Start Magazin Im Test: Honor 4x von Huawei

Im Test: Honor 4x von Huawei

Mit dem Honor 4X greift die Huawei-Tochter den Markt für Einsteigersmartphones mit 5,5 Zoll Displaydiagonale an. Ob Honor mit diesem Preisbrecher das hält, was die Chinesen auch mit anderen Smartphones versprechen, erfährst du in unserem Testbericht zum Honor 4X.

Mit dem Honor 4x bietet Huawei viel Display für wenig Bares. Gerade mal 200 Euro kostet das 5,5-Zoll-Smartphone aktuell bei Amazon (http://amzn.to/1FIm8jR) . Doch wie sieht es mit dem Preisleistungsverhältnis aus?

Der erste Eindruck fällt in jedem Fall positiv aus. Wenn man das Honor 4X das erste Mal in die Hand nimmt, hat man das Gefühl ein stabiles und verhältnismäßig wertiges Gerät in der Hand zu halten. Das 4X ist sehr verwindungssteif und knarzt oder quietscht auch nicht bei angemessener mechanischer Belastung. Was mir ebenfalls sofort positiv aufgefallen ist: Die Lautstärkewippe und der Power-Button verfügen beide über einen sehr angenehmen Druckpunkt.

Die Hardwaretasten des Honor 4x verfügen über einen sehr angenehmen Druckpunkt.
Die Hardwaretasten des Honor 4x verfügen über einen sehr angenehmen Druckpunkt.

Die abnehmbare Rückseite des Honor 4X besteht aus Kunststoff mit einer stoffartigen Texturierung. Dadurch ist diese recht immun gegen Fingerabdrücke und bietet einen relativ guten Halt. Durch die Größe des Gerätes hätte ich mir aber eine Art Soft-Touch-Oberfläche gewünscht, da das Honor 4X je nach Handfeuchte doch das eine oder andere Mal aus den Händen zu gleiten versucht.

Ohne Köpfhörer: Das Honor 4X wird in einer relativ schlichten Verpackung mit überschaubarem Inhalt geliefert. In der Verpackung befinden sich neben dem Honor 4X lediglich ein Ladegerät und ein Micro-USB-Kabel. Das Netzteil liefert zudem nur einen Ladestrom von 1A. Auf gratis Kopfhörer hat Huawei verzichtet.

Beim Telefonieren ist mir der leicht überstehende Rand um das Displayglas herum unangenehm aufgefallen. Ähnlich wie beim Nexus 5 kann dieser bei längeren Telefonaten als störend und schmerzhaft empfunden werden. Honor verzichtet beim 4X auf eine Hintergrundbeleuchtung der drei kapazitiven Hardwaretasten. Dies ist gerade in dunklen Umgebungen eher eine bescheidene Lösung. In der Oberen linken Ecke findet sich dafür eine RGB-Benachrichtigungs-LED, die euch bei ausgeschaltetem Display signalisiert, dass ihr eine Benachrichtigung bekommen habt.

Innenleben und Performance

Das Honor 4X ist ein Dual-SIM-Smartphone. Daher befinden sich hinter der Rückabdeckung neben einem fest verbauten Akku und einem Micro-SD-Einschub (bis zu 32 GByte) zwei Micro-SIM-Slots, wobei aber nur die primäre SIM für LTE mit bis zu 150 Mbit/s genutzt werden kann.

Der Akku des Honor 4x ist fest verbaut. Unter der Rückabdeckung finden sich ein MicroSD-Slot und zwei SIM-Einschübe.
Der Akku des Honor 4x ist fest verbaut. Unter der Rückabdeckung finden sich ein MicroSD-Slot und zwei SIM-Einschübe.

Ich besitze zurzeit nur eine SIM-Karte, daher konnte ich die Dual-SIM-Features nicht wirklich testen. Die Gesprächsqualität des Honor 4X ist gut. Da der Mutterkonzern Huawei unter anderem ein Netzwerkspezialist ist, habe ich auch nichts anderes als einen sauberen Empfang erwartet, dies hat sich in meinem Test auf jeden Fall bestätigt.

Für den relativ niedrigen Preis muss man auch bei der WLAN-Konnektivität ein paar Abstriche machen, so kann man sich nur mit 2,4 GHz Netzwerken verbinden und muss mit den Standards Vorlieb nehmen, da der neuste Standard 802.11ac noch nicht unterstützt wird. Bluetooth ist in Version 4.0 ebenfalls mit an Bord. Die Verbindung mit meiner LG G-Watch R lief absolut problemlos und störungsfrei.

