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HTC One M9: Fünf Gründe, es zu lieben und fünf Gründe, es zu hassen

Das ist kein gewöhnlicher Testbericht. An meinem Geburtstag konnte ich das HTC One M9 in München zum ersten Mal bestaunen, in Barcelona hatte ich auf dem Mobile World Congress die Gelegenheit, es etwas ausführlicher zu testen. Um ein finales Urteil zu fällen, ist es noch zu früh, denn die Software ist noch nicht zu 100 Prozent final. Dennoch sehe ich schon jetzt viele Gründe, das M9 zu lieben und es zu hassen.

Normalerweise schreibe ich bei jedem Testbericht zunächst das Fazit. Denn so lange ich kein abschließendes Urteil in meinem Kopf habe, kann ich auch nicht guten Gewissens einen Testbericht schreiben. Bei diesem Artikel ist das etwas anders. Um das HTC One M9 beurteilen zu können, muss ich zunächst mal mit einem historischen Exkurs einsteigen.

Der lange Fall von HTC

Die Konkurrenz unter den Android-Herstellern ist enorm groß. Das zwingt jeden Hersteller dazu, sich auf einen bestimmten Bereich zu spezialisieren und in diesem Bereich besonders gut zu sein. Bei HTC sind das ohne Zweifel seit vielen Jahren die Verarbeitung und das Design, die Affinität für einen möglichst guten Sound und ausgefallene Accessoires. Ich würde auch HTC Sense zu den absolut positiven Alleinstellungsmerkmalen von HTC zählen, denn die Sense-Oberfläche hat viele Android-Nutzer überhaupt erst dazu gebracht, Android zu lieben (man erinnere sich an das HTC Desire und das Desire HD aus dem Jahr 2010…).

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Die HTC Sense Oberfläche von HTC hat Android erst richtig beliebt und gut benutzbar gemacht.

Seinen Android-Zenit überschritt HTC mit der Sensation-Reihe anno 2011: Die ehemalige Topreihe „Desire“ wurde zur „Billigreihe“ degradiert, die Sensation-Geräte konnten Hardwareseitig nur halbwegs überzeugen, in puncto Software fehlte es HTC etwas an Innovationen. Beim HTC XL (16 GByte Speicher) verzichtete man zudem zum ersten Mal auf den MicroSD-Kartenslot. Für den Endanwender war das aber viel zu früh, die Cloud war noch lange nicht bei allen Nutzern akzeptiert. Samsung überholte HTC mit dem Galaxy S II und stellte zudem auch die neuen Geräte  der Nexus-Reihe.

HTC Sense 7 auf dem HTC One M9. Auf den ersten Blick ist kein Alleinstellungsmerkmal von HTC Sense mehr zu erkennen.
HTC Sense 7 auf dem HTC One M9. Auf den ersten Blick ist kein Alleinstellungsmerkmal von HTC Sense mehr zu erkennen.

Was dann folgte, kennen nur die echten HTC-Fans. Mit dem One X hätte HTC einen Coup starten können, aber das Handy kam zu früh auf den Markt und der Tegra-3-Prozessor war noch nicht ausgereift. Der Nachfolger One X+ war ein wirklich gutes Smartphone, das aber nach dem Misserfolg des One X keine Chance mehr hatte (ich benutze es bis heute gerne dank der 64 GByte Speicher für Videos. Such mal nach einem anderen Phone mit 64 GByte internem Speicher aus 2012!). Das HTC One S musste mit Problemen bei der speziellen Beschichtung kämpfen und war inzwischen vielen Leuten einfach zu klein. HTC hatte die Phablet-Revoultion verschlafen und mit Qualitätsproblemem zu kämpfen. Gegen Samsung hatte man damit keine Chance mehr, aber auch die restliche Konkurrenz wurde stärker.

HTC stellt das HTC One vor

Mit dem One gelang HTC die Wende. Das One (M7) besitzt nicht nur sensationell gute Frontlautsprecher und ein geniales Design, sondern HTC zeigte mit dem 4,7 Zoll großen Full-HD-Display auch wieder einmal, dass man zu technischen Spitzenleistungen fähig ist. Doch die Konkurrenz produzierte inzwischen fleißig Smartphones jenseits der 5-Zoll-Größe und schon bald mit deutlich besseren Specs. Neben dem HTC One taten sich die Taiwaner schwer, im unteren und mittleren Preissegment Fuß zu fassen, hatten aber auch hier ein paar tolle und ein paar miserable Smartphones am Start.

