5. Dezember 2022
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Im Test – Google Pixel Watch, geschenkt und für gut befunden

Google hat Anfang Oktober die diesjährigen Pixel 7 Phones sowie die Pixel Watch auf den Markt gebracht. Käufer eines Pixel 7 Pro bekamen die Pixel Watch (WLAN oder LTE) zusammen mit dem Smartphone geschenkt. Ich trage die Watch nun schon einige Tage, daher gibt es hier unseren Testbericht.

Pixel Watch – Unboxing

Beim Kauf des Pixel 7 Pro haben wir uns die Pixel Watch in der Farbe Polished Silver (Gehäuse) und Sportarmband in Chalk sowie als LTE Version in den Einkaufswagen getan. Zusammen mit dem Pixel 7 Pro wurde die Uhr dann aus dem Google Store geliefert. Im Paket befand sich die Uhr mit Sportarmband in zwei Größen sowie das magnetische Ladepad. Ebenfalls an Bord ist eine Kurzanleitung mit Info zum Start, An- und Abklippen bzw. Auswechseln des Armbandes. Auf der Verpackung befindet sich noch der Hinweis auf die Fitbit Integration.

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Pixel Watch – Spezifikationen

FarbenEdelstahlgehäuse in Matte Black und Sportarmband in Obsidian
Edelstahlgehäuse in Polished Silver und Sportarmband in Charcoal
Edelstahlgehäuse in Polished Silver und Sportarmband in Chalk
Edelstahlgehäuse in Champagne Gold und Sportarmband in Hazel
MaterialienGehäuse: 80 % recycelter Edelstahl
Sportarmband: Fluorelastomer mit Soft-Touch-Beschichtung
Abmessungen und GewichtDurchmesser: 41 mm
Höhe: 12,3 mm
36 g (ohne Armband)
Konnektivität4G LTE und UMTS
Bluetooth® 5.0
WLAN: 802.11 b/g/n, 2,4 GHz
NFC
GPSGPS (integriertes Modul), GLONASS, BeiDou, Galileo
KompatibilitätAndroid 8.0 oder höher
DisplaySpezielles 3D Corning® Gorilla® Glass 5
AMOLED-Display mit 320 ppi und DCI-P3-Farbe
Helligkeitssteigerung bis zu 1.000 Nit
Ständig aktiviertes Display
ArmbandSportarmband: je ein kleines und großes Armband im Lieferumfang enthalten
Klein: für Handgelenke mit 130–175 mm Umfang
Groß: für Handgelenke mit 165–210 mm Umfang
Akku und Aufladung294 mAh (typisch)
Integrierter Lithium-Ionen-Akku
Bis zu 24 Stunden
Magnetisches USB-C®-Ladekabel
Ladegeschwindigkeit:
In etwa 30 Minuten bei 50 %
In etwa 55 Minuten bei 80 %
In etwa 80 Minuten bei 100 %
ChipExynos 9110-SoC
Cortex M33-Coprozessor
BetriebssystemWear OS 3.5
Speicher32 GB eMMC-Flash
2 GB SDRAM
SensorenKompass
Höhenmesser
Sauerstoffsättigungsmesser
Elektrischer Mehrzwecksensor
Optischer Herzfrequenzsensor
Beschleunigungsmesser
Gyroskop
Umgebungslichtsensor
InteraktionSeitentaste
Haptische Krone
Premium-Haptik
AudioEingebautes Mikrofon
Integrierter Lautsprecher
FunktionenGesundheit und Fitness mit Fitbit
Ständig aktiviertes Display
Google Maps
Google Wallet
Google Assistant
Nachrichten und Benachrichtigungen
YouTube Music
NFC
Notfall-SOS
Internationale Notrufe
Austauschbares Armband
Ab diesem Winter verfügbar: Unfallerkennung (bei Kräften bis zu 32g)
In Australien und Deutschland wird der automatische Rufaufbau an die Rettungsdienste nicht unterstützt.
Langlebigkeit und WasserbeständigkeitSpezielles 3D Corning® Gorilla® Glass 5
5 ATM

Pixel Watch – Design

Meine ersten Eindrücke des Pixel 7 Pro und auch der Pixel Watch habe ich bereits festgehalten. Wie schon geschrieben, spaltet die Uhr die Gemüter. Zu teuer, zu hässlich, hat man oft gehört. Hässlich finde ich sie definitiv nicht. Mein Umstieg erfolgte von der rechteckigen Fitbit Versa 3 auf die nun runde Pixel Watch mit Krone. Der erste positive Effekt, den man bei der runden, glatten Pixel Watch bemerkt: Kein Hängenbleiben mehr am Ärmel der Jacke oder des Pullovers. Dies ist mit der Fitbit nämlich immer wieder passiert. Das Design orientiert sich an einer normalen, analogen Uhr.

