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Huawei – Auch Chiphersteller ARM beendet die Zusammenarbeit

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Oh wei Huawei. Immer mehr Hersteller von Soft- und Hardware beenden die Zusammenarbeit mit dem in Ungnade gefallenen chinesischen Smartphone-Hersteller. Nun auch Chiphersteller ARM.

Huawei – Auch Chiphersteller ARM beendet die Zusammenarbeit

Diese Woche läuft es nicht besonders rund bei Smartphonehersteller Huawei. Erst setzen President Trump und seine US-Regierung den Smartphonehersteller auf die Blacklist, anschließend entzieht Google Huawei die Android-Lizenz. Mit einem Statement auf Twitter gab Google bekannt, dass trotz der Maßnahmen der US-Regierung unter Einhaltung aller Vorschriften Dienste wie Google Play und Security weiterhin auf bestehenden Geräten funktionieren. Huawei´s Statement versicherte den Nutzern weitere Sicherheitsupdates und Services für alle bestehenden Huawei und Honor Phones.

Dann gab es die Ankündigung einer 90 Tage geltenden temporären Lizenz, in der Huawei noch eingeschränkt Geschäfte mit US-Herstellern tätigen darf. Huawei selbst gibt sich stark und bringt ein eigenes Betriebssystem ins Spiel, dessen Entwicklung aber erst noch vorangetrieben werden muss. Auch eine Etablierung dieses neuen OS in Europa dürfte sich durchaus schwierig gestalten, da Huawei keinen Zugriff auf den Play Store hat und nur bekannt gab, eine Zusammenarbeit mit dem alternativen App Store Aptoid vorantreiben zu wollen. Dieser soll eventuell die eigenen Huawei AppGallery verstärken und den durch die Sanktionen fehlenden Play Store ersetzen.

Nun hat auch der aus Großbritannien stammende Chip-Hersteller ARM die Zusammenarbeit eingestellt, da die Chip-Designs des Unternehmens Technologien enthalten, welche aus den USA stammen. Huawei ist Lizenznehmer von ARM und konnte dadurch ARM-Architekturen für die eigenen HiSilicon/Kirin Chips nutzen. Durch die Einstellung der aktiven Geschäftsbeziehungen mit Huawei und seinen Tochterfirmen gefährdet man die Huawei-Kirin Chips. ARM beugt sich damit der Trump-Regierung.

Die aktuellen Chips dürfen jedoch weiter mit der ARM-Architektur gebaut werden. So der Kirin 980 und der neue Kirin 985. Darauffolgende Chip-Generationen müssten dann jedoch von Grund auf neu entwickelt werden.

Huawei erklärte in einer Stellungnahme, dass man die engen Beziehungen zu seinen Partnern sehr schätze, aber durchaus erkenne, dass auf einigen dieser Partner enormer Druck laste, der von politisch motivierten Entscheidungen ausgeht. Man sei jedoch zuversichtlich, dass sich die bedauernswerte aktuelle Situation lösen lasse.

ARM gab The Verge eine Stellungnahme: Man halte sich an die von der US-Regierung erlassenen Einschränkungen und führe Gespräche mit den zuständigen Behörden. Auch schätze man die Beziehung mit dem langjährigen Partner HiSilicon und hoffe auf eine schnelle Lösung der Angelegenheit.

Somit darf Huawei vorerst keine weiteren ARM-Designs kaufen oder Chips auf der ARM-Basis entwickeln/vermarkten. Derzeit darf nur noch die bestehende Palette an mobilen SoCs genutzt werden.

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