Start Magazin Schnäppchen-Tarife: Diese vier Punkte solltest du vor einem neuen Vertrag unbedingt prüfen!

Schnäppchen-Tarife: Diese vier Punkte solltest du vor einem neuen Vertrag unbedingt prüfen!

(c) rido, 123rf.com

Auch wenn wir in Deutschland von Preisen und Datenflatrates wie im Nachbarland Österreich nur träumen können: inzwischen gibt es für monatlich 10 Euro bereits recht gute Tarife. Doch nicht jeder günstige Tarif ist auch unbedingt gut, denn nur allzu oft versteckt sich der Haken im Kleingedruckten oder in der Abrechnung. Android User verrät, worauf du bei der Vertagsverlängerung achten solltest!

Drillisch macht es vor: 6,99 Euro pro Monat inklusive 1 GByte Datenvolumen und uneingeschränkte Gespräche in alle deutsche Netze. Ja so ein Tarif wäre wirklich toll, wenn er denn Realität wäre.

Doch die Provider schummeln mit allen Mitteln, sodass als Resultat nicht selten 50 MByte Daten für 1,50 Euro verkauft werden, das ist die Realität. Wir verraten die vier am meisten verbreiteten Tricks der Billigprovider und zeigen dir, worauf du vor dem Vertragsabschluss genau hinschauen musst.

1. Der Preis bezieht sich nur aufs erste Jahr

Ein wirklich einfacher und auch schon alter Trick, der von vielen Discountern gerne angewandt wird: Um die Konkurrenz beim Preis zu unterbieten, bietet man den Tarif im ersten Jahr zum halben Preis an. Anstatt 14,99 werden dann im ersten Jahr nur 7,99 Euro pro Monat fällig, das liest sich besser als die 9,99 Euro der Konkurrenz. Im Endeffekt bezahlt der Kunde aber über die zwei Jahre monatlich 11,49 Euro. Dieser Trick ist normalerweise leicht zu durchschauen, weil sich hinter der Preisangabe ein Sternchen befindet, das den Preis für das zweite Jahr angibt. Einmal mehr hinzuschauen, lohnt sich aber dennoch, denn es gibt auch Tarife, die mit 9,99 beworben werden, aber im zweiten Jahr 24,99 Euro oder mehr kosten.

Das Kleingedruckte sieht man auf den großen Plakatwänden höchstens aus 2m Entfernung...
Das Kleingedruckte sieht man auf den großen Plakatwänden höchstens aus 2m Entfernung…

Lies vor dem Vertragsabschluss unbedingt das Kleingedruckte durch, denn oft verbergen sich dort auch noch Anschlussgebühren oder weitere Details, wie der folgende Trick zeigt.

2. Datenautomatik kostet oft mehr

Seit etwas mehr als einem Jahr bieten o2, Base und viele Kleinstanbieter eine relativ große Datenflat zu einem sehr günstigen Preis an. Beim Überschreiten dieses Datenpakets wird aber automatisch neues Datenvolumen in Häppchen dazugebucht. Datenautomatik nennt sich das, und bis zu drei Mal nimmt der Provider eine Zubuchug vor, erst danach wird die Geschwindigkeit bis zum Monatsende gedrossselt. Benutzt du also aktuell einen Tarif mit 500 MByte Datenrate und anschließender Drosselung für monatlich 10 Euro, dann lohnt es sich nicht unbedingt, zu einem anderen Provider zu wechseln, der dir die gleichen Rahmenbedingungen für 7 Euro anbietet, aber beim Erreichen der 500 MByte automatisch ein kleines 100 MByte Paket im Wert von 2 Euro dazubucht, und noch eines und noch eines. Falls du die 500 MByte regelmäßig überschreitest, dann bezahlst du monatlich 13 statt bisher 10 Euro. Diese Methode haben die Provider eingeführt, weil viele Nutzer mit einem kleinen Datenpaket und Drosselung problemlos über den Monat kommen, denn WhatsApp und andere Messenger funktionieren auch über eine gedrosselte Leitung problemlos. Gehörst du also zu dieser Nutzergruppe, die regelmäßig die zweite Hälfte des Monats mit einer gedrosselten Leitung surfen und chatten, dann wechsle auf keinen Fall zu einem Tarif mit Datenautomatik (automatischem Dazubuchen eines neuen Datenpakets).

