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Huawei – Eigenes Betriebssystem soll HongMeng OS heißen

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Huawei-Logo | Android-User.de

Nachdem Google Huawei die Android Lizenz entzogen hat könnte man meinen, dass die Chinesen so ganz ohne Betriebssystem vor großen Problemen stehen. Doch Huawei Gründer Ren Zhenfei sagt in einem Interview mit CCTV dazu:“ Der vorübergehende Aufschub hat für Huawei wenig Bedeutung. Es wurden bereits Vorbereitungen für ein solches Szenario getroffen.“

Huawei – Eigenes Betriebssystem soll HongMeng OS heißen

Mit Vorbereitungen ist ein eigenes Betriebssystem gemeint, welches sich seit 2012 in der Entwicklung befindet. Nun gibt es erste, wenn auch spärliche Infos auf das Huawei eigene OS namens HongMeng OS.

Huawei kann bisher noch auf die Open Source Komponenten von Android zugreifen, kann aber möglicherweise auch daran gehindert werden.

Android ist unter der Apache 2.0 Lizenz freigegeben. Open-Source Lizenzen funktionieren aber nur im Rahmen des aktuellen Urheberrechts. Sie geben damit jedem das Recht Kopien des Quellcodes anzufertigen, solange die Bedingungen der Lizenzvereinbarung eingehalten werden. Da die USA nun aber ihren inländischen Unternehmen untersagt, Verträge mit Huawei abzuschließen, wird die Funktionsweise des Urheberrechts beeinträchtigt und damit die Funktionsweise der Open-Source-Lizenzen.

Wenn Huawei durch die Sanktionen keinen Vertrag mit Google abschließen kann, kann es auch keinen Apache 2.0-Lizenzvertrag mit Google abschließen. Dass bedeutet, dass es keine Lizenz zur Verbreitung der AOSP-Codebasis haben würde. Und der Versuch, den AOSP Code zu nutzen und auf den eigenen Smartphones zu verteilen verstößt, ohne Lizenz, gegen das Urheberrecht von Google.

Google beabsichtigt zwar nicht, die Lizenzvereinbarung zu kündigen, jedoch kann diese Position nur beibehalten werden, solange die US-Regierung dies zulässt.

Mit HongMeng OS soll also ein mit Android-Apps kompatibles Betriebssystem erscheinen, welches auf Smartphones und PCs, Tablets und smarten Geräten gleichermaßen laufen soll (etwas was Android bisher noch nicht geschafft hat).

Auf Weibo war zu lesen, dass das Betriebssystem bereits im Herbst diesen oder im Frühjahr nächsten Jahres verfügbar sein soll. Auch neu kompilierte Android Apps sollen mehr als 60% schneller laufen.

Auf „The Information“ ist nun etwas von einem Project Z zu lesen, welches aber noch lange nicht fertig ist. Weiterhin sind derzeit keine technische Details des neuen OS bekannt.

Auch wird die Schwierigkeit sein, auf dem fertig gestellten Betriebssystem ein ganzes Ökosystem an Apps aufzubringen. In China, wo ohnehin viele Google Dienste blockiert sind, wäre ein neues Betriebssystem auf den Markt zu bringen keine Schwierigkeit. Auf dem europäischen Markt hingegen ist es fast ein Ding der Unmöglichkeit, ein komplett neues System ohne Google neben Android zu etablieren.

Update: Laut XDA-Developers befindet sich Huawei in Gesprächen mit dem alternativen App-Store Aptoide. Dieser soll eventuell die eigenen Huawei AppGallery verstärken und den durch die Sanktionen fehlenden Play Store ersetzen.

Aptoide hostet mehr als 900.000 Apps mit fast 200 Millionen Nutzern. Neben Repositories wie APK Mirror ist Aptoide eine der beliebtesten Quellen zum Herunterladen von Android-Apps, auch wenn diese möglicherweise nicht offiziell über den Google Play Store unterstützt werden.

Gleichzeitig versucht Huawei, Entwickler dazu zu bewegen, ihre Apps direkt in der firmeneigenen AppGallery zu veröffentlichen. Auf diese Weise können die durch das Verbot der US-Regierung auferlegten Beschränkungen umgangen werden, obwohl Google-Apps wie YouTube, Google Maps und eine Reihe anderer Dienste für Benutzer weiterhin nicht zugänglich sind. Laut Bloomberg hatte die AppGallery bis Ende 2018 50 Millionen Nutzer .

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