Start Android 6 Im Test: LG Nexus 5X – Der Wolf im Nexus-Schafspelz

Im Test: LG Nexus 5X – Der Wolf im Nexus-Schafspelz

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Seit November 2015 ist das Nexus 5X in Deutschland verfügbar. Zum Preis von 479 Euro ist die 16-GByte-Version zwar deutlich teurer als das Vorgängemodell Nexus 5, aber auch deutlich günstiger als das etwas größere Nexus 6P von Huawei. Was das Nexus 5X unter der Haube zu bieten hat und wo seine Schwächen liegen, erfährst du in diesem Testbericht.

Mit dem Nexus 5X bringen LG und Google ein recht interessantes Smartphone als Nachfolger des Nexus 5 auf den Markt. Recht interessant deshalb, weil es preislich etwas über dem gewohnten Nexus-Preis liegt, aber deutlich unter dem Nexus 6P. Zudem gibt sich das Nexus 5X auch äußerlich recht unspektakulär. Doch hinter der recht soliden Fassade versteckt sich ein Smartphone der gehobenen Mittelklasse bis Oberklasse, das einen genauen Blick mehr als Wert ist.

Dieser Testbericht geht in erster Linie auf einzelne Punkte des neuen Nexus-Smartphones ein, die mir beim Testen besonders positiv oder negativ aufgefallen sind. Ich gehe hingegen nicht (oder nur am Rande) auf die neuen Funktionen von Android 6.0 „Marshmallow“ ein. Dazu gibt es ja bereits ein paar Artikel auf android-user.de. Insofern eignet er sich mehr als Orientierung zum Kauf für erfahrene Android-Nutzer, die mit den Specs bereits vertraut sind.

Liebe auf den zweiten Blick

Das Full-HD-Display des Nexus 5X ist um 0,2 Zoll gewachsen und beträgt nun 5,2″. Es handelt sich um ein LCD mit Gorilla Glass 3 und es stellt Farben und Kontraste sehr gut dar. UHD sind wirklich overkill, ich bin mit dem Display des Nexus 5X mehr als zufrieden. Die 0,2 Zoll in der Größe wirken sich auch auf das komplette Gerät aus: Es ist etwas länger, breiter und auch etwas dicker als das Nexus 5. Die neue Form gefällt mir persönlich nicht, weil das Nexus 5X jetzt von vorne wie jedes 0815-Smartphone aussieht und auch die Rückseite erinnert mich eher an ein HTC One X als ein Nexus-Smartphone. Durch das Plastikgehäuse fühlt sich das Nexus 5X nicht besonders hochwertig an, aber du hast auch nicht das Gefühl ein billiges Noname-Smartphone in den Fingern zu halten. Die schwarze Rückseite zieht Fettflecken an, aber in keiner Weise wie bei anderen Smartphones.

Die Rückseite des Nexus 5X ist recht resistent gegen Fettflecken aber nicht immun dagegen. Die Kamera steht leicht hervor. Zwischen der Kamera und dem Nexus-Schriftzug befindet sich der Fingerabdrucksensor.
Die Rückseite des Nexus 5X ist recht resistent gegen Fettflecken aber nicht immun dagegen. Die Kamera steht leicht hervor. Zwischen der Kamera und dem Nexus-Schriftzug befindet sich der Fingerabdrucksensor.

Ich werde mir aber trotzdem die weiße Version holen, schon alleine deshalb, weil 90 Prozent aller Testgeräte, die ich zugeschickt bekomme, schwarz sind und ich so „mein“ Handy schneller finde ;-) Die Mint-Version finde ich potthässlich (auch wenn sie „eisblau“ oder „gletscherwasser“ heißt), keine Ahnung, warum man sich in Soul und Mountain View gerade für diese Farbe entschieden hat. Ein Case wirkt bekanntlich Wunder und somit ist dieses Thema erledigt.