Mit dem HTC One (M7) ist HTC ein für die Zeit einmaliges Smartphone gelungen.
Mit dem HTC One (M7) ist HTC ein für die Zeit einmaliges Smartphone gelungen.

Dann kam 2014 das HTC One M8, das zwar vom Design her weiterhin top war, bei dem HTC aber nicht wie von der Presse und auch von einigen Nutzern gefordert eine bessere Kamera einbaute, sondern anstelle der simplen Ultrapixel-Kamera nun eine Dual-Kamera-Lösung implementierte. Man schuf damit eine Hardware, die praktisch Null Vorteile gegenüber einer entsprechenden Softwarelösung mit 2 Aufnahmen bot und die HTC zudem in puncto Kamera weiterhin in der Steinzeit verbleiben ließ.

Der Weg zurück zum MicroSD-Slot war auch nicht wirklich verständlich. Inzwischen hatten wohl die meisten Nutzer den Vorteil von Cloud-Diensten erkannt und 64 GByte Flash-Speicher oder 128 GByte hätten wohl eher für einen „Cool“-Effekt gesorgt. Klar haben einige Fans die Vorteile der Utrapixel bei schlechten Lichtverhältnissen erkannt (mich inbegriffen), aber diese Vorteile spielt die Kamera eben nur dann aus.  HTC hat also eine Geschichte von zwei Schritten vorwärts und einem Schritt zurück.

Das neue HTC One M9 macht alles besser — oder auch nicht

Fangen wir mal damit an, was ich und auch einige Kollegen vom HTC One M9 erwartet hatten: Ein Design, das dem der Vorgänger gleicht, aber weniger glitschig ist und dennoch neu wirkt. Eine Front, die ohne den hässlichen schwarzen Rahmen um das Display herum auskommt und dafür bei gleicher Gerätegröße etwas mehr Display bietet. Das beste verfügbare Display. Eine Kamera, die mit Samsung und LG mithalten kann und über einen Optischen Bildstabilisator verfügt. Eine Top-Verarbeitung ohne Wenn und Aber.

Mein erster Eindruck, als mir das Gerät am 26. Februar in München gezeigt wurde, war davon meilenweit entfernt. Das Design des neuen One wirkte alles andere als besser. Es liegt ästhetisch meilenweit hinter dem M7 zurück und ich hatte das Gefühl, ein Stück Metall in der Hand zu haben, das ein Azubi in mühsamer Handarbeit zum Prototyp gefeilt hatte. Doch auch in Barcelona waren diese „Prototypen“ zu sehen, es muss sich also dabei um das finale Produkt bzw. das finale Design handeln. Hier haben wir also den ersten Punkt, den du am HTC One lieben oder hassen wirst: Das Design und das Gehäuse sind sehr — naja sagen wir mal „industriell“.

Metall auf Metall. Das Unibody-Gehäuse des HTC One M9 ist eigentlich ein Dualbody.
Metall auf Metall. Das Unibody-Gehäuse des HTC One M9 ist eigentlich ein Dualbody.

 

4 Gründe, das HTC One M9 zu lieben

Fangen wir mit den positiven Aspekten des HTC One M9 an, die es ja duchaus in genügender Anzahl gibt. HTC hat dem M9 nun endlich eine bessere Kamera spendiert, die mit 20 Megapixeln auflöst und durch ein Saphirglas vor Kratzern geschützt ist. Sie kommt zwar in puncto Geschwindigkeit und Bildqualität nicht an die Kamera des Samsung Galaxy S6 heran, aber übertrifft die bisherige Ultrapixelkamera in jedem Fall. Lieben wirst du am neuen HTC One M9 die tolle Frontkamera. HTC hat nämlich nicht komplett auf die Ultrapixel-Technologie verzichtet, und die 4,1-Megapixel-Kamera einfach als Frontkamera verbaut. Logisch, denn die meisten Selfies schießt man gemeinsam mit Freunden auf Parties und da gibt es üblicherweise keine idealen Lichtverhältnisse. Sefies mit Blitz sehen hingegen besch…eiden aus.

