Start Aktuell Kommentar: Ihr Deppen mit eurem Gratis-Gelaber geht mir auf den Sack!

Kommentar: Ihr Deppen mit eurem Gratis-Gelaber geht mir auf den Sack!

Es gibt Leute, die sind so blöd, dass du sie als Blogger am liebsten auf den Mond schießen möchtest. Die Rede ist von den Leuten, die sich darüber ärgern, dass sie im Internet für etwas bezahlen sollten. Information muss frei bleiben und „ich bin doch nicht blöd!“ ist ihr Haupt-Argument. „Doch, du bist blöd!“, sage ich!

Ich habe mir lange überlegt, ob ich zu diesem Thema hier etwas auf Android User schreiben soll. Aber es gibt Dinge, die müssen einfach raus. Ich biete ja seit März auf android-user.de bestimmte Artikel nur gegen Bezahlung an, und das scheint für einige Leserinnen und Lesern total daneben zu sein. Die typische Reaktion auf Facebook oder Google+ dieser Personen fällt so aus: „Sag mal, spinnt ihr eigentlich, für Artikel Geld zu verlangen! Ich bin dann mal weg und entkreist habe ich euch auch gleich.“

Was, bezahlen? Dann lese ich halt woanders und blockiere euch!

Es gibt auch andere Ausdrucksweisen, die ich euch hier erspare. Nun gibt es Leute mit Verstand und solche ohne. Den Leuten mit Verstand — die auf Android User zum Glück in der Überzahl sind — kann man erklären, dass sich die Seite nicht nur über Anzeigen finanzieren möchte, dass die Artikel ja nicht gekauft werden müssen, und dass es ja auf android-user.de auch Tausende von Artikeln gibt, die man auch ohne Bezahlung lesen kann. Wer auch nur etwas Verstand besitzt, der versteht das, klickt zum nächsten Beitrag und kauft vielleicht mal ein Heft bei Google Play oder sogar mal den einen oder anderen Artikel oder ein Jahresabo.

Doch die restlichen X Prozent, die sind einfach zu blöd. Die würden selbst Gift schlucken, wenn du drauf schreibst „Leckeres gratis Essen“. Egal wie das schmeckt, Hautpsache gratis. Und die lesen auch jeden Scheiß im Internet, Hauptsache gratis und fliegen für 35 Euro nach Mallorca: Hauptsache Schnäppchen gemacht und sich über die alte Oma amüsiert, die nicht kapiert hat, dass sie kein Handgepäck mitbringen darf, das größer als 35 x 27 x 51cm ist: „Die dumme Oma hat wohl kein Internet, hehe. Hätte sie halt das Kleingedruckte lesen müssen!“

Und das Schlimmste an diesen asozialen Deppen: Sie kapieren selbst dann noch nicht, was sie mit ihrer Geiz-ist-Geil-Mentalität anstellen, wenn sie ihren Job verlieren. Weil das Management „optimieren“ muss, und die Produktion nach Fernost auslagert, um die Dinge, die bisher für 100 Euro mit 30 Prozent Marge verkauft wurden, in Zukunft für 80 Euro mit 50 Prozent Marge zu verticken. Das ist geil, 20 Euro günstiger für den Kunden und es bleibt mehr bei den Investoren! WIN-WIN. Nein, sie haben es immer noch nicht kapiert, dass es sich hier um LOSE-LOSE handelt. Wir „Normalos“ sind die großen Verlierer im Spiel, auch wenn wir alles immer günstiger kaufen können.

Doch zurück zum eigentlichen Thema. Die exakt gleichen Personen stellen sich in eine Lange schlange, um jeden Tag gratis sechs Bonbons zu erhalten. Auf den Bonbons ist Reklame zu sehen. Mal für Samsung, mal für Huawei, mal für Sony usw. Stört ja nicht, das Bonbon schmeckt ja nicht nach Samsung, Sony oder Huawei, und die Bonbons gibt es an praktisch jeder Ecke, wenn auch in etwas unterschiedlichen Geschmacksrichtungen.

