Start Magazin æternity – Dezentrale Märkte für alle Menschen dieser Welt

æternity – Dezentrale Märkte für alle Menschen dieser Welt

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Neben Artikeln über Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum gehen wir in unserer Kryptoserie auch auf Projekte ein, die großartiges leisten, um die Welt zu verändern. Eines dieser spannenden Projekte ist æternity. Was es damit auf sich hat erfährst du in diesem Artikel.

Carl Sagan hatte sich über unsere Existenz recht treffend geäußert, als er sagte: „Wir sind lediglich das Universum, das versucht sich selbst zu verstehen“. Das wir dies, scheinbar mit wachsendem Verständnis, mit immer komplexeren Werkzeugen tun, ist unbestreitbar. Allerdings führte dies in den letzten Jahren zu lebensfernen Konstruktionen, wie ineffiziente Bürokratie bis hin zum zügellosen Konsum und im digitalen Bereich zur Zentralisierung von Informationen.

Fantasievolle Endzeit-Szenarien beschrieben, wie wir unsere Identität an zentrale Informationsspeicher abgeben müssen, um mit Hilfe der Technologie den blinden Konsum am Leben zu halten, damit wir uns nicht gegenseitig wegbomben.

Und dann kam die Blockchain

Die Blockchain konfrontiert den menschlichen Geist mit Lösungsansätzen, an die er sich vorher nur wage zu denken traute. Das Blockchain-Konzept und Bitcoin als „Proof-of-Concept“ bilden die technologische Grundlage, jedem Geist die Möglichkeit zu geben, Selbstverantwortung für sein Denken und Handeln zu übernehmen.

Die Marktwirtschaft wird aktuell von Gremien und Ausschüssen reguliert und von großen Konzernen gelenkt. Jeder Mensch sollte sich aber bewusst werden, dass er in der Welt, in der er lebt, nicht immer einfach nur Konsument ist. Die großen Konzerne leben von deinen Gedanken, von deinen Kommentaren bei Facebook, oder von deinen +1 bei GooglePlus. Du hinterlässt überall im Netz deine digitalen Spuren und diese werden von den Konzernen rigoros ausgenutzt, um Persönlichkeitsprofile anzulegen. Die Inhalte deines Nachrichten-Streams werden gesteuert und es wird gezielt versucht deine Meinung zu beeinflussen. Aber du bist nicht einfach nur Konsument! Jeder Mensch ist gleichermaßen Produzent für etwas, das er nicht konsumiert. Seien es Gedanken, digitale Inhalte, Dienstleistungen oder physische Güter.

Die Aufgabe, die Marktwirtschaft zu regulieren, wird in Zukunft den Produzenten und Konsumenten zuteil, welche im direkten Austausch miteinander stehen. Eine Überwachungsinstanz wird es nicht mehr geben. Doch damit dies möglich wird, muss die Technologie allen gleichermaßen zugänglich sein. Das ist mit den aktuellen Blockchain-Projekten allerdings noch nicht möglich, da die meiste Blockchain-Software leistungsstarke Hardware benötigt, oder eine umständliche Benutzeroberfläche besitzt.

Hieraus bildet sich nun der Kerngedanke, aus dem æternity gewachsen ist: Dezentrale Märkte für alle Menschen dieser Welt.

Großes Ziel, kleiner Anfang

æternity hat ihre Existenz den vorangehenden Blockchains zu verdanken. Nicht nur im Geiste, sondern auch auf dem Papier. Denn ohne sie wäre es Yanislav Malahov nicht möglich gewesen, die Aeternity-Stiftung (jene Stiftung, aus der die Blockchain wächst) zu gründen. Das gesamte Projekt wurde hierbei ausschließlich mit kryptographischen Währungen finanziert.

Um sich sammelte Yanislav bemerkenswerte, junge & engagierte Blockchain-Enthusiasten aus verschiedensten Ländern und Wirtschaftsfeldern. Dieser erste Kern formte sich in der zweiten Hälfte des Jahres 2016 und besteht heute noch fast unverändert. Von Ihnen wussten alle um die zeitgenössischen Probleme von Bitcoin und Ethereum, welche aktuell die wichtigsten und meistgenutzten Blockchains darstellen.

