So installieren Sie KitKat mit CyanogenMod 11 auf dem Galaxy Nexus

So installieren Sie KitKat mit CyanogenMod 11 auf dem Galaxy Nexus

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Das Nexus 5 lockt mit guter Akkulaufzeit, verbesserter Kamera und natürlich mit Android 4.4 „KitKat“. Auch wenn Google für den Vorvorgänger Galaxy Nexus kein Update mehr liefern wird, mit den CyanogenMod 11 Nightlies installieren Sie schon jetzt KitKat auf dem Gerät.

Google verspricht, seine Nexus-Geräte 18 Monate lang mit Updates auf neue Android-Versionen zu versorgen. An dieses Versprechen hat sich das Unternehmen bisher auch immer gehalten. Allerdings ist Google nicht so gnädig, über das Versprechen hinaus ein wenig mehr zu tun – überschreitet ein Nexus-Gerät das besagte Alter, war’s das mit Updates!

Die 18-Monats-Grenze trifft bei Android 4.4 jetzt das Samsung Galaxy Nexus. Das erste Dual-Core-Nexus bekommt von nun an nur noch Software-Updates bei eklatanten Sicherheitslücken, die Android-Version bleibt jedoch bei 4.3 stehen. Wer KitKat auf seinem Galaxy Nexus installieren möchte, dem bleibt nur noch der Weg über ein Custom-ROM.

Bootloader des GNex öffnen

CyanogenMod ist nicht ohne Grund eines der am weitesten verbreiteten Custom-ROMs. Eine große Entwicklercommunity sorgt dafür, dass es das ROM für zahlreiche Geräte gibt. Natürlich wird von CM auch das Galaxy Nexus mit fertigen ROM-Images versorgt. Mithilfe des CyanogenMod Installers ist das ROM auch schnell auf dem GNex installiert (einen Artikel dazu finden Sie in diesem Heft), doch die Installationsroutine spielt immer nur die letzte offiziell freigegebene Version ein – im Falle des Galaxy Nexus ist das eben "nur" CyanogenMod 10.2.0 auf Basis von Android 4.3, für KitKat müssen Sie selbst Hand anlegen.

Abbildung 1: Nutzen Sie den CyanogenMod Installer, um eine Ausgangsbasis für KitKat zu schaffen.
Abbildung 1: Nutzen Sie den CyanogenMod Installer, um eine Ausgangsbasis für KitKat zu schaffen.

Sollte Ihr Galaxy Nexus bisher noch mit dem "Original-Android" laufen und sollte der Bootloader des Geräts von Ihnen auch noch nicht entsperrt worden sein, dann führt der einfachste Weg zu KitKat erst einmal dennoch über den CyanogenMod Installer – auch wenn das vom Assistenten installierte System nur eine Zwischenstation darstellt. Wer schon mit Custom-ROMs experimentiert hat, der kann sich diesen Schritt sparen.

Nach der Installation des CyanogenMod-Systems halten Sie sich daher nicht lange mit dem Einrichten auf – Sie setzen zum Abschluss der KitKat-Installation das System sowieso wieder komplett zurück. Wichtig ist, dass der Installer ohne großes Zutun den Bootloader des Handys entsperrt und ein Custom-Recovery installiert, sodass Sie anschließend mit der eigentlichen KitKat-Installation fortfahren können.

Besser komplett neu starten

Theoretisch bietet CyanogenMod eine Updateroutine an, über die Sie auch Nightly Builds und somit eben auch KitKat installieren könnten. Dazu müssten Sie in den Einstellungen unter Über das Telefon | CyanogenMod-Updates die Update-Typen auf Neue Versionen (inkl- Nightlies einstellen.

Anschließend listet der Updater die Nightly Builds in der Form "cm-11-20131216-NIGHTLY" auf. Per Klick auf das Icon neben dem Eintrag lassen sich diese CM-Nightlies dann direkt auf das Handy herunterladen und einspielen – dabei gehen nicht einmal Daten auf dem Handy verloren. Bilder, SMS oder Apps und deren Daten bleiben erhalten.

Abbildung 2: Vermeiden Sie das Upgrade über die in CyanogenMod enthaltene Update-Routine.
Abbildung 2: Vermeiden Sie das Upgrade über die in CyanogenMod enthaltene Update-Routine.

Das Upgrade über den Update-Manager hätte daher einige Vorteile, doch wir möchten Ihnen von diesem Weg abraten. Auf unserem Testgerät, das zuvor mit CyanogenMod 10.2 problemlos funktionierte, zeigten sich die Tücken dieses Update-Pfads. So passen direkt nach dem Update die schon installierten und eigentlich für CM 10.2 gedachten Google-Apps nicht mehr zu CyanogenMod 11, diese müssen nach dem Neustart wieder von Hand eingespielt werden.

