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So einfach nutzt du dein Android Handy als Überwachungskamera

Viele von uns haben noch ein altes Android Smartphone in der Schublade liegen. Doch statt es dort verstauben zu lassen, kannst du dem Gerät auch ein zweites Leben als Überwachungskamera einhauchen. In unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung erfährst du, wie du dein ausrangiertes Smartphone in eine leistungsfähige Überwachungskamera verwandeln kannst.

Handy als Überwachungskamera Beitragsbild

Wie wird aus meinem alten Handy eine Überwachungskamera?

Um aus deinem alten Android Smartphone eine Überwachungskamera zu machen, gibt es verschiedene Apps im Play Store. Die Nutzung ist einfach und meist kostenfrei. Auch wird kein Datenvolumen der SIM-Karte benötigt.

Pro
  • Umweltfreundlich und kostengünstig
  • Keine Verkabelung oder ähnliches notwendig
  • Apps in der Basisversion meist kostenlos
  • Einfache Bedienbarkeit
  • keine SIM-Karte notwendig
Contra
  • Extrakosten für Pro-Version/Datenspeicherung der App
  • Möglicher Verbindungsabbruch
  • Nur für Innenräume
  • WLAN muss vorhanden sein
  • evtl. schlechte Bildqualität der App
  • Verzögerung bei Live-Übertragung

So richtest du dein Handy als Überwachungskamera ein:

Voraussetzung

  • ein altes, funktionsfähiges Smartphone
    • mit WLAN Anbindung,
    • funktionsfähiger Kamera und Akku
    • einigermaßen aktuelle Android Version (bei komplett veralteten Versionen funktionieren die Apps ggf. nicht)
  • WLAN Abdeckung
  • Apps wie zum Beispiel
    • Alfred
    • IP-Webcam
    • WardenCam
    • Manything

Die Kamera-Apps haben jeweils ihre eigenen Vor- und Nachteile.

Schritt-für-Schritt-Anleitung am Beispiel der App Manything

Vorbereitung des alten Handys

  1. Altes Handy mit dem WLAN verbinden
  2. Kamera-App (in unserem Fall Manything) herunterladen und installieren
  3. Alle benötigten Berechtigungen zulassen (Kamera, Mikrofon, Speicher)
  4.  Konto in der App erstellen und einloggen (Mit Manything können zwei Smartphones über ein gemeinsames Konto verbunden werden. Dafür ist eine Registrierung erforderlich.)

Einrichten auf dem aktuellen Handy

  1. App auf das aktuelle Handy herunterladen und installieren
  2. Melde dich in der App mit dem zuvor auf dem alten Handy erstellten Konto an
    • sobald beide Geräte mit demselben Konto angemeldet sind, koppelt die App die Handys automatisch.

Einstellungen in der App vornehmen

  • Tippe „Camera“ auf dem alten Handy
  • Tippe „Viewer“ auf dem aktuellen Handy
Manything App macht dein Handy zur Überwachungskamera

Aufnahme starten

  • Öffne die Manything App und tippe auf den roten Button, um die Aufnahme zu starten.
  • Die Live-Übertragung erfolgt auf dem aktuellen, als Viewer ausgewählten, Handy
Aufnahme der Überwachungskamera starten

Bildqualität

Die Bildqualität via Manything-App ist sehr unscharf. Das liegt jedoch an der App und nicht am Gerät. Selbst die derzeitigen High-End-Geräte mit hoher Kameraauflösung schaffen hier kein klares Bild.

Bildqualität der Manything App als Überwachungskamera

Einstellungen der App auf dem Kamera-Handy anpassen

  1. Öffne die Manything App auf dem Kamera-Handy
  2. Tippe auf das Zahnrad-Symbol, um die Einstellungen zu öffnen
  3. Tippe auf „Recording Mode“, um den Aufnahme-Modus (2 Modi sind vorhanden) zu wählen:
    • 1. „Record on Motion“ (bei erkannten Bewegungen aufnehmen)
    • 2. „Continuous Recording“ (rund um die Uhr filmen)
  4. Scrolle bis „Motion Detection“ (Bewegungserkennung), um die Bewegungserkennung zu aktivieren und die Empfindlichkeit einzustellen
    • Die Einstellung der „Sensitivity“ (Empfindlichkeit) legt fest, ab welchem Ausmaß der Bildveränderung ein besonderes Ereignis erkannt wird.
  5. Push-Benachrichtigungen konfigurieren
    • bei erkannter Bewegung bekommst du mit 1-2 Min. Verzögerung eine Benachrichtigung via Push-Mitteilung und E-Mail.

Nachdem du die App konfiguriert hast, musst du für dein altes Handy nur noch einen geeigneten Standort wählen sowie die Stromversorgung via Netzteil sicherstellen.

