Start Magazin Flaggschiff-Smartphones – Preisentwicklung der letzten Jahre und was der Markttrend dazu sagt

Flaggschiff-Smartphones – Preisentwicklung der letzten Jahre und was der Markttrend dazu sagt

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Ob Google, Samsung und auch Apple – so unterschiedlich die Betriebssysteme und vorgenommenen Anpassungen auch sind, eines ist bei allen Geräten gleich. Sie alle stellen jedes Jahr ein sogenanntes Flaggschiff-Smartphone der Öffentlichkeit vor, welches entweder knapp unter 1000 Euro oder schon über dieser Preisgrenze zu haben ist.

Flaggschiff – Smartphones, der Porsche unter den Smartphones

Der Preisanstieg der Flaggschiff-Geräte ist erst in den letzten 5 Jahren so signifikant gestiegen. 2015 stellte Samsung das Galaxy S6 vor. Es war in der 32 GB Speichervariante zum Preis von 599 Euro erhältlich. Die größte Speichervariante mit 128 GB schlug jedoch auch schon mit 799 Euro zu Buche. Als in 2016 Samsung sein Galaxy S7 vorgestellt hat, lag der Startpreis bei 699 Euro UVP. Beim Galaxy S8 lag der Preis zum Marktstart bereits bei 799 Euro, das S8 Plus war für 899 Euro erhältlich. Das Galaxy S10 lag zum Marktstart ebenfalls bei 899 Euro und das diesjährige Flaggschiff Galaxy S20 in der kleinen Variante geht auch mit 899 Euro an den Start. Wählst du allerdings das Galaxy S20 Ultra liegst du schon bei 1349 Euro.

Auch bei den anderen Herstellern wie zum Beispiel Google gibt es einen Preisanstieg. Die ehemalige Nexus-Reihe begann noch relativ moderat. Das Nexus 4 in 2012 mit 8 GB Speicher kam für 299 Euro auf den Markt, die Speichervariante mit 16 GB lag bei 349 Euro. Das Nexus 6 in 2014 hingegen verlangte für die 32 GB Speichervariante bereits 649 Euro und für die 64 GB Speichervariante 699 Euro. Weiter ging es mit der Pixel-Reihe. Das Pixel 1 wurde in 2016 noch für 759 Euro und das Pixel XL für 899 Euro auf den Markt gebracht, das derzeitige Top-Gerät Pixel 4 XL liegt ebenfalls bei 899 Euro. Und hier reden wir nur von der kleinen Speichervariante. Wählst du die große Speichervariante von 128 GB sind 999 Euro fällig. Damit aber immer noch knapp unterhalb der 1000 Euro Grenze.

Bei Hersteller Apple spielt man schon immer in der gehobenen Preisliga mit. Hier zahlst du den Namen und ein Apple-Gerät zählt ja fast schon zum Life-Style. Als das iPhone 6 in 2014 auf den Markt kam bezahlte man für 16 GB Speicher 699 Euro, die 64 GB Speichervariante kostete 799 Euro und die 128 GB Speichervariante war schon damals erst für 899 Euro erhältlich. Somit ist es nicht verwunderlich, dass zum Beispiel das iPhone X von 2017 mit 64 GB Speicher für 1149 Euro und mit 256 GB Speicher für 1319 Euro verkauft wurde. Das im September 2019 vorgestellte iPhone 11 liegt mit 64 GB Speicher und einem Preis von 799 Euro jedoch wieder niedriger als das im Jahr zuvor vorgestellte iPhone XR.

Smartphone – Inflation, Marktrend, Hardware

Warum kosten die Smartphones jedes Jahr mehr? Liegt es an der Inflation oder an der verbauten Hardware, die immer mehr und immer kostspieliger wird. Gerade aber auch das Thema Hardware kann nicht alleine der Grund für die Preisgestaltung sein. Denn seit ein paar Jahren gibt es eigentlich nicht mehr so viel neues auf dem Smartphone-Markt. Und wenn sich dann doch mal einer traut was vollkommen neues zu bringen, ist die Technik meist noch nicht ausgereift, so dass das Smartphone eher zum Ladenhüter wird.