CWM-Recovery

Sollten Sie zuvor schon mit Custom-ROMs auf Ihrem Galaxy Nexus gearbeitet haben, dann befindet sich bereits ein Custom-Recovery auf Ihrem Handy. Beachten Sie bitte, dass Sie für das Update zwingend das ClockworkMod Recovery in Version 6.0.4.3 [3] oder neuer benötigen, sonst bricht die Installation mit der Meldung "set_metadata recursive some changes failed" ab. Das TWRP-Recovery ist bisher noch komplett inkompatibel.

Bei uns hatte dies zur Konsequenz, dass sämtliche Google-Anwendung beim Start abstürzten. Erst nach Löschen und Neuinstallation von Gmail, Hangouts und Co. funktionierten diese wieder, aber auch nur in Grenzen. Play Music quittierte zum Beispiel auch dann noch den Download von Musik auf das Handy mit der Meldung, dass keine Verbindung zum Internet bestünde.

Android 4.4 "KitKat" installieren

Installieren Sie daher KitKat am besten von Hand über den Recovery-Modus des Handys; so spielen Sie nach dem ROM direkt die Google-Apps ein und setzen das Gerät gleich zurück in den Werkszustand ("Factory Reset"). Dann geht mit dem Update nichts schief und das Handy läuft mit KitKat reibungslos – so wie wir es in der Redaktion getestet haben.

Bevor Sie in den Recovery-Modus booten, laden Sie sich die aktuelle Nightly Build [1] und das dazugehörige Google-Apps-Paket [2] von den CyanogenMod-Seiten. Die Dateien cm-11-DATUM-NIGHTLY-maguro.zip und gapps-kk-DATUM.zip kopieren Sie anschließend in den Speicher Ihres Galaxy Nexus; von dort lassen sich die Firmware-Dateien direkt flashen.

Abbildung 3: Über den Fastboot-Modus laden Sie das zuvor installierte Custom-Recovery.
Abbildung 3: Über den Fastboot-Modus laden Sie das zuvor installierte Custom-Recovery.

In das Recovery-Menü gelangen Sie anschließend am einfachsten über den Fastboot-Modus. Dazu schalten Sie Ihr Galaxy Nexus ab und starten es dann wieder, indem Sie gleichzeitig die Lauter- und Leiser-Tasten zusammen mit dem An-Aus-Taster drücken. Im Fastboot-Mode wählen Sie über Lauter/Leiser den "Recovery Mode" aus, per An-Aus-Knopf laden Sie diesen.

Abbildung 4: Im Recovery-Menü installieren Sie das KitKat-Image und die Google-Apps.
Abbildung 4: Im Recovery-Menü installieren Sie das KitKat-Image und die Google-Apps.

Im Recovery-Modus installieren Sie die zuvor auf das Handy kopierten Daten wie von anderen Custom-ROMs gewohnt. Über Install ZIP | Choose ZIP from /sdcard installieren Sie mit der cm-11-DATUM-NIGHTLY-maguro.zip zuerst CyanogenMod selbst, anschließend wiederholen Sie den Schritt mit den Google-Apps in Form der gapps-kk-DATUM.zip. Jetzt setzen Sie mit Wipe data/factory Reset das Gerät komplett zurück und löschen über Wipe cache partition gleich noch den App-Cache. Reboot system now startet dann Ihr Galaxy Nexus mit KitKat neu.

Das Galaxy Nexus unter KitKat

Auch wenn sich die Bezeichnung "Nightly Build" nach einem extrem instabilen System anhört, müssen Sie keine Angst vor Abstürzen oder gar Datenverlusten haben. Auszuschließen ist das bei Testversionen nie, doch CyanogenMod-Nightlies arbeiten meist genauso stabil und zuverlässig wie die offiziell freigegebene CyanogenMod-Version. Schließlich setzt CyanogenMod ja "nur" auf den bereits intensiv getesteten Quellcode von Android auf. Oft zeigt sich der Baustellencharakter nur an fehlenden Übersetzungen in den von CyanogenMod gemachten Änderungen.

Benchmark-Ergebnisse

Test Funktion
Original-Android 4.3.1
AnTuTu 10019
Vellamo (HTML5) 1344
Vellamo (METAL) 393
CyanogenMod 10.2
AnTuTu 9986
Vellamo (HTML5) 1728
Vellamo (METAL) 404
CyanogenMod 11 Nightly vom 8.12.2013
AnTuTu 8589
Vellamo (HTML5) 1198
Vellamo (METAL) 402
CyanogenMod 11 Nightly vom 16.12.2013
AnTuTu 10159
Vellamo (HTML5) 1223
Vellamo (METAL) 403
Werte über drei Wiederholungen gemittelt.