„Vergiss auf keinen Fall, einen Adapter für den USB Type-C Anschluss zu kaufen!“

USB Type C ist Himmel und Hölle gleichzeitig. Erstens cool, weil super praktisch. Zweitens doof, wenn du keinen Adapter zur Hand hast und einfach mal bei Bekannten oder so etwas vom Handy auf einen PC überspielen möchtest oder mal kurz aufladen. Da stehst du dann da, wie ein iPhone-Nutzer, der in der illustren Samsung-Runde um ein Ladegerät bettelt. Auch mir ist es im zweiwöchigen Testzeitraum mehr als einmal passiert, dass ich den Type-C-Anschluss vergaß. „Akku nur noch 25 Prozent? Ah kein Problem, ich habe ja das Akkupack dabei…“ Dumm gelaufen, dann an diesem Abend ich konnte meine geplante Fotosession vergessen. A propos Laden: Von 15 Prozent auf Hundert schafft es das Nexus 5X mit dem mitgelieferten Ladegerät in etwa 90 Minuten, in einer halben Stunde ist der Akku aber bereits über 50 Prozent voll. Das Gerät wird dabei höchstens handwarm.

USB Type C ist eine feine Sache, wenn man die nötigen Adapter und Kabel zur Hand hat...
USB Type C ist eine feine Sache, wenn man die nötigen Adapter und Kabel zur Hand hat…

Warum so teuer?

Das ist die falsche Frage. Die richtige Frage lautet, warum sind das LG Nexus 5X und das Nexus 6P in den USA so günstig. Vergleicht man die Features des Nexus 5X, dann steht es leicht hinter dem LG G4. Das zeigt sich auch beim UVP, der für das Nexus 5X deutlich unter UVP des LG G4 liegt. Das Gerät ist also nicht besonders teuer, sondern in den USA besonders günstig, weil Google hier massiv mitsubventioniert, um sich gegen Apple im Smartphone-Business behaupten zu können.

Leistung und Fingerprint

LG hat sich beim G4 schon für den Snapdragonn 808 entschieden und so auch beim Nexus 5X und beim brandneuen LG V10, das ja auch nach Deutschland kommen wird. Diese Entscheidung war meiner Meinung nach richtig, um den idealen Kompromiss zwischen Leistung und Akkulaufzeit zu finden. Android 6.0 „Marshmallow“ läuft auf dem Nexus 5X absolut flüssig. Ich kann auch das Gejammer von wegen nur 2 GByte RAM nicht verstehen. Klar verbraucht Chrome alleine so viel, wenn ich zehn Reiter im Browser geöffnet habe, aber das ist zumindest bei mir nicht das typische Szenario. Viele Apps bringen das Nexus 5X nicht wirklich an seine Performance-Grenzen, der Wechsel geht stets flott. Falls du PowerUser bist und Probleme mit zu wenig RAM haben solltest, dann schreibe mir bitte, welche Apps du wie benutzt, damit ich das mal testen kann.

Bei meinem üblichen Nutzungsszenario habe ich keinerlei Probleme mit den "nur" 2 GByte RAM.
Bei meinem üblichen Nutzungsszenario habe ich keinerlei Probleme mit den „nur“ 2 GByte RAM.
Rund 25 GByte bleiben bei der 32-GByte-Version des Nexus 5x für deine Daten frei.
Rund 25 GByte bleiben bei der 32-GByte-Version des Nexus 5x für deine Daten frei.

