wieder einschaltet.

Bei Samsung-Geräten drückst du zusätzlich zur Laut-Taste und Ein-/Aus-Taste noch den Home-Button gleichzeitig. Nachdem das Gerät wieder eingeschaltet ist, lässt du die Ein-/Aus-Taste los, hältst aber die Lauter-Taste sowie den Home-Button weiter gedrückt.

Eine genaue Beschreibung, welche Tastenkombinationen du bei den einzelnen Herstellern drücken musst, findest du in unserem Artikel über den Bootloader.

Durch die Tastenkombination von An-/Aus-Knopf und Laut-/Leise-Taste gelangst du in den Bootloader deines Smartphones.

Wie sieht das Recovery-Menü aus und wie navigierst du darin?

Der Funktionsumfang des Recovery-Modus ist gegenüber der Android-Oberfläche ziemlich eingeschränkt. Auf dem schwarzen Hintergrund des Notfallbetriebssystems befindet sich der kleine Androide und mit ihm mittig oder an der Seite das Wort Start.

Mit den Laut-/Leise-Tasten navigierst du durch die unten aufgeführten Menüpunkte. Sofern du den Recovery-Modus auswählst, müsste dann ein kleiner auf dem Rücken liegender Androide mit offenem Bauch und einem roten Ausrufezeichen sichtbar werden. Unterhalb steht “no command” oder “kein Befehl”.

Die erste Option im Bootloader ist Start, um dein Smartphone wieder zu starten.

Typische Funktionen des Recovery-Modus:

  • Start: Um dein Smartphone einfach wieder neu zu starten.
  • Restart Bootloader: Dieser Befehl startet das Notfallmenü erneut.
  • Recovery Mode: Dies ist der Wiederherstellungsmodus deines Smartphones mit folgenden Funktionen (diese können auch von Gerät zu Gerät leicht variieren):
Per Laut-/Leise-Taste navigierst du im Menü. Der An-/Aus-Knopf bestätigt deine Auswahl.
Nach der Auswahl des Recovery-Modus erscheint ein auf dem Rücken liegender Androide mit dem Schriftzug “no command”.
  • Reboot System Now: Damit lässt sich dein Smartphone ganz einfach wieder neu starten. Das kann nützlich sein, sofern dein Smartphone nicht mehr planmäßig startet.
  • Reboot to Bootloader: Dies ist dieselbe Funktion wie Restart Bootloader und startet das Notfallmenü erneut.
  • Apply data update from ADB: Mit dieser Funktion wird eine Verbindung zwischen deinem Smartphone und dem PC hergestellt. ADB bedeutet Android Debug Bridge und stellt via USB-Kabel eine direkte Schnittstelle zwischen deinem PC und dem Smartphone her. Damit können CustomROMs geflasht oder andere Programme via PC auf dein Smartphone gespielt werden.

    Um ADB mit deinem Rechner zu nutzen ist allerdings eine spezielle Software von Nöten sowie die Freischaltung der Entwickler-Optionen durch 7-maliges Tippen auf die Buildnummer in den Einstellungen deines Smartphones. Dort wird dann der USB-Debugging Mode aktiviert.
  • Apply Update from external storage/apply update from SD-Card: Mit der Funktion apply update from external storage/from SD-Card können Updates oder Custom ROMs von einer microSD-Karte aufgespielt werden. Hier ist zu beachten, dass die zu verwendende SD-Karte in Fat32 formatiert ist. Die Rom als Zip-Datei sollte hier in den meisten Fällen als update.zip benannt sein.
  • Apply Update from Cache: Um die Funktion apply update from cache nutzen zu können muss das Gerät 1. gerootet sein und 2. muss der Nutzer die SU-Rechte besitzen. Es wird dann möglich sein, Updates, welche im Cache gespeichert sind, zu installieren. Apply update from cache ist eine ähnliche Funktion wie apply update from external storage oder apply update from ADB. Der Unterschied liegt hier nur im Speichermedium.
  • Wipe Data/Factory Reset: Mit der Funktion wipe data/factory reset setzt du dein Smartphone auf den Werkszustand zurück (alle Daten werden gelöscht und dein Smartphone wird auf Auslieferungszustand zurückgesetzt). Dies hat allerdings keine Auswirkungen auf einen Root deines Gerätes, aufgespielte Custom ROMs oder die SIM-Karte. Der Factory Reset kann nicht rückgängig gemacht werden. Das heißt, bevor diese Funktion aktiviert ist, müssen alle benötigten Daten per Backup auf einem externen Medium gesichert werden.
  • Wipe Cache Partition: Hierüber wird der Cache-Partitionsspeicher (/cache) gelöscht. Dieser Cache-Speicher enthält temporäre Systemdaten, die zur Beschleunigung der App-Nutzung und Systemprozesse beitragen, indem häufig benötigte Daten vorgehalten werden.
  • Mount System: Hier verbirgt sich ein Modus für Entwickler zum Debuggen
  • View Recovery Logs: Diese Funktion zeigt die Wiederherstellungsprotokolle an.
Die Funktionen im Recovery-Modus sind von Gerät zu Gerät unterschiedlich. Hier ein Nexus 4.
Und hier die Funktionen des Recovery-Modus auf einem Nexus 6.
Mit der Funktion Wipe Cache Partition kann der Zwischenspeicher gelöscht werden.
  • Power off: Schaltet dein Smartphone aus.
  • Factory Mode: Ist wie der Factory Reset das Zurücksetzen auf Werkseinstellung mit dem Verlust aller Daten (sofern nicht vorher gesichert).
  • Barcodes: Hier verbergen sich die IMEI-Nummer deines Smartphones, SKU-Nummer (Produktnummer), das Datum der Herstellung deines Gerätes sowie die Seriennummer als Barcode dargestellt.
  • BP Tools: Entwickleroptionen – Wird für die Radio-Fehlersuche verwendet
  • QCOM: Entwickleroptionen
  • Bootloader Logs: Diese Funktion zeigt dir die Live-Logs des Boot-Modus.

Fazit

Das Bootloader- bzw. Recovery-Menü ist auf den ersten Blick ziemlich umfangreich. Wenn du dich aber ein wenig damit beschäftigst, verfügst du damit über die Möglichkeit, dein Android Smartphone wieder zum Laufen zu bekommen, sollte es einfach nicht mehr richtig starten. Weiterhin hast du die Möglichkeit hierüber zum Beispiel CustomROMs zu flashen.


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