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Im Test: Nubia Z11 mini mit Fingerabdruck-Sensor und Dual-SIM

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Mit dem Nubia Z11 Mini bringen die Chinesen ihr erstes Gerät mit Fingerabdruck-Sensor auf den deutschen Markt. Das Z11 Mini muss sich dabei dank 3 GByte RAM; 32 GByte Speicher und einem tollen Design nicht vor der Konkurrenz verstecken. Was das Z11 mini im Alltag taugt, verrät dir unser Testbericht.

Du hast noch nie von Nubia gehört? Die Smartphone-Marke stammt aus China und gehört zu einer Tochterfirma von ZTE. Entwicklung und Produktion laufen aber komplett von ZTE getrennt ab, Nubia verfügt also über eine eigene R&D-Abteilung und eigene Designer. Das sieht man dem Z11 mini gleich an.

Neben Nubia gibt es bei ZTE noch eine zweite Tochterfirma: Axon. Auch die Axon-Geräte werden wie Nubia getrennt designt, produziert und vertrieben. Deshalb gibt es nicht alle Geräte in allen Ländern mit den exakt gleichen Specs, und nicht alle Smarphones fallen qualitativ gleich gut aus. Das Z11 mini stammt also von Nubia und wird in der internationalen Version mit 32 GByte Speicher vertrieben.

Die China-Variante des Geräts verfügt über 64 GByte Speicher und kostet zum Beispiel bei Geekbuying als Direktimport 269 US Dollar. Wie bei allen Direktimporten gehst du dabei aber einen großen Kompromiss bezüglich der Garantie ein (12 Monate, statt 24). Zudem ist die Software nicht immer komplett identisch, was zum Beispiel bei LTE-Frequenzen wichtig sein kann. Das Nubia Z11 mini kommt auch offiziell nach Deutschland, der finale Preis steht hier noch nicht fest. Auf Amazon kostet das Z11 mini in der 64-GByte-Version als Direktimport aktuell 359 Euro. Zu diesem Preis solltest du das Smartphone definitiv nicht kaufen!

Der erste Eindruck

Auf den ersten Blick unterscheidet sich das Z11 mini äußerlich nicht von seinem Vorgänger Nubia Z9 mini. Es teilt die gleiche Designsprache, die — das soll nicht abgestritten werden — ein paar Gemeinsamkeiten mit dem iPhone aufweist und verfügt wie der Vorgänger über eine 16-MP-Kamera und ein 5″-Display mit Full-HD-Auflösung. Komplett verändert hat ZTE aber die Unterseite. Dank USB Type-C und den symmetrisch angebrachten Lautsprecher/Mikrofon-Grill sieht das Z11 mini deutlich schöner aus, als das Z9 mini.

Dank USB Type-C und den kreisrunden Aussparungen für den Lautsprecher und das Micro besitzt das Z11 mini deutlich mehr Sexappeal.
Dank USB Type-C und den kreisrunden Aussparungen für den Lautsprecher und das Micro besitzt das Z11 mini deutlich mehr Sexappeal.

Der erste Eindruck fällt denn auch sehr positiv aus. Das Nubia Z11 mini liegt sehr gut in der Hand, macht einen hochwertigen Eindruck und verfügt über ein sehr schönes AMOLED-Panel, das zwar in der automatischen Einstellung etwas dunkel gehalten ist, sich manuell aber sehr hell einstellen lässt.

„In puncto Design gehört das Nubia Z11 mini zu den Premium-Smartphones!“

Auf der rechten Seite hat Nubia den Power-Button und die Lautstärkewippe untergebracht, wobei beide Elemente zusammen eine Einheit bilden. Das sieht optisch top aus, zudem stimmt bei den Tasten auch der Druckpunkt.

Die Lautstärkewippe und der Power-Button des Nubia Z11 mini bilden optisch eine Einheit.
Die Lautstärkewippe und der Power-Button des Nubia Z11 mini bilden optisch eine Einheit.

