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Roaming 2015: Alle Infos und Kosten für den Urlaub mit dem Smartphone

Aktuell häufen sich die Suchanfragen auf unsere Artikel zum Thema Roaming-Gebühren. Grund genug für uns, die Fakten für dieses Jahr kurz zusammenzutragen und wie üblich vor der großen Urlaubssaison auf die wichtigsten Gefahrenpunkte hinzuweisen und ein paar praktische Tipps zu geben.

Unter Roaming versteht man die Nutzung des Smartphones im Netz eines ausländischen Providers. So wie man früher (bzw. zum Teil auch noch heute) unterschiedlich viel bezahlen musste, wenn man einen anderen Provider angerufen hat, muss man auch im Jahre 2015 immer noch einen Aufpreis bezahlen, wenn man jemanden innerhalb der EU anrufen möchte oder mit seinem eigenen Handy im Ausland angerufen wird oder die Datenverbindung nutzen möchte.

Roaming kostet maximal 60 Euro, innerhalb der EU

Die wichtigste Information vorweg: Innerhalb der EU betragen die Kosten pro Monat maximal rund 60 Euro (50 Euro plus Steuern) und — das ist sehr wichtig — der Provider muss dich per SMS darauf hinweisen, wenn du 80 Prozent dieses Betrags erreicht hast. Die genauen Preise hatten wir in einem früheren Artikel zusammengeführt. Seit dem 1. Juli 2015 hat sich daran nichts geändert und bei diesen Höchstpreisen wird es auch garantiert noch bis Ende 2015, vermutlich sogar bis Mitte 2017 bleiben:

Die Roaming-Preise 2015 im Überblick:

Gespräche und Daten innerhalb der EU (ohne Schweiz)Seit 1. Juli 2014Ab 1. Juli 2017*
Im Urlaub anrufen22,61 CentWie zuhause
Im Urlaub Gespräche entgegennehmen5,95 Centgratis
SMS empfangengratisgratis
SMS verschicken7,14 CentWie zuhause
Datennutzung23,80 Cent/MByteWie zuhause

*Stand: April 2015, eventuell auch schon per 1. Januar 2017.

Bei den Preisen handelt es sich um die maximalen Preise für Endanwender. Die Provider können davon nach unten abweichen, und wer einen (schlechten) Vertrag abgeschlossen hat, kann auf eigenes Verlangen hin auch deutlich mehr bezahlen. Wenn du dich aber um das Roaming noch nicht gekümmert hast, dann sind das generell die höchsten Kosten, die auf dich zukommen.

Daten-Roaming richtig nutzen

Unter Android funktionieren die Anrufe von Haus aus. Wenn du also ins Ausland fährst, dann kannst du — mit der entsprechenden Vorwahl — problemlos nach Hause telefonieren und von deinen Freunden angerufen werden. Die Kosten dafür sind innerhalb der EU inzwischen so gering, dass du dadurch nicht arm wirst. Je nach Provider und Alter deines Mobilfunkvertrags kann es vorkommen, dass du hingegen auch die Anruf-Funktion freischalten musst. Ein Anruf beim Kundendienst vor dem Urlaub kann also nicht schaden, wenn du dir nicht sicher bist.

Möchtest du im Urlaub auch die mobile Datenverbindung nutzen (ohne WLAN im Internet surfen, Mails lesen etc.), dann musst du dazu zunächst auf deinem Android-Smartphone das Roaming einschalten. Die entsprechende Option findest du in den Einstellungen unter Mobilfunknetze | Daten-Roaming. Wenn du einfach diese Checkbox einschaltest, dann berechnet dir dein Provider die oben angegebenen 23,80 Cent pro Megabyte (100 MByte kosten also 23,80 Euro). Praktisch alle Provider bieten aber auch ein Pauschalpreisangebot mit besseren Konditionen, bei einigen Anbietern und Verträgen sind sogar 50 bis 100 MByte Daten innerhalb der EU gratis. Je nach Provider musst du zudem für die Internetnutzung im Ausland einen anderen APN eintragen (ebenfalls unter den Mobilfunkeinstellungen). Auch hier gilt deshalb: Kläre vor dem Trip ins Ausland ab, welche speziellen Konditionen dein Provider anbietet und entscheide dich dann. Ohne die Daten-Roaming-Option in den Android-Einstellungen eingeschaltet zu haben, funktioniert das Internet aber im Ausland nicht (bzw. nur per WiFi).

Um im Ausland die mobilen Daten nutzen zu können, muss das Daten-Roaming eingeschaltet sein. Von Haus aus ist es bei Android ausgeschaltet.
Um im Ausland die mobilen Daten nutzen zu können, muss das Daten-Roaming eingeschaltet sein. Von Haus aus ist es bei Android ausgeschaltet.