Das Gehäuse der runden Pixel Watch ist zu 80 Prozent aus recyceltem Edelstahl gefertigt. Die Vorderseite besteht aus 3D-Gorilla-Glas 5. Auf der Rückseite liegen die Sensoren. An der Seite liegt die drehbare Uhrenkrone sowie direkt darüber ein Button, um die zuletzt aufgerufenen Apps zu sehen. Ebenfalls befindet sich hier ein Mikrofon und auf der gegenüberliegenden Seite der Lautsprecher. Die Armbänder sind per Klick-Schiebeverschluss an der Pixel Watch befestigt. Der Button zum Entfernen der Armbänder liegt direkt am Armband. Das Anbringen und Entfernen ist am Anfang etwas „frickelig“, aber schnell erlernt.

Die Pixel Watch kann beidseitig getragen werden, indem du angibst, ob die Uhr links oder rechts getragen wird, dreht sich das Display.

Pixel Watch – Verbindung mit deinem Smartphone, Fitbit-App, Pixel Watch App

Zuerst lädst du dir die Pixel Watch App sowie die Fitbit-App (sofern noch nicht vorhanden, bei mir bereits durch die Versa 3 und zuvor der Versa Classic in Gebrauch) auf dein Smartphone.

Fitbit
Fitbit
Entwickler: Fitbit LLC
Preis: Kostenlos
Google Pixel Watch
Google Pixel Watch
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos

Das Aktivieren der Pixel Watch erfolgt durch einen 3-sekündigen Druck auf die Krone. Anschließend erkennt das Pixel 7 Pro die Watch per Fast Pair. Die Verbindung steht schnell. Sofern du in der LTE Variante der Pixel Watch die eSIM aktivieren möchtest, geschieht das ebenfalls über die Pixel Watch App.

In der Fitbit App fügst du die Watch als neues Gerät hinzu. Sämtliche, vorher mit der Fitbit gesammelten Daten bleiben vorhanden, alle neuen Daten werden jetzt von der Pixel Watch beigetragen. Das Synchronisieren der Pixel Watch mit der Fitbit App funktioniert reibungslos und schnell, hier hatte die Versa 3 öfter einmal Probleme.

Mit der Pixel Watch gab es 6 Monate Fitbit Premium gratis dazu, welches ich derzeit ausprobiere. Bisher bringt mir die Premiumversion aber keinen wirklichen Mehr-Nutzen. Mit Premium gibt es erweiterte Schlafanalysen, Tagesformindex, Achtsamkeitsübungen, Video-Workouts, Spiele und Challenges, Gesundheitsbericht und eine Aufschlüsselung des Stressmanagement-Index.

20221029 Fitbit Premium

Die normale Schlafanalyse reicht mir vollkommen aus, der Tagesformindex sagt mir, ob es mir gut geht oder nicht, was jedoch etwas ist, was ich tatsächlich auch ohne Uhr bemerke :-) Der Stressmanagement-Index muss erst einmal mit Daten gefüttert werden, was ich vor lauter Stress dann vergesse und sämtliche Video-Workouts und Spiele oder Challenges passen nicht mit meinen tatsächlichen Sportarten zusammen. Also schaue ich mal, ob ich die Premium-Version nach Beendigung wieder reaktiviere oder nicht. Fitbit Premium kostet 8,99 Euro monatlich oder 79,99 Euro jährlich.

Die Fitbit Versa 3 hatte eine automatische Trainingserkennung sowie die Sauerstoffmessung. Die Trainingserkennung ist bei der Pixel Watch nicht an Bord, die Sauerstoffmessung wird laut Info auch noch aus der Fitbit-App entfernt, soll aber eigentlich noch auf der Watch verfügbar gemacht werden. Der benötigte Sensor ist bereits verbaut (was jedoch bei Google kein Zugeständnis ist, dass die Funktion tatsächlich noch aktiviert wird). Des Weiteren ist aber beim Schlaftracking in der Fitbit-App unter der Kachel Erholung der Wert Sauerstoffsättigung zu finden.

