Start Im Test Im Test: Das P8, Huawei’s Sexbombe im Aluminumgewand

Im Test: Das P8, Huawei’s Sexbombe im Aluminumgewand

Der verbaute Screen bietet satte Farben und eine ausreichende Pixeldichte von 424 ppi.

Nicht nur Tom Jones hat eine „Sexbomb“ in petto, denn mit dem P8 hat Huawei es ebenfalls geschafft, eine verführerische Sensation abzuliefern. Das Gerät bringt alles mit, was ein ordentliches Smartphone 2015 können sollte und verpackt es in einer verdammt edlen Hülle. Ob das P8 auch mit den inneren Werten überzeugen kann, erfährst du in unserem ausführlichen Testbericht.

Die Emanzipation der chinesischen Smartphone-Hersteller ist im vollen Gange, und Huawei spielt dabei ganz vorne mit. Noch vor ein bis zwei Jahren kannte man die Marke Huawei auf dem westlichen Markt kaum, und wenn, dann hat man den Namen eher mit relativ kostengünstigen Einsteigergeräten verbunden. Doch die Chinesen sind auf dem Handymarkt inzwischen die Nummer drei hinter Apple und Samsung — aber noch vor dem Motorola-Lenovo-Gespann.

Verpackungsinhalt

Genauso extravagant wie das P8 selbst, scheint auch die Verpackung zu sein. Das Gerät liegt nicht flach wie die meisten anderen Geräte in seiner kleinen Box, nein das Huawei P8 steht seitlich in der Verpackung.

Extravagant verpackt präsentiert sich Huaweis Flagschiff.
Extravagant verpackt präsentiert sich Huaweis Flagschiff.

Flankiert wird das Gerät von zwei kleinen Kartons, in dem einem befindet sich Eine Schnellstart-Anleitung und Garantiehinweise. In dem größeren der beiden befinden sich der Steckdosenladeadapter und ein USB auf Mikro-USB Kabel. Erfreulicherweise ist trotz des kleinen Preisschildes auch beim P8 ein In-Ear-Headset inkludiert.

Das Headset ist eine willkommene Ergänzung.
Das Headset ist eine willkommene Ergänzung zum P8.

Haptik, Verarbeitung und Design

Wenn man das P8 das erste Mal in den Händen hält, stellt sich ein klarer Wow-Effekt ein, denn noch vor ein bis zwei Jahren kannte man die Marke Huawei auf dem westlichen Markt kaum, und wenn, dann hat man den Namen eher mit relativ kostengünstigen Einsteigergeräten verbunden. Das war einmal, denn Huawei hat dieses Jahr ein weiteres Mal eindrucksvoll bewiesen, dass nicht nur Konkurrenz aus Korea weiß wie man ein Smartphone zusammenschustert. Das Design ist wirklich gelungen, es wirkt edel und zeitlos durch seine Schlichtheit.

Elegant und sexy ist das P8 ein wirklicher Hingucker.
Elegant und sexy, das P8 ist ein wirklicher Hingucker.

Bereits das P8 Lite hat mir optisch schon sehr gut gefallen, aber das P8 legt noch mal eine ordentliche Schippe drauf. Dies liegt nicht zuletzt am Unibody Aluminium Gewand. Auch die angewinkelten geschliffenen und polierten kanten des Gerätes wirken sehr edel. Die schönen Kanten haben leider einen kleinen Nachteil, so leidet die Ergonomie etwas unter dem kantigen Design. Die Kanten sind zwar nicht scharf oder schneiden ein, aber sind eben auch kein wirklicher Handschmeichler.

Auf der Kopfseite befindet sich der Kopfhörerbuchse.
Auf der Kopfseite befindet sich der Kopfhörerbuchse und ein Mikrofon zur aktiven Geräuschunterdrückung.

Mit einer Bauhöhe von lediglich 6,4mm ist das P8 wirklich dünn, außerdem ist es mit 144g auch angenehm leicht. Das Gerät besitzt eine Größe die ich persönlich als Sweet Spot zwischen Displaydiagonale und einhändiger Bedienbarkeit empfunden habe. Mit anderen Worten es ist nicht zu groß aber auch nicht zu klein, dies hängt natürlich fast ausschließlich von den eigenen Präferenzen ab. Die Power-Taste und die Lautstärkewippe haben einen genialen Druckpunkt und bewegen sich auch nur dann wenn sie es wirklich sollen.