Bitcoin, als sicheres Zahlungsmittel ohne Regulationsorganisation, hat bis vor einigen Monaten reibungslos funktioniert. Zunehmende Nutzerzahlen und gleichzeitige Transaktionen zwingen das System allerdings (welches 7 Transaktionen pro Sekunde schafft) immer mehr in die Knie, wohingegen VISA als Kreditkartenunternehmen 2000 Transaktionen pro Sekunde bedienen kann. Dies hatte mehrere, in Fachkreisen sehr bekannte, Diskussionen über die Blockgröße ausgelöst. Um die Transaktionsrate zu erhöhen, muss die Größe der aneinander hängenden Blöcke (in welchen Transaktionen nach erfolgreicher Prüfung gespeichert werden) erhöht werden. Wie das geschehen soll wird gerade diskutiert und es wird in naher Zukunft wohl in einem Hard Fork der Bitcoin-Blockchain resultieren.

Als Bitcoin ersinnt wurde, hätte sich Satoshi Nakamoto eventuell nicht erträumen können, wie weit verbreitet und hoch geschätzt die Währung sein würde. Demnach hatte er es auch nicht vorgesehen, große und diversifizierte Interessengruppen über Änderungen im Programmcode entscheiden zu lassen.

Der „Governance“-Gedanke, was übersetzt als Regierungspolitik zu bezeichnen ist, manifestiert sich spätestens seit dem DAO als fester Bestandteil der Blockchain-Community. Aus den wertvollen Erfahrungen der ersten Episode der Entscheidungspolitik schöpft auch Ethereum. Um in großen Zusammenschlüssen von einzelnen Parteien dynamischer und flexibler Entscheidungen treffen zu können, bauten die findigen Köpfe des Ethereum-Teams eine Plattform, die in der Lage ist digitale Verträge (Programmcode) zu überwachen und auszuführen.

Mit diesen digitalen Verträgen (Smart Contracts) ist es möglich Stimmrechte, in Form von Tokens, an bestimmten Entscheidungen zu erwerben. Je nach Vertrag werden bei erreichen einer festgesetzten, prozentualen oder absoluten Anzahl an erworbenen Stimmen bestimmte, im Vertrag definierte, Prozesse angeworfen. Kurz gesagt ist es möglich Entscheidungen, über das Erwerben von Stimmrechten mit Hilfe von digitalen Verträgen (Smart Contracts), zu fällen.

Die Probleme der Ethereum-Blockchain erkannt

Nach mehr als 2 Jahren Betriebszeit von Ethereum werden nun auch hier die ersten Mängel sichtbar und die Technologie stößt an ihre ersten, schwer durchdringbaren Grenzen. Da jede Aktion auf die Ethereum-Blockchain geschrieben wird, ist sie nicht auf mehrere Millionen gleichzeitige Benutzer skalierbar. Durch das jahrelange Mitwirken an diversen Blockchain-Projekten hat Yanislav Malahov diese Problematik früh erkannt und wandelte diese, mit mehreren kreativen Köpfen aus seinem Team, kurzerhand in Vorteile um!

State Channels

Ethereum’s „Governance“-Mechanismus fehlt es an beliebiger Skalierbarkeit und Sicherheit, da alle Informationen für die Smart Contracts auf der Blockchain, also für alle sichtbar, gespeichert werden. Wohingegen auf der æternity-Blockchain keine sensiblen Daten aus Smart Contracts gespeichert werden. Alle Interaktionen finden in so genannten „State Channels“ statt. Diese verifizieren kryptographisch alle Aktionen von Sender und Empfänger, die untereinander und innerhalb des verainbarten Smart Contracts in diesem Channel kommunizieren. Dadurch bleiben sensible Daten vor unbefugter Einsicht geschützt. Zusätzlich ist es möglich die Blockchain und den „Governance“-Mechanismus auf beliebig viele gleichzeitige Transaktionen zu skalieren. Einzig die Bandbreite der Teilnehmer ist hier der limitierende Faktor.