Auf dem Papier kaum einen Unterschied spielt der Wechsel vom Snapdragon 615 beim Z9 mini zum im Z11 mini verbauten Snapdragon 617. Doch dadurch, dass der Snapdragon 617 auf maximal 1,5 GHz taktet, verbraucht er weniger Strom, was im Endeffekt zu einer bessern Akkulaufzeit trotz kleinerem Akku (2800 mAh statt 3000 mAh) führt. Laut Nubia selbst trägt auch die verbesserte Android-Oberfläche selbst zu einer 31% besseren Laufzeit bei, welches Gerät dabei als Vergleichspunkt herhalten musste, bleibt uns die offizielle Nubia-Webseite allerdings schuldig.

Den SIM-Tray (Hybrid-Slot mit microSD oder Dual-SIM) hat Nubia auf der linken Seite oben verbaut. Er könnte noch etwas perfekter passen, aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Der Hybrid-Slot könnte noch etwas besser sitzen, in der Praxis stören die paar Zehntelsmilimeter allerdings nicht.
Der Hybrid-Slot könnte noch etwas besser sitzen, in der Praxis stören die paar Zehntelsmilimeter allerdings nicht.

Auf der Geräteoberseite befindet sich der 3,5mm-Eingang für den Kopfhörer und ein weiteres Mikrofon. Auf der Rückseite des Nubia Z11 findet sich die 16-MP-Kamera mit Blitz und der Fingerabdrucksensor. Er arbeitet wie bei den aktuellen Nexus-Geräten: Ist das Gerät im Standby, genügt es, den Finger auf den Sensor zu legen, ein vorheriges Antippen oder Aufwecken ist dazu nicht nötig. Die Genauigkeit des Sensors ist dabei gefühlt gleich gut wie beim Nexus 5X.

Mit Android 5.1 – Marshmallow-Update in Aussicht

Aktuell noch ein Gerät mit Android 5.1 auf den Markt zu bringen, ist immer so eine Sache. Einerseits können die Hersteller damit Kosten sparen, da sie eine bestehende Software an ein neues Gerät anpassen müssen. Andererseits denkt man als Käufer (hoffentlich) langfristig und möchte natürlich auch möglichst viele neue Features von Android nutzen.

Die Quicksettings lassen sich in den Einstellungen individuell anpassen.
Die Quicksettings lassen sich in den Einstellungen individuell anpassen.

Auch das Nubia Z11 mini kommt von Haus aus noch mit Android 5.1, soll laut Nubia aber ein Update auf Android 6.0 „Marshmallow“ erhalten. Wie bei den meisten Smartphones mit stark angepasster Oberflächer fällt hier der Unterschied nicht allzu groß aus, denn die Nubia UI verdeckt viele Systemkomponenten und lässt das Android-System an vielen Stellen recht iOS-mäßig aussehen. Persönlich habe ich kein Problem damit, da ich seit der Emotion UI von Huawei an diese bunten Oberflächen gewohnt bin,  wenn du mehr auf Vanilla-Android stehst, dann hilft ein alternativer Launcher wie zum Beispiel der Nova Launcher.

Die Android-Oberfläche des Nubia-Smartphones fällt recht bunt aus und verzichtet auf einen separaten App-Drawer.
Die Android-Oberfläche des Nubia-Smartphones fällt recht bunt aus und verzichtet auf einen separaten App-Drawer.

Die Nubia UI bringt ein paar sehr praktische Zusatzfeatures mit. So kannst du in den Einstellungen festlegen, ob die typischen Android-Tasten wie bei Samsung- oder wie bei Nexus-Geräten angeordnet sein sollen. Über so genannte Edge-Gesten startest du durch ein einfaches Wischen am Bildschirmrand eine App, steuerst die Lautstärke oder gibst Speicher frei. Letzteres ist dank 3 GByte RAM eigentlich nie notwendig.

Auch einen Splitscreen-Modus hat Nubia seinem eigenen Android-Launcher spendiert.
Auch einen Splitscreen-Modus hat Nubia seinem eigenen Android-Launcher spendiert.

Zwei Besonderheiten, die ich praktisch finde: Mit dem Super-Screenshot kannst du komplette Webseiten oder Streams speichern bzw. den Bildschirm abfilmen oder bemalen. Dazu musst du einfach den Einschaltknopf und die Leiser-Taste wie üblich für Screenshots gedrückt halten. Möchtest du einen „normalen“ Screenshot speichern, reicht hingegen ein kurzes Drücken.

