Start Magazin Im Test: Qi-Ladepad von kwmobile für das Samsung Galaxy S3 mini

Im Test: Qi-Ladepad von kwmobile für das Samsung Galaxy S3 mini

Im Film sieht alles so toll aus: Du nimmst dein Handy, legst es einfach elegant auf den sauber aufgeräumten Schreibtisch und schon lädt sich der Akku wie von Geisterhand neu auf. Ob das Drahtlosladen auch in der Praxis so toll und filmreif funktioniert, hat Sebastian Berger für Android User getestet.

Während Displays immer größer, Prozessoren immer leistungsstärker und die Nutzung immer intensiver wird, wächst auch der Wunsch nach mehr Komfort in der Benutzung und nicht zuletzt auch bei der meist täglichen Versorgung des Akkus mit neuer Energie. Um diesem Wunsch Genüge zu tun haben sich in letzter Zeit auch immer mehr Lösungen zur Drahtlosladung mit dem Qi-Standard, also der drahtlosen Energieübertragung mittels elektromagnetischer Induktion, auf dem Gadget-Markt breit gemacht. Selbst Nachttischlampen auf welchen das Smartphone neben dem Besitzer neue Energie tankt, gibt es inzwischen zu kaufen.

In den letzten Wochen habe ich mich mit einer etwas weniger exotischen Variante dieser Ladetechnik beschäftigt und ausgiebig getestet: dem Wireless Ladeset für das Samsung Galaxy S3 i9300 von kwmobile, bestehend aus einem Qi-Ladegerät und einem Qi-Ladeempfänger, beide zusammen für etwas mehr als 30 Euro erhältlich. Im Folgenden möchte ich Dir vorstellen, wie sich das Set im Alltag bewährt hat und für wen sich eine solche Anschaffung lohnt.

Inbetriebnahme und Benutzung

Zu meinem Test zeige ich einleitend in dem folgenden Video ein Unboxing und die Inbetriebnahme in bewegten Bildern

Wie Du gesehen hast, ist der Lieferumfang mit dem Wireless-Ladeadapter für das Samsung Galaxy S3, dem Qi-Ladegerät, dem Micro-USB-Kabel und der kleinen Anleitung recht überschaubar, mehr braucht es aber auch nicht. Sämtliche Bestandteile des Sets machen einen qualitativ hochwertigen Eindruck und sind sauber verarbeitet. Auch die Montage ist sofort sympathisch, denn sie geht einfach und schnell von der Hand: Akkudeckel entfernen, Ladeadapter auf dem Akku nach Entfernung der Schutzfolie anbringen, Deckel wieder aufsetzen, fertig. Der erste Eindruck war also durchweg positiv.

Später fiel mir jedoch auf, dass das Kunststoffcase des SGS3 bei eingelegtem Adapter leicht nach oben gedrückt wird und somit ein kleiner aber merkbarer Spalt bei Lautsprecher, Kameraobjektiv und Kamerablitz entsteht. Ein vereinfachter Eintritt von Staub ist an diesem Spalt denkbar. Dieses Phänomen ist aber beiem Samsung Galaxy S3 kaum auszuschließen, da der Deckel des Telefons aus einem relativ billig anmutenden und weichen Material besteht, welches sich schnell verformt. Bei stabileren und weniger nachgebenden Materialien (die Lösung von kwmobile gibt es auch für andere Smartphones) sollte das ein geringeres Problem darstellen.

Mit Qi-Sticker (oben) schließt die Rückabdeckung nicht mehr ganz perfekt.
Mit Qi-Sticker (oben) schließt die Rückabdeckung nicht mehr ganz perfekt.

Die Benutzung des Qi-Ladesets ist selbsterklärend und nicht anspruchsvoller als das Laden per Kabel: Die Ladeschale mit dem USB-Kabel verbinden und dieses wiederum an einen Ladeadapter für die Steckdose oder eben direkt am PC/Laptop anschließen. Nun nur noch das Telefon auflegen und der Ladevorgang beginnt, was dem Nutzer auch sofort an der rot aufleuchtenden LED an der Ladeschale signalisiert wird. Nun heißt es warten…

Die abgeschlossene Ladung wird uns mit einer im Wechsel rot und blau blinkenden LED signalisiert. Schön wäre gewesen, wenn die Auflagefläche der Ladeschale eine Anti-Rutsch-Beschichtung oder ähnliches hätte. Leider liegt das Telefon äußerst unsicher auf der Schale und verrutscht schnell. Auch eine Benutzung des Telefons für Telefonate, Messenger oder was auch immer ist während dem Ladevorgang nahezu unmöglich ohne das Telefon abheben zu müssen und somit die Ladung zu unterbrechen. Verfechter der ununterbrochenen Ladevorgänge werden es schwer haben, zumal die Ladung deutlich länger dauert als man es gewohnt ist. Dazu aber im Folgenden mehr.