Oracles

Ein weiterer Nachteil der Architektur von Ethereum wird deutlich durch Anwendungsbeispiele in diversen Geschäftsfeldern. Denn die Smart Contracts auf der Ethereum-Blockchain können nicht ohne weiteres Daten von Webseiten, APIs oder anderen Blockchains verarbeiten, da nicht gewährleistet werden kann, dass diese Daten nicht komprimiert wurden. Das geht natürlich nicht, wenn Smart Contracts in Firmen eingesetzt werden sollen bzw. über echte Finanzen entscheiden müssen. Ethereum hat quasi noch keine ausgebildeten sensorischen Organe. Abhilfe sollen so genannte „Oracles“ schaffen. Sie liefern, mit Hilfe von Prognosemärkte, deterministische Werte (kryptographisch verifiziert), mit denen Smart Contracts arbeiten dürfen.

Das hört sich komplizierter an, als es ist! Im Grunde läuft es so ab, dass jemand eine messbare Frage an das Oracle stellt und passende Antwortmöglichkeiten bereitstellt. Dadurch entsteht ein Prognosemarkt, an dem jeder Nutzer Anteile für das von ihm getippte Ergebnis erstehen kann. Die Prognose entsteht aus der statistischen Berechnung der Meinungen aller Teilnehmer. Wenn das Ereignis eintritt oder nicht, werden alle Teilnehmer, die richtig lagen, mit Gewinnen belohnt.

Dadurch kann die Genauigkeit und/oder Validität von Naturkatastrophen, Wettervorhersagen oder Regierungswahlen prognostiziert und für Smart Contracts nutzbar gemacht werden. Begehrenswert ist das vor allem für Versicherungen in der „Sharing Economy“, um dynamische und minutengenaue Policen anbieten zu können und für das „Internet of Things“, da hier bald Milliarden von Geräten miteinander und ihrer Außenwelt sicher kommunizieren müssen.

Oraclize hat eine zusätzliche Schicht über den „Consensus-Mechanism“ der Ethereum-Blockchain gebaut. Ein „Consensus-Mechanism“ ist fester Bestandteil einer jeden Blockchain und bietet den Netzwerkteilnehmern die Möglichkeit sich (kryptographisch) zu einigen, ob der nächste Block valide ist oder nicht. Diese vorgelagerte Schicht fungiert als sensorisches Nervensystem, um sie mit anderen Blockchains und „der Außenwelt“ kommunizieren zu lassen. Allerdings müssen dadurch quasi zwei „Consensus-Mechanism“ bezahlt werden und auch hier limitiert Ethereum die Anzahl an gleichzeitig parallel laufenden „Oracles“. Bei æternity ist das „Oracle“ fester Bestandteil des „Consensus-Mechanism“, man zahlt also nur ein Mal. Zusätzlich lässt er sich nach Belieben skalieren, ist also auch weitaus weniger angreifbar.

Stand der Entwicklung / Roadmap

Bis zum Start der æternity-Blockchain Anfang 2018, mit der eigenen Währung æons (AE), gibt es noch einiges zu tun. Die Entwicklung der Protokoll-Layer stehen Anfang Mai 2017 kurz vor der Fertigstellung. Danach folgt das Interface und Feature-Development (deren Entwicklung bereits begonnen hat), um die Protokolle zu testen. Nach dem Ende der „Contribution Campaign“ – eine Art Crowdfunding Kampagne, werden „ERC20 Tokens“ auf der Ethereum-Blockchain (entsprechend der Anzahl an gesammelten Geldern) erstellt. Ab dann kann jeder frei mit den „Tokens“ handeln. Sobald die Blockchain dann Anfang 2018 nach einer erfolgreichen Sicherheitsprüfung (Security Audit) live geht, werden diese „Tokens“ schließlich in AE-Coins umgewandelt und können für die dann bestehenden Anwendungsfälle genutzt werden.