Das Layout der Sensortasten lässt sich frei wählen.
Das Layout der Sensortasten lässt sich frei wählen.

Die zweite Besonderheit findet sich in den Einstellungen unter Benachrichtigungs-Center hier gibt es beim Eintrag Statusleisten-Einstellungen eine Option, um in der Statuszeile auch die Netzgeschwindigkeit anzuzeigen. Das ist nicht nur praktisch, um den Speed deines LTE-Vertrags zu testen, sondern du siehst auch immer, wie viele Daten gerade hoch- oder heruntergeladen werden.

Mit Netzgeschwindigkeit anzeigen siehst du immer, wie viele Bits und Bytes gerade verbraucht werden.
Mit Netzgeschwindigkeit anzeigen siehst du immer, wie viele Bits und Bytes gerade verbraucht werden.

Zwei Bloatware-Apps sind mit an Bord: Den UC Browser und Clean Master kannst du gestrost löschen, TouchPal X finde ich persönlich eine brauchbare bis sehr gute Tastatur, aber auch diese App lässt sich auf Wunsch deinstallieren.

„Dass Nubia sogar ein grafisches Recovery anbietet, ist einmalig und erste Sahne!“

Last but not least: Das Nubia Z11 mini bietet einen sehr einfachen Weg, um ins Recovery zu gelangen. Dazu rufst du einfach in den Einstellungen unter System Update das Menü mit den drei Punkten auf und wählst hier den Eintrag „In Wiederherstellungsmodus übergehen“ auf. Vor „Achtung“ brauchst du keine Angst zu haben. Hinter der etwas missratenen Übersetzung verbergen sich praktisch Warnhinweise.

Hier haben Designer mitgedacht. Das Recovery des Nubia Z11 mini gehört zu den benutzerfreundlichsten überhaupt.
Hier haben Designer mitgedacht. Das Recovery des Nubia Z11 mini gehört zu den benutzerfreundlichsten überhaupt.

Über das Recovery kannst du nicht nur ein komplettes Backup anlegen, sondern — falls benötigt — auch den USB Storage, also den „alten“ USB-Massenspeicher Support einschalten.

Performance und Akkulaufzeit

Dank des Snapdragon 617 und des vorinstallierten 64-Bit-Android und 3 GByte RAM kam ich in den Tests nie in Versuchung, Apps zu killen oder das System neu zu starten. Die wirklich benötigte Performance des  Nubia Z11 mini passt also absolut, auch bei Spielen. Diese Leistung untermauern auch unsere Benchmark-Resultate zum Z11 mini: Mit etwas mehr als 45000 Punkten bei AnTuTu reißt das Z11 mini zwar keine Bäume aus, liegt aber in etwa auf dem Level eines Snapdragon 800.

Mit 45.000 Punkten liegt das Nubia Z11 mini in etwa auf dem Level eines Nexus 5.
Mit 45.000 Punkten liegt das Nubia Z11 mini in etwa auf dem Level eines Nexus 5.

Dementsprechend fällt auch die Akkulaufzeit des Nubia Z11 mini recht gut aus und liegt zwischen 1,5 Tagen bei intensiver Nutzung mit 4-5 Stunden Displayzeit bis zu mehreren Tagen im Standby-Modus und 1-2 Stunden Screen-on-Time.

Kamera und Audio

Guter Klang, überdurchschnittlich gute Kamera. Mit diesen zwei Wertungen lässt sich das Nubia Z11 am schnellsten beurteilen. Nubia hat für das Z11 mini die Kamera-Hardware und die Kamera-App noch einmal überarbeitet. Du kannst jetzt Fotos auch im RAW-Format speichern und es gibt einen manuellen Modus, um ISO-Wert, Belichtung und den Fokus manuell einzustellen.

Das Nubia Z11 mini speichert deine Fotos auf Wunsch auch im DNG-Format, sodass du diese nachher in Snapseed professionell "entwickeln" kannst.
Das Nubia Z11 mini speichert deine Fotos auf Wunsch auch im DNG-Format, sodass du diese nachher in Snapseed professionell „entwickeln“ kannst.