Die Ladung selbst

Ich habe das Ladeset mit zwei verschiedenen Akkus und unter verschiedenen Bedingungen getestet. Zum einen mit dem originalen Akku von Samsung mit 2100 mAh, zum anderen mit einem als „Power-Ersatz-Akku“ angebotenen Stromspender mit immerhin 2400 mAh. Beide habe ich mit einem „nackten“ Smartphone getestet, sowie mit einem Silikon-, einem Flip- und einem Book-Case.

Um einen Vergleichswert zu haben, wurde zunächst nochmal die Ladedauer mit der traditionellen Kabelverbindung gemessen. Beide Akkus waren innerhalb von etwas weniger als 2 Stunden geladen, genau genommen von 4-96%. Der Unterschied zwischen den Akkus selbst war bei allen Ladungen marginal und betrug nur wenige Minuten, die höhere Leistung des Ersatzakkus hat sich bei der Ladedauer also nicht wirklich bemerkbar gemacht.

In der Seitenansicht ist klar zu erkennen, wie dünn/dick das Qi-Pad für das Samsung Galaxy S3 ist.
In der Seitenansicht ist klar zu erkennen, wie dünn/dick das Qi-Pad für das Samsung Galaxy S3 ist.

Die erste Drahtlos-Runde ließ ich das Telefon ohne Case über einen Ladeadapter an der Steckdose laden. Das SGS3 war dabei eingeschaltet und von 4-76% verstrichen bereits sechs (sic!) Stunden. Zwar hat sich das noch nie so extrem deutlich gemacht, aber um ganz sicher zu gehen und um sämtliche Verbraucher zu eliminieren entlud ich das Telefon wieder und startete den Ladezyklus mit ausgeschaltetem Telefon erneut. Nun war die Ladung (wie bei allen Zyklen 4-96%) innerhalb von 4 Stunden erledigt. Auch der etwas stärkere Ersatzakku war in wenig mehr als 4 Stunden geladen. Im direkten Vergleich mit der kabelgebundenen Ladung hat es also doppelt so lange gedauert.

Und so sieht das Ganze von oben aus. Der Qi-Sticker passt genau zum Samsung Galaxy S3.
Und so sieht das Ganze von oben aus. Der Qi-Sticker passt genau zum Samsung Galaxy S3.

Nun testete ich drahtlos am PC an einem USB 3.0-Anschluss. Hier dauerte es ohne Case auch 4 Stunden. Anders als per Kabel muss man also beim Qi-Laden nicht mehr Zeit via USB einplanen. Ich vermute, dass dies einfach damit zusammenhängt, dass bei der Qi-Technik die geringere Energie aus dem USB-Anschluss nahezu komplett vom Smartphone aufgenommen werden kann, wogegen die stärkere Energie aus der Steckdose zum Teil aus den Magnetfeldern verloren geht und somit ohnehin weniger beim Empfänger ankommt.

Nun testete ich das Laden mit einem Galaxy S3, welches sich in einem Silikon-Case befand. Hier brauchten beide Akkus für eine volle Ladung mit 4,5 Stunden erwartungsgemäß nochmal etwas länger.

Überhaupt keinen erfolgreichen Ladevorgang konnte ich mit dem Flip- und dem Book-Case erzielen. Beim Flip-Case reagierte die Ladeschale gar nicht, beim Book-Case kam es lediglich zu einem unregelmäßigen Blinken der LED. Diese scheinen dann für die Drahtlosladung tatsächlich zu dick bzw. zu dicht zu sein. Nutzer, die ein solches Case im Einsatz haben, müssten also zum Laden jedes Mal das Telefon auspacken, was die Angelegenheit nicht vereinfacht.