Die Tasten wirken solide und haben einen ausgezeichneten Druckpunkt.
Die Tasten wirken solide und haben einen ausgezeichneten Druckpunkt.

Die Front des Gerätes ist sehr schlicht und einfach nur schwarz gehalten (in der grauen Version), zum Glück hat sich Huawei hier nicht wie bei manchen anderen Geräten dafür entschieden die saubere Optik der Front mit einem unnötigen Schriftzug zu zerstören. Ebenfalls wurde auf unschöne kapazitive Tasten unterhalb des Displays verzichtet, die Navigationstasten befinden sich hier in Form androidtypischen On-Screen-Tasten auf dem Display. Die Rückabdeckung ist Bestandteil des Unibodys und kann daher nicht entfernt werden.

Auch ein Schöner Rücken kann entzücken.
Wie sagt man so schön, auch ein Schöner Rücken kann entzücken.

Schnittstellen, Innenleben und Performance

Die europäische Version des P8 bietet leider keine Dual-SIM-Funktionalität, bietet dafür aber einen Schacht für eine microSD-Karte. Damit kann der 16 GByte große interne Speicher um bis zu 128 GByte erweitert werden. Direkt darunter befindet sich der Einschub für die Nano-SIM, damit kann via LTE mit bis zu 150Mbit/s im Upstream gesurft werden (50Mbit/s im Downstream).

Unten rechts auf der Seite befinden sich beide Einschübe.
Unten rechts auf der Seite befinden sich beide Einschübe.

Huawei legt großen Wert auf Empfangsqualität, und bringt hier die eine oder andere Verbesserung für die Mobilfunksignalstärke mit. diese sollen unter anderem dafür sorgen, dass es zu Weniger Signalabbrüchen kommen soll. Ich kann definitiv sagen, dass ich über den gesamten Testzeitraum einen sehr ordentlichen Empfang hatte, ob dies jedoch an Huawei‘s Optimierungen gelegen hat kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Auf die Nutzung von 5GHz Wlan-Netzwerken muss auch bei dem P8 leider verzichtet werden, denn der verbaute Chip unterstützt nur 2,4GHz Netzwerke. Dies gilt leider auch für den neusten ac-Standart. Dafür bekommt man glücklicherweise Bluetooth mit 4.1 LE und NFC geboten.

Huawei setzt schon seit einiger Zeit auf die Prozessoren aus der hauseigenen Schmiede, so wird auch hier ein HiSilicon Kirin eingesetzt. Da das P8 die Speerspitze der Chinesen darstellt, kommt natürlich auch nur der starke Kirin 930 Octa Core in Frage. Dieser 64Bit Soc verwendet jeweils vier Stromsparende Kerne die mit bis zu 1,5GHz und vier kraftvolle Kerne die mit bis zu 2GHz takten. Der Prozessor wird von 3GB Arbeitsspeicher unterstützt und muss daher keinen Task fürchten. Doch der Kirin 930 muss sich sowohl beim AnTuTu als auch beim Vallemo-Benchmark (Browser:2156 / Metal:1079 / Multicore:2060) deutlich der Konkurrenz aus dem Hause Qualcomm und Samsung geschlagen geben.

der Kirin 930 liefert keine überragende, aber definitiv solide Ergebnisse .
der Kirin 930 liefert keine überragende, aber definitiv solide Ergebnisse.

Im Alltag hat sich der verwendete Prozessor als durchaus performant präsentiert, ich hatte weder Ruckler noch sonst irgendwelche Performance Probleme.

Display und Lautsprecher

Das 5,2 Zoll große IPS-Display hat einen sehr guten Eindruck bei mir hinterlassen, sowohl die Farben als auch die Helligkeit sind für den Preis mehr als gelungen. Besonders gut haben mir jedoch die guten Schwarzwerte des Panels gefallen. Das Display stellt einen der absolut wichtigsten Teile eines Smartphones dar, daher ist die Auswahl des selbigen sehr entscheidend für die Qualität eines Gerätes. Auch an die Widerstandsfähigkeit der Oberfläche wurde gedacht, denn der Bildschirm wird durch Gorilla Glass 3 geschützt. Huawei hat an dieser Stelle alles richtig gemacht und ist nicht dem Pixelwahn der energiehungrigen 2k Display hingegeben, sondern setzt lieber auf ein sparsameres und solides Full-HD Panel.

Der Lautsprecher ist wirklich laut und bietet klaren Sound.
Der Lautsprecher ist wirklich laut und bietet klaren Sound.

