Start Aktuell MaruOS: Zweite Beta-Version veröffentlicht, Projekt wird Open Source

MaruOS: Zweite Beta-Version veröffentlicht, Projekt wird Open Source

Maru ist ein kleines Projekt, das der Entwickler Preetam D’Souza in seiner Freizeit verfolgte und vor etwas mehr als einer Woche damit an die Öffentlichkeit ging. Es wandelt ein normales Android-Smartphone in einen vollen Linux-Rechner um.  Heute erschien nun die zweite Beta-Version.

Smartphones sind schon lange keine einfachen Mobiltelefone, sondern extrem schlaue Computer, einfach in einem kleinen Format. Wenn das so ist, dann sollte man diese kleinen Computer mit einem großen Monitor auch als echte Computersystem nutzen können, sagte sich der Entwickler Preetam D’Souza und machte sich daran, ein Nexus 5 so zu modifizieren, dass beim Anschließen via HDMI an einen externen Monitor automatisch ein voll funktionsfähiges Linux-System startet.

Maru OS nannte Preetam sein System und rief vor ein paar Tagen die Community auf, es zu testen. Anstelle von ein paar Downloads registrierte er aber gleich ein paar Tausend, Android User gehörte auch dazu. Wie Maru in der Praxis funktioniert, zeigt unser Video:

Seit heute gibt es nun eine zweite Beta Maru v0.2, die gegenüber der Vorgängerversion ein paar Bugfixes und eine neue Boot-Animation mit sich bringt. Zu den Bugfixes gehört die Unterstützung für die 32-GByte-Version des Nexus 5 (bisher zeigte das große Nexus 5 nur 16 GByte Speicher an), zudem lässt sich nun problemlos ein Factory Reset durchführen, ohne dass das System kaputt geht.

Der Entwickler hat zudem versprochen, Maru OS als freie Software zu veröffentlichen und somit allen Interessierten einen direkten Zugang auf den Quellcode zu ermöglichen. Da Maru OS neben Android 5.1 „Lollipop“ auf das aktuelle Debian 8 als Betriebssystem setzt, ist das auch nicht weiter schwierig, diese Komponenten stehen eh unter einer freien Lizenz. Lediglich die von Preetam selbst entwickelten Scripte müssen also noch unter eine freie Lizenz gestellt werden.

Den Schritt an die Öffentlichkeit und die geplante Veröffentlichung unter einer freien Lizenz wählte Preetam auch deshalb, weil er alleine die Hunderten von Anfragen und Verbesserungsvorschläge gar nicht schaffen würde, schließlich war Maru für ihn einfach ein Freizeitprojekt.

Download und Installation

Maru befindet sich aktuell noch in einer (geschlossenen) Beta-Phase und läuft erst auf dem Nexus 5. Dort lässt sich das System aber schon sehr gut benutzen. Um Maru auf dem Nexus 5 auch als Daily Driver zu benutzen, stehen aber noch ein paar Hürden im Weg, denn Updates bekommt Maru OS aktuell nur via Full Wipe, eine OTA-Möglichkeit, die die Nutzerdaten beibehält gibt es aktuell noch keine. Wenn du MaruOS unter diesen Prämissen ausprobieren möchtest, dann findest du unter http://maruos.com/#/ einen „Sign me up!“ Button, um an den Betatests teilzunehmen.

Aktuell steht MaruOS lediglich als Beta-Version für das Nexus 5 zum Download bereit. Dazu muss man sich registrieren.
Aktuell steht MaruOS lediglich als Beta-Version für das Nexus 5 zum Download bereit. Dazu muss man sich registrieren.

Nach der erfolgreichen Registrierung bekommst du per Mail einen Link zum Download des rund 700 MByte großen ZIP-Archivs für Linux, Windows oder Mac OS X. Das Archiv enthält nicht nur die entsprechenden Systemabbilder, sondern auch die zur Installation benötigten Tools adb und fastboot. Im besten Fall musst du also nicht mehr tun, als nach dem Download die ZIP-Datei maru-v0.2-hammerhead.zip zu entpacken und das darin enthaltene install.sh Script auszuführen. Dabei wird — falls notwendig — auch der Bootloader deines Smartphones entsperrt und auch bei entsperrtem Bootloader werden alle Daten auf dem Nexus 5 plattgemacht.

Schlicht und elegant: Der neue Bootscreen von MaruOS.
Schlicht und elegant: Der neue Bootscreen von MaruOS.

Um das vorinstallierte Debian-System zu nutzen, benötigst du eine Bluetooth-Maus und/oder eine Bluetooth-Tastatur (gibt es zusammen mit Touchpad ab 16 Euro bei Amazon) sowie einen Slimport-Adapter auf HDMI (bei Amazon ab 13 Euro). Für meine Tests benutzte ich den offiziellen Adapter von Slimport, der allerdings 21,80 Euro kostet. Sobald du das Nexus 5 via Adapter mit einem HDMI-fähigen Monitor verbindest, startet automatisch das vorinstallierte Debian-System. Auf dem Nexus 5 selbst bleibt dabei das Android-System erhalten und voll funktionsfähig, du bekommst also quasi 2 Systeme in einem. Hier unterscheidet sich MaruOS auch positiv von früheren Versuchen, aus einem Smartphone-OS ein Desktop-OS zu zaubern, wie zum Beispiel von Motorola mit dem Atrix 4G und dem Lapdock.

Wir bleiben dran und melden uns, sobald die Beta öffentlich verfügbar ist oder es MaruOS auch für andere Androiden gibt.

 

 

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