Von der Optik her erinnert CM 11 auf dem Galaxy Nexus an ein aktuelles Nexus 5. Die Benachrichtigungsleiste am Kopf des Displays erscheint halb transparent, bei aktuellen Fullscreen-Apps fährt sie aus dem Bild und kann per Wisch vom oberen Bildschirmrand nach unten wieder hervorgeholt werden.

Abbildung 5: In seiner Optik unterscheidet sich das KitKat-Galaxy-Nexus kaum von einem Nexus 5.
Abbildung 5: In seiner Optik unterscheidet sich das KitKat-Galaxy-Nexus kaum von einem Nexus 5.

Abbildung 6: Zusammen mit den Google Apps installieren Sie auch den Google Experience Launcher.
Abbildung 6: Zusammen mit den Google Apps installieren Sie auch den Google Experience Launcher.

Abbildung 7: Der Google-Launcher bindet Google Now als ganz links angeordneten Homescreen ein.
Abbildung 7: Der Google-Launcher bindet Google Now als ganz links angeordneten Homescreen ein.

Abbildung 8: Bei geringer Nutzung hält das CM11-GNex mehr als 24 Stunden ohne Nachladen durch.
Abbildung 8: Bei geringer Nutzung hält das CM11-GNex mehr als 24 Stunden ohne Nachladen durch.

Durch die Installation der Google-Apps landet auch der "Google Experience Launcher" auf dem Gerät. Dieser stellt App-Icons generell deutlich größer dar und bindet Google Now als Homescreen auf der linken Seite ein. Auch die Menüleiste erscheint dann transparent, sodass mehr Platz für Inhalte auf dem Display bleibt.

Schlechtere Benchmarks

In Bezug auf die Performance der KitKat-Testversionen zeigt sich noch ein etwas durchwachsenes Bild. Während die Nightly vom 16.12.2013 das aktuelle CyanogenMod 10.2 beim AnTuTu-Benchmark inzwischen leicht abhängt, hinkt sie im HTML5-Leistungstest von Vellamo noch kräftig hinterher – wenn auch etwas weniger als im Vergleich zu den ersten Nightlies.

Abbildung 9: Im AnTuTu-Benchmark überholt das CM11-GNex die Original-Firmware wie auch CM 10.2.
Abbildung 9: Im AnTuTu-Benchmark überholt das CM11-GNex die Original-Firmware wie auch CM 10.2.

Abbildung 10: Beim HTML5-Test von Vellamo zeigt die KitKat-Firmware jedoch noch Schwächen.
Abbildung 10: Beim HTML5-Test von Vellamo zeigt die KitKat-Firmware jedoch noch Schwächen.

Nackte Benchmark-Zahlen sind jedoch nur die eine Seite, was am Ende zählt ist, wie sich das Handy in der Praxis bedient. In rund zwei Wochen Dauertest zeigte sich unser KitKat-Handy von der stabilen Seite, unerwartete Abstürze konnten wir nie beobachten, einzig die Kamera-App ließ uns ab und an im Stich und wollte neu gestartet werden. Positiv überraschte uns die Akkulaufzeit: Mit CM 10.2 überlebte unser Galaxy Nexus kaum einen Arbeitstag, mit CyanogenMod 11 musste es erst nach über 25 Stunden wieder an die Steckdose.

Fazit

Auch wenn bei den Benchmarks noch Luft nach oben bleibt, es lohnt sich, den CyanogenMod-Nightlies und damit auch KitKat auf dem Galaxy Nexus eine Chance zu geben. Funktionell bleibt alles beim Alten, auch die Akkulaufzeit der CM11-ROMs überzeugt. Als Bonus erhalten Sie ein brandaktuelles System mit allen Features, die man auch vom Nexus 5 kennt – ausgenommen Intels kabellose Streaminglösung WiDi und HDR+-Aufnahmen, das gibt die Hardware des Galaxy Nexus nicht her.

Und auch vor den täglich neu erstellten Daily Builds müssen Sie keine Angst haben. Diese lassen sich zum einen sehr bequem über die CyanogenMod-Updates direkt vom Handy aus unter Einstellungen | Über das Telefon installieren, zum anderen müssen Sie bei diesen nicht noch mal das Handy zurücksetzen. Beim Einspielen der Updates bleiben all Ihre Apps und Daten erhalten.


Infos

  1. CyanogenMod Nightlies für das Galaxy Nexus: http://download.cyanogenmod.org/?device=maguro&type=nightly
  2. Google Apps für Android 4.4: http://wiki.cyanogenmod.com/wiki/gapps#google_apps
  3. ClockworkMod Recovery: http://www.clockworkmod.com/rommanager

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