Im Inneren des 4X schlummert ein HiSilicon Kirin 620 Octacore. Dabei handelt es sich um eine Eigenentwicklung von Huawei. Dieser taktet mit 1,2 GHz pro Kern. Der Prozessor ist zwar 64-Bit fähig, aber kann bei weitem nicht mit den High-End-Prozessoren anderer Hersteller mithalten. So erreicht das Honor 4X im AnTuTu-Benchmark lediglich eine Punktzahl von knapp 25.000 Zählern. Auch in den drei Disziplinen des Vellamo-Benchmarks muss sich das 4X den meisten Geräten in der Liste geschlagen geben. Die kompletten Benchmark-Ergebnisse, technischen Daten und unsere detaillierte Bewertung findest du unter http://www.android-user.de/honor-4x/.

Die Benchmark-Ergebnisse des Honor 4X gehören nicht zu den Stärken des Geräts.
Die Benchmark-Ergebnisse des Honor 4X gehören nicht zu den Stärken des Geräts.

Das Honor 4X ist mit 2 GB Arbeitsspeicher ausgestattet, damit sollte ein vernünftiges Multitasking gewährleistet werden, wenn da nicht die Software wäre. Aber dazu später mehr. Der interne Speicher ist mit 8 GByte relativ knapp bemessen. Daher bietet das Honor 4x die Möglichkeit, den ROM-Speicher per SD-Karte zu erweitern. Das ist auch bitter nötigt, denn ich hatte bereits Probleme ein paar Alben über Google Music offline zu speichern, ohne den Speicher zu sprengen.

Auf einer Reise nach Frankfurt konnte ich auch die GPS-Fähigkeiten ausgiebig testen. Das Honor 4x findet schnell genügend Satelliten und zeigt sich bei der Navigation problemlos. Durch die Limitierungen beim Speicher war ich mehr oder weniger dazu gezwungen, ein von mir fast vergessenes Feature wieder zu entdecken: Das 4X besitzt einen integrierten FM-Tuner. Der Radioempfang hat auch unterwegs relativ gut geklappt. Ab und an muss man zwar mit Rauschen rechnen, aber damit kann man auf jeden Fall leben.

Display und Lautsprecher

Das 5,5 Zoll große Display des Honor 4X löst mit 720×1280 Pixeln auf und stellt für mich persönlich definitiv eines der Highlights des 4X dar. Da es sich um ein IPS-Panel handelt bietet es sehr gute Betrachtungswinkel und eine sehr natürliche Farbwiedergabe. Mit einer Pixeldichte von ca. 267ppi bietet es eine angemessene Schärfe, außerdem ist das Panel hell genug um auch bei direkter Sonneneinstrahlung vernünftig damit arbeiten zu können. In dieser Preisklasse bietet das Honor 4X ein absolut akzeptables Display. Auch der Lautsprecher auf der unteren Kannte des Gerätes weiß zu überzeugen, er ist laut und verzerrt auch nicht übermäßig bei voller Lautstärke.

Für einen Mono-Lautsprecher fällt die Audio-Qualität recht gut aus.
Für einen Mono-Lautsprecher fällt die Audio-Qualität recht gut aus.

Gute Kamera

Die Knipse des Honor 4X wird als ein Kernfeature des Gerätes beworben. In der höchstmöglichen Auflösung von 13-Megapixeln lassen sich nur Bilder im 4:3 Format aufnehmen. Wer 16:9-Fotos schießen möchte, muss mit 10 Megapixeln vorlieb nehmen. Die Rückkamera zeichnet Videos in 1080p mit 30fps auf.

Während meines Test habe ich einige Bilder gemacht, diese können sich wirklich sehen lassen. Zwar können die Fotos nicht mit einem Galaxy S5 oder S6 mithalten, jedoch muss man das Preisleitungsverhältnis an dieser Stelle mitberücksichtigen. Auch die 5-Megapixel-Frontkamera mach einen guten Eindruck und lässt sich durchaus für das eine oder andere Selfie nutzten. Die Farben der Bilder beider Kameras wirken natürlich und nicht übersättigt. In dunklen Umgebungen lässt die Optik allerdings stark nach und neigt zu Rauschen. Ein besonders cooles Feature ist die sogenannte Ultra-Schnappschuss Funktion, die sich über ein doppeltes Betätigen der Leiser-Taste aktivieren lässt. Mit dieser Funktion nimmt das Honor 4x selbst bei ausgeschaltetem Display sofort ein Bild auf. Softwareseitig bietet die Kamera-App beispielsweise einige Live-Filter und auch einen HDR-Modus.