Auch der Markttrend spielt mit beim Thema Preisgestaltung. Während in jedem Jahr mehrere Flaggschiff-Geräte vorgestellt werden gibt es mittlerweile immer mehr Midranger. Denn es sind immer weniger Normal Nutzer bereit überteuerte Geräte zu kaufen, welche nach knapp drei Jahren schon wieder zum Technikschrott gehören. Technikaffine Nutzer sehen das schon wieder ein wenig anders und sind eher bereit die neuesten Innovation mit hart verdientem Geld zu erwerben. Gehen wir jedoch vom Normalnutzer aus, der ja die Mehrheit stellt und nicht bereit ist so tief in die Tasche zu greifen, so müssen die Hersteller reagieren, indem sie Mittelklasse-Smartphones für Jedermann auf den Markt bringen. Somit sollen wieder mehr Nutzer erreicht werden. Hat die Masche Erfolg dauert es nicht mehr lange, bis auch andere Hersteller nachziehen und ihre eigenen Geräte ebenfalls etwas günstiger auf den Markt bringen. Auch Google scheint das diesjährige Flaggschiff Pixel 5 etwas günstiger auf den Markt zu bringen als den Vorgänger Pixel 4. Weiterhin bietet Google seit dem vergangenen Jahr Pixel-Geräte der A-Serie an, wobei das Pixel 3a ein echter Überraschungserfolg war. Der Nachfolger Pixel 4a steht bereits in den Startlöchern.

Ingesamt kann man jedoch sagen, dass keiner gezwungen ist, solch teure Modelle zu kaufen. Wir müssen nicht, aber manche von uns können und wollen unbedingt das teure Gerät ihr Eigen nennen. Das hat dann auch wieder etwas mit Prestige und Status-Objekt zu tun. Und genau darauf zielen eben die Hersteller ab. Ebenfalls wird es einem auch leicht gemacht, teure Geräte mittels Ratenzahlung über mehrere Jahre abzustottern.

Premium, Ultra- oder Max-Modelle

Neben den normalen Flaggschiff-Geräten bringen die Hersteller nicht nur Geräte für jedermann heraus, sondern auch die sogenannten Premium, Ultra- oder Max-Modelle. Diese beinhalten noch ein wenig mehr an Technik, sind noch ein wenig größer oder unterstützen das 5G Netz. Auch neue Innovationen wie das faltbare Smartphone Samsung Galaxy Flip lassen den Preis wieder steigen. Hier sind 1480 Euro bis 2100 Euro für das Galaxy F (Foldable Phone) keine Seltenheit.

Smartphones – eine kostenintensive Spielerei

Willst du also ein Smartphone mit einer sehr guten technischen Ausstattung und dem neuesten Betriebssystem sowie regelmäßigen Updates, bleibt dir eigentlich keine Wahl, als zu den Flaggschiff-Geräten zu greifen. Willst du hingegen nur ein Smartphone, welches dich durch den Alltag bringt, mit dem du WhatsAppen, ein wenig surfen und 1-2 Fotos knipst, dann reicht dir durchaus auch ein Einsteiger- bis Mittelklassegerät. Denn gerade bei den Mittelklassegeräten ist oftmals eine gut nutzbare Hardware verbaut. Allerdings musst du Abstriche machen. Die meisten Kameras der günstigen Smartphones machen zwar bei Licht gute Fotos; bei schlechtem Licht sind die Bilder jedoch unbrauchbar. Auch hohe Displayauflösungen oder die OLED-Displays sind hier nicht zu finden. Somit ist streamen in hoher Qualität oftmals nicht möglich. Weiterhin verlangen Streaming oder auch das Spielen von hochauflösenden Games dem Prozessor einiges an Leistung ab. Auch hier gilt: Die schnellen Chips sind in den Premium-Geräten verbaut. Und ein ganz großes Manko ist auch die Update-Politik der Hersteller. Die günstigen Geräte bekommen oftmals ein Versions-Update, wenn überhaupt und ggf. mal ein Sicherheitsupdate. Hier geht Samsung jedoch mit gutem Beispiel voran und spendiert auch seinen günstigen Geräten drei Jahre Sicherheitsupdates.

Lohnen sich Flaggschiff-Smartphones?

Flaggschiff-Smartphones lohnen sich eigentlich nur, wenn du die volle technische Ausstattung auch nutzt. Alle anderen können getrost ein paar Euro sparen und sich an die Mittelklasse-Geräte wagen. Bei Einsteiger-Smartphones hingegen wird auch der Normalnutzer selten lange glücklich.

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