So lange du kein Roaming-Paket nutzt, sind die Kosten aber auch die Daten beschränkt und du kannst das Limit nicht überschreiten. Sobald du aber ein Datenpaket beim Provider gebucht hast, lässt sich das Limit von knapp 60 Euro problemlos überschreiten, indem du das Paket erneut und erneut buchst. Auch hier muss dich der Provider aber über die Kosten und das Datenvolumen per SMS informieren.

Drosseln statt ausschalten: Viele Provider schalten das Datenvolumen im Ausland nicht komplett ab, wenn du bei einem Datenpaket das Limit verbraucht hast, sondern drosseln die Leitung einfach. Im Notfall sind 5,6 KByte/s besser, als komplett ohne Datenverbindung dazustehen. Auch hier gilt deshalb: Lese das Kleingedruckte beim Provider.

Außerhalb der EU wird’s teuer — Schweiz als Kostenfalle

Alles bisher geschriebene gilt nur für die Staaten innerhalb Europas, die zur EU gehören, aber zum Beispiel nicht für die Schweiz oder die Türkei. Die Schweiz hat zwar gute bilaterale Beziehungen zur EU, aber bei den Telefongesellschaften gibt man sich auf beiden Seiten der Grenze nach wie vor eher verschlossen. Wenn du dein Handy in der Schweiz benutzen möchtest, solltest du dich deshalb unbedingt bei deinem Provider über die genauen Kosten informieren. Es kann gut sein, dass das EU-Paket auch für die Schweiz gilt, du kannst aber genauso gut Pech haben und zum Beispiel 10 Euro pro Megabyte Daten bezahlen. Falls du in eine solche Kostenfalle tappen solltest: Jeder Provider innerhalb der EU ist dazu verpflichtet, dich per SMS zu informieren, wenn du die 60 Euro Roaming-Gebühren erreicht hast. Das ist unabhängig vom Land, in dem du dich aufhältst. Tut er das nicht, und du findest später eine Rechnung über mehrere Hundert Euro im Briefkasten, kannst du die Zahlung verweigern und dich darauf berufen, dass er seine Informationspflicht verletzt hat. Das gilt wiederum nur für Provider innerhalb der EU. Schweizer im Ausland müssen also besonders gut aufpassen, auch wer in der Türkei Urlaub machen möchte, sollte sich gut erkundigen.

Für Länder außerhalb der EU und außerhalb Europas gilt weiterhin: Urlaub mit dem Handy kann sehr teuer werden. Fliegst du also zum Beispiel nach Südafrika und vergisst, die Checkbox beim Daten-Roaming wieder auszuschalten, dann können — eigentlich — maximal Kosten von Knapp 60 Euro entstehen, wenn dich dein Provider rechtzeitig über das Limit informiert. Viel Datenverkehr wirst du dafür aber nicht erhalten.

Hintergrundaten beschränken

Auch wenn es nicht mehr so teuer ist, sind mobile Daten im Urlaub weiterhin kostbar. Und genau deshalb solltest du beim Start deines Urlaubs die Hintergrunddaten beschränken. Damit verhinderst du, dass zum Beispiel der Play Store kurzerhand die neusten Updates einspielt, YouTube im Hintergrund deine Lieblingsvideos lädt oder dein Twitter-Client beim Aktualisieren kurzerhand dein komplettes Datenvolumen für den Urlaub verbraucht. Dazu öffnest du die Android-Einstellungen, suchst nach dem Eintrag für Mobilfunkdaten und wählst aus dem Kontextmenü den Eintrag Hintergrunddaten beschränken aus. Die meisten Apps dürfen dann das Internet via 3G/LTE nur noch dann benutzen, wenn du eine App explizit startest. Deine E-Mails musst du dann freilich manuell checken, aber das hat ja dann auch Zeit, bis du am Abend wieder im Hotel angekommen bist und so bleiben wieder ein paar MByte frei, um unterwegs mal kurz nachzuschauen, wo es denn ums Eck ein gutes Restaurant oder „Free Wifi“ gibt ;-)

Nur wenn die Hintergrunddaten beschränkt sind, kannst du sicher sein, dass die wertvollen MByte nur dann verbraucht werden, wenn du es möchtest.
Nur wenn die Hintergrunddaten beschränkt sind, kannst du sicher sein, dass die wertvollen MByte nur dann verbraucht werden, wenn du es möchtest.

Mobilfunklimit festlegen

Angenommen du hast bei deinem Provider ein Datenpaket für die EU bestellt und für 10 Euro 100 MByte bekommen. Toll, aber wie weißt du, wie viel der 100 MByte noch zur Verfügung stehen? Auch dafür bringt Android seit Version 4.2 die nötigen Bordmittel mit. Öffne die Android-Einstellungen und suche hier einen Eintrag zum Datenverbrauch. Hier kannst du ein Warnlimit einstellen, das dich dann zum Beispiel bei 50 MByte warnt und ein „hartes“ Datenlimit bei 80 MByte, bei dem Android die Daten ausschaltet. Dieses schraubst du dann im Falle des Falles auf 100 MByte hoch. Erfahrungsgemäß stimmen die von Android gemessenen Daten recht gut und passen plusminus 1-2 MByte.

