Start Im Test Im Test: Wiko Lenny 2, das coole Budget-Smartphone aus Frankreich

Im Test: Wiko Lenny 2, das coole Budget-Smartphone aus Frankreich

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Ein Smartphone mit 5-Zoll-Display und 8 GByte Speicher für 90 Euro, und dazu noch aus Frankreich. Geht das überhaupt? Dass so etwas funktioniert, hat uns Wiko schon Anfang 2015 mit dem ersten Lenny gezeigt. Nun ist der Nachfolger auf dem Markt und bessert einige der Fehler aus, die das Lenny noch klar untauglich machten. Wir haben es getestet.

Reden wir nicht lange um den heißen Brei herum: Das Wiko Lenny 2 ist heiß, weil es günstig und dennoch cool ist. Das Design hebt sich positiv von anderen Billig-Smartphones ab und gibt sich je nach Rückabdeckung farbenfroh und dynamisch. Das Display löst zwar nur mit 854×480 Pixeln auf und die Benchmark-Ergebnisse sind wirklich nicht die besten, aber wen stört’s: zum Preis von 90 Euro überschaut man so manches Detail.

Alles ist da: Mini-SIM, Micro-SIM und microSD-Karte (von rechts nach links).
Alles ist da: Mini-SIM, Micro-SIM und microSD-Karte (von rechts nach links).

Das Wiko Lenny 2 ist zudem Dual-SIM-fähig und verbirgt hinter der Rückabdeckung einen Mini-SIM-Slot, einen Micro-SIM-Einschub und einen Slot für eine microSD-Karte. Das Lenny 2 ist nicht LTE-fähig und nur eine der beiden Karten kann zur Datennutzung verwendet werden (HSDPA+ mit maximal 21 MBit/s).

Highend wird überschätzt

Ich würde mir das Lenny 2 nicht kaufen (deshalb auch der Haben-Will-Faktor von 2 in der Bewertung), weil die Kamera nicht gut genug ist, der Akku bei meinem Nutzungsverhalten nicht über den Tag reicht und die Audioqualität für mich zu wünschen übrig lässt. Aber mit der geringen Display-Auflösung könnte ich leben, NFC brauche ich auch nur, um das WLAN-Passwort nicht manuell eingeben zu müssen. Und die automatische Helligkeitsregelung ist ebenfalls Luxus, auf den ich bei einem so günstigen Smartphone gerne verzichten würde. Muss ich aber gar nicht, denn zwar fehlt in den Schnelleinstellung die autmatische Helligkeitsregelung, es ist aber ein Lichtsensor verbaut und somit funktioniert die adaptive Displayregelung von Android 5.1. Also einfach in den Einstellungen unter Display die Adaptive Helligkeit aktivieren. Dank des verbauten MediaTek-Chipsatzes inklusive MiraVision ist sogar eine Kalibrierung des Displays an die eigenen Anforderungen und ein spezieller Energiesparmodus für das Display vorhanden.

Dank adaptiver Helligkeit benötigst du keine automatische Helligkeitsregelung.
Dank adaptiver Helligkeit benötigst du keine klassische automatische Helligkeitsregelung.

Kein Kompass? Von Wegen! Sogar einen Magnetsensoren hat MediaTek dem Chipsatz spendiert, sodass sich das Wiko Lenny 2 auch als Kompass eignet. Auf die anderen Sensoren, die in High-End-Smartphones zur Spracherkennung, Temperaturmessung etc. eingebaut sind, kann ich gut verzichten und Wiko tut dies beim Lenny 2 ebenfalls.

Ok, der Akku könnte auch etwas länger durchhalten, aber dafür hat Wiko dem Lenny 2 ein spezielles Ladegerät beigelegt, das den Akku angeblich schneller lädt als andere Ladegeräte (wirklich schneller kam mir das in den Tests aber nicht vor).

Wiko merkt, wenn das Lenny 2 nicht mit dem Original-Ladegerät geladen wird.
Wiko merkt, wenn das Lenny 2 nicht mit dem Original-Ladegerät geladen wird.

Damit bin ich eigentlich mit den schlimmsten Kritikpunkten bereits durch. Denn die Kamera macht Bilder, wie ich sie erwartet habe, also bei schlechtem Licht unbrauchbar bei Tageslicht ok und die Frontkamera ist dank 2-Megapixel-Sensor und Beauty-Filter von MediaTek Selfie-geeignet. Was will man mehr? Und ich meine das im Ernst: Das Lenny 2 ist absolut ok, kein Wegwerf-Smartphone sondern das ideale Android-Gerät für alle, die nicht mehr als 100 Euro für ein Handy ausgeben möchten/können, aber auch keine hohen Ansprüche an ein Smartphone stellen: Chatten, Simsen, Telefonieren, kleinere Spiele spielen. Das klappt alles ganz prima damit.

