Start Im Test Kurztest: LG CAM Plus Modul zum LG G5

Kurztest: LG CAM Plus Modul zum LG G5

Das LG G5 gehört ohne Zweifel zu den Lichtblicken in der Smartphone-Welt, ist es doch das erste Android-Gerät, das über eine Art modularen Aufbau verfügt. Eines der aktuell verfügbaren Module für das G5 ist das LG CAM Plus, das laut LG die Kamerafunktionalität verbessert. Wir haben es getestet.

In der Theorie macht das LG CAM Plus für 89 Euro (Amazonpreis) aus deinem Smartphone eine halbwegs vollwertige Kamera mit einem Haltegriff, einem Zoom-Rad, Schnellauslösefunktion und einem großen Zusatzakku. In der Praxis bleibt von all diesen Punkten jedoch nicht mehr viel übrig.

Doch eins ums andere: Das LG CAM Plus gehört zu den LG Friends, die die Koreaner auf dem Mobile World Congress zusammen mit dem LG G5 vorgestellt hatten. Es bringt einen 1200 mAh-Akku, einen Lautsprecher und ein Micro, sowie vier Bedienelemente mit, die für die Nutzung der Kamera gedacht sind. Das Modul passt nur zum LG G5, unserem Testbericht zum neuen LG-Flaggschiff findest du im Android-User-Archiv.

Vier Bedienelemente sollen das Fotografieren mit dem LG G5 vereinfachen bzw. verbessern.
Vier Bedienelemente sollen das Fotografieren mit dem LG G5 vereinfachen bzw. verbessern.

Zu den Bedienelementen gehört ein kreisrunder Button, der die Videofunktion startet, ein ovaler Knopf als eigentliche Kamerataste, ein Zoom-Rädchen am Eck und ein Slider, der die Kamera-App aus dem Standby heraus startet. Wie diese Bedienelemente in der Praxis funktionieren, zeigt dir unser Hands-On-Video.

Leider erweist sich das Modul in der Praxis als weniger brauchbar. Einzig der Auslösebutton ist wirklich brauchbar: Akku, Schnellstartfunktion und Zoomtaste hat LG hingegen vermasselt. Hauptgrund sind der fehlende Grip des Moduls, die fehlende allgemeine Lademöglichkeit via CAM Plus und das schlechte Zoomrad. Die Details erfährst du ebenfalls im verlinkten Video.

Das LG CAM Plus Modul trägt relativ dick auf, ohne genügend Mehrwert zu bieten.
Das LG CAM Plus Modul trägt relativ dick auf, ohne genügend Mehrwert zu bieten.

Dennoch wäre es verfrüht, das LG CAM Plus bereits abzuschreiben. Ich verbringe im Urlaub oft Stunden damit, bestimmte Objekte zu filmen oder als Foto festzuhalten. Bisher schleppte ich dazu stets ein externes Akkupack mit mir herum. Mit dem LG CAM Plus statte ich das LG G5 einfach vor der Session entsprechend aus. Dieser Usecase kommt aber vielleicht drei oder viermal im Jahr vor, und ein externes Akkupack für 20 Euro bietet deutlich mehr Saft, als die LG CAM Plus für knapp 90 Euro.

Sollte LG via Software-Update den Auslösebutton auf der Oberseite als Schnellstarttaste umprogrammieren und den externen Akku so einrichten, dass dieser das LG G5 immer auflädt, auch wenn gerade keine Fotos geschossen werden, dann sieht die Sache etwas anders aus, denn dann kann ich mir durchaus vorstellen, dass das Modul öfter zum Einsatz kommt. Ein erstes Firmware-Update für die LG CAM Plus gab es ja bereits im Mai, sodass sich nun über das Modul Serienaufnahmen von bis zu 30 Bildern pro Sekunde schießen lassen.  Mal schauen, wie Lenovo seinen modularen Ansatz beim Moto X 2016 (Moto Z) löst und ob hier der Mehrwert deutlich ausfällt.

Fazit

Das LG CAM Plus ist ein Prototyp, der weder ausgiebig getestet noch zu Ende gedacht wurde. Für Early Adopter, die mit dem G5 ab und zu mal eine Foto- oder Video-Session starten ist das Modul brauchbar, wenn auch etwas teuer. Für alle, die bereits ein LG G5 besitzen, lohnt es sich aber, das CAM Plus im Auge zu behalten: LG besitzt die Möglichkeit, das Modul per Firmware-Update von den zwei größten Kritikpunkten zu befreien. Es wird dadurch zwar nicht griffiger, könnte aber für wenigstens etwas mehr Spaß und zufriedene Friends sorgen.

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