Start Aktuell Kamera-Shootout: Galaxy S5, HTC One M8 und Nexus 5 im Vergleich

Kamera-Shootout: Galaxy S5, HTC One M8 und Nexus 5 im Vergleich

Wer hat die bessere Kamera? Das HTC One M8 oder das Samsung Galaxy S5? Das wollten wir wissen und haben zum Vergleich auch noch das Nexus 5 ins Rennen geschickt. Hier unsere Vergleichsbilder inklusive Auswertung der Ergebnisse.

Smartphone-Kameras werden quasi von Monat zu Monat besser. Doch wie sieht es mit der Qualität der Bilder tatsächlich aus, und vor allem: wie verhalten sich die Kamera-Apps im Vergleich? Android User hat sich das HTC One M8, das Samsung Galaxy S5 und das LG/Google Nexus 5 geschnappt und ein paar Aufnahmen bei künstlich verschlechterten Lichtverhältnissen gemacht.

Innenaufnahmen mit drei Lichtstufen 

Das größte Problem beim Vergleich einer Smartphone-Kamera stellen üblicherweise die Lichtverhältnisse dar. Denn selbst bei schönstem Wetter kann sich das komplette Ambiente durch ein kleines Wölkchen am Himmel in Sekundenbruchteilen ändern, und schon ist auch der schönste Vergleich wertlos. Wir entschlossen uns deshalb, für diesen Vergleich der drei Kameras für eine gestellte Innenaufnahme (das schlechte Wetter letzte Woche hat uns diese Entscheidung wesentlich erleichtert ;-). Bei allen abgebildeten Fotos kommt die einzige natürliche Lichtquelle von einer Terassentür, die sich (im Foto nicht zu sehen) rechts von den abgebildeten Gegenständen befindet. Für die erste Serie waren die Vorhänge zur Terasse geöffnet (hell), fürs zweite Shooting haben wir einen Vorhang zugezogen und für die dritte Serie zogen wir beide Vorhänge zu, sodass es im Raum schon recht dunkel war. Bei allen drei Smartphones nutzten wir komplett die Automatik und schossen jeweils zwei Fotos im HDR-Modus und zwei ohne HDR-Modus, das bessere von beiden Fotos zogen wir dann für diesen Artikel zur Analyse heran. Miteinbezogen in den Artikel haben wir auch den Umstand, wie es zum Foto kam. Denn auf den Bildern ist ja nicht zu sehen, ob man 15 Minuten gebraucht hat, um eine entsprechend gute Aufnahme zu erstellen oder lediglich einmal knipsen musste.

Das Motiv für unsere Testphotoserie.
Das Motiv für unsere Testphotoserie.

Der Veteran: Nexus 5

Das Nexus 5 besitzt eine 8-Megapixel-Kamera mit einer Blende von f/2.53.Die Brennweite des Objektivs beträgt 3,97 mm. Wir hatten bereits bei unserem Testbericht zum Nexus 5 behauptet, dass die Nexus-5-Kamera zwar nicht die schnellste ist, aber im HDR-Modus sehr gute Bilder schießt, die dank optischem Bildstabilitsator auch bei schlechten Lichtverhältnissen noch brauchbar sind. Das folgende Foto zeigt drei Aufnahmen im HDR+-Modus. Links ist die Aufnahme mit dem meisten Licht, rechts das Bild mit den schlechtesten Lichtverhältnissen.

Von links nach rechts: Hell, Halbdunkel, Dunkel. Alle drei Aufnahmen entstanden mit HDR-Modus.
Von links nach rechts: Hell, Halbdunkel, Dunkel. Alle drei Aufnahmen entstanden mit HDR-Modus.

Positiv aufgefallen ist uns beim Nexus 5 das schlichte Interface der Kamera-App. Es gibt sehr wenige Einstellungsmöglichkeiten, das erleichtert die Fotografie. Die Kamera ließ sich aber recht viel Zeit, um den Fokus richtig einzustellen. So brauchten wir manchmal drei oder vier Versuche, bis ein Foto wie gewünscht im Kasten war. Das Nexus 5 fällt zudem durch das 4:3-Bildformat etwas aus dem Rahmen. 

Die Kamera-App des Nexus 5 braucht etwas viel Platz auf dem Bildschirm, dafür verwirrt sie nicht durch zu viele Optionen.
Die Kamera-App des Nexus 5 braucht etwas viel Platz auf dem Bildschirm, dafür verwirrt sie nicht durch zu viele Optionen.

