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Kommentar zum Google-Event: So war die Stimmung mit Pixel, Daydream und Co. vor Ort

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(c) Markus Mielek, Google

Gestern fand der lang erwartete und viel spekulierte Google-Presseevent statt. Man hatte gleich an mehrere Orte geladen. Ich durfte nach Berlin in die König Galerie. Ein sehr pompöser Name für ein von außen unscheinbares Gebäude. Voller Spannung wartete ich auf die Dinge, die da kommen sollten. Sollte sich Google tatsächlich von der Nexus-Reihe verabschieden?

Die Pixel Smartphones waren bereits geleakt und so erwartete ich in dem Bereich keine größeren Überraschungen. Nur den Preis und die Verfügbarkeit wollte ich natürlich wissen.

Im Vorfeld wurde aber auch über ein neues Betriebssystem namens Andromeda spekuliert.
In der 1,5 stündigen Präsentation war davon allerdings nichts zu sehen.

Im großen und ganzen war die Vorstellung für mich eher wenig berauschend. Die Google-Mitarbeiter auf der Bühne fanden alles was sie erzählten super toll und bahnbrechend aber so recht wollte es mich nicht überzeugen.

Ich nutze gerne Google Now und warte schon lange auf etwas wie den Google Assistenten. Die Hoffnung dieses bald auf allen Geräten am besten auch noch auf meinem Huawei Mate S nutzen zu können waren also hoch… und wurden leider enttäuscht.

Der Assistent schafft es zwar eventuell durch Google Home in unsere Wohnungen, allerdings findet man ihn ansonsten erstmal nur auf den neuen Smartphones made by Google.

Google Assistent
Der Google Assistent

In der Präsentation selbst sah man den Assistenten auf Englisch mit dem User sprechen, er soll aber auch super auf deutsch funktionieren. Davon konnten wir uns nach Präsentation auch live überzeugen aber so richtig vom Hocker gehauen hat es mich immer noch nicht.

Die Google Mitarbeiter vor Ort erzählten uns, dass es den Assistenten aktuell in 2 Sprachen gäbe. Zum einen in Englisch und zum anderen in Deutsch. Wann Allo auch auf Deutsch verfügbar ist, erwähnte man allerdings nicht. Diese Messenger App ist aktuell die einzige Möglichkeit den Assistenten zu testen und generell auf anderen Smartphones zu nutzen.

Nun mal Butter bei die Fische, was können wir in Deutschland erwarten:

Zum einen kann man seit gestern Abend die neuen Pixel Smartphones im Google Store und exklusiv bei der deutschen Telekom vorbestellen, die Preise sind dann aber doch recht hoch für das Gebotene und geliefert wird erst am 20. Oktober 2016.

Google Pixel in Schwarz
Google Pixel in Schwarz

Das sind die Specs und Preise für Pixel/XL

Die 12 MP Kamera soll mit 1,55µm die beste jemals in einem Smartphone verbaute Kamera sein. Leider muss man aber auf optische Bildstabilisierung verzichten. Um Speicher soll man sich, zumindest bei Fotos und Videos, keine Gedanken machen müssen. Diese dürfen in Originalqualität unbegrenzt in der Cloud gespeichert werden. Auf Wunsch räumen die Pixelsmartphones knapp werdenden Speicher frei, indem sie bereits gesicherte Fotos und Videos vom Gerät löschen. Das kann jedes andere Android-Smartphone mit der Google Fotos App ebenfalls.

Bei der 32 GByte-Versionen wird dies wohl auch nötig sein, da es auch bei den Pixel-Smartphones keinen microSD-Kartenslot gibt. Die Frontkamera knipst Selfies mit einer Auflösung von 8 MP.
Möchte man mehr lokalen Speicher haben, muss man zur 128 GByte-Version greifen.

Einzig in der Displaygröße von 5 bzw. 5,5 Zoll sowie der Akkukapazität von 2770 mAh bzw. 3450 mAh unterscheiden sich das Pixel und das Pixel XL. Durch die geringer Displaygröße wiegt das Pixel 143g bei einer Größe von 143,84 x 69,54 mm. Das Pixel XL wiegt hingegen 168g und ist 154,72 x 74,74 mm groß.