Der zweite Punkt, der mir am HTC One M9 sehr gut gefallen hat, ist das neue Sense 7. HTC hat hier den Wechsel zu Android 5.0 sehr elegant gelöst, denn als langjähriger Sense-Nutzer muss man sich praktisch nicht umstellen. Leserbriefe, wie ich sie praktisch täglich von genervten Galaxy-NutzerInnen bekomme, muss HTC also nicht fürchten. Sense 7 bleibt dabei auch dem senkrechten Scrollen im App-Drawer treu, was aus Sicht eines Nexus-Nutzers natürlich ungewohnt und gewöhnungsbedürftig ist, aber für HTC-Fans unbedingt beibehalten werden sollte. Dass sich die Oberfläche nun mit Themes beliebig anpassen lässt und man anstelle der drei Buttons in der Navigationsleiste auch vier platzieren kann, sind nette Detailverbesserungen.

Mit Sense 7 führt HTC eine umfangreiche Theme-Engine ein, die über sehr viele Designs verfügt.
Mit Sense 7 führt HTC eine umfangreiche Theme-Engine ein, die über sehr viele Designs verfügt.
Alles kann, nichts muss. Blinkfeed lässt sich weiterhin auch als Homescreen benutzen.
Alles kann, nichts muss. Blinkfeed lässt sich weiterhin auch als Homescreen benutzen.

Etwas vermisst habe ich hingegen bei den Startscreens das HTC-typische Sense-Widget mit Wetter, Urhzeit, Datum und Ort. Es ist aber weiterhin vorhanden, keine Angst: HTC-Fans!

Das Wetter-Widget ist bei der aktuellen Version von Sense 7 deutlich weniger dominant. Das ist aber von Theme zu Theme verschieden.
Das Wetter-Widget ist bei der aktuellen Version von Sense 7 deutlich weniger dominant. Das ist aber von Theme zu Theme verschieden.

Geteilter Meinung kann man über den MicroSD-Kartenslot sein. Mit Android 5.0 hat dieser aber wieder seinen vollwertigen Nutzen zurückbekommen, sodass du nicht nur deine Fotos, Videos und Musik auf der MicroSD-Karte speichern kannst, sondern auch Apps uns Spiele können ihre Daten dort ablegen. Wenn du auf möglichst viel Speicher stehst (das HTC One unterstützt dank 64-Bit-Prozessor theoretisch MicroSD-Karten bis zu 2 Terabyte), dann ist der MicroSD-Slot in jedem Fall ein Pluspunkt gegenüber dem Samsung Galaxy S6.

Mir persönlich gefallen hat auch, dass HTC — endlich — den Einschaltbutton auf die Seite verschoben hat, sodass die typische Spreizgeste, um das Phone einzuschalten nun wegfällt. Mit sehr viel Liebe zum Detail hat HTC den Button so gestaltet, dass er sich auch haptisch bzw. taktil von den Laustärke-Buttons unterscheide, du kannst ihn also blind ertasten. Aber auch diese Neuerung ist Geschmackssache. Persönlich hätte ich es bevorzugt, wenn Laustärketasten und der Powerbutton sich nicht an der gleichen Seite sondern gegenüber befinden.

 

4 Gründe, das HTC One M9 zu hassen

Kommen wir zu den weniger schönen Punkten des HTC One M9, die es leider auch gibt. Das M9 macht aus der ehemals schönsten Rückseite eines Smartphones einen hässlichen Rücken. Die viereckige Kamera passt überhaupt nicht zum restlichen Design, das M9 wirkt nicht nur auf Fotos dick, sondern ist es auch in echt. Das ist natürlich Geschmackssache, aber auch meine Kollegen sehen das ähnlich. Ich nehme es HTC zudem nicht ab, dass man bei einer runden Kamera für die gleichen technischen Parameter eine Aussparung von der Größe eines 2-Euro-Stücks hätte schaffen müssen. Aus meiner Sicht ist die aktuelle Lösung beim M9 schlicht ein Kompromiss zwischen Design und Funktion, den man sich als Hersteller eines Flaggschiffs 2015 einfach nicht mehr leisten kann.  Ja, auch bei Samsung steht die Kamera hervor, zudem nicht nur um 0,5 sondern fast 2mm, aber dort passt es einfach besser zum Design und die Fotos sind klar besser.