Die Testbilder des Honor 4x können sich tatsächlich sehen lassen (Klick für 100-Prozent-Ansicht).
Die Testbilder des Honor 4x können sich tatsächlich sehen lassen (Klick für 100-Prozent-Ansicht).

Akkulaufzeit

Der Akku stellt ein weiteres persönliches Highlight bei diesem Gerät dar. Huawei hat dem Honor 4X einen fest verbauten 3000-mAh-Akku verpasst. Dieser hält (fast) was er verspricht. Der Hersteller bewirbt das Honor 4X mit 48 Stunden Laufzeit, diese konnte ich während meines Testes auch fast erreichen. Jedoch sei an der Stelle gesagt, dass sich das jeweilige Nutzungsverhalten extrem stark auf Akkuperformance auswirken kann. Ich selber zähle mich zu einem relativ starken Smartphone-Nutzern. So konnte ich mit über vier Stunden Screen-On-Time zwei Arbeitstage überstehen. Lediglich der Verbrauch im Standby erscheint mir mit über 10%-15% pro Nacht für ein Honor-Gerät relativ hoch. Nexus-5-Nutzer können aber selbst davon nur träumen…

Bei rund 4 Stunden Display-Nutzung hält das Honor 4x bis zu zwei Tage durch.
Bei rund 4 Stunden Display-Nutzung hält das Honor 4x bis zu zwei Tage durch.

Emotion UI

Die Software ist leider einer der größten Schwachpunkte des Honor 4X. Honor hat hier Android 4.4.2 KitKat mit seiner eigenen Oberfläche EMUI 3.0 verschlimmbessert. Zwar gibt es einige nützliche Ergänzungen zum reinen Android, doch das gleicht leider nicht alle Unbequemlichkeiten aus. Die ständig hängende Tastatur hat mich zeitweise an den Rand der Verzweiflung getrieben. So ist mir auch aufgefallen, dass Apps wie zum Beispiel Google Music, die eine Benachrichtigung mit Steuerelementen erzeugt, diese aber durch den hellen Hintergrund in den Benachrichtigungen schlichtweg unsichtbar sind. Lediglich bei dem vorinstallierten Player sind die Schaltflächen sichtbar.

Die Huawei eigene Android-Oberfläche Emotion UI 3.0 bringt nicht nur Vorteile.
Die Huawei eigene Android-Oberfläche Emotion UI 3.0 bringt nicht nur Vorteile.

Ähnlich sieht es auf dem Lockscreen aus, so muss man auch hier auf eine vernünftige Musiksteuerung verzichten, wenn man nicht den Standardplayer verwenden möchte. Ich hatte bereits angedeutet, dass das Multitasking auf dem 4X alles andere als ein Vergnügen darstellt, dies liegt an der vermeintlichen Multitasking Taste unterhalb des Displays. Google versucht seit mehreren Android-Versionen den Herstellern von Smartphones die Hardware Menütaste abzugewöhnen trotzdem kommt es immer wieder vor, dass sich die Hersteller nicht an den Guidelines orientieren.

Wenn man die rechte kapazitive Taste betätigt öffnet man das Menü der jeweiligen App, nicht wie vermutet die Multitasking-Übersicht. In diese kommt man in dem man die rechte taste lange gedrückt hält, doch leider ist ein schnelles Wechseln zwischen Apps hiermit nicht wirklich möglich. Aber es gibt auch den einen oder anderen Lichtblick bei der Software: So finde ich beispielsweise die Schnellzugriffe im Lockscreen sehr praktisch. Diese können im Lockscreen über eine Wischgeste vom unteren Rand aus aufgerufen werden und bieten beispielsweise Zugriff auf die Taschenlampe oder einen Voice Recorder.

Zu groß? Falls dir das Honor 4x mit seinem 5,5-Zoll-Display zu groß ist, dann bietet sich als Alternative das Honor Holly an. Es verfügt über ähnliche Parameter, ist aber nur 5 Zoll groß und kostet auch nur 135 Euro bei Amazon (http://amzn.to/1Gt2Gy3).

Fazit

Mit einem Preis unter 200 Euro, dem 5,5-Zoll-Screen und der Dual-SIM-Funktionalität stellt das Honor 4X eine relativ gelungene Kombination aus großem Akku, vernünftigem Display und anständiger Kamera dar. Die Preisleistung ist insgesamt gelungen. Jedoch würde ich persönlich noch warten, bis das im Juli angekündigte Update auf Android-Version 5.0 erscheint, da meiner Meinung nach die EMUI-Software zur Zeit noch die größte Schwachstelle des Honor 4X darstellt.

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