Gut zu wissen…

Wiko setzt bei den neuen Smartphones auf einen vereinfachten Launcher im iOS-Stil. Alle App-Icons befinden sich also auf dem Desktop und es gibt keinen separaten App-Drawer. Falls dich das stört, weil du gerne viele Widgets auf dem Homescreen ablegst, dann schafft ein alternativer Launcher Abhilfe.

Wiko verzichtet bei der Software des Lenny 2 auf einen separaten App-Drawer.
Wiko verzichtet bei der Software des Lenny 2 auf einen separaten App-Drawer.
Indem du den Finger auf einem leeren Bereich des Desktops gedrückt hältst, kommst du in die Einstellungen, um den Hintergrund zu ändern.
Indem du den Finger auf einem leeren Bereich des Desktops gedrückt hältst, kommst du in die Einstellungen, um den Hintergrund zu ändern.

Außer Clean Master gibt es keine weitere Bloatware auf dem Smartphone — und Clean Master lässt sich komplett deinstallieren. Das ist schon mal ein sehr großer Pluspunkt für Wiko!

Wenn du auf Clean Master lieber verzichtest, dann kannst du die App komplett deinstallieren.
Wenn du auf Clean Master lieber verzichtest, dann kannst du die App komplett deinstallieren.

Wiko kümmert sich aktiv um die Software (und kleinen Bugs) des Lenny 2. Im Testzeitraum von Dezember 2015 bis Januar 2016 bekam das Lenny 2 mehrere Updates. Die Stagefright-Lücke schloss Wiko schneller als so mancher Hersteller bei seinem 500-Euro-Smartphone!

Wiko hat dem Lenny 2 schon mehrere Updates spendiert und war dabei schneller als so mancher anderer Hersteller!
Wiko hat dem Lenny 2 schon mehrere Updates spendiert und war dabei schneller als so mancher anderer Hersteller!

Eine Merkwürdigkeit trat in den Tests dann doch noch auf: Zur Installation des Antutu-Benchmarks musste ich die microSD-Karte aus dem Lenny 2 entfernen. Der Play Store crashte sonst immer mit einer Fehlermeldung. Keine Ahnung, ob nur die microSD-Karte fehlerhaft war oder ob es einen Bug in der Software von Wiko gibt. Andere Apps ließen sich installieren, nur der neue 3D-Benchmark von AnTuTu nicht. Aber immerhin bietet das Lenny ja knapp über 4 GByte freien Speicher an, sodass man damit gut zurecht kommt. Falls du dich für die Benchmark-Resultate und restlichen technischen Daten des Wiko Lenny 2 interessierst, findest du diese Daten wie üblich auf unserer separaten Produktseite.

Über 4 GByte an Speicher sind für deine Apps frei. Fotos und Musik kannst du auch auf einer MicroSD-Karte speichern.
Über 4 GByte an Speicher sind für deine Apps frei. Fotos und Musik kannst du auch auf einer MicroSD-Karte speichern.

Beim verbauten Speicher schneidet das Wiko-Smartphone klar besser ab als das 40 Euro teurere ZTE Blade A452. Über 4 GByte sind davon noch frei, das reicht für viele App-Updates, wenn du Fotos und Musik auf der MicroSD-Karte speicherst.

„Viel Applaus für Wiko, dass es die kompletten Firmware-Dateien zum Download anbietet!“

Einen ganz besonderen Bonus bekommt Wiko für die Bereitstellung der kompletten Firmware-Dateien, die du unter http://de.wikomobile.com/update-837-lenny2 findest. Somit lässt sich das Lenny 2 auch recht risikolos rooten oder mit einem Custom-Recovery versehen, falls man das möchte…

Fazit

Wunder können die Franzosen keine vollbringen, aber für 90 Euro haben sie das Bestmögliche herausgeholt. Das Lenny 2 ist absolut alltagstauglich und nicht einfach nur ein Featurephone mit Touchscreen, sondern ein vollwertiges Android-Smartphnone! Mit den Abstrichen kann man zum Preis von 90 Euro (Amazonpreis) sehr gut leben. Von Android User gibt es eine klare Kaufempfehlung für das Gerät, auch wenn es durch die Specs nur für ein Rating von 2,9 von 5,0 Punkten reicht.

wiko-lenny2-bewertung-au