Andernfalls müsste man wieder mit einer etwa doppelt so langen Ladedauer im Vergleich mit der kabelgebundenen Ladung rechnen.

Außer einem selten und unregelmäßig auftretenden leisen Pfeifen und einer leichten Wärmeentwicklung, welche ich aber beide nicht als störend oder ungewöhnlich empfand, konnte ich keine Auffälligkeiten feststellen. Wer allergisch auf diese Geräusche reagiert, sollte sich die Ladeschale aber nicht für Nachttischchen zulegen, das gilt auch für den „Lichtsmog“ durch die LEDs.

Vor- & Nachteile zusammengefasst

Das kwmobile-Drahtlos-Ladeset ist wirklich eine feine Sache. Die Inbetriebnahme, Montage und Benutzung ist einfach und benutzerfreundlich. Das Set funktioniert zuverlässig und zeigte keine einzige Störung oder irgendwelche Probleme. Auch mit einem eng anliegenden Case lässt sich das Set problemlos nutzen.

Besonders positiv hervorzuheben ist, dass die Ladeschale dank Qi-Standard auch mit anderen Smartphones nutzbar und nicht gerätegebunden ist. Auch lässt sich der am Akku befindliche Adapter immer wieder verwenden, dieser lässt sich also auch auf neue oder Ersatzakkus umkleben. Diesen Wechsel habe ich beim Testen des Öfteren vollzogen und ich konnte optisch wie funktional keine Einschränkungen feststellen.

Die größten Vorteile sind natürlich zum einen ein gesteigerter Komfort und zum anderen die Schonung der USB-Buchse am Telefon. Besonders für Nutzer, deren SGS3 bereits an einem Wackelkontakt in der USB-Buchse leidet, ist die Drahtlosladung eine willkommene Alternative.

Hat man sich für das Drahtlosladen entschieden, muss man sich allerdings mit einem deutlich zeitintensiveren, fast doppelt so lange dauernden Ladevorgang abfinden. Außerdem muss man sich daran gewöhnen, dass man selten einen Ladezyklus am Stück durchlaufen kann, da zum Beispiel ein Telefonat (sofern nicht per Freisprechen) oder das Schreiben einer E-Mail während der Ladung praktisch unmöglich sind. Bei den aktuell verbauten Lithium-Akkus stellt das allerdings kein gravierendes Problem dar.

Ein weiterer Grund für Ladeprobleme war in den Tests die sehr glatte Oberfläche der Ladeschale. Mit einer rutschfesten Beschichtung wäre ein Tippen oder Swypen eher denkbar. Ärgerlich ist auch ein entstehender Spalt an Kamera und Lautsprecher bei eingelegtem Ladeadapter unter dem Deckel.

Fazit

Das Wireless Ladeset für das Samsung Galaxy S3 i9300 von kwmobile (Amazon-Preis 33,90 Euro) wird nicht jeden Smartphone-Nutzer glücklich machen. Wer jedoch längere Ladezyklen in Kauf nehmen kann oder sowieso über Nacht lädt, bekommt mit diesem Set eine komfortable und ladebuchsenschonende Lösung.

Auch wer sich bereits über einen defekten Anschluss oder einen Wackelkontakt in seinem Galaxy-Smartphone ärgern muss, wird besonders von dieser Technik profitieren. Auch empfehlenswert ist das Set für alle, die das Telefon grundsätzlich auf dem Schreibtisch neben sich liegen haben. Diejenigen können es auch gleich zum Laden auf die Schale legen, müssen sich aber damit abfinden, dass der Ladevorgang zum vernünftigen Benutzen des Smartphones unterbrochen werden muss.

Wer es beim Laden eilig hat und dabei möglichst flexibel bleiben möchte, ist mit der traditionellen Ladung per Kabel sicherlich besser bedient. Für mich persönlich ist eine vierstündige Ladung pro Tag schwer oder nicht realisierbar. Dennoch werde ich das Set gerne weiter benutzen, da das SGS3 mein Zweithandy ist und ich mir hier die längere Zeit zum Laden in der Regel nehmen kann.

Dieser Artikel stammt von Sebastian Berger, der das Qi-Ladeset von kwmobile für das Samsung Galaxy S3 im Rahmen eines Gewinnspiels gewonnen hat. Android User bedankt sich bei Sebastian für den tollen Testbericht!

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