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Tipp: Wie spare ich Datenvolumen?

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In Zeiten von immer besserer WLAN-Abdeckung benötigt man nicht mehr ganz so viel mobiles Datenvolumen wie noch vor einiger Zeit. Vor zwei Jahren bin ich selbst auch einmal an meine Grenzen gekommen, da ich einige Zeit WLAN-los vor mich hindümpelte. Schnell war das Volumen aufgebraucht und musste erhöht werden. Es wurde teuer. Um Datenvolumen einzusparen gibt es jedoch einige Möglichkeiten.

Datenvolumen/Datenlimit

Was es mit dem Datenvolumen auf sich hat und wie du es überwachst haben wir in einem anderen Tipp-Artikel schon einmal erläutert. Hier wird auch beschrieben, wie du dein Datenlimit einstellst (in den Einstellungen unter Netzwerk&Internet -> Datennutzung -> Datenwarnung&Datenlimit), um zu sehen ob dein monatlich gebuchtes Datenvolumen ausreicht. Du gibst an, dass du eine Datenwarnung festlegen möchtest und wählst dann aus, ab wie viel verbrauchten Daten (MB oder GB) die Warnung erfolgen soll. Auch kannst du ein Limit angeben. Sobald dieses erreicht ist werden die mobilen Daten deaktiviert.

Du kannst eine Warnung für den Datenverbrauch angeben.
Sobald das Datenlimit erreicht ist werden die mobilen Daten deaktiviert.

Datally

Die Google-App Datally, über die wir erst vor kurzem berichtet haben, hilft dir mobiles Datenvolumen einzusparen. Sie arbeitet nach dem Download im Hintergrund und analysiert deinen kompletten mobilen Datenverkehr. Somit findest du schnell heraus, welche App viele Daten gesendet oder empfangen hat. Diese App kann dann einfach von dir blockiert oder eingeschränkt werden. Befindest du dich in einem WLAN-Netzwerk sind alle Apps wieder normal nutzbar. Anhand einer Live-Karte findest du auch eine Übersicht aller verfügbaren WLAN-Netze (offen und geschlossen) in deiner Nähe. Datally bekommt derzeit neue Funktionen, welche auch ziemlich nützlich sind. So kann Datally nun auch im Schlafmodus Daten sparen, indem in einer von dir angegebenen Zeitspanne keine App mehr im Hintergrund arbeiten und somit auch keine Daten ziehen kann. Weiterhin gibt es noch das Notfallkontingent, was so etwas wie deine eiserne, mobile Datenreserve ist. Hier gibst du an, wie viel Datenvolumen noch für den Fall der Fälle bereit stehen soll.

Datally hilft beim Sparen der mobilen Daten. (Bildquelle: AndroidPolice)

Chrome Browser

Viele von uns nutzen Google Chrome, um im Internet zu surfen. Auch wenn du nur mal kurz etwas googlest kann es schnell passieren, dass dein Datenvolumen angegriffen wird. Google selbst hat in den Einstellungen des Browsers eine Option, mit der sich das benötigte Datenvolumen etwas verringern lässt.

Dieser Datensparmodus, welchen du in den Einstellungen des Chrome Browsers findest, leitet alle Daten zuerst über den Google Server, komprimiert sie und macht sie dann erst verfügbar. Das Surfen dauert so zwar minimal länger, verringert aber den Datenverbrauch. Allerdings gilt der Datensparmodus nicht für gesicherte Webseiten (https://) oder für den Inkognito-Modus. Und hier ist schon wieder der Haken: Da die meisten Seiten nämlich über eine gesicherte Verbindung laufen ist der Datensparmodus nicht wirklich zu gebrauchen.

Der Chrome Browser bietet ebenfalls einen Datensparmodus an.

Google Maps

Auch Google Maps kann helfen Datenvolumen einzusparen, indem du für unterwegs Offline Karten nutzt. Dazu musst du einfach vor Reiseantritt deine Reiseroute herunterladen und speichern. Dies geht ganz einfach, indem du zuerst das Ziel in die Suchleiste eingibst. Danach tippst du auf das Ergebnis am unteren Bildschirmrand, um ein Menü zu öffnen. Hier wählst du die Option “Herunterladen” aus. Der Kartenausschnitt wird mit dem benötigten Speichervolumen angezeigt. Du klickst den Button “Herunterladen” an und kannst die Karte so auch offline nutzen, ohne Datenvolumen zu benötigen. Die Offline-Karten sind im Menü von Google Maps unter der Option “Offline-Karten” zu finden. Per Klick auf die drei Punkte hinter einer Karte kann diese aktualisiert, angesehen, umbenannt oder gelöscht werden. In den Einstellungen der Offline-Karten wählst du aus, ob diese sich automatisch aktualisieren, ob sie automatisch heruntergeladen werden oder du änderst die Download-Einstellungen (nur über WLAN, WLAN und Mobilfunk). Alle heruntergeladenen Karten werden ohne Aktualisierung nach 30 Tagen gelöscht, wobei hier derzeit wohl ein Update verteilt wird mit dem die Offline-Karten länger als 30 Tage (bis zu 365 Tage) ohne Aktualisierung nutzbar sind.

Google Maps Offline Karten sind nun länger als 30 Tage gültig.