Kamera-App und Optik kommt dabei zwar bei Weitem nicht an die Möglichkeiten eines LG G4 (Testbericht) oder LG G5 (Testbericht) heran, aber der Automatikmodus arbeitet recht zuverlässig. Die Qualität der Fotos liegt dabei etwas über dem Level des OnePlus X, das ich in etwa als direkte Konkurrenz zum Nubia-Smartphone sehe. Allerdings leistet sich der Autofokus manchmal einen Patzer und stellt nicht immer das gewünschte Objekt scharf. Hier bietet sich entweder die automatische Gesichtserkennung als Modus an, oder ein Umschalten zur PRO-Camera.

„Die Kamera macht für ein Mittelklasse-Smartphone sehr gute Fotos!“

Der Mono-Speaker des Nubia Z11 mini gehört zwar nicht zu den lautesten (Tipp: hier lässt sich mit dem passenden Equalizer nachhelfen), produziert aber einen sehr angehemen, nicht blechernen Klang und verfügt zudem auch in den unteren Laustärkebereichen über mehrere Level, sodass man auch sehr leise Musik hören kann. Die Qualität über Kopfhörer ist gut bis sehr gut. VOLTE (Voice over LTE) konnte ich aktuell nicht testen, dazu deshalb keine Wertung. Generell ist die Gesprächsqualität aber ebenfalls gut bis sehr gut.

 

Kritikpunkte

Wie dem OnePlus X fehlt auch dem Nubia Z11 ein NFC-Modul. Das ist schade, da sich NFC zwar sehr, sehr langsam aber doch immerhin kontinuierlich weiterentwickelt und mittlerweile in ein paar Läden und Lokalen auch bargeldlos bezahlt werden kann. Wenn du also NFC unbedingt benötigst, dann lohnt sich in dieser Preisklasse zum Beispiel ein Blick auf das günstigere Huawei P8 lite (Amazon-Preis 171 Euro). Hier findest du unseren Testbericht zum Huawei P8 lite als Vergleich. Das P8 lite verfügt hingegen über keinen Fingerabdrucksensor und ist auch bezüglich der restlichen Hardware-Komponenten (CPU, Kamera) etwas weniger gut ausgestattet.

„Liebes NUbia-Team: Kein NFC ist 2016 ein Nogo!“

Der zweite Kritikpunkt betrifft die Rückseite des Z11 mini. Sie wies bei mir schon nach wenigen Tagen aktiver Nutzung zahlreiche Kratzer auf, obwohl ich das Z11 — wie alle anderen Testgeräte auch — schonend behandelt habe. Leider besteht die Rückseite nur aus Kunststoff und zieht zudem auch Fingerabdrücke magisch an. Ich empfehle dir deshalb, mit dem Nubia Z11 mini auch ein passendes Case zu kaufen. Achte dabei darauf, dass es auch eine Aussparung für den FAS auf der Rückseite mitbringt!

Nicht alles was glänzt, ist auch wirklich großartig. Die Rückseite des schwarzen Modells sieht bereits nach wenigen Tagen nicht mehr sehr angenehm aus.
Nicht alles was glänzt, ist auch wirklich großartig. Die Rückseite des schwarzen Modells sieht bereits nach wenigen Tagen nicht mehr sehr angenehm aus.

Damit sind wir auch schon beim letzten Kritikpunkt: Mit der aktuellen Software lässt sich der Fingerprint-Reader nur zum Entsperren des Geräts aber noch nicht für Käufe im Play Store oder andere Apps benutzen. Hier dürfte das versprochene Update auf Android 6.0 für Abhilfe sorgen.

Aktuell ist noch kein Update für das Nubia Z11 mini zu finden. Das dürfte sich jedoch noch ändern.
Aktuell ist noch kein Update für das Nubia Z11 mini zu finden. Das dürfte sich jedoch noch ändern.

Fazit

Noch steht nicht zu 100 Prozent fest, wie viel das Nubia Z11 in der 32-GByte-Version in Europa kosten wird und wann es Android 6.0 erhalten wird. Stimmt aber der Preis von unter 250 Euro, dann bietet das Nubia-Smartphone nicht nur ein sehr gutes Preisleistungsverhältnis, sondern auch eine sehr schöne, durchdachte grafische Oberfläche inklusive Nubia UI. Für das Komplettpaket gibt es von Android User 4.4 von maximal 5.0 Punkten und somit ganz knapp die Wertung „ausgezeichnet“!

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