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So rooten Sie das Samsung Galaxy S3 mini

© Samsung

Das Galaxy S3 mini kommt zwar technisch nicht an die aktuellen Android-Spitzenmodelle heran, es bringt aber auf kleinstem Format alles mit, was ein gutes Smartphone ausmacht. Wir zeigen Ihnen, wie Sie das S3 mini mit dem One-Click-Tool Kingo Root unter volle Kontrolle bringen.

Wenn von Samsung und Root die Rede ist, dann fällt üblicherweise sofort das Stichwort „Odin“. Mit diesem Tool, das wir auch in der Fokusstrecke der aktuellen Ausgabe beschreiben, erhalten Sie auf den aktuellen Topmodellen von Samsung und vielen weiteren Samsung-Handys und -Tablets Root-Rechte. Doch Odin zu benutzen, ist nicht ganz trivial, und Sie müssen aufpassen, bei den Schritten keinen Fehler zu machen. Auch das S3 mini von Samsung lässt sich via Odin rooten. Wir beschreiben hier aber einen deutlich einfacheren Weg, der allerdings nur unter Windows funktioniert.

One-Click-Root mit Kingo

Kingo Android Root ist eines von zwei relativ neuen Rooting-Tools aus China. Gegenüber dem deutlich bekannteren VRoot hat es den Vorteil, dass es auch eine englische Version der Software gibt. Zudem ist Kingo Root aus Datenschutz- und Malware-Sicht relativ unbedenklich, während bei VRoot hier noch einige Zweifel bestehen. Wie dem auch sei: Wir haben Kingo Root mit mehreren Geräten zusammen verwendet und keine negativen Auswirkungen unter Windows oder gar auf dem Smartphone festgestellt. Für diesen Artikel benutzten wir die Version 1.1.7 von der Kingoapp-Webseite; da die Webseite aber je nach Tageszeit und Wochentag manchmal nur sehr langsam reagiert, gibt es auch einen alternativen Download auf Cnet.com. Das Windows-Binary heißt android_root.exe.

Kingo Root ist keine wirkliche One-Click-Lösung, wie sie noch unter Android 2.3 mit diversen Apps funktionierten, aber eine typische Windows-Anwendung, bei der Sie einfach immer wieder auf Next klicken müssen. Der Root-Vorgang setzt keinerlei spezielle Kenntnisse voraus und er funktioniert auch unter Windows 8. Als einzige Voraussetzung müssen Sie auf dem Samsung Galaxy S3 mini die Funktion für das USB-Debugging einschalten. Dazu öffnen Sie die Einstellungen und navigieren zum Punkt Entwickleroptionen. Hier setzen Sie einen Haken bei der Checkbox USB-Debugging. Zudem empfehlen wir Ihnen, das mit dem Samsung Galaxy S3 mini mitgelieferte USB-Kabel bereitzuhalten, da es je nach Kabel zu Problemen kommen kann. Damit sind sämtliche Vorbereitungen getroffen.

Ist das sicher? Das Rooten eines Android-Handys oder -Tablets ist vom Hersteller nicht vorgesehen. Jeder Root-Vorgang nutzt somit immer eine Schwachstelle im System aus. Im Unterschied zu anderen Root-Tools, die bekannte Schwachstellen ausnutzen, aber dafür nur für eine bestimmte Zeit funktionieren (bis der Hersteller die Lücke gestopft hat), setzt Kingo Android Root laut seiner Website auf nicht veröffentlichte Schwachstellen in Android. Deshalb ist die Software auch nicht als Open-Source-Lösung verfügbar. Kingo Android Root wurde von XDA Developers zunächst auf eine Liste von Schadsoftware gesetzt. Die aktuelle – hier benutzte – Version übermittelt keine IMEI-Daten mehr und gilt als sauber. Dennoch ist ein gewisses Restrisiko wie bei jeder unbekannten Sicherheitslücke nicht auszuschließen. Sie nutzen das Tool auf eigene Gefahr!