Ich kam in den Testtagen jeweils recht gut hin mit dem verbauten 2700-mAh-Akku und hatte abends um 22 Uhr meistens noch über 20 Prozent Akku übrig. Außer bei den Foto- und Videotests. UHD frisst nun mal recht stark am Akku. Wenignutzer dürften bis zu drei Tage hinbekommen, mehr liegt auch mit Doze nicht wirklich drin, wenn man das Handy täglich ein paar mal benutzt. A propos Doze: Google verspricht ja, dass sich der Doze-Modus nicht auf die Performance auswirkt. Tut er aber indirekt doch. Wenn du sehr viele Apps geöffnet hast (über 30) und so über eine Zeit lang diese Apps eingefroren werden, dann bleibt auch das Nexus 5X beim Aufwachen manchmal ein paar Sekunden hängen, bis alle Apps ihren Sync nachgeholt haben. Das ist mir auch beim Nexus 5 ein paar mal passiert. Anschließend funktioniert aber alles wieder absolut flott. Wenn du dein Handy eh stündlich oder fleißiger in die Hand nimmst, dann wirst du davon nichts bemerken. Unsere detaillierten Benchmark-Ergebnisse zum Nexus 5X findest du in der Gerätedatebank.

Der Fingerprint-Reader ist ein Traum, wobei ich hier noch einmal darauf hinweisen möchte, dass er nicht in erster Linie zur Sicherheit beiträgt, sondern das Nexus 5X einfach bequemer macht. Zum Entsperren musst du einfach den Finger drauf halten und schon ist das Display entsperrt und aktiv: kein Drücken, kein Aufwecken im Voraus. Besonders bequem wird damit auch das Einkaufen bei Google Play, weil du dein Passwort nicht mehr eintippen musst.

Das Einrichten des Fingerabdrucksensors ist ein Kinderspiel.
Das Einrichten des Fingerabdrucksensors ist ein Kinderspiel.
Wer oft im Play Store kauft, wird sich über die bequeme Funktion zum Bezahlen freuen.
Wer oft im Play Store kauft, wird sich über die bequeme Funktion zum Bezahlen freuen.

Gewöhnungsbedürftig ist beim Nexus 5X der Vibrationsmotor. Zeig mir wie du vibrierst und ich sage dir, wie gut dein Handy ist, gilt auch hier. Denn LG hat im Nexus 5X ein besonders feines „Motörchen“ eingebaut, das eher im höheren Frequenzbereich arbeitet aber auch feste Vibrieren kann.

„Der Vibrationsmotor im LG Nexus 5X ist gewöhnungsbedürftig, aber fein!“

Gut zu wissen

Das Nexus 5X verfügt über eine Benachrichtigungs-LED, die mittig im unteren Lautsprecher-Grill verbaut ist und auch recht gut sichtbar, wenn man das Handy zum Aufladen an die Steckdose anschließt. Da Google jedoch für Benachrichtigungen auf das Ambient-Display setzt, ist die LED in der Grundeinstellung für alle anderen Notifications gesperrt. Ändern lässt sich dieser Umstand ganz einfach in den Einstellungen unter Ton & Benachrichtigung.

Das Nexus 5X verfügt über eine mehrfarbige Benachrichtigungsleuchte, die in der Grundeinstellung ausgeschaltet ist.
Das Nexus 5X verfügt über eine mehrfarbige Benachrichtigungsleuchte, die in der Grundeinstellung ausgeschaltet ist.

Wenn du lieber die LED benutzt, dann lohnt es sich eventuell das Ambient-Display auszuschalten. Das zu Deutsch Inaktivitätsdisplay genannte Feature sorgt dafür, dass der Bildschirm bei neuen Nachrichten oder wenn du das Handy in die Hand nimmst, automatisch an geht. Das ist praktisch, wenn man zum Beispiel täglich 20 mal die Uhrzeit nachschauen will. Sobald du das Nexus 5X hochebst, schaltet sich das Display automatisch ein. Möchtest du das nicht, um damit noch etwas Akku zu sparen, dann schalte in den Einstellungen unter Display den Slider bei Inaktivitätsdisplay auf „Aus“.

Eine Neuerung von Android 6.0 „Marshmallow“, die mir erst beim Testen des Nexus 5X aufgefallen ist, sind die inaktiven Apps. Apps zum Schweigen und Verschwinden zu bringen, ist nun einfacher denn je. Dazu schaltest du zunächst die Entwickleroptionen frei (7x auf die Buildnummer tippen) und scrollst dann ganz nach unten zum Eintrag „Inaktive Apps“, hier kannst du einfach die Anwendungen antippen, die du auf keinen Fall benutzen möchtest. Das geht so deutlich schneller als über die App-Einstellungen.