Was kann auf æternity gebaut werden?

Versicherungen für die Sharing Economy. Sharing Economy kannst du dir so vorstellen, dass sich mehrere kleinere Betriebe, die sich einen Ankauf komplexer Maschinen alleine nicht leisten können, zusammen organisieren. Jeder einzelne Betrieb kauft dann einzelne Maschinen, welche dann von den anderen Betrieben genutzt werden können. Oder sie schließen sich zu einem Verbund zusammen und realisieren so gemeinsame Beschaffungen. Für solche Anwendungszwecke können Versicherungen sofortiges & Minuten genau getaktetes Versichern von Objekten oder Personen per Daumendruck realisieren.

Visualisierung & Automatisierung von Wertschöpfungsketten. Jedes Unternehmen ist eine Ansammlung von Tätigkeiten, durch die sein Produkt entworfen, hergestellt, vertrieben, ausgeliefert und unterstützt wird. Dieser Prozess aus Stufen der Herstellung von Produkten wird als Wertschöpfungskette bezeichnet und lässt sich auf alle Unternehmen anwenden, die etwas produzieren. Durch die Visualisierung & Automatisierung dieser Wertschöpfungsketten wird es keine menschenverachtenden Arbeitsbedingungen & keine Blutdiamanten mehr geben!

Digitale Marktplätze für freien Handel – jeder kann an allen Märkten teilnehmen, Kapital ist sofort überall verfügbar, es bedarf weder einer Bank- noch einer Postadresse. Durch überflüssig gewordene Regulatoren tritt der echte Wert der Waren zum Vorschein.

Dank der „State Channel“-Architektur bleibt die Privatsphäre während den Interaktionen zweier Parteien absolut geschützt. So können zum Beispiel medizinische Fragen von Fachleuten beantwortet werden und diese Antworten können dann, ganz anonym, durch ein „Oracle“, das nur für Fachleute zugänglich ist, geprüft werden. Dadurch ist die Diagnose so genau, als hätte man 20 Ärzte besucht.

Wie geht es weiter?

Ende Mai beginnt die zweite Phase der „Contribution Campaign“. Diese ist auf drei Wochen beziehungsweise 21 Millionen Schweizer Franken begrenzt. Im Anschluss wird die Entwicklung der Blockchain und der – zum Start verfügbaren – dæpps so weit fertig gestellt, dass die Sicherheitsprüfung und der anschließende Start der Blockchain reibungslos verlaufen.

Dies wird Anfang 2018 geschehen und sorgt für das Grundgerüst, um oben genannte Anwendungsbeispiele auf æternity zu bauen. Durch eine weite Verbreitung und einfache Zugänglichkeit hat æternity die Absicht, dezentralisierte und transparente Märkte für alle Menschen dieser Welt zu schaffen, um auf einem Planeten gemeinsam zu leben und zu lachen.

Alle weiteren Informationen zu Anwendungsbeispielen oder Details zur Technologie findest du unter www.aeternity.com. Ein ausführliches, Community gestütztes, Wiki mit brandneuen Themen findest du auf https://github.com/aeternity/testnet/wiki

Und möchtest du gerne direkt mit dem Team und der Community in Kontakt treten, oder mit speziellen Fragen auch an andere Kanäle weiter geleitet werden, ist die Telegram-Gruppe ein guter Einstiegspunkt.

Vielen Dank für die freundliche Unterstützung zu diesem Artikel an Dan aus dem æternity Team.

 
 
Inhaltsverzeichnis unserer Blockchain-Serie:
1. Bitcoin – Vom Darknet zur digitalen Währung der Zukunft
2. Ethereum – Die Blockchain-Alternative
3. CoinCap.io – Dein Wachhund für die Krypto-Kurse
4. æternity – Dezentrale Märkte für alle Menschen dieser Welt
5. Humaniq – Mit der Blockchain bekämpfen wir die Armut der Welt