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Tipp: Was ist das Datenlimit auf meinem Smartphone und wie überwache ich es?

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Ohne Datentarif ist ein Smartphone so gut wie nicht mehr smart, sondern einfach nur noch ein Phone, mit dem man zwar telefonieren kann, aber das war es dann auch schon. Deshalb haben die meisten Handytarife Datenflatrates für den mobilen Zugang zum Internet, welche einfach hinzu gebucht oder im Tarif vorhanden sind. Bei einer Überschreitung des gebuchten Datenlimits wird die Geschwindigkeit, mit der du im mobilen Internet unterwegs bist, reduziert. Um das zu vermeiden widmen wir uns in unserem heutigen Tipp-Artikel den mobilen Daten.

Wahl der Datenflatrate

Entweder hast du schon einen Handyvertrag und möchtest zu deinem bestehenden Tarif etwas dazubuchen, oder du stehst vor dem Abschluss eines neuen Handyvertrags und rätselst, wieviel MB oder GB du für deine Datenflatrate benötigst. Reicht dir die Option mit 500 Megabyte (MB), da du nicht sehr oft im mobilen Netz surfst, oder benötigst du 1 Gigabyte (GB), oder noch ein wenig mehr, da du das mobile Netz sehr oft nutzt. Auch wenn du ungefähr weißt, wie lange du täglich das mobile Netz nutzt, kann keine konkrete Aussage getroffen werden, wieviel Datenvolumen du damit letztendlich verbrauchst.

Manche Apps verbinden sich zum Beispiel selbstständig über das mobile Netz und laden im Hintergrund Daten nach. Oder aber du nutzt datenintensive Streamingdienste. So kann zum Beispiel ein Skype-Anruf zum Festnetz schon 1 MB verbrauchen, ein Skype-Anruf zu Skype verbraucht 3 MB. Eine E-Mail zu versenden benötigt nur einige Kilobyte ohne Anhang oder Bilder. Um ein Foto zu verschicken sind auch, je nach Auflösung, 1-4 MB fällig. Ein YouTube Video schlägt mit 10-25 MB zu Buche; sollte es ein HD-Video sein benötigst du deutlich mehr MB. Musikstreaming benötigt ca. 1 MB pro Minute und bei einem Video-Live-Stream sind es schon mehrere 100 MB.

Auch musst du schauen, welcher Mobilfunkstandard (UMTS oder LTE) angeboten wird, wie schnell (Mbit/s) deine Datenflatrate ist, welches Mobilfunknetz du nutzt und wie die Netzabdeckung vor Ort beschaffen ist. Grob kann man sagen, das man mit 500 MB gut hinkommt, wenn man wenig datenintensive Dienste nutzt (Mails checken, Messenger nutzen, ein bisschen surfen). Wer viel auf YouTube unterwegs ist, Musik herunterlädt oder online Spiele spielt, der muss zu einem höheren Datenvolumen greifen.

Unterschied Datenflatrate und echte Flatrate

Eine Datenflatrate, wie du sie bei deinem Handyanbieter zu deinem Tarif hinzu buchst ist eine Flatrate, mit der du ins Internet gehen kannst, die aber ab einem bestimmten verbrauchten Datenvolumen gedrosselt wird. Somit kannst du dann nur noch im Schneckentempo und nicht unbegrenzt schnell ins Netz und erst wieder ab dem nächsten ersten des Monats in vollem (gebuchtem) Tempo surfen.

Eine echte mobile Flatrate wiederum, welche es dir erlaubt ohne Drosselung ins Netz zu gehen, ist in Deutschland nur für teures Geld zu haben. Im vergangenen Jahr hat die Telekom erstmals eine echte Flatrate vorgestellt, für die der Nutzer allerdings 199,95 Euro pro Monat zahlen muss, um unbegrenzt und ohne Drosselung zu surfen. Weiterhin gibt es echte Flatrates für einen Tag (Dayflat). Diese gelten ab Abschluss des Vertrages volle 24 Stunden und kosten dann zwischen 5 und 10 Euro je nach Anbieter und Tarif.

Datenverbrauch im mobilen Netz regulieren

Die oben genannten Beispiele beschreiben nur ungefähre Werte. Bei WhatsApp zum Beispiel benötigt jede versendete Nachricht 1-2 MB, ebenso die empfangenen Nachrichten, Bilder, Videos oder Sprachnachrichten. Du hast aber die Möglichkeit innerhalb der App in den Einstellungen und dort über Datennutzung anzugeben, ob und welche Daten im mobilen Netz (wahlweise auch im WLAN oder Roaming) heruntergeladen werden dürfen. Kostenintensiven Videos zum Beispiel kann so der Download im mobilen Netz verwehrt werden. Per Klick auf die Option Netzwerk-Nutzung siehst du deinen derzeit schon verschickten und empfangenen Bytes. Die insgesamt verschickten Bytes sind am unteren Ende der Liste.

Bei WhatsApp gibst du an, welche Daten im mobilen Netz geladen werden dürfen.
Über die Option Netzwerknutzung kann bei WhatsApp nachgeschaut werden, wieviele Daten versendet wurden.

Was passiert, wenn ich mein gebuchtes Datenvolumen überschritten habe?