Wenn du in Google Maps nach dem Weg suchst lässt sich dieser anhand eines Satellitenbildes leichter finden, da man einfach mehr erkennt. Jedoch benötigt ein Satellitenbild mehr Datenvolumen als eine schnöde Karte. Darum gilt auch hier: Mal kurz auf Satellitenbild umzuschalten ist kein Problem, bei einem 400 km langen Weg wird jedoch schon auf der Hälfte des Weges dein Datenvolumen verbraucht sein. Denn bei einem Satellitenbild saugt Google Maps neben den Verkehrsdaten und der eigentlichen Navigation gleich noch sämtliche Karten über das Mobilfunknetz.

Updates nur im WLAN durchführen

Die meisten Apps aktualisieren sich automatisch. Dies kann ebenfalls in den Einstellungen des Play Store angegeben werden. Weiterhin wählst du hier aus, das App-Updates nur über WLAN durchgeführt werden sollen, um dein mobiles Datenvolumen zu sparen.

Datensparmodus

Viele Apps ziehen im Hintergrund, also dann, wenn du sie überhaupt nicht benötigst, Daten. Das kann unterbunden werden, indem du in den Einstellungen des Smartphones die Option Datensparmodus (findet sich unter Netzwerk&Internet -> Datennutzung) auswählst. Damit wird verhindert, dass im Hintergrund Daten von Apps gesendet oder empfangen werden. Datenzugriffe sind mit einer aktiven App zwar möglich, erfolgen aber seltener. So können Bilder erst dann sichtbar werden, wenn sie angetippt werden.

Mit dem Datensparmodus beschränkst du die Apps in ihrer Datennutzung.

Facebook und WhatsApp

Große Datenfresser sind natürlich auch Facebook und WhatsApp. Sofern du Facebook öffnest und sich in deinem Stream diverse Videos befinden werden diese zumeist direkt abgespielt. Dieses Videoautoplay kannst du in den Einstellungen unter Medien und Kontakte beschränken auf “Abspielen nur bei WLAN-Verbindungen”.

In Facebook unterbindest du das automatische Abspielen von Videos.

In den Einstellungen findet sich ebenfalls die Option Data Saver. Ist diese aktiviert reduziert sich die Bildgröße und Videos werden nicht mehr automatisch abgespielt. So werden ebenfalls weniger Daten verbraucht.

Auch WhatsApp hat als Standard-Einstellung das sofortige Herunterladen von Bildern und Videos angegeben. Befindest du dich in keinem WLAN-Netz kostet das natürlich wieder Datenvolumen. Hier klickst du ebenfalls auf die Einstellungen und wählst aus, dass bei einer mobilen Datenverbindung kein Herunterladen stattfinden darf. Ebenfalls kann bei WhatsApp noch den Datenverbrauch reduziert werden, wenn ein Häkchen bei der Option Anruf-Einstellungen gesetzt wird. Hiermit wird das Datenvolumen für WhatsApp-Anrufe im mobilen Netz verringert.

Auch in WhatsApp kann der automatische Download deaktiviert werden.
Du wählst aus, was im mobilen Netz geladen werden darf.

Für jede App kann weiterhin auch noch einzeln die Hintergrunddatennutzung deaktiviert werden. Dazu rufst du die Einstellungen des Smartphones auf und klickst auf die Option Netzwerk und Internet und hier auf Datennutzung. Unter dem Reiter Mobil ist die Option Datennutzung durch Apps gelistet. Per Klick darauf sind alle Apps aufgelistet, welche im Hintergrund Daten ziehen. Ein Klick auf die jeweilige App und du unterbindest die Hintergrunddatennutzung.

Für jede App kann auch einzeln die Beschränkung der Hintergrunddaten erfolgen.

Musik- und Video-Streaming-Dienste offline nutzen

Auch das Streamen von Musik verbraucht eine Menge mobiler Daten. Hier bieten aber auch viele Streaming-Dienste (Spotify, Google Play Music) eine Offline-Funktion an. Du lädst dir dabei im heimischen WLAN-Netz einfach deine Playlist herunter, um sie unterwegs zu hören, ohne Datenvolumen zu verbrauchen.

Auch Musik kann offline gehört werden.

Auch Video-Streaming ist offline möglich. Bei Netflix befindet sich der Tab Downloads am unteren Bildschirmrand. Hier werden alle heruntergeladenen Episoden und Filme angezeigt und können von dir dann offline angeschaut werden.

Videos lädst du herunter, um sie offline anzuschauen.

Mobile Daten deaktivieren

Der radikalste Tipp ist immer noch die Mobilen Daten zu deaktivieren. Damit kannst du immer noch SMS bekommen oder telefonieren, das war es dann aber auch schon. Das ist natürlich nur machbar, wenn du das Smartphone unterwegs nicht als Navi benötigst.

Fazit

Es gibt einige Möglichkeiten, das mobile Datenvolumen zu schonen. Und wer nun immer noch nicht mit seinem Volumen auskommt, für den wird es Zeit, den eigenen Tarif an das Surf-Verhalten anzupassen. Normale Nutzer kommen meist mit 2-5 GB über die Runden, das reicht für Navigation, Facebook und die normale Nutzung von Musik- und Videostreaming.