Um die Kamera-App aus dem Standby zu öffnen, gab es ursprünglich mal die von Motorola erfundene Handgelenk-Geste. Neu musst du dazu zweimal den Power-Button drücken. Auch diese Einstellung lässt sich unter „Display“ ausschalten, falls du des öfteren ungewollt die Kamera-App startest.

Klasse Kamera!

Google hatte bereits beim Nexus 5 versprochen, dass es dank optischem Bildstabilisator eine tolle Kamera haben wird. Ich war/bin mit meinem Nexus 5 auch wirklich super zufrieden, bin da aber eher eine Ausnahmeerscheinung :-). Das Nexus 5X besitzt keinen optischen Bildstabilisator mehr, dafür aber einen Bildsensor mit recht großen Pixeln (1,55µm) und Blende f/2.0. Zum Vergleich: Die hoch gelobte Ultrapixel-Kamera von HTC besitzt einen Sensor mit 2,0µm Pixeln, das iPhone 6 und die meisten anderen Android-Phones setzen auf einen Sensor mit 1,22µm.

Endlich ein Nexus-Gerät, das man auch als Kamera-Smartphone empfehlen kann!“

Das Objektiv ist also sehr lichtstark und so gelingen auch ohne OIS noch gute Fotos, wenn die Lichtbedingungen nicht optimal sind. Zudem hat LG auch hier den von der G-Serie bekannten Laserfokus verbaut, der für ein schnelles und exaktes Fokussieren der Objekte sorgt. Um die Kamera etwas einzuordnen: ich würde sie auf eine Stufe mit den aktuellen Samsung-Kameras (S5/S6) stellen, wobei sie bei Lowlight noch etwas besser abschneidet. Ich finde die Bilder zudem noch besser als die Fotos des LG G4. Beim LG G4 ist hingegen die Kamera-App besser dank der vielen manuellen Möglichkeiten. Ich kann das Nexus 5X aber problemlos jedem empfehlen, der auf der Suche nach dem Android-Smartphone mit der besten Kamera ist (das 6P hatte ich noch nicht in den Fingern…).

Beispielfoto des Nexus 5X bei schlechten Lichtverhältnissen.
Beispielfoto des Nexus 5X bei schlechten Lichtverhältnissen.
Gleiches Cafe, gleiche Beleuchtung aber dieses Mal mit der Kamera des Nexus 5 (ohne X).
Gleiches Cafe, gleiche Beleuchtung aber dieses Mal mit der Kamera des Nexus 5 (ohne X).
Ausschnitt aus den zwei Testfotos auf 100% vergrößert. Rechts das Nexus 5X mit deutlich helleren Farben, links das Nexus 5 mit etwas weniger Kontrast.
Ausschnitt aus den zwei Testfotos auf 100% vergrößert. Rechts das Nexus 5X mit deutlich helleren Farben, links das Nexus 5 mit etwas weniger Kontrast.

Nicht 100 Prozent zufrieden war ich hingegen mit der Video-Funktion des Nexus 5X. Bei Full-HD-Aufnahmen gab es keine besonderen Probleme. Die Bildqualität und auch die Audioqualität sind ok. Aber bei den 4K-Videos neigt das Nexus 5X dazu, sich zu überhitzen (es wird sehr warm). Zudem versagte in einem Testvideo von mir mehrfach der Autofokus. Dabei handelt es sich aber ziemlich sicher um ein Software-Problem (oder Hitze), da der Autofokus nach einem Neustart der Kamera-App wieder funktionierte. Die Aufnahmedauer bei den 4K-Videos ist zudem auf maximal 5 Minuten beschränkt. Das ist eine Vorgabe von Qualcomm, um vor Überhitzung zu schützen. Zumindest konnte ich das Problem von „nur 5 Minuten 4k-Videos“ auch bei entsprechend ausgestatteten Sony- und Samsung-Smartphones mit Qualcomm-CPU finden.