Wenn die Datenautomatik fester Bestandteil des Tarifs ist, dann kommst du praktisch nicht um die Zusatzkosten herum, außer du schaltest die Mobilfunkdaten komplett ab.
Wenn die Datenautomatik fester Bestandteil des Tarifs ist, dann kommst du praktisch nicht um die Zusatzkosten herum, außer du schaltest die Mobilfunkdaten komplett ab.

Die Datenautomatik lässt sich auf Wunsch auch deaktivieren. Dazu genügt in der Regel ein Anruf bei der Service-Hotline des Providers und du bekommst einen gewöhnlichen Tarif mit Drosselung, das funktioniert aber nur, wenn der Provider die Datenautomatik nicht als festen Bestandteil des Tarifs deklariert hat. Informiere dich deshalb vor dem Unterschreiben eines Vertrags, ob fester Bestandteil oder nur optional. Zudem ist noch eine Klage der Verbraucherschützer gegen Telefonica hängig, die die Zwangsdatenautomatik für illegal erklären könnte. Ein finales Urteil steht hier noch aus.

Seit Android 4 lässt sich der mobile Datenverbrauch mit Bordmitteln einschränken.
Seit Android 4 lässt sich der mobile Datenverbrauch mit Bordmitteln einschränken.

Wenn du dich trotzdem für einen Tarif mit Datenautomatik entscheidest, dann richte in jedem Fall auf deinem Androiden ein Mobilfunklimit oder wenigstens eine Warnung ein, denn so hast du die Kosten unter Kontrolle. Wie das funktioniert, erklärt dir unser Artikel zu den Roaming-Kosten 2015. Ohne Datenautomatik kannst du aber dann freilich nach Ablauf des ersten Pakets nicht gedrosselt weitersurfen und chatten, sondern bleibst komplett offline.

Tipp: Wenn du ein Dual-SIM-Smartphone besitzt, dann hol dir eine günstige Prepaid-Karte für das mobile Internet, um bei einem Tarif mit Datenautomatik noch eine zweite Karte mit voller Kostenkontrolle und Drosselung zu haben!

Wenn du in einer Grenzregion lebst oder oft im nahen Ausland unterwegs bist, dann solltest du bei einem Tarif mit Datenautomatik ebenfalls aufpassen. Denn die gleiche Konstruktion wird auch für das Roaming benutzt: Nach Überschreiten eines Limits wird automatisch zu einem teureren Häppchentarif gewechselt. Natürlich lässt sich das Ganze auch kombinieren: im ersten Jahr 7 Euro, im zweiten 10 Euro und mit Datenautomatik. Hier lohnt sich das Nachrechnen!

3. Automatische Vertragsverlängerung um 1 Jahr

Die Kosten der Discounter sind teilweise so knapp kalkuliert, dass man im Vorneherein davon ausgeht, dass der Kunde mindestens drei oder vier Jahre bleibt. Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es bei einigen Providern im Kleingedruckten eine Zusatzklausel, dass sich der Vertrag nach Ablauf der ersten 24 Monate automatisch um weitere 12 Monate verlängert, sofern der Kunde nicht innerhalb einer bestimmten Zeit kündigt.

Wenn du nicht nach 20 Monaten kündigst, hängst du automatisch für weitere 12 Monate fest. Autsch!
Wenn du nicht nach 20 Monaten kündigst, hängst du automatisch für weitere 12 Monate fest. Autsch!