Auf einmal fängt einer der Bonbon-Verteiler an, pro Tag nur noch vier Bonbons zu verschenken. Zwei weitere, die ganz besonders gut schmecken sollen, gibt es nur gegen Bezahlung, 79 Cent das Stück oder 1,49 Euro Flatrate pro Monat (rund 10 Bonbons, macht 14,9 Cent pro Bonbon). Jeder halbwegs intelligente Mensch stellt sich entweder am nächsten Tag an einer anderen Ecke an, um weiterhin 6 Bonbons gratis zu erhalten (die schmecken zwar nicht ganz so lecker, aber hey, es ist gratis) ODER er bleibt seinem bisherigen Bonbon-Verteiler treu und begnügt sich mit vier gratis Bonbons pro Tag und ab und zu mal leistet er sich ein Bezahl-Bonbon oder auch nicht. Vielleicht stellt er sich in Zukunft auch in zwei Schlangen an und holt sich dort 6 Stück gratis, hier 4. Sein gutes Recht, und damit habe ich absolut kein Problem.

Jetzt kommen aber die wenigen Deppen ins Spiel: Sie beschweren sich beim Verteiler der kostenpflichtigen Bonbons darüber, warum er nicht alle Bonbons gratis verschenkt! Ja, genau, sie beschweren sich lautstark! Sie sind überzeugt davon, dass ihnen alle Bonbons gratis zustehen. Wer hat ihnen das bloß eingeredet? Das sind die gleichen Typen, die einer gratis App im Play Store ein Rating von einem Stern verpassen, nur weil die App auch (!) In-App-Käufe ermöglicht. Nicht weil die App schlecht wäre (das interessiert ja die Geiz-ist-Geil-Person nicht, wenn etwas gratis ist), sondern aus dem einfachen Grund, dass die App auch In-App-Käufe ermöglicht.

Das Internet muss frei bleiben

Neben den „Deppen“ gibt es noch eine zweite Gruppe von Menschen, die sich von den Empörten etwas unterscheiden. Sie konsumieren nicht jedes gratis Bonbon, das sie in die Finger bekommen und sind auch bereit, mal etwas Geld für Inhalte im Internet auszugeben. Für die gute Sache, damit das Internet frei bleibt.

Ich bin selbst mit freier Software aufgewachsen und bis heute ein großer Verfechter davon, auch eines freien Internets. Doch erstens ist das Internet schon lange nicht mehr frei, sondern GEO-Zäune, Content-Filter und Suchmaschinenzensur sind an der Tagesordnung. Zweites gibt es einen riesigen Unterschied zwischen dem freien Zugang zum Internet und freien Inhalten im Internet. Jeder Mensch sollte in der Lage sein irgendetwas so günstig wie möglich — optimalerweise gratis — im Internet zu veröffentlichen. Oder um beim Bonbon-Beispiel zu bleiben: Jeder Mensch auf der Erde sollte das Recht haben, gratis Bonbons zu verteilen. Das ist für mich das freie Internet: Wenn ich will, kann ich bloggen und im Netz tun was ich möchte. Doch daraus den Kehrschluss zu ziehen, dass jeder der etwas im Internet veröffentlicht, das auch gratis tun muss, das ist schlichtweg falsch.

Wo schließt sich der Kreis?

Ich könnte diese Seite auch deshalb machen, weil ich einfach Spaß an Android habe und möchte, dass möglichst viele Leute auch das Wissen über Android bekommen, das ich mir in den vergangenen Jahren angeeignet habe. Hätte ich genug Geld für meine Familie und meine Rente auf der Seite, würde ich das sogar tun, komplett gratis und ohne Anzeigen. Just for fun. Das nennt man uneigennützig gratis. Doch die wenigsten Dinge im Leben sind uneigennützig gratis. Selbst wenn der Pfarrer am Sonntag in der Kirche seine Predigt hält, möchte er dabei auch, dass die Kirche gefüllt ist, und es der Gemeinde auch finanziell gut geht.