Pixel Watch – Display und Audio

Das 1,2 Zoll große Amoled-Display mit relativ großem Rahmen bringt Inhalte scharf und kontrastreich rüber. Die Pixeldichte beträgt 320 ppi bei DCI-P3-Farben. Die Helligkeit beträgt 1000 Nits, somit gibt es auch bei Sonneneinstrahlung keine Probleme mit dem Ablesen. Der Rahmen selbst ist weitaus weniger störend als gedacht, da sämtliche Inhalte so angepasst sind, dass der Rahmen nicht mehr ins Gewicht fällt. Die Darstellung der Helligkeit kann in den Einstellungen noch einmal angepasst werden. Dank Umgebungslichtsensor ist aber auch eine adaptive Helligkeit an Bord, sodass ein Anpassen nicht notwendig ist. Der Always-On-Modus des Displays ist standardmäßig deaktiviert, da dieser gehörig am Akku zerrt.

Auf der Seite der Pixel Watch befindet sich das Mikrofon sowie gegenüberliegend der Lautsprecher. Das Telefonieren erfolgt ohne Probleme. In ruhiger Umgebung sind die Stimmen gut zu verstehen, auch Sprachnotizen/Sprachnachrichten lassen sich gut aufnehmen. Je Lauter die Umgebung ist, desto schwerer ist für mich das Verstehen der Stimmen. Was jedoch nicht möglich ist, ist das Hören von Musik über YouTube Music oder ähnliches. Hier muss eine Verbindung mit den Pixel Buds oder einem anderen Bluetooth-Ohrhörer erfolgen, um Musik abzuspielen.

Pixel Watch – Software und Nutzung

Die Pixel Watch wird mit WearOS 3.5 ausgeliefert. Die Software läuft klasse und macht keine Probleme. Sämtliche Infos übernimmt die Watch direkt von deinem Smartphone. Das heißt, du musst keine Benachrichtigungen einstellen oder auswählen (kannst sie aber anpassen), sondern es funktioniert einfach. Die Bedienung ist ebenfalls leicht zu verstehen. Per Druck auf die Krone (oder mittels Armbewegung) aktivierst du das Display. Anschließend navigierst du per Wischbewegung.

Auf dem Hauptbildschirm sind die Uhrzeit, das Datum, die gegangenen Schritte, dein Puls sowie der Akku sichtbar. Andere Ziffernblätter lassen sich über die Pixel Watch App auswählen. Wie du das Ziffernblatt wechselst, sowie weitere Tipps rund um die Watch findest du hier.

Per Wischgeste nach links rufst du die aktuell gegangenen Schritte auf, die Herzfrequenz, Trainingsmodi, aktiviertes Training, Schlaf, Termine, Wetter, Zuhause- und Arbeitsadresse, Wecker/Wecker stellen bis du wieder zum Hauptbildschirm gelangst. Sämtliche Widgets kannst du über die Uhr selbst oder über die Pixel Watch App anpassen/entfernen/hinzufügen.

Per Druck auf die Krone bei aktiviertem Display rufst du alle installierten Apps auf, durch die du durch eine Drehbewegung an der Krone oder per Wischgeste scrollst. Das Scrollen mit der Krone bietet ein schönes, haptisches Feedback. Um eine App aufzurufen, tippst du darauf.

Die zuletzt genutzten Apps rufst du per Druck auf den Button über der Krone auf. Der lange Druck auf den Button öffnet den Google Assistant.

Eine Wischgeste von oben nach unten über das Hauptdisplay ruft die Einstellungen/Schnelleinstellungen auf: Taschenlampe, Flugmodus, Helligkeit, Kinomodus (Display und Gesten zum Aktivieren werden ausgestellt, Benachrichtigungen werden nicht mehr angezeigt), Google Wallet, Google Home sowie die Einstellungen mit Konnektivität, Display, Gesten, Apps&Benachrichtigungen, Google, Audio, Vibration, Akku, Allgemein, Health Profile und viele mehr.

Die Wischgeste von unten nach oben öffnet die Benachrichtigungen (Anrufe, Mails, Nachrichten). Sofern eine Benachrichtigung vorhanden ist, wird dies über einen weißen Punkt unten am Display angezeigt. Alle Benachrichtigungen kannst du direkt über die Pixel Watch beantworten. Entweder per Sprache oder per Tastatur. Auch die Auswahl von Emojis ist möglich.

