Start Android 5.0 Erster Eindruck: Galaxy Nexus mit Android 5.0.2 „Lollipop“ LiquidSmooth

Erster Eindruck: Galaxy Nexus mit Android 5.0.2 „Lollipop“ LiquidSmooth

Mit dem Verweis auf fehlende Treiber von seitens Texas Instruments schickte Google das Galaxy Nexus beim Erscheinen von Android 4.4 KitKat in Rente. Doch das Samsung-Smartphone gehört noch längst nicht zum alten Eisen. Wir haben es mit Android 5.0 „Lollipop“ bestückt und getestet, was die Firmware bereits taugt.

Zu alt, zu schwach, zu exotisch. Mit diesen drei Gründen erklärte Google, warum man Android 4.4 „KitKat“ für das Galaxy Nexus nicht mehr offiziell herausgebracht hatte. Für Nexus-Besitzer ist das nicht weiter tragisch, schließlich lässt sich ja einfach eine Custom-ROM wie zum Beispiel CyanogenMod installieren, und inzwischen gibt es rund ein Dutzend funktionierender Custom-ROMs mit KitKat für das Galaxy Nexus alias Maguro.

Mit Liquidsmooth steht eine erste Custom-ROM auf Android-5.0-Basis für das Galaxy Nexus bereit.
Mit Liquidsmooth steht eine erste Custom-ROM auf Android-5.0-Basis für das Galaxy Nexus bereit.

L noch in den Kinderschuhen

Auch wenn erste Meldungen über Custom-ROMs für viele Geräte bereits im November 2014 auf diversen Blogs auftauchten, soll hier nicht verschwiegen werden, dass sich die meisten Custom-ROMs noch in den Kinderschuhen bewegen und allenfalls das Prädikat „es läuft“ verdienen. Wer also auf ein wirklich stabiles System angewiesen ist, der wird erst in den kommenden Wochen zu einer stabilen Lollipop-Version wechseln können, egal welche Custom-ROM. Auch beim Galaxy Nexus sieht die ROM-Landschaft für Android 5.0 noch sehr dünn aus, für diesen Artikel haben wir eine inoffizielle Version von Liquidsmooth LP v4.0 für Maguro installiert. Die Details zur Installation behandeln wir in einem sepraten Artikel, der in Android Power User 05 erscheinen wird (ab nächster Woche im Google Play Kiosk).

Im Performance-Menü gibt es auch detaillierte Infos zum vorhandenen Speicher.
Im Performance-Menü gibt es auch detaillierte Infos zum vorhandenen Speicher.

Die größten Probleme machen weiterhin der Support für den verbauten Chipsatz von Texas Instruments in Zusammenhang mit der GPU. Seit Oktober 2014 gibt es zwar entsprechende Treiber für Android 4.4 und die Kamera-Hardware, bei Android 5.0 happert es allerdings noch, sodass die meisten ROM-Köche noch keine Lollipop-Builds für das Galaxy Nexus herausbringen. Fehlender Support für die Kamera ist auch mit ein Grund, warum es noch keine Nightly Builds von CyanogenMod 12 für das Maguro gibt.

Liquidsmooth v4.0

Die Installation auf unserem original Galaxy Nexus mit Android 4.3 bereitete keine Probleme. Einfach das passende Clockworkmod-Recovery installiert, ins Recovery gebootet und die üblichen Wipe-Vorgänge durchgeführt. Anschließend die Custom-ROM-Datei via adb push auf das Handy geschoben und nach einem Neustart meldete sich Liquidsmooth mit dem Homescreen von Android 5.0. Bei der Auswahl der passenden ROM-Datei haben wir uns für den Liquidsmooth-Build vom 12. Januar entschieden, weil damit angeblich auch die Kamera funktioniert. Bei Problemen mit der Kamera soll es helfen, Liquidsmooth ohne Wipe-Vorgang über die KitKat-Version zu installieren, das ist aber alles andere als sauber…

Dank App-Manager lassen sich die Berechtigungen aller Apps genau kontrollieren.
Dank App-Manager lassen sich die Berechtigungen aller Apps genau kontrollieren.
Offizielle Builds gibt es bislang nur mit Android 4.4 "KitKat".
Offizielle Builds gibt es bislang nur mit Android 4.4 „KitKat“.

Der erste Eindruck von Liquidsmooth (der erste Bootvorgang und die Installation dauern jeweils bis zu fünf Minuten) war durchaus positiv. Die vorinstallierten Apps funktionieren, das System fühlt sich wirklich „smooth“ an, und es finden sich in den Einstellungen bereis zahlreiche Anpassungsmöglichkeiten des ROMs wie Permission Manager, Ad Blocker und Liquidsmooth-eigene Einstellungen wie die App Cycle Bar oder der Snooze Timer.

Etwas Ernüchterung kam dann allerdings beim Versuch auf, die Android-User-Benchmarks zum Vergleich mit Android 4.3 zu starten. Vellamo blieb bei den Tests regelmäßig hängen und es kam sogar zu zwei kompletten Systemabstürzen. Irgendwann gelangen die Tests aber dann doch, die Resultate waren mit rund 1400 Punkten beim HTML-5-Test und 500 Zählern beim Metal-Benchmark aber weitgehend identisch. AnTuTu produzierte 14000 Zähler, das bekommt man mit KitKat auch hin.

Aufgefallen ist mir auch, dass das Galaxy Nexus bei der Installation von Apps doch recht lange braucht. Das dürfte damit zusammenhängen, dass nach der Umstellung von Dalvik auf ART alle Apps auf dem Zielgerät quasi neu kompiliert werden.

Über das Seitenmenü von Liquidsmooth rufst du die installierten Apps oder ein Auswahl davon auf.
Über das Seitenmenü von Liquidsmooth rufst du die installierten Apps oder ein Auswahl davon auf.

Die perfekte ROM?

Ein Blick in die Details zeigt, dass der Entwickler der ROM etwas „geschummelt“ hat, da als Kernel nicht der aktuelle Lollipop-Kern 3.4 zum Einsatz kommt, sondern ein recht alter Linux-Kernel 3.0.1 (quasi der Jelly-Bean-Kernel). Das lässt natürlich ein paar Fragen hinsichtlich der seit knapp drei Jahren gestopften Sicherheitslecks im Linux-Kernel aufkommen. Für Experimentierfreudige gibt es zwar alternative Kernel, aber damit funktioniert dann die Kamera wiederum nicht mehr. Und besser eine Android-5-Version mit einem alten Kernel als Jelly Bean mit dem gleichen Kernel…

Der Kernel 3.0.1 ist dann doch etwas arg alt...
Der Kernel 3.0.1 ist dann doch etwas arg alt…

Flashen oder oder warten?

Wer mit dem alten Kernel leben kann, der findet mit Liquidsmooth v4.0 eine recht gut funktionierende Custom-ROM auf Android-5.0-Basis für das Galaxy Nexus (maguro). Allen anderen empfehle ich, aktuell noch bei KitKat zu bleiben, bis die Probleme mit der Kamera und dem Kernel gelöst sind und es eine stabile Version deiner Lieblings-ROM gibt.

Kommentiere den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here