Merke dir also genau, wann dein Vertrag ausläuft und beginne am besten noch vor dem Ende der Frist mit der Kündigung. Wie im obigen Beispiel zu sehen, muss man üblicherweise drei Monate vor Vertragsende bereits kündigen!

Falls du beim jetzigen Provider bleiben möchtest, lohnt sich ebenfalls eine frühe  Kündigung. Du bekommst dann üblicherweise eine Anruf von einem netten Kundenberater, der dich mit einem Schmankerl zum Bleiben überreden möchte. Zum Beispiel mehr Datenrate, einen gratis Kopfhörer oder einen besseren Tarifvorschlag. Falls du eh geblieben wärst, bekommst du so noch einen Zusatzutzen.

4. LTE, aber mit welcher Geschwindigkeit?

In Regionen, in denen es bisher noch gar kein HSDPA gab, ist LTE ohne Zweifel ein Segen, denn wenn das Handy 4G oder LTE anzeigt, dann rennt das Internet deutlich schneller als noch mit EDGE. Warst du mit der Geschwindigkeit des Internets deines Providers aber bisher zufrieden, dann lohnt sich der Umstieg zu einem Billiganbieter mit LTE nicht unbedingt. Denn oft wird die Geschwindigkeit bei den LTE-Tarifen künstlich gedrosselt, während dein aktueller Tarif unter Umständen zwar nur HSDPA+ (also 3G) aber mit bestmöglichem Downloadspeed bietet.

Hall of Shame: o2 erlaub sich für o2 Blue Basic eine maximale Surfgeschwindigkeit von 3,6 MBit/s anzugeben.
Hall of Shame: o2 erlaub sich für o2 Blue Basic eine maximale Surfgeschwindigkeit von 3,6 MBit/s anzugeben.

Natürlich bietet LTE auch einen Vorteil, wenn du nicht zu Hause bist, sondern in einer Region, die nur via LTE mit dem Internet verbunden bist. Benutzt du das Smartphone aber vorwiegend zu Hause, in der Schule oder auf der Arbeit, dann solltest du auch hier genau hinschauen, welche Downloadraten der neue Provider mit LTE zusammen bietet. Dabei genügt ein Blick auf der Homepage nicht, denn dort steht meistens nur „maximal 50 MBit/s“ oder „maximal 22,1 MBit/s“. Was der Provider in der Praxis tatsächlich hält, steht auch nicht im Kleingedruckten. Eine minimale Bandbreite gibt kein Provider für LTE an, einzig bei der Telekom findet sich in den AGB der Hinweis, dass die garantierte Bandbreite 14,4 KBit/s (sic!) beträgt.

Die Mindestbandbreite beträgt 14,4 Kbit/s, zumindest bei der Telekom bekommt man diese Information auch schriftlich.
Die Mindestbandbreite beträgt 14,4 Kbit/s, zumindest bei der Telekom bekommt man diese Information auch schriftlich.

Hier solltest du deshalb deinen neuen Vertrag online bestellen und so vom 14-tägigen Widerrufsrecht Gebrauch machen. Teste deinen neuen Tarif in der ersten Woche ausgiebig, zum Beispiel mit Speedtest. Und wenn du mit der Geschwindigkeit nicht zufrieden bist, dann kündige den Vertrag einfach, bevor dieser wirklich aktiv wird und du 24 Monate lang gefangen bist.

Fazit

Nicht jeder der hier geschilderten Tricks muss schlecht sein. Ein Tarif mit 1 GByte LTE für 6,99 pro Monat ist sicherlich besser als einer mit 500 MByte für 9,99, wenn man mit dem einen Gigabyte problemlos über die Runden kommt. Doch die Praxis zeigt, dass viele Nutzer das Kleingedruckte eben nicht lesen oder nicht verstehen. Wenn du auf unsere vier Tipps achtest, dann kannst du recht sicher sein, nicht über den Tisch gezogen zu werden.

 

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