Perfekt sieht anders aus. Die rund 1mm hervorstehende, viereckige Kameraumfassung macht das Design des HTC One irgendwie etwas kaputt. Aber vielleicht gefällt es dir ja.
Perfekt sieht anders aus. Die rund 0,5mm hervorstehende, viereckige Kameraumfassung macht das Design des HTC One irgendwie etwas kaputt. Aber vielleicht gefällt es dir ja.

 

 

Auch mein zweiter Kritikpunkt ist vermutlich Geschmackssache. Wenn ich mir ein Smartphone mit einem Unibody-Gehäuse aus Metall kaufe, dann sehne ich mich wohl kaum nach Zubehör in billigem Plastik. Das Dot-Cover von HTC ist eine geniale Idee und eine nette Spielerei, aber jedes Mal, wenn ich eines in die Finger bekomme, dann möchte ich es am liebsten sogleich wieder hinlegen, so eklig wirkt der benutzte Kunststoff. Das trifft auch auf die aktuelle Serie an Zubehör für das M9 zu. Es ist nicht wasserfest, also entwirft man bei HTC eine Hülle, die es wasserdicht machen soll. Vielleicht bin ich für diese Art von Zubehör auch einfach nur zu alt, aber edel ist das auf keinen Fall, was uns HTC hier als Accessoires für das HTC One M9 verkaufen möchte.

Wie viele andere Schutzhüllen sieht auch dieses Cover cool aus, es fühlt sich aber in der Hand schrecklich an.
Wie viele andere Schutzhüllen sieht auch dieses Cover cool aus, es fühlt sich aber in der Hand schrecklich an.

Mit einem Gewicht von 157 Gramm ist das neue HTC One M9 verdammt schwer. Das HTC One M7 brachte 143 Gramm auf die Waage, das Samsung Galaxy S6 edge wiegt 132 Gramm. Die 20 Gramm hin oder her mögen sich nach Peanuts anhören, aber das Problem beim HTC One M9 ist: mehr Gewicht führt nicht zu mehr Wertigkeit. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass man bei HTC Angst vor einem Bendgate hatte und deshalb das Gehäuse lieber ein paar Zehntelmillimeter dicker gemacht hat. Womit ich wieder beim ersten Kritikpunkt angelangt bin. Das HTC One M9 bringt bei mir schlicht die Wirkung hervor, dass ich ein Stück geschliffenes Metall in den Händen halte, kein Highend-Smartphone.

Alle Angaben im Artikel beziehen sich auf Vorseriengeräte, die noch nicht über die finale Software des HTC One M9 verfügen!
Alle Angaben im Artikel beziehen sich auf Vorseriengeräte, die noch nicht über die finale Software des HTC One M9 verfügen!

Damit komme ich zum letzten Punkt, den du am HTC One M9 hassen wirst: Der Preis ist für das Komplettpaket schlicht zu teuer. Ich würde mir gerne ein M9 kaufen, weil ich die Boom-Lautsprecher und das Unibody-Gehäuse potentiell sexy finde. Aber zum Preis von 749 Euro greife ich dann doch lieber zum Galaxy S6, warte auf das nächste Nexus oder hole mir das G Flex 2 von LG, das ebenfalls den Snapdragon 810 verbaut hat. Das ist zwar ein Plastikbomber, aber sorgt garantiert für mehr Blickfänge als das HTC One M9 und bringt auch viele sehr coole Software-Features mit.

Weitere Pros und Cons

Über die oben erwähnten Punkte lässt sich teilweise streiten, hier deshalb noch ein kritischer Punkt auf die Fakten. Mit dem Snapdragon 810 hat HTC sich für einen bestimmt großartigen Chipsatz entschieden, der aber bis jetzt noch für Überhitzungsprobleme sorgt (nicht nur bei HTC, muss hier klar gesagt werden). Das bekommt HTC via Software-Update bestimmt in den Griff, denn letztendlich braucht die Horsepower der 64-Bit-CPU eigentlich kein normaler Nutzer, wenn das Android-System entsprechend angepasst ist. Auch genügen die 3 GByte RAM vollkommen für den alltäglichen Gebrauch. Technisch ist das M9 also in jedem Fall top.