Treiber via Kingoapp

Starten Sie zunächst den Installationsassistenten der App via Doppelklick auf die heruntergeladene Datei android_root.exe. Lassen Sie sich von den kryptisch anmutenden Zeichen des Installers nicht irritieren. Nach der Installation startet die Windows-Anwendung sogleich. Unter Windows 8 müssen Sie Kingo Root aber als Administrator ausführen. Beenden Sie also die Software und klicken Sie anschließend mit der rechten Maustaste auf Das Kingo-Android-Root-Icon. Hier wählen Sie den Eintrag Als Administrator ausführen zum Start des Programms.

Abbildung 1: Unter Windows 8 müssen Sie das Programm mit Administratorrechten ausführen.
Abbildung 1: Unter Windows 8 müssen Sie das Programm mit Administratorrechten ausführen.

Nach dem ersten Start verbinden Sie Ihr Samsung Galaxy S3 mini mit dem Windows-Rechner. Hatten Sie das Handy bereits in Betrieb und die entsprechenden USB-Treiber installiert, dann sollte gleich das Fenster mit dem großen Root-Button erscheinen. Handelt es sich um ein neues Windows-System, auf dem noch keine Samsung-Treiber installiert sind, dann beginnt die Anwendung jetzt mit dem Download der benötigten USB-Treiber. Das kann ziemlich lange dauern. Erscheint kein richtiger Fortschrittshinweis und meldet das Programm immer wieder Connecting? gefolgt von Downloading?, dann sind die Kingo-Server für den Download nicht richtig erreichbar. Probieren Sie es dann einfach später noch einmal oder starten Sie die Anwendung/Windows neu. Alternativ können Sie die benötigten Treiber auch von der Kingoapp-Webseite herunterladen und zuerst installieren. In unseren Tests war das aber nicht notwendig. Allerdings klappte der Download erst beim vierten Versuch.

Abbildung 2: Achten Sie auf den Fortschritt bei Downloading device driver software von Kingo Android Root.
Abbildung 2: Achten Sie auf den Fortschritt bei Downloading device driver software von Kingo Android Root.
Abbildung 3: War bereits ein Treiber vorinstalliert, aber nicht der neueste/die passende Version, lädt das Programm den benötigten nach.
Abbildung 3: War bereits ein Treiber vorinstalliert, aber nicht der neueste/die passende Version, lädt das Programm den benötigten nach.
Abbildung 4: Befolgen Sie die Anweisungen der App für das Verbinden und Trennen des Handys, um die Treiber fertig zu installieren.
Abbildung 4: Befolgen Sie die Anweisungen der App für das Verbinden und Trennen des Handys, um die Treiber fertig zu installieren.

Haben Sie das Handy mit dem Windows-Computer verbunden und verlief der Download erfolgreich, dann erscheint der Dialog aus Abbildung 5. Hier klicken Sie einfach auf den schön großen Root-Button und warten nun, bis der Vorgang erfolgreich durchgelaufen ist. Da sich mit Kingo Android Root nicht nur das Samsung Galaxy S3 mini rooten lässt, sondern auch eine Reihe weiterer Handys, dauert auch dieser Vorgang eine Weile. Die Software probiert diverse Hacks aus, um an die Root-Rechte zu gelangen. Auch wenn die Liste in der neuesten Version von Kingo Android Root bereits etwas schneller arbeitet, als in früheren Versionen, müssen Sie ein paar Minuten einplanen. Eventuell erscheint auch ein Hinweis, dass Sie das Handy vom PC trennen und wieder anschließen sollen. Befolgen Sie diese Anweisung.

Abbildung 5: Erst wenn die Treiberinstallation geklappt hat, erscheint der Button, um das Samsung Galaxy S3 mini zu rooten.
Abbildung 5: Erst wenn die Treiberinstallation geklappt hat, erscheint der Button, um das Samsung Galaxy S3 mini zu rooten.
Abbildung 6: Während des Root-Vorgangs probiert das Programm nacheinander mehrere Schwachstellen durch.
Abbildung 6: Während des Root-Vorgangs probiert das Programm nacheinander mehrere Schwachstellen durch.