Wenn du also auf der Suche nach einem guten 4K-Kamerahandy bist, dann ist deine Zeit noch nicht (ganz) gekommen. Es gibt zwar Apps im Play Store, die diese künstliche Aufnahmedauersperre ignorieren, vermutlich geht das aber mit Einbußen bei der Qualität oder einem Überhitzungsrisiko einher. Zudem gibt es mit den meisten Apps von Drittanbieter noch das Problem, dass die Videos auf dem Kopf stehen, das trifft auch auf Cinema 4K zu. Denn LG hat beim Nexus 5X den Kamerasensor kopfüber eingebaut. Das alleine stellt zwar noch kein Problem dar, wenn aber die Kamera-App den Lagesensor des Smartphones nicht zusätzlich ausliest, dann stehen die bewegten Bildchen eben auf dem Kopf. Hier sind die Hersteller der Kamera-Apps gefragt, ihre Anwendungen anzupassen. Bei Fotos besteht das Problem auch, aber Bilder lassen sich einfacher drehen als ein Video in UHD ;-)

Unter den von mir getesteten Kamera-Apps konnte einzig Open Camera das 5-Minuten-Limit umgehen, ohne die Videos auf den Kopf zu stellen. Wenn du also bereits ein Nexus 5X hast und auch sonst, lohnt sich ein Blick auf Open Camera (gratis, werbefrei, Open Source).

Videos von vielen Drittanbieter-Apps stehen auf dem Nexus 5X auf dem Kopf!“

Sehr gut funktioniert die Slomotion-Funktion, die dank der neuen Kamera-App von Android 6.0 auch nur einen Fingertip weit entfernt ist. 120 FPS sind zwar keine 240 wie beim Nexus 6P oder beim iPhone 6S, aber bereits damit lassen sich coole Videos drehen. Auch hier ein kleines Detail am Rande: Die Google Kamera-App kann die Videos zwar so abspielen, dass du den Bereich, der in Slomotion dargestellt wird, frei wählen kannst. Bei einem Export des Videos wird aber immer die komplette Aufnahme in Slowmotion gespeichert. Das trifft auch auf den Ton zu.

Audio: solide aber nicht top

Die Qualität des verbauten Lautsprechers hinter dem unteren Grill ist nicht für Musik gedacht. Dazu klingt der Speaker zu blechern. Aber er eignet sich sehr gut, um keinen Anruf, keinen Wecker und keine Benachrichtigung zu verpassen. Höhen sind hier von Vorteil, die Lautstärke passt ebenfalls. Interessanterweise produziert das Nexus 5X auch über den Kopfhöreranschluss eher einen Höhenlastigen, leicht blechernen Sound. Dieses „Problemchen“ lässt sich aber über die Equalizer-Einstellungen korrigieren. Das Nexus 5X liefert zudem genügend Power, um über Kopfhörer laut Musik zu hören. Das war in der Vergangenheit nicht immer so. In den Tests ist es mir einmal passiert, dass sich der Equalizer von Google Play Music aufgehängt hat, als ich den Surround-Sound einschalten wollte. Das Ausschalten des FX-Verstärkers und wieder einschalten behob jedoch dieses kleine Malheur sofort.