HTC One M8

Das HTC One M8 besitzt wie der Vorgänger eine 4,1-Ultrapixel-Kamera mit überdurchschnittlich großen und somit lichtempfindlicheren Sensoren. Das HTC One M8 besitzt allerdings keinen optischen Bildstabilisator mehr (das M7 hatte noch einen). Die technischen Daten: f/2.0-Blende, 28-mm-Objektiv. Beim HTC One ist uns aufgefallen, dass die Kamera im HDR-Modus tendenziell zu helle Bilder erstellt. Sämtliche Aufnahmen sind auf den Fotos deutlich heller als in Echt und schon hart an der Grenze zur Überbelichtung. Hier wie beim Nexus 5 eine Collage der drei HDR-Aufnahmen mit heller, halbdunkler und dunkler Beleuchtung.

Von links nach rechts: Hell, Halbdunkel, Dunkel. Alle drei Aufnahmen entstanden mit HDR-Modus.
Von links nach rechts: Hell, Halbdunkel, Dunkel. Alle drei Aufnahmen entstanden mit HDR-Modus.

Die Kamera-App des HTC One M8 lässt recht viele Einstellungen zu und macht es dem Nutzer auch recht einfach, etwas zu verstellen. In den HDR-Modus und wieder zurück zu schalten, ist deutlich komplizierter, als beim Nexus 5. Die Kamera arbeitet dafür deutlich schneller: üblicherweise erreichten wir das gewünschte Resultat bereits beim ersten Foto.

In den HDR-Modus zu wechseln und zurück, ist bei der Kamera-App von HTC nicht ganz trivial.
In den HDR-Modus zu wechseln und zurück, ist bei der Kamera-App von HTC nicht ganz trivial.

Samsung Galaxy S5

Das neue Top-Smartphone von Samsung arbeitet mit einer 16-Megapixel-Kamera mit einer Blende von f/2.27. Die Brennweite des Objektivs beträgt 4,8mm. Auch Samsung verzichtet auf einen optischen Bildstabilisator, will aber einen digitalen (Softwarelösung) verbaut haben. Die Samsung-Kamera löst von allen drei hier getesteten Smartphones (und von allen Android-Smartphones, die wir je getestet hatten) mit Abstand am schnellsten aus und macht in über 90 Prozent aller Fälle beim ersten Shot gleich ein brauchbares Bild. Das trifft auch auf unsere Testserie zu. Wir mussten kein Foto wiederholen.

Wie oben: links hell, in der Mitte halbdunkel und bei der Aufnahme rechts war es schon recht dunkel.
Wie oben: links hell, in der Mitte halbdunkel und bei der Aufnahme rechts war es schon recht dunkel.

Die Kamera-App von Samsung verfügt über ein relativ übersichtliches Interface, das aber bei genauem Hinschauen recht viele Optionen bietet. Die Samsung-App befindet sich also zwischen dem Neuxs 5 (sehr wenig Möglichkeiten) und dem HTC One M8 (fast zu viele Optionen). Sehr praktisch fanden wir den blauen Kreis um den Auslösebutton, der bei  HDR-Aufnahmen (und anderen Fotos, die lange belichtet werden müssen) eine Art Fortschrittsanzeige darstellt. So weiß man, wann das perfekte Foto im Kasten ist.

Die Samsung-Kamera zeigt bei HDR-Aufnahmen an, wie lange man das Gerät ruhig halten soll.
Die Samsung-Kamera zeigt bei HDR-Aufnahmen an, wie lange man das Gerät ruhig halten soll.

Der Vergleich

Wir wollen es gleich vorweg nehmen: an der Kamera des Samsung Galaxy S5 kommt aktuell kein anderes Smartphone vorbei. Das Samsung-Handy schießt nicht nur mit Abstand am schnellsten Fotos sondern liefert auch in allen Situationen ein brauchbares Ergebnis. Während zum Beispiel bei der HTC-Kamera die Fotos bei zunehmender Dunkelheit quasi immer heller wurden, passen die Aufnahmen beim Galaxy S5 zusammen. Zudem macht die reine Megapixel-Zahl bei einer Vergrößerung den Unterschied aus. Während bei der dunkelsten Aufnahme des HTC One M8 bei einer Vergrößerung nur noch Rauschen zu sehen ist, ist die zwar dunkle und weniger kontrastreiche Aufnahme des Samsung Galaxy S5 immer noch scharf. 16 ist halt nun mal 4² und nicht einfach etwas mehr. Dafür werden die Fotos des HTC One M8 umso besser, je mieser die Lichtverhältnisse sind. 