Beide Smartphones werden von einem Snapdragon 821 mit 2,15/1,6 GHz angetrieben, welcher von der Adreno 530 GPU unterstützt wird. Dabei stehen 4 GByte RAM zur Verfügung. Durch den 18W-Type-C-Fast-Charger sollen 15 Minuten Ladezeit für 7 Stunden Gesprächszeit reichen.

Beide Geräte kommen mit USB Type-C und 3,5 mm Klinkenanschluss sowie Fingerabdrucksensor, Beschleunigungsmesser/Gyroskope, Magnetometer, Barometer, Näherungssensor, Umgebungslichtsensor, Hallsensor und Android-Sensoren. Die Fakten hören sich so erstmal sehr solide an. Es ist zwar High-End, aber nichts wirklich Besonderes.

Aus der Reihe tanzt Google einmal mehr bei den Preisen. So fängt das kleine Pixel mit 32 GB bei 759 € an und kostet mit 128 GB 869 €. Zum Vergleich: Das Nexus 5X kostete offiziell etwas mehr als 400 Euro und geht nun für unter 300 über die Theke… Für die XL Version mit 5,5″-Display möchte Google bei 32 GByte Speicher 899 € und bei der 128-GByte-Variante 1009 € berappen.

Wer das Pixel gerne haben möchte und eh einen Vertrag bei der Telekom abschließen wollte, sollte deshalb dort vorbeischauen. Denn dort fängt das kleinste Modell bei monatlich 9,95€ an. So macht das auch Sinn, 1000 Euro für die 128 GByte-Version des XL wird wohl kaum jemand hinblättern…

Google träumt, neuer Chromecast

Die Pixel Smartphones sind auch Daydream Ready und dafür bedarf es natürlich einer entsprechenden VR Brille. Die Daydream View hatte Google gestern auch im Gepäck.

Daydream View
Daydream View, Foto: Markus Mielek, Google

Für einen super Tragekomfort hat man mit Kleidungsherstellern zusammengearbeitet und das ganze Gerät mit Stoff überspannt. Dabei hat der Kunde die Wahl zwischen drei Farben. Für eine leichte Bedienung liegt der Briller ein Controller mit Lagesensoren bei, welcher einen Lagerplatz innerhalb der Brille spendiert bekommen hat.

Die Brille kann mit allen Daydream kompatiblen Geräten genutzt werden, aktuell – mangels Alternativen – nur mit den Pixel-Modellen. Man hat sich auch eine ganze Reihe an Contentpartnern ins Boot geholt um Erlebnisse über Spiele hin zu Kino zu verschaffen. Die Brille kann ab Mitte November bei Google und der Telekom für 69€ erworben werden. Dieser Preis geht in Ordnung. Um auch ein grandioses Filmerlebnis auf dem heimischen TV zu bringen hat man noch den Chromecast Ultra vorgestellt.

Chromecast Ultra
Chromecast Ultra

Dieser soll 1,8 mal schneller sein als seine Vorgänger und bringt nun endlich 4K-Inhalte auf die Fernseher. Dabei setzt man zusätzlich auf HDR und Dolby Vision. Die WLAN-Verbindungen sollen zudem stabiler sein. Gekauft werden darf noch in diesem Jahr für 79€, ziemlich sicher erscheint der Chromecast also rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft.

Fazit: Gemischte Gefühle

Ich muss gestehen, ich musste das Event erstmal sacken lassen. Die Geräte sind alle interessant aber es gab keine großen Überraschungen. Auch wenn VR für mich eigentlich nicht so spannend ist, so hab ich mich doch am meisten über die Daydream View gefreut. Man kam vor allem im Bereich Steuerung zu einer meiner Meinung nach sehr guten Lösung.

Viel erwartet habe ich von den Pixel-Smartphones und wurde leider enttäuscht. Es gibt keine wirkliche Innovation außer dem Assistenten und dann ruft man dafür Preise auf, die man so nicht vom Android Markt kennt. Das Design ist zwar nicht schlecht aber es ist auch eher ein mit-der-Masse-mit-schwimmen. Gut gefallen hat mir aber, dass die Kamera nicht heraus steht.