Die Pixel Watch ist übersichtlich aufgebaut und die Bedienung erfolgt intuitiv. Alle benötigten Google Dienste sind an Bord (Google Maps funktioniert ziemlich gut, es wird sogar eine kleine Karte dargestellt), beziehungsweise es werden sämtliche Infos von deinem Smartphone übernommen. Die Google Home App ist bisher nur in der Vorschau vorhanden, was bedeutet, dass du für das Interagieren mit den Smart Home Geräten dein Smartphone nutzen musst. Weitere Apps kannst du über den Play Store auf die Watch laden.

Pixel Watch – Prozessor, Akku

Die Pixel Watch wird mit einem Samsung Exynos 9110-SoC sowie einem
Cortex M33-Coprozessor ausgeliefert. Der Exynos 9110 ist bereits vier Jahre alt und wurde schon in der ersten Galaxy Watch verbaut. Der Chip ist mit 2 GB RAM und 32 GB Flash-Speicher gepaart. Insgesamt ergibt dies eine runde Performance.

Der 294 mAh Li.-Ion. Akku bietet 24 Stunden Akkulaufzeit, wobei ich hier das Gefühl habe, dass der Akku in der Zeit des Tragens bei gleicher Nutzung teils länger hält als am Anfang. Es kommt allerdings auch darauf an, was du tust, bei ständigem GPS entlädt sich der Akku schneller, ebenso bei aktiviertem Always On Display und anderen Faktoren, die wir hier bereits einmal beleuchtet haben. Sofern du faul irgendwo herumlungerst, schaffst du auch ein wenig mehr als 24 Stunden.

Das Aufladen der Watch erfolgt mit dem mitgelieferten, magnetischen Ladedock. Andere QI-Ladegeräte können nicht verwendet werden. Ein Aufladen über das Pixel 7 Pro ist nur durch das Abnehmen der Bänder möglich, beziehungsweise stoppt nach einiger Zeit.

Pixel Watch – Fitbit Integration, Schlaftracking, Sporttracking, EKG

Die Pixel Watch läuft mit Fitbit Integration und bedient sich daher für das Tracking von Schritten, Sport, Schlaf und mehr, der Fitbit App. Ein kleines Manko, da man für die Nutzung nun zwei Apps benötigt. Ohne Fitbit App trackt die Uhr zwar auch deine Schritte, speichert sie aber nirgendwo ab.

Das automatische Tracking wie bei der Versa 3 ist nicht mehr vorhanden (die Sense 2 bietet diese Funktion auch nicht mehr), allerdings werden bestimmte Tätigkeiten doch erkannt und aufgezeichnet. Laut Google arbeitet man jedoch daran, „im Laufe der Zeit mehr Trainingserkennung in unser Uhrenportfolio zu bringen.“

Sämtliche getrackte Daten rufst du über die Fitbit-App auf, darunter Schritte, Kalorien, gelaufene Kilometer, Zonenminuten, Etagen, Stressmanagement, Schlaf, Tagesform (Premium), Trainingsübersicht, Ruheherzfrequenz, aktive Stunden und Gesundheitsmesswerte.

Die Pixel Watch schreibt auch ein EKG. Hier war zuerst der Download beziehungsweise die Aktualisierung der Fitbit-EKG-App notwendig, vorher war ein EKG nicht auffindbar. Auch einige andere Apps müssen erst noch aktualisiert werden. Anschließend kann die EKG-App gestartet werden. Die Messung erfolgt innerhalb von 30 Sekunden, indem du ruhig sitzt und deinen Finger auf die Krone der Uhr legst. Das Ergebnis wird direkt auf dem Display angezeigt, ersetzt aber keinen Arztbesuch.

Pixel Watch – Fazit

Ist die Pixel Watch für den gebotenen Funktionsumfang zu teuer – definitiv ja, will ich sie wieder loswerden – definitiv nein. Die Pixel Watch macht vieles richtig und hat der Versa 3 bereits den Rang abgelaufen. Es handelt sich um eine formschöne, elegante und dabei auch leichte Uhr mit einer schönen Display-Darstellung, die dank WearOS 3.5 ohne Probleme mit dem Pixel Phone zusammenarbeitet. Sie lässt sich intuitiv bedienen und bietet dabei ein tolles haptisches Feedback. Wenn nun noch ein bisschen am Akku geschraubt wird, ist die Watch doch wirklich perfekt.

Die Pixel Watch ist zum Preis von 379 Euro für die WLAN-Variante und 429 Euro für die LTE-Variante im Google Store erhältlich. Günstiger geht es über die große Verkaufsplattform ;-)