Start Im Test KAZAM Trooper 450L Testbericht

KAZAM Trooper 450L Testbericht

Der englische Hersteller KAZAM bringt mit dem Trooper 450L ein Gerät auf den deutschen Markt, das sich mit LTE-Empfang und einem günstigen Preis an Vielsurfer richten soll. Wir haben das schicke Kazam-Smartphone für euch getestet.


Das Trooper450L ist das erste Gerät der Trooper-Reihe, welches den 4G-Standard unterstützt.  Der erste Eindruck des etwa 150€ teuren Geräts fällt für die Einsteigerklasse überraschend gut aus, der Langzeittest brachte dann aber doch ein paar Schwächen an den Tag.

Doch zunächst zu den Fakten: Das Trooper 450L bringt ein 5 Zoll Display mit einer Auflösung von 854 x 480 Pixeln. Angetrieben wird es von einem MSM8916 Quad-Core-Prozessor mit 1,2 GHz (Snapdragon 410) sowie dem Qualcomm Adreno 306 als Grafikeinheit. Der Speicher ist mit 8 GByte knapp bemessen aber per microSD um 32 GByte erweiterbar. Auch der Arbeitsspeicher ist mit 1 GByte recht gering ausgefallen, was sich bei der Nutzung bemerkbar macht. Mit Maßen von 145 x 73,5 x 9,9 mm und einem Gewicht von 170g ist es für diese Displaydiagonale relativ groß und schwer, lässt sich aber noch einhändig bedienen. Neben Silber ist das Gerät in den Farben Anthrazit, Blau und Rot verfügbar.
Ab Werk ist eine Displayschutzfolie aufgebracht, welche das Display vor möglichen Schäden schützt. Diese zieht die Fingerabdrücke aber nahezu magisch an. Die von uns getestete silberne Version hat eine aufgeraute Rückseite, welche an gebürstetes Metall erinnert. Dieser Effekt hat den Vorteil, dass man auch mit schwitzigen Händen das Smartphone sicher festhalten kann. Die Verarbeitung wirkt sehr stabil, das Plastik der Rückseite hinterlässt allerdings einen billigen Eindruck. Beim Abnehmen dieser hat man aber nicht das Gefühl, dass sie einem jeden Moment zerbrechen könnte, obwohl die Rückseite sehr fest sitzt und damit schwer zu öffnen ist.

Lautstärke-Wippe und Power-Button unterstützen den stabilen Eindruck. Sie haben einen guten Druckpunkt und wackeln nicht. Man setzt zudem noch auf kapazitive Tasten, was mir persönlich sehr zusagt und — gerade beim kleinen Touchscreen — für mehr Platz auf dem Display sorgt.

Die Steckplätze für die Micro-SIM und die microSD befinden sich im Inneren. Das Telefon muss also immer ausgeschaltet werden, wenn man die Speicherkarte wechseln möchte. Im Lieferumfang findet man neben dem Gerät und dem wechselbaren Akku das Netzteil mit einem Output von 1A sowie ein Micro-USB-Kabel und Kopfhörer. Letztere dienen als Antenne für das FM-Radio. Mit Android 4.4.4 ist auch die Software nicht mehr taufrisch aber nah an purem Android angelehnt. Auf NFC und den eigentlich üblichen Kompass muss man verzichten, bezüglich Bluetooth nutzt man den 4.0 Standard. Die Verbindung mit meinen Bluetooth-Kopfhörern lief problemlos und stabil.

Leistung

Es gibt immer mal wieder Denkpausen. Diese treten vor allem beim Wechsel von Anwendungen und dem wischen von Seite zu Seite auf. Mich persönlich haben sie eher weniger gestört auch wenn sie länger ausfallen als bei so manchem High-End Androiden. Beim Scrollen durch den Google+-Stream kommt es zu deutlichen Rucklern.

Kazam Trooper 450L - Homescreen
Der Homescreen sieht wie bei den meisten Android-Geräten mit purem Android bzw. Android Open Source Projekt aus.

Kleinere Spiele wie Ingress und Line Ranger sind gut spielbar und auch der Akku hält für seine Größe von 2000 mAh erstaunlich lange. Während ich zB mit meinem Oppo Find 7a (2.800mAh) an einem normalen Arbeitstag bereits gegen 15/16 Uhr an die Steckdose muss hat das Trooper 450L gut bis 18/19 Uhr durchgehalten. Das bedeutet bei meiner Nutzung 11h Laufzeit mit knapp 4h Screen-On-Time und ca 1h Ingress. Man muss aber bedenken, dass das Display eine deutlich geringere Leuchtkraft, Farbkraft und Auflösung mit bringt und zudem 0,5 Zoll kleiner ist. Im Vergleich schafft das LG G4 bei gleicher Nutzung nochmal etwa 1-2 Stunden mehr.

Kazam Trooper 450L - Appdrawer
Nexus like: Der App-Drawer des Kazam Trooper 450L.