Der Lautsprecher des P8 befindet sich auf der unteren Kannte hinter dem linken Lautsprechergrill. Unter dem rechten Grill befindet sich kein zweiter Lautsprecher wie man vermuten könnte sondern lediglich ein Mikrofon zum Telefonieren. Auch wenn die großen Öffnungen für das Mikrofon nicht nötig gewesen wären so dienen sie definitiv der Ästhetik durch die so entstandene Symmetrie. Der verwendete Speaker ist laut und bringt sowohl beim Musik hören als auch beim Video schauen jede Menge Spaß. Er verzerrt den Ton nicht und hat für einen Handylautsprecher ein ordentliches Klangspektrum.

Kamera

Das Feld der Fotografie beackert der chinesische Hersteller beim P8 mit einem Soliden 13MP Sensor und einer Fülle an interessanten Softwarefeatures. Das Kameramodul glänzt nicht nur bei der nackten Auflösung, sondern bietet auch einen optischen Bildstabilisator. Als eine weitere Besonderheit handelt es sich bei dem verwendeten Sensor um einen RGBW-Sensor, dieser ermöglicht es auch bei relativ kleiner Sensorfläche trotz der großen Auflösung mehr Licht einzufangen, dass macht sich vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen bemerkbar.

Hinter einer Glasabdeckung befindet sich der 13MP Sensor und der Dualtone-Flash.
Hinter einer Glasabdeckung befindet sich der 13MP Sensor und der Dualtone-Flash.

Die Kamera des P8 offenbart ihr ganzes Potential sobald es dunkel wird, denn hier hat der Hersteller sich mächtig ins Zeug gelegt und ein paar sehr interessante Features implementiert. So erhält man mit der Lichtmalerei ein Feature, welches bis dato lediglich teuren Spiegelreflexkameras vorbehalten war.

Für ein spontanes Kunstwerk nicht so gut geeignet, aber mit einem Stativ steck eine Menge Potential in der Funktion.
Für ein spontanes Kunstwerk nicht so gut geeignet, aber mit einem Stativ steck ein enormes Potential in der Lichtmalerei.

Außerdem gibt es einen Modus der Speziell für Nachaufnahmen gedacht ist. Durch die lange Belichtungszeit bist du aber auf ein Stativ angewiesen, da die Ergebnisse sonst sehr verwackeln und unscharf werden. An die Spitzenresultate des LG G4 kommt das P8 freilich nicht heran, aber die Kamera gehört definitiv zu den Top10 der Android-Smartphones.

Der direkte Vergleich zeigt den Untershied: oben normaler Modus unten Nachtmodus
Der direkte Vergleich zeigt den Untershied: oben normaler Modus unten Nachtmodus

Natürlich habt ihr auch die ganzen anderen Funktionen wie HDR oder Panorama, die inzwischen schon fast zum Standard geworden sind. Selbstverständlich macht die Kamera auch tagsüber eine ausgezeichnete Figur, die Bilder wirken ausgewogen und haben eine ordentliche Farbentreue.

Der Sensor liefert auch bei guten Lichtverhältnissen tolle Bilder.
Der Sensor liefert auch bei guten Lichtverhältnissen tolle Bilder.

Auch Videoaufnahmen machen mit dem P8 richtig Spaß, denn auch hier macht sich der optische Bildstabilisator bemerkbar. Mit der Hauptkamera lassen sich 1080p Videos mit einer Framerate von 30fps aufnehmen. Eine besonders gelungene Funktion ist der Zeitraffer, damit lassen sich kinderleicht flüssige Zeitraffer-Videos erstellen. Alle Selfiefans werden mit diesem Gerät voll auf ihre Kosten kommen, denn die Frontcam besitzt einen ordentlichen 8MP-Sensor. Und wie schon beim kleinen Bruder des P8, dem P8 Lite verleitet der Verschönerungs-Modus zu der ein oder anderen Blödelei.

Der maximale Verschönerungsmodus sorgt definitiv für den ein oder anderen Lacher.
Der maximale Verschönerungsmodus sorgt definitiv für den einen oder anderen Lacher.

Akku

Das Flagschiff von Huawei ist auf dem Papier mit einer Akkukapazität von 2680 mAh nicht gerade ein Akkumonster, aber im Alltag konnte die Laufzeit dennoch überzeugen. Das liegt unter anderem an dem geringen Standby-Verbrauch und an einigen softwareseitigen Tricks. Der Akku hat mich gut über den Tag gebracht und bei gemäßigter Nutzung und einer Screen-On-Time von knapp drei Stunden sind sogar 1,5 bis 2 Tage Laufzeit möglich.