Es gibt aber ein paar Ausnahmen. Das Nexus 5 schlägt sich dank optischem Bildstabilisator bei HDR-Aufnahmen in dunkler Umgebung etwas besser als das Galaxy S5. Das folgende Foto zeigt einen direkten Vergleich der Aufnahmen bei der schlechtesten Beleuchtung mit HDR. Links die Aufnahm des HTC One M8, die für unser empfinden zu hell geraten ist, in der Mitte das Foto des Nexus 5 und rechts die Aufnahme des Samsung Galaxy S5. Die Nexus-5-Aufnahme gibt die Farben am ehesten treu wieder und lässt auch im Hintergrund noch Kontraste zu. Das Galaxy-S5-Bild ist etwas zu bunt, die HTC-Aufnahme deutlich zu hell.

HDR-Vergleich bei schlechter Beleuchtung. Von links nach rechts: HTC One M8, Nexus 5, Galaxy S5
HDR-Vergleich bei schlechter Beleuchtung. Von links nach rechts: HTC One M8, Nexus 5, Galaxy S5

Für dieses Foto haben wir die Ausschnitte der Bildgröße des HTC One angepass (also die Samsung- und die Nexus-Aufnahme verkleinert). In Original sieht der Größenvergleich so aus:

Die Proportionen im Vergleich: Links das HTC One mit 4,1 Megapixeln, in der Mitte das Nexus 5 (8 MP) und rechts das Samsung Galaxy S5 (16 MP).
Die Proportionen im Vergleich: Links das HTC One mit 4,1 Megapixeln, in der Mitte das Nexus 5 (8 MP) und rechts das Samsung Galaxy S5 (16 MP).

Kehren wir den Spieß um und vergrößern den Ausschnitt auf die größte Aufnahme des Samsung Galaxy S5, dann werden leichte Mankos der kleineren Sensoren sichtbar. Das folgende Foto zeigt einen Ausschnitt im HDR-Modus. Die obere Reihe entstand bei guten Lichtverhältnissen, die untere bei schlechten. Wiederum von links nach rechts: HTC One M8, Nexus 5, Samsung Galaxy S5. Während die Unterschiede in der oberen Reihe noch recht gut sichtbar sind (die rechte Aufnahme ist die schärfste), sind es bei der unteren Reihe allerdings nur noch Nuancen. Tendenziell finden wir dort die mittlere Aufnahme (Nexus 5) die beste.


Bei guten Lichtverhältnissen holt das Samsung Galaxy S5 klar am meisten aus dem Motiv heraus. Das folgende Bild zeigt einen Detailvergleich des Hintergrunds. Von oben nach unten: HTC One M8, Nexus 5, Samsung Galaxy S5.

Ein Detail aus dem Hintergrund ohne HDR-Modus. Der mittlere Ausschnitt des Nexus 5 ist aufgrund des 4:3-Formats deutlich größer.
Ein Detail aus dem Hintergrund ohne HDR-Modus. Der mittlere Ausschnitt des Nexus 5 ist aufgrund des 4:3-Formats deutlich größer.

Unser Fazit: Das Samsung Galaxy S5 besitzt die mit Abstand schnellste und idiotensicherste Android-Kamera. Bei guten Lichtverhältnisse fallen die Unterschiede gegenüber dem HTC One M8 recht krass aus, weil das Samsung-Smartphone schlicht vier mal mehr Pixel besitzt. Bei schlechten Lichtverhältnissen kann das HTC One M8 dem Samsung Galaxy S5 zwar in einigen Fällen Paroli bieten, die Fotos müssen dazu aber derart stark belichtet werden, dass sie irgendwie nicht mehr echt wirken. Die Kamera des Nexus 5 befindet sich zwischen den zwei Extremen und fällt im normalen Betrieb (gutes Licht) deutlich hinter beide Konkurrenten zurück, weil man deutlich mehr Anläufe braucht, um ein brauchbares Foto zu schießen. Bei schlechten Lichtverhältnissen und im HDR+-Modus liefert sie aber auch sehr gute Ergebnisse.  Für diesen Shootout haben wir ein stehendes Motiv benutzt, sämtliche Schlussfolgerungen lassen sich keineswegs auf bewegte Motive übertragen.

Originalfotos bei Flickr

Aus den gemachten Fotos lassen sich noch beliebig viele Vergleiche ziehen. Damit sich unsere Leserinnen und Leser ein möglichst gutes und unabhängiges Bild machen können, haben wir sämtliche Testfotos im Original zu Flickr hochgeladen. Welches Foto unter welchen Umständen (HDR, ohne HDR, hell, halbdunkel, dunkel) entstand lässt sich am Dateinamen ablesen. Die Originalfotos verfügen zudem auch über die kompletten Exif-Informationen.

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