Auch wenn du dein Datenvolumen einmal überschritten hast, brauchst du keine Angst zu haben, dass du von jetzt auf gleich nicht mehr ins Internet kommst. Das Ganze funktioniert jetzt allerdings nur noch gedrosselt im Schneckentempo. Internetseiten werden zwar geladen, jedoch dauert das endlos und kann nicht selten mit einer Zeitüberschreitung enden, sodass du noch einmal erneut auf Laden klicken musst.

Datenautomatik

Einige Anbieter bieten den “Service” der Datenautomatik an. Dieser tritt in Kraft, sobald das gebuchte Datenvolumen knapp wird. Die Datenautomatik ist nichts anderes als zusätzliches, kostenpflichtiges Datenvolumen, welches ohne Widerspruch des Nutzers automatisch hinzugebucht wird. Hier muss im Handyvertrag nachgeschaut werden, ob dort eine Datenautomatik erwähnt wird und ob diese jeden Monat erneut, oder einmalig widersprochen werden muss. Der Widerspruch kann bei einigen Anbietern über die Hotline und bei anderen per SMS (als Antwort auf die Info-SMS, das nun weiteres Datenvolumen hinzugebucht wird) erfolgen. Bei einigen O2 Anbietern (WinSim, PremiumSIM) ist die Datenautomatik aber fester Bestandteil im Vertrag und kann deshalb überhaupt nicht widersprochen werden.

Die Datenautomatik ist bei einigen Anbietern fester Tarif-Bestandteil.

Wie kann ich Datenvolumen einsparen

Um Datenvolumen zu sparen, kann zum Beispiel die mobile Version einer Webseite genutzt werden. Diese sind weniger datenintensiv als die normalen Webseiten und zumeist auch besser lesbar. Sind Apps der Anbieter vorhanden (z.B. Bahnfahrplan) solltest du diese auch nutzen. Den Download von Musik, Videos oder Apps nur über WLAN durchführen. Die automatische Aktualisierung bei Apps ausschalten und manuell oder nur dann aktualisieren, wenn sich das Smartphone im WLAN befindet.

In den Einstellungen deines Smartphones kannst du unter Datennutzung den Datensparmodus aktivieren. Hiermit wird die Datennutzung verringert, indem verhindert wird, dass im Hintergrund Daten von Apps gesendet und empfangen werden.

Der Datensparmodus verringert die Datennutzung.

Des Weiteren bietet dir dein Smartphone eine Übersicht des von dir genutzten Datenvolumens an sowie die Möglichkeit eine Warnung zu erhalten oder ein Limit festzulegen.

Warnung für verbrauchtes Datenvolumen einstellen

Um zu sehen, ob dein monatliches Datenvolumen ausreicht stellst du dir ungefähr bei der Hälfte des in deinem Vertrag enthaltenen Datenvolumens eine Warnung ein. Dazu gehst du in die Einstellungen deines Smartphones und rufst dort die Option Datennutzung auf. Unter Datennutzung siehst du zuerst deine derzeitige mobile Datennutzung sowie einen Balken mit einem Anzeigezeitraum. Per Klick auf den Balken kannst du deine Warnung einrichten. Die Warnung kann für MB oder GB erfolgen. Sobald dann eine bestimmte Datenvolumen-Grenze erreicht ist bekommst du vom Smartphone eine Benachrichtigung.

In den Einstellungen deines Smartphones rufst du die Datennutzung auf, um eine Warnung festzulegen.
Die Warnung kann für MB oder GB erfolgen.

Ebenfalls können unter Datennutzung die Mobilfunkdaten komplett ausgeschaltet werden. Des Weiteren findet sich unter Mobile Datennutzung ein Diagramm der von dir genutzten Daten sowie die Apps, welche die Daten verbraucht haben. Per Klick auf den kleinen Pfeil-Button am oberen Bildschirmrand kann dann die mobile Datennutzung der letzten vier Monate angesehen werden.

Im Diagramm ist ersichtlich, wieviele Daten du schon verbrauch hast und wie weit du von einer Warnung entfernt bist.
Über den Pfeil-Button am oberen Bildschirmrand kann der Verbrauch der letzten vier Monate angesehen werden.

Über den Einstellungs-Button kann wiederum der Abrechnungszeitraum (funktioniert auch direkt über die Option Datennutzung) geändert werden. Das heißt, du gibst an, wann die Nutzungszyklen zurückgesetzt werden sollen. Außerdem wählst du hier aus, ob eine Datenwarnung festgelegt werden soll und gibst auch das Warnlimit an. Ebenfalls kann dann hier noch das Datenlimit festgelegt werden. Sofern dieses erreicht worden ist, werden die mobilen Daten abgeschaltet.

Du gibst den Abrechnungszeitraum an.

Tipp: Der vom Smartphone angezeigte Verbrauch deines Datenvolumens kann vom tatsächlichen Verbrauch abweichen. Denn die Provider rechnen die Datennutzung nicht auf das Bit genau ab, sondern in Blöcken (10 KB-Blöcke, teils auch 100 KB-Blöcke). Das hängt von dem gewählten Tarif ab. Dein Smartphone zeigt dir aber den tatsächlichen Verbrauch an. Daher kommt es zu leichten Abweichungen.

Fazit

Die meisten von uns müssen ihr Datenvolumen nicht unbedingt überwachen. Jedoch solltest du wissen, ob du einen Handyvertrag mit Datenautomatik abgeschlossen hast. Denn dann ist es unbedingt notwendig, das verbrauchte Datenvolumen zu kennen, um am Monatsende nicht automatisch für teures Geld einige MB nachgebucht zu bekommen.