Im AnTuTu werden etwa 21000 Punkte erreicht. Bei den Vellamo-Test liegt das Kazam für Metal bei ungefähr 810 und bei ca 2020 Punkten für HTML. Für Multicore werden gut 1220 Punkten erreicht. Diese Werte entsprechen der unteren Mittelklasse bis oberen Einsteigerklasse.
Das Urteil für das Preisleistungsverhältnis liegt daher bei gut. Die detaillierten Benchmark-Werte und technischen Daten findest du in unserer Gerätedatenbank.

 

Kazam Trooper 450L - Einstellungen
Die Einstellungen des Kazam Trooper geben sich in einem eigenen Look & Feel.

 

Kamera

Die Kamera und die Frontkamera sind mit 5 und 0,3 Megapixeln sehr schwach ausgefallen. Für Schnappschnüsse, bei denen man geringe Qualität verkraften kann reicht es aus. Abfotografierte Texte sind lesbar aber die Bilder sind farbschwach und verwaschen.

Kazam Trooper 450L - einfahrende U-Bahn
Selbst die wirklich langsame U-Bahn bringt das Trooper 450L nicht scharf hin.
Kazam Trooper 450L - U-Bahn-Station
Das Foto spiegelt die echten Farben nicht wirklich realistisch.

Für Urlaubserinnerungen also eher nicht zu empfehlen. Beim Filmen nimmt man viele Störgeräusche wie zum Beispiel Wind auf. Durch den fehlenden Bildstabilisator werden die Aufnahmen trotz ruhiger und langsamer Kamera-Führung wackelig und stockend.

Kazam Trooper 450L - Berliner TV-Turm
Als Erinnerung ok, aber als Foto zum Ausdrucken eher schwach. Ein weiteres Testphoto des Kazam Trooper 450L.

Display

Texte werden auf dem geringauflösenden Display erstaunlich scharf dargestellt, aber ab einer gewissen Größe (bzw. eher „Kleine“) merkt man doch die schwache Auflösung. Ein minimales Vergrößern der Schrift kann da schon viel ausmachen. Die Farbdarstellung ist zudem sehr schwach und auch die Helligkeit lässt zu wünschen übrig. Bei Sonnenschein ist so gut wie nichts mehr auf dem Display zu erkennen. Beim Multitouch-Test enttäuschte das Gerät zudem mit gerade mal 2 gleichzeitig erkannten Berührungen.

 

Internet / Surfen / Empfang

Die Hauptfunktion, das Surfen im Internet, bewältigt das Trooper 450L sehr gut, wenn man nicht gerade Desktop-Versionen von Webseiten betrachten möchte. Dort macht sich die geringe Auflösung bemerkbar und erschwert die Lesbarkeit deutlich.

Kazam Trooper 450L - Base-Website
Falls eine Webseite in der Desktop-Version lädt, sind die kleinen Buchstaben kaum noch zu lesen.

Beim Browser nimmt Kazam auf die schwache Hardware des Smartphones Rücksicht: im Gegensatz zu den meisten Geräten findet man als Standardbrowser den schlanken Dolphin neben Googles Chrome. Wer mit dieser Entscheidung unzufrieden ist, kann Dolphin — wie den Rest der wenigen vorinstallierten Apps — problemlos entfernen.

Bei der Empfangsleistung für LTE und 3G gab es nichts auszusetzen, diese ist sogar teilweise besser als die des LG G4. Dafür reisst die WLAN-Verbindung etwas früher ab. Bezüglich WLAN unterstützt man die Verbindung mit 802.11 b-, g- und n-Netzen aber nur mit 2.4 GHz.

Audio

Die Telefonie-Qualität ist gut. Ich konnte mein Gesprächspartner deutlich verstehen und dieser mich. Selbst in der Nähe von Hauptstraßen und damit viel Lärm gibt es in dieser Hinsicht keine Beanstandungen.

Zum Musikhören ist das Gerät allerdings nicht geeignet. Was über die Kopfhörer noch annehmbar ist, ist über den rückseitigen Mono-Lautsprecher nicht mehr zu genießen. Die Lautstärke ist für die Preisklasse in Ordnung, Höhen und Tiefen sind aber nicht mehr auszumachen und der Ton wird sehr gedämpft sobald das Gerät mit der Rückseite auf einer ebenen Fläche liegt.

Besonderheiten

Kazam bietet in den ersten 12 Monaten einen einmaligen kostenlosen Tausch des Displays auch kann man die Garantie auf 3 Jahre verlängern lassen. Hat man dringende Probleme, gibt es zudem eine integrierte Fernwartungsfunktion. Was man von dieser Funktion in Zeiten von NSA und GCHQ halten soll, sollte jeder mit sich selbst ausmachen.

Fazit

Für Einsteiger, die gelegentlich mal im Internet surfen, vielleicht noch Facebook oder WhatsApp nutzen, sowie mal ein Telefonat führen wollen, ist das Kazam Trooper 450L zu empfehlen.
Wer viel im Netz surft oder mit kleinen Rucklern und Bedenksekunden nicht Leben kann, wird keine Freude mit diesem Gerät haben. Das getestete Smartphone ist ein solides Starter-Gerät mit akzeptablen Preisleistungsverhältnis.

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