Tipps für die optimale Platzierung des Überwachungshandys

Beim Platzieren des Überwachungssmartphones solltest du auf Folgendes achten:

  • Breiter Blickwinkel: Wähle einen Standort, der den zu überwachenden Bereich gut abdeckt. Platziere das Smartphone am besten an einem hohen Punkt oder in einer Ecke, um ein möglichst breites Sichtfeld abzudecken.
  • Gute Lichtverhältnisse: Da das „Überwachungshandy“ keine Nachtsichtfunktion besitzt, sollte es an einem Ort aufgestellt werden, der auch nachts beleuchtet ist. Andernfalls wird nur eine dunkle Fläche aufgezeichnet.
  • Stabile Strom- und Internetversorgung: Platziere das Kamerahandy für eine zuverlässige und flüssige Verbindung am besten in der Nähe einer Steckdose und eines stabilen WLAN-Signals, um eine dauerhafte Strom- und Internetversorgung zu gewährleisten.

Dedizierte Überwachungskameras als Alternative nutzen und ihre Vorteile

Du die Nutzung eines alten Handys als Überwachungskamera auch mit Einschränkungen verbunden ist, könnte die Entscheidung für eine Überwachungskamera eine bessere Lösung sein.

Im Vergleich zu Überwachung mit Smartphones bieten solche dedizierten Überwachungskameras folgende Vorteile:

ÜberwachungskameraHandy
Bildqualität1080p/ 4K/ 8KAbhängig von der App
NachtsichtSchwarz-Weiß/Farbe/Starlight-NachtsichtKeine
Akkulaufzeit (bei gleichen Nutzungsbedingungen)LängerKürzer
ÜberwachungsfeldGrößer (mit PT-Funktion/ Weitwinkelobjektiv)Klein
Monatliche KostenEinige Marken haben es nichtDie meisten Apps erfordern es
Weitere FunktionenAlarm, Erkennung, Zwei-Wege-AudioErkennung, Zwei-Wege-Audio

Wenn du eine Kamera für eine längerfristige Überwachung suchst, aber auch nicht zu viel Geld ausgeben möchtest, so ist zum Beispiel Reolink eine echte Überlegung wert.

Die Kameras von Reolink können ohne Abonnement genutzt werden, bieten eine breite Produktpalette und reichen von günstigen bis hin zu hochpreisigen Modellen.

Die E1 Zoom (Testbericht) ist eine 4K-WLAN-Innenkamera, die eine Stromversorgung benötigt. Sie unterstützt drei Aufnahmemodi: 24-Stunden-Aufzeichnung, ereignisbasierte Aufzeichnung und zeitgesteuerte Aufzeichnung. Die Kamera bietet Schwarz-Weiß-Nachtsicht und verfügt über eine PTZ-Funktion, die eine breite Überwachungsabdeckung ermöglicht. Die Kamera kann Menschen und Haustiere erkennen und bietet eine Zwei-Wege-Audiofunktion. Sie ist auch als Babyphone geeignet.

Reolink E1 Zoom Überwachungskamera

Features:

  • Ohne Abonnement, voll funktionsfähig
  • 4K-Auflösung
  • Schwarz-Weiß-Nachtsicht
  • Schwenk und Neige, 3-fach optischer Zoom
  • Bewegungserkennung und -alarme
  • Unterstützt bis zu 12 simultane Videostreams

TrackMix WiFi (Testbericht) ist eine 4K-WLAN-Dualkamera. Ihr Hauptmerkmal sind die zwei Objektive mit langer und kurzer Brennweite, die sowohl eine breite Sicht als auch eine klare Fernsicht ermöglichen. Die Kamera hat eine Erkennungsfunktion und verfolgt automatisch erkannte Objekte. Es ist das derzeit meistverkaufte Produkt der Marke auf Amazon.

Reolink TrackMix WiFi Überwachungskamera

Features:

  • Ohne Abonnement, voll funktionsfähig
  • 4K-Auflösung
  • Schwarz-Weiß- und farbige Nachtsicht
  • Schwenk und Neige
  • Automatische Verfolgung
  • Intelligente Erkennung
  • Ton- und Lichtalarm

Rechtliche Aspekte der Videoüberwachung

  • Nur Privatbereich aufnehmen: Die Überwachung darf nur in deinem eigenen Wohnbereich stattfinden. Öffentliche Bereiche oder Nachbargrundstücke dürfen nicht erfasst werden.
  • Ein Hinweisschild anbringen: Bringe in der Nähe der Kamera ein Schild an, das Passanten/Besucher über die Videoüberwachung informiert.
  • Einwilligung: In einer WG oder Mehrparteienhäusern musst du eine Genehmigung deiner Mitbewohner haben, um eine Überwachungskamera anzubringen. Ohne Zustimmung kann es passieren, dass du die Kamera wieder entfernen musst.

Fazit

Ein altes Handy als Überwachungskamera zu verwenden, ist eine schnelle und kostengünstige Lösung. Über verschiedene Apps im Play Store, welche in der Basisversion zumeist kostenlos sind, lässt sich die Idee einer Überwachungskamera im Innenraum schnell umsetzen. Willst du allerdings eine längerfristige Überwachung deines Zuhauses, zum Beispiel auch im Außenbereich, ist der Einsatz einer „richtigen“ Überwachungskamera die bessere Lösung.


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