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IFA 2014: Drei Messe-Highlights aus Android-User-Sicht

4K und Smart Home waren die Buzzwords, die mir auf der IFA am meisten über den Weg gelaufen sind. Und auch wenn ich die biegsamen Riesen-OLED-Panels von Samsung und LG fantastisch finde, sieht ein TV-Gerät mit 4K-Auflösung nicht groß anders aus als ein FullHD-Gerät. Doch was hat sich bei Android getan? Gibt es noch Dinge, die zu begeistern wissen? Hier meine drei persönlichen Highlights.

Samsung und LG zeigten auf der IFA zum ersten Mal OLED-Bildschirme in halber Kinoleinwandgröße, die sich on-the-fly um ein paar Grad biegen lassen. Ich hätte der Live-Vorführung am liebsten minutenlang zugeschaut, denn irgendwie wollte mir der Sinn nicht ganz klar werden. Zum Glück habe ich dann verstanden, dass sich damit der Blickwinkel künstlich verlängern oder verkürzen lässt: also wenn man alleine im Zimmer sitzt und vor sich ein 4m-Panel hat, dann sieht man natürlich besser, wenn das Teil rechts und links etwas gebogen ist. Befinden sich hingegen 20 Leute im Raum und manche müssen an der Seite sitzen, dann ist es besser, wenn das Panel komplett flach ist, sonst sieht man von der Seite her nichts mehr.

Gebogene Displays sind also der letzte Schrei, aber wirklich praktisch, naja. Und ein "Naja" stellte sich auch bei den meisten Android-Neuheiten ein, die auf der IFA gezeigt wurden. Schön und recht, aber irgendwann hat man alles schon einmal gesehen, und ob das ETC Passion SLX 53 (Name von der Redaktion frei erfunden) nun einen Snapdragon 400 oder die neueste Quad-Core-CPU von Intel verbaut hat, ist den meisten Anwendern so etwas von egal… Aber es gab auch ein paar Produkte, von denen ich durchaus begeistert bin: Hier meine persönlichen Top 3:

3. HTC Desire 820

Das bunte Desire-Smartphone gefällt mir nicht nur aufgrund des neuen Snapdragon 615 besonders gut, sondern auch wegen des Designs und der Sense-Software. Der Preis von 329 Euro ist sehr gut, und alle, die auf der Suche nach einem großen, günstigen aber guten Smartphone sind, sollten sich bis im November gedulden. Spätestens dann dürfte das in Taiwan bereits verfügbare Smartphone auch nach Europa kommen. Hier geht’s zum Hands-On von der IFA…

Frisch, aber dennoch edel. Das HTC Desire 820 bringt frischen Wind ins Smartphone-Boot.
Frisch, aber dennoch edel. Das HTC Desire 820 bringt frischen Wind ins Smartphone-Boot.

2. Lenovo Tab S8

Gute günstige Tablets gibt es inzwischen recht viele (zum Beispiel das 7-Zoll-Smartphone war mir dann doch ein Stück zu groß. Mit dem Ascend Mate 7 hat Huawei die Größe nun sehr gut erwischt und das Display ist einfach klasse. Das geniale am Smartphone ist aber für mich die Emotion UI 3.0: Wie es die Huawei-Designer hier geschafft haben, dem Material Design von Android L nicht nur zuvor zu kommen, sondern es in einigen Bereichen auch noch zu übertreffen, ist wirklich klasse. Da stört es mich dann auch nicht mehr so fest, dass Huawei anscheinend ab Version 3.0 der Emotion UI keine alternativen Launcher mehr duldet, auch wenn ich darüber nicht erfreut bin. 

Designed in China by Huawei: Das Ascend Mate 7 gehört klar zu den Highlights der diesjährigen IFA.
Designed in China by Huawei: Das Ascend Mate 7 gehört klar zu den Highlights der diesjährigen IFA.

Kein Android-Gerät, aber ebenfalls ein technisches Meisterstück sind die UltimoPower-Kopfhörer von Huawei mit aktiver Rauschunterdrückung. Auch wenn die Leistung nicht an Bose-Kopfhörer im 500-Euro-Preissegment herankommen, bin ich mir ziemlich sicher, dass sich die Huawei-Kopfhörer nicht vor dem QC20-Headset von Bose (Amazon-Preis rund 280 Euro) zu verstecken brauchen. Und dass der integrierte Akku sich mit dem Ascend Mate 7 aufladen lässt, ist quasi noch das Tüpfchen aufs "I". Ich habe die Rauschunterdrückung auf dem Rückflug von Berlin gleich ausprobiert, und ich bin wirklich begeistert von diesem Headset (auch vom Tragekomfort und der Soundqualitä). 

Die UltimoPower-Kopfhörer mit aktiver Rauschunterdrückung werden es vermutlich noch lange nicht bis nach Europa schaffen...
Die UltimoPower-Kopfhörer mit aktiver Rauschunterdrückung werden es vermutlich noch lange nicht bis nach Europa schaffen…

 

 

Keine Smartwatch?

Natürlich wollte ich die Chance nutzen, um mir alle Android-Wear-Geräte anzuschauen und mich auf meinen persönlichen Favoriten festzulegen. Nun, es gibt keinen, und zudem halte ich  Android Wear per se noch nicht für wirklich praxistauglich (mal abgesehen vom Nerd-Faktor). Die G Watch R sieht aber am ehesten nach einer Uhr und nicht einem Fitness-Tracker aus und LG setzt auf Standard-Armbänder für die Uhr. Wenn mir also das mitgelieferte nicht gefällt, dann kann ich es durch ein beliebiges anderes Armband beim Uhrmacher meines Vertauens austauschen lassen. Die SmartWatch 3 von Sony und die Moto360 können beide das Display nur bei Bedarf einschalten. Diese Funktion finde ich wichtig, wenn man die Uhr auch nachts tragen möchte. Die ZenWatch von Asus sieht zwar klasse aus, aber dass Asus noch eine eigene UI namens Zen UI drüberbügeln musste, ist ja wohl auch nicht die Lösung. Zudem ist die ZenWatch nur spritzwasserfest (IP55), nicht bis 1m wasserdicht wie die anderen Modele. Also alles, was auf oder anlässlich der IFA gezeigt wurde, weiß nicht wirklich zu gefallen. Täglich oder jeden zweiten Tag die Uhr zu laden, ist nun mal wirklich keine Lösung!

There’s one more thing…

Drastisch abgenommen im Vergleich zu den letzten Jahren hat Audio-Zubehör mit iPhone-Dock. Lediglich bei einigen Herstellern waren die lizenzierten Apple-Produkte mit proprietärem Adapter noch zu sehen. An jeder Ecke gab es dafür Bluetooth-Speaker in diversen Formen, Farben und mit oder ohne Bass und NFC. Einige davon habe ich mir auch angehört (inwieweit das auf der Messe überhaupt möglich ist) und beim Super M von Nudeaudio stellte sich tatsächlich ein kleiner WOW-Effekt ein. Ich werde mir den kleinen Lautsprecher deshalb schon bald zum Test zulegen. Besonders witzig fand ich auch die schwimmenden Bluetooth-Soundkugeln (siehe TItelfoto) sowie die Espressotasse von Gear4.

Bluetooth-Lautsprecher in allen Formen und Farben dominierten das Bild beim Audio-Zubehör auf der IFA 2014.
Bluetooth-Lautsprecher in allen Formen und Farben dominierten das Bild beim Audio-Zubehör auf der IFA 2014.

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