Wenn etwas gratis ist, sollte man deshalb immer hinterfragen, wo denn das Geld herkommt. Das gilt nicht nur bei android-user.de, sondern auch bei allen Apps im Play Store und überhaupt im ganzen Leben. Android User finanziert sich selbst, hat keine politischen Absichten und legt wert auf einen guten Support. Klar will ich mit dieser Seite Geld verdienen, was denkst denn du? Aber ich will es nicht (nur) mit Anzeigen tun und dir auch nicht jeden Tag einen Artikel im Stil von „Die zehn besten XYZ-Apps mit Popup-Reklame und Bildergalerie zum 25 mal klicken zumuten. Denn solche Artikel und Webseiten mag ich selbst nicht.

„Darüber empört zu sein, dass jemand im Internet mit Inhalten Geld verdienen möchte, ist einfach nur blöd!“

Ich bin überzeugt davon, dass man auch im Internet mit guten Inhalten Geld verdienen kann, nicht nur mit Anzeigen. Artikel für Geld zu verkaufen, ist mein gutes Recht. Das hat mit „freiem Internet“ nichts, aber auch gar nichts zu tun. Und wenn dir das nicht gefällt, dann musst du die Artikel nicht lesen und auch nicht kaufen — das ist dein gutes Recht! Aber darüber empört zu sein, dass jemand im Internet mit Inhalten Geld verdienen möchte, das ist einfach nur blöd, dumm, doof!

Wenn du den Artikel bis hierher gelesen hast, dann gehörst du nicht zu den Leuten, über die ich mich hier ärgere. Also nimm es bitte nicht persönlich. Danke!

3 Kommentare

  1. Angebot und Nachfrage gibt es eben auch im Internet. Es gibt sehr gute Blogs wie Caschys Blog oder Smartdroid, die ihren Content werbefinanziert und aus meiner Sicht hochwertig zur Verfügung stellen. Du/Ihr müsst natürlich irgendwas besser machen, um einen finanziellen Obulus zu verlangen. Eure Artikel haben keinen signifikanten Mehrwert gegenüber den anderen Blogs und wenn ich mich recht erinnere, hatte ich letztens ebenfalls so eine von dir kritisierte Überschrift gelesen ala „Die 5 besten Neuerungen in Android 6.0“ Warum sollte ich dafür zahlen? Prinzipiell gebe ich dir bei der Kritik an der Gratisgesellschaft recht, aber du vergleichst hier meiner Meinung nach Äpfel mit Birnen. Habt ihr die besten Artikel? Berichtet ihr als erster zu neuen Geräten? Habt ihr exklusive Hintergrundinfos oder bahnbrechende Interviews? Das wären alles Gründe um ein paar cent zu zahlen. Aber davon seid ihr (persönliche Meinung) weit entfernt.

  2. Sorry andersrum wird m.e. Ein Schuh draus. Es gibt so viel zu deutsch gesagt Bullshit im Netz den keiner braucht. Wer sich abhebt durch besondere Merkmale (unique selling Point) der bekommt auch Geld. Wenn ich sehe für welchen Unfug (auspackvideos, unrecherchiertes und unkommentiertes abschreiben von Meldungen, Vorspielen von spielen etc.) es wie viel Geld gibt…da kann etwas ausmisten nicht schaden.

  3. Hallo Marc,
    da hast du etwas falsch verstanden. Ich beschwere mich hier nicht, dass die Seite zu wenig Einnahmen generieren würde oder wir zu wenig Artikel verkaufen. Im Gegenteil: seit dem Launch von LaterPay im März haben wir über 1000 Artikel verkauft. Das sind vom Verdienst her immer noch Peanuts, aber immerhin kann ich davon ein paar neue Beiträge finanzieren. Mein Ärger gilt den Typen, die sich generell darüber beschweren, dass man Content verkauft. Das Gleiche würde auch bei Denny oder Caschy passieren, mit der Qualität der Inhalte selbst hat das überhaupt nichts zu tun.

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