Trotz des relativ kleinen Akkus bietet das P8 vernünftige Laufzeiten.
Trotz des relativ kleinen Akkus bietet das P8 vernünftige Laufzeiten.

Software

Kommen wir nun zum etwas unangenehmeren Teil der Review. An der Software scheiden sich oftmals die Geister, so auch in diesem Fall. Ich persönlich gehöre eher zu den Verfechtern eines reinen Androids und empfinde die meisten herstellereigenen Oberflächen eher als störend. Dennoch haben sie ihre Daseinsberechtigung und können ab und an auch nützliche Ergänzungen mit sich bringen.

So drückt Huawei Android 5.1 seinen eigenen Stempel in Form der EmotionUI 3.1  auf. Wie ich schon beim Testbericht des abgespeckten P8 Lite  feststellen konnte, hat man die eigene Oberfläche an den richtigen Stellen verbessert, dennoch will sie mir optisch nicht so recht gefallen. Dies ist natürlich in erster Line Geschmackssache.

Das P8 unterstützt seit dem neusten Update auch die Double Tap 2 Wake Funktion, diese funktioniert aber nicht so zuverlässig wie beim Honor 4x (Testbericht zum Honor 4X) oder wie beim Original von LG. So musste ich sehr oft mehr als zweimal auf das Display tippen, um das Gerät aufzuwecken.  Praktisch ist die Möglichkeit, über ein Klopfen mit dem Knöchel auf das Display direkt einen Screenshot zu erstellen.

 

Bei der Double Tap 2 Wake Funktion muss Huawei auf jedem Fall noch einmal nachbessern.
Bei der Double Tap 2 Wake Funktion muss Huawei auf jedem Fall noch einmal nachbessern.

Der Launcher kommt wie bei den meisten Geräten chinesischer Hersteller ohne App-Drawer aus. So finden sich alle installierten Anwendungen direkt auf dem Homescreen wieder. Leider erschwert Huawei den einfachen Umstieg auf einen Third Party Launcher, wie zum Beispiel den Nova-Launcher oder den Action-Launcher. Aber das ist kein Grund um zu verzweifeln, denn das Umstellen ist dennoch über eine Launcher-Switcher-App möglich.

Alle installierten Anwendungen befinden sich auf eurem Homescreen.
Alle installierten Anwendungen befinden sich direkt auf dem Homescreen.

Wie ich oben bereits erwähnt hatte, stellt Huawei einige nützliche Funktionen um den Akku zu schonen zur Verfügung. So kannst du selber festlegen, welche Apps bei ausgeschaltetem Bildschirm weiterlaufen dürfen und welche eben nicht. Diese Funktion hat mir sehr gut gefallen, da ich wirklich das Gefühl hatte, dass die Laufzeit dadurch erhöht wird. Einziger Wermutstropfen ist die Tatsache, dass die Ladezeiten für die eliminierten Apps so deutlich ansteigen. Dies liegt daran, dass die Anwendungen aus dem Speicher katapultiert wurden.

Hiermit könnt ihr selber einscheiden wer euren Akku leersaugen darf.
Hiermit könnt ihr selber einscheiden wer euren Akku leersaugen darf.

Die Spracherkennung könnte eine gute Ergänzung sein, jedoch steht dieses Feature noch nicht mit deutscher Sprache zur Verfügung. Ebenfalls sehr nützlich ist die Möglichkeit, schnell in einen Einhandmodus zu wechseln. Diesen Aktiviert man über eine horizontale Wischgeste über die Navigationstasten.

Der praktische Einhandmodus ist sowohl für Links- als auch Rechtshänder geeignet.
Der praktische Einhandmodus ist sowohl für Links- als auch Rechtshänder geeignet.

Fazit

Das P8 von Huawei hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Dies liegt nicht nur an der tollen Verarbeitung und dem eleganten Aluminiumgewand des Smartphones, sondern auch an der gelungenen Hardware, die sich darin versteckt. Ich kann dieses Gerät absolut bedenkenlos weiterempfehlen. Auch wenn One Plus und Co. mit sehr starken und ähnlich günstigen Geräten auf dem Markt sind, bietet Huawei hier für inzwischen 400€ ein wirklich tolles und vor allem schönes Gerät. Von Android User gibt es deshalb eine klare Kaufempfehlung für das Huawei P8 und eine Bewertung von 4,1 Punkten.

aufmacher-gut

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