Die Benchmark-Ergebnisse des HTC One M9 sind hervorragend, auch wenn es mit dem Snapdragon 810 noch ein paar thermische Problemchen gibt..
Die Benchmark-Ergebnisse des HTC One M9 sind hervorragend, auch wenn es mit dem Snapdragon 810 noch ein paar thermische Problemchen gibt..

Persönlich finde ich die 32 GByte Speicher für ein Highend-Gerät zu wenig, MicroSD-Slot hin oder her. Beim Preis von 749 Euro hätte ich in Anbetracht meines schon fast drei Jahre alten HTC One X+ mit 64 GByte Speicher einfacher erwartet, dass das M9 auch über 64 GByte Speicher verfügt.

Praktisch, aber nicht ästethisch. Die rechte Seite des HTC One M9 ist überfülle, die neuen Frontkamera macht das symmetrische Design ebenfalls kaputt.
Praktisch, aber nicht ästethisch. Die rechte Seite des HTC One M9 ist überfüllt. Die neuen Frontkamera macht das symmetrische Design ebenfalls kaputt.

Punkten kann das M9 ziemlich sicher beim verbauten Akku: Das 5-Zoll-Display mit 1920 x 1080 Pixeln braucht nicht mehr Strom als der Vorgänger, die neue Qualcomm-CPU ist ebenfalls stromsparender als der Snapdragon 600, sodass du mit dem verbauten 2840-mAh-Akku eigentlich problemlos über den Tag kommen solltest. Doch Gewissheit werden wir hier erst nach einem intensiven Test im April haben. HTC verspricht offiziell über 20 Stunden Gesprächszeit.

Das HTC One M9 ist offiziell nicht wasserdicht (soll aber sehr gut gegen Spritzwasser geschützt sein, wobei man uns nicht verraten wollte, ob es ein Nanocoating besitzt). Und HTC verzichtet auch weiterhin darauf, sein Topmodell mit einer Drahtlos-Ladefunktion auszustatten. Wiederum zwei Punkte, die ich von einem Highend-Gerät 2015 eigentlich erwarte.

Abgesehen von der neuen Theme-Engine verfügt das M9 nicht wirklich über neue Software-Features, die für einen WOW-Effekt sorgen. Doubletap to Wake funktioniert zwar wie schon beim Vorgänger, aber nur wenn man das Gerät in die Hand nimmt (Hallo HTC, geht’s noch? Genau dafür brauche ich es nicht!).  Die neuen Plus-Funktionen der Kamerasoftware sind nett, aber ebenfalls nichts, das sich nicht auch über Apps nachrüsten ließe. Wenn ich sehe, wie LG mit dem bei Windows Phone abgeschauten Glance View oder Samsung mit den unterschiedlichen Farben für Anrufer beim S6 edge innovative und praktische Dinge bringen, dann finde ich die Neuerungen von HTC einfach nur langweilig. Und damit bin ich wieder beim historischen Exkurs angelangt: HTC war mal die Firma, die die beste Android-Oberfläche überhaupt im Angebot hatte. Heute ist Sense nur noch eine von vielen Oberflächen.

HTC Sense ist gut, bietet aber kaum noch Vorteile gegenüber anderen Android-Oberflächen.
HTC Sense ist gut, bietet aber kaum noch Vorteile gegenüber anderen Android-Oberflächen.

Vorläufiges Fazit

Stehst du jetzt vor dem Kauf eines neuen Smartphones und bist bereit, dafür über 700 Euro auszugeben, dann gibt es eigentlich nur drei Gründe, die für das HTC One M9 sprechen: das Unibody-Gehäuse aus Metall, die guten Stereo-Lautsprecher und der erweiterbare Speicher. In allen anderen Punkten gibt es bessere und günstigere Alternativen. Ein Upgrade vom HTC M7 oder M8 auf das M9 lohnt sich für HTC-Fans aufgrund der besseren Kamera und der — vermutlich — deutlich besseren Akkulaufzeit. Alles Andere wird die Praxis zeigen.

 

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