Hat alles geklappt, erscheint am Schluss der Dialog aus Abbildung 7. Sind Fehler aufgetreten, dann versuchen Sie es einfach noch einmal. Da sich einige Schwachstellen nicht reproduzierbar ausnutzen lassen, ist manchmal ein zweiter Durchgang notwendig. In unseren Tests mit Android 4.1.2 hat es im ersten Anlauf geklappt.

Abbildung 7: Hat alles geklappt, erscheint dieser Dialog, das Handy startet dann automatisch neu.
Abbildung 7: Hat alles geklappt, erscheint dieser Dialog, das Handy startet dann automatisch neu.

Der Neustart

Nach dem erfolgreichen Root-Vorgang startet das Galaxy S3 mini automatisch neu. Kingo Android Root will nun noch eine Veränderung am System vornehmen, um den Root-Status stabiler zu machen. Dazu sollen Sie auf dem Handy in der neu installierten SuperUser-App den Zugriff auf adb shell als Root-Nutzer erlauben. Bei unseren Tests verschwand der entsprechende Dialog auf dem Handy aufgrund eines Timeouts. Dennoch traten keinerlei Probleme mit dem Root-Zugriff auf. Ja, selbst ein Software-Update des S3 mini überlebte der Root-Zugriff.

Abbildung 8: Nach dem Root-Vorgang möchte das Kingoapp-Programm Zugriff auf die Shell via ADB erhalten. Dieser Schritt ist nicht notwendig.
Abbildung 8: Nach dem Root-Vorgang möchte das Kingoapp-Programm Zugriff auf die Shell via ADB erhalten. Dieser Schritt ist nicht notwendig.

Je nach Handy muss Kingo Android Root auch zu ein paar unschönen Kniffen greifen. Dazu versucht die App APK-Dateien auf Ihrem Handy zu installieren. In unseren Tests waren diese APKs mit bekannten Sicherheitsproblemen: MtkCamera und Diaggetroot. Auf dem Samsung Galaxy S3 mini war die Installation dieser Dateien aber nicht notwendig.

Dass auch wirklich alles geklappt hat, erkennen Sie daran, dass sich nun eine neue App SuperSU auf dem Galaxy S3 mini befindet. Sie regelt, welche App wie lange mit Administratorrechten arbeiten darf. Als zusätzliche Kontrolle können Sie eine der diversen Rootprüf-Apps aus dem Play Store installieren, zum Beispiel Root Checker Basic.

Abbildung 9: Dass der Root-Vorgang tatsächlich erfolgreich verlief, bestätigt Ihnen zum Beispiel die App Root Checker Basic.
Abbildung 9: Dass der Root-Vorgang tatsächlich erfolgreich verlief, bestätigt Ihnen zum Beispiel die App Root Checker Basic.

Genau so einfach wie das Rooten erledigen Sie auch das Unrooting, also den Zustand vor dem Rooten. Dazu schließend Sie Ihr Handy erneut an den Windows-Rechner an und wählen nach dem Start von Kingo Android Root den Button Unroot aus.

Fazit

Das Rooten mit Kingo Android Root ist wirklich ein Kinderspiel und verlangt keinerlei technisches Wissen. Unser Samsung Galaxy S3 hat nach dem Rooten genauso gut wie vorher funktioniert. Was Sie mit den erlangten Root-Rechten so alles anstellen können, lesen Sie im Artikel „Die besten Root-Apps“ in dieser Ausgabe von Android User.

Vielen Dank, dass Sie diesen Artikel gekauft haben. Sollten bei der Durchführung des Root-Vorgangs Probleme auftreten oder einige der Links nicht mehr funktionieren, erreichen Sie die Redaktion unter der E-Mail-Adresse redaktion@android-user.de. Bitte geben Sie dann als Betreff Support-Code: 10282 an.

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