Die Gesprächsqualität ist gut, wobei hier Tests durch die enormen Komprimierungen bei den Providern immer schwieriger werden. Auch wenn Telekom, Vodafone und Co. von HD Voice sprechen und Werbung dafür machen: Die Audio-Qualität für Gespräche hat in den letzten Jahren seit der konsequenten Einführung von VoIP kontinuierlich abgenommen. Es kommt nur noch sehr selten vor, dass man das Gefühl hat, der Gesprächsteilnehmer sitzt gleich nebenan. Aber das nur so als Bemerkung am Rande, hat ja nichts mit dem Nexus 5X zu tun. Die Rauschunterdrückung fiel in den Tests nicht negativ auf, funktioniert also gut. Ich bin kein Fan von aggressiver Rauschunterdrückung, weil man dann das Gefühl hat, auf der anderen Seite sei die Leitung stumm. Das ist mir beim Nexus 5X nicht passiert. Mit Ausnahme der Musikqualität über den verbauten Speaker liefert das Nexus 5X also eine gute Sound-Qualität und bekommt 4 von 5 Sternen.

„Habe ich es schon erwähnt? Unbedingt gleich einen Adapter für den USB Type-C Anschluss mitbestellen!“

Noch etwas: wie beim USB Type-C Stecker ist mir auch bei der Kopfhörerbuchse aufgefallen, dass diese besonders streng geht. Also das Einstecken und Herausziehen erfordert wirklich etwas Kraft und vor allem zwei Hände, um dagegen zu halten. Kann sein, dass das langfristig einen Vorteil darstellt, weil die Buchse nicht ausleiert, kann aber auch sein, dass du dir damit dein Kopfhörerkabel schneller kaputt machst, wenn du es einfach mal schnell abziehen möchtest.

Schwachstellen

Persönlich fehlt mir ein zweiter SIM-Slot, da ich viel im Ausland unterwegs bin, aber das kann man von einem Nexus-Phone anscheinend nicht erwarten. Warum Google nur bei den günstigen Android-One-Geräten Dual-SIM zulässt, kann ich nicht nachvollziehen.

Für den Preis und generell um etwas mehr Sicherheit für die Zukunft zu erhalten, hätte ich eigentlich eine Version mit 32 GByte Speicher und eine mit 64 erwartet. Alleine schon deshalb, damit die UHD-Videos auf dem internen Speicher Platz finden. Ich werde in jedem Fall die Version mit 32 GByte Speicher kaufen, 16 sind mir persönlich für ein Foto-Handy zu wenig.

Der Autofokus der Kamera-App arbeitet bei Video nicht perfekt. Eventuell lässt sich dieses Manko über ein Software-Update beheben.

Last but not least ist das Nexus 5X kein Akkuwunder. Mit dem Moto X Play kommst du deutlich besser über den Tag und es besitzt ebenfalls eine gute Kamera, aber es ist kein Nexus-Smartphone, auch wenn Motorola ziemlich sicher es nicht bei Android 5.x stehenlässt.

Fazit

Wenn du vom Nexus 5 auf das Nexus 5X wechseln möchtest, dann kann ich dir das Update nur empfehlen. Du wirst schnell Freude am neuen Nexus haben! Einziger Wermutstropfen: Die 16-GByte-Version des Nexus 5X wandert in den USA bereits für 299 US Dollar über die Theke, weil Google massiv Subvention leistet. Hierzulande möchten Google und LG aber 479 Euro für das gleiche Modell haben. Das sind fast 200 Euro Preisdifferenz, und das tut schon weh! Habe ich den Qi-Support vermisst? Ja, weil ich kein passendes Ladegerät mit Type-C-Stecker zur Hand hatte und so über Qi den fehlenden Type-C-Stecker hätte überbrücken können. Aber Quick Charge ist in jedem Fall die bessere Lösung als Qi, denn eine Qi-Ladestation schleppt niemand mit sich herum. Bis heute nicht wirklich anfreunden konnte ich mich mit dem Design des neuen Nexus-Smartphones. Es sieht irgendwie wie ein Verschnitt aus HTC und Lumia aus. Aber ich werde mir jetzt eh ein Case zulegen, damit die Kamera nicht mehr hervorsteht und damit auch das neue Nexus 5X die nächsten zwei Jahre ohne Glasbruch übersteht.

„Wenn du vom Nexus 5 auf das Nexus 5X wechseln möchtest, dann kann ich dir das Update ganz klar empfehlen!“

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