Wenn du vor dem Urlaub ein Mobilfunklimit festlegst, kannst du noch ein paar MByte für die Reserve bereithalten.
Wenn du vor dem Urlaub ein Mobilfunklimit festlegst, kannst du noch ein paar MByte für die Reserve bereithalten.

Besonders einfach geht das Festlegen eines Limits unter Android 5. Hier ziehst du einfach die Leiste mit den Schnelleinstellungen herunter und tippst auf die Kachel mit dem Provider. Details dazu findest du in unserem Artikel zu den Netzwerk-Neuerungen von Android 5.

Falls dein Handy keine eingebaute Datenvolumen-Funktion enthält, dann holst du dir eine entsprechende App aus dem Play Store, zum Beispiel Bytes Insight.

Vorsicht bei mobilem Hotspot!

Du hast an alles gedacht, dir ein Roaming-Paket geholt, das Internet funktioniert auch prima und jetzt möchte natürlich auch dein Partner mal kurz in den Facebook-Chat reinschauen oder ein Foto auf Instagram hochladen. Deshalb bist du so nett, und richtest ihr/ihm einen mobilen Hotspot ein. Gute Idee, doch für das Handy deines Partners bist du ein WLAN, ergo gelten all die tollen Hinweise bezüglich Hintergrunddaten etc. nicht und die wertvollen 100 MByte sind innerhalb weniger Sekunden verbraten, weil zum Beispiel der Foto-Upload von Google+ einsetzt oder Dropbox mal schnell den Bilder-Ordner synchronisiert.

Das ist natürlich ärgerlich. Deshalb gibt es seit Android 4.2 (bei einigen Herstellern auch schon früher) die Möglichkeit, ein WLAN-Netzwerk als mobilen Hotspot zu markieren (unter Android 5 als kostenpflichtiges WLAN). In diesem Fall gilt die Hintergrunddatenbeschränkung auch auf dem Gerät, das über deinen Hotspot auf das Netz zugreift. Laut unseren Tests erkennen aktuelle Android-Geräte automatisch, ob es sich beim Gegenüber um einen mobilen Hotspot handelt. Das muss aber nicht sein. Deshalb sollte derjenige, der den mobilen Hotspot benutzt, in den Einstellungen unter Datenverbrauch | Mobile Hotspots das Netzwerk über das Kontextmenü als Mobilen Hotspot bzw. über Netzwerkbeschränkungen (ab Android 5) als potentiell Kosten verrsachend markieren.

Falls du im Urlaub einen mobilen Hotspot einrichtest, sollten Handys/Tablets, die diesen nutzen darüber informiert sein.
Falls du im Urlaub einen mobilen Hotspot einrichtest, sollten Handys/Tablets, die diesen nutzen darüber informiert sein.

Fazit: Diese 5 Punkte musst du dir merken

Falls du in einem Land der EU Urlaub machst, sind die Preise für das Roaming nicht schrecklich teuer. Es lohnt sich aber auch hier, sich vor dem Urlaub zu informieren. Aktuell sieht es so aus, dass die Roaming-Gebühren wohl noch bis 2017 bestehen bleiben mit den aktuell gültigen Preisen. Hier die Checkliste:

  1. Anrufe funktionieren von Haus aus, eine Datenverbindung musst du unter Android aber zunächst aktivieren oder ausschalten, wenn sie aktiviert war und du keine mobilen Daten möchtest.
  2. Außerhalb der EU (dazu zählt auch die Schweiz) sind die Kosten teilweise immer noch sehr hoch, hier solltest du dich genau informieren.
  3. Schalte vor dem Urlaub in jedem Fall die Hintergrunddaten-Synchronisation aus!
  4. Lege eine Warnung für den Mobilfunkdatenverbrauch und ein Limit fest, um den Verbrauch im Griff zu haben.
  5. Beachte, dass andere Android-Smartphones deinen mobilen Hotspot unter Umständen nicht als solchen erkennen und massiv Daten saugen können.

1 Kommentar

  1. mMn ist das ein typischer Fall von EU-Überregulierung. Eine Kostenbremse halte ich für gut, aber dass ab 2017 die Preise in anderen EU-Ländern gar nicht mehr höher sein dürfen halte ich für übertrieben. Klar ist das super für Leute, die viel innerhalb der EU reisen, aber ev. nicht für Leute, die das nicht tun: irgendwie werden die Mobilfunkgesellschaften wohl versuchen, die Verluste wieder reinzubekommen, entweder indem sie die Preise fürs Inland erhöhen oder indem Roaming außerhalb der EU noch teurer wird…

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