Start Magazin Inbox – Ein erster intensiver Arbeitstag mit Googles neuer Mail-Software

Inbox – Ein erster intensiver Arbeitstag mit Googles neuer Mail-Software

Nachdem Google Inbox vorstellte (Wir berichteten) warteten wir nur darauf, dass ein Invite Code in unserem Postfach landen würde um den neuen Dienst auszuprobieren. Glücklicherweise mussten wir auch nicht allzu lange warten und konnten Inbox nun über die letzten zwei Tage intensiv testen. Jetzt wollen wir uns der im Raum stehenden Frage widmen, ob Inbox wirklich so sinnvoll und arbeitssparend ist, wie Google verspricht und für wen Inbox wohl die größte Erleichterung darstellen wird.

Bei jedem Start von Inbox, ob im Browser oder mit der App, fängt die Benutzung im Posteingang an. Hier wird alles angezeigt, man hat den kompletten Überblick über seine Mails. Die Liste ist in unterschiedliche Zeitabschnitte unterteilt, wie „Heute“, „Gestern“, „Diesen Monat“ etc. und bietet so auf den ersten Blick einen guten Überblick. Die Oberfläche an sich ist durchgängig im Material-Design gehalten. Dadurch sind optische Unterschiede der App und des Webdiensts nahezu nicht vorhanden. Auf der einen Seite ist das gut, man findet sich leicht zurecht, auf der anderen wird auf größeren Displays viel Platz verschenkt. Auf der gesamten Breite wird immer nur das eine Listenelement angezeigt, sinnvoll genutzter Platz sieht anders aus. Ebenso ist es störend, dass die Sidebar nicht permanent sichtbar ist, sondern erst über einen Klick geöffnet werden muss. Das mag zwar so optisch ansprechender sein, praktisch oder effizient ist das jedoch sicherlich nicht.

Bildschirmfoto 2014-10-25 um 20.17.17

Die Bundles

Zentraler Bestandteil von Inbox ist die Gruppierung in sogenannte Bundles. Etwas ähnliches wurde eigentlich bereits vor einigen Monaten in Google Mail integriert, hier wird seitdem in „Allgemein“, „Soziale Netzwerke“, „Werbung“ und „Benachrichtigungen“ unterschieden. Diese automatisierte Trennung ist bei Inbox nochmal deutlich verstärkt, es gibt mit „Reisen“, „Käufe“, „Finanzen“, „Soziale Netzwerk“, „Benachrichtigungen“, „Foren“ sowie „Werbung“ deutlich mehr Bereiche. Ein weiterer elementarer Unterschied, ist, dass in Inbox im Posteingang auf einen Blick alle Mails angezeigt werden und es keine vier Reiter gibt, wie bei Google Mail. Zwar sind die Mails in den genannten Bundles zusammengefasst, über einen Klick auf ein Bundle klappt sich aber die entsprechende Liste mit Mails aus. Die neuen Gruppen machen Sinn, die Vorsortierung klappt allerdings noch nicht zuverlässig. Wir gehen davon aus, dass Googles Algorithmen hierbei mehr und mehr dazulernen werden, je mehr Nutzer Inbox verwenden. Die unter Google Mail genutzten Labels tauchen auch in der Inbox auf und können als selbst konfigurierte Bundles verwendet werden. Über Filterregeln können die Gruppierungen konfiguriert werden. Einstellungen über Benachrichtigungen zu eingegangene Mails von Bundles sind ebenfalls vorhanden.

Screenshot_2014-10-25-20-22-30
Optisch überzeugt das Material-Design auf ganzer Linie.

Einzigartige Funktionen

Um mit E-Mails zu interagieren besitzt Inbox über die obligatorische Löschen-, Verschieben- und Weiterleitungsfunktion einige zusätzliche Features, die uns den Alltag mit unseren Mails erleichtern sollen. Durchgelesene E-Mails, die nicht weiter benötigt werden, können über einen kleinen Haken als Erledigt markiert werden und verschwinden dadurch aus dem Posteingang. Aufrufbar sind die abgehakten Mails dann entweder über den Menüpunkt „Erledigt“ oder im entsprechenden Bundle.

Des weiteren möchte Google uns helfen entscheidende Mails nicht zu vergessen und aus den Augen zu verlieren. Dafür sind in Inbox verschiedene Wege integriert. Manchmal bekommt man eine wichtige Mail, hat gerade aber überhaupt keine Zeit diese zu bearbeiten. Solche Nachrichten lassen sich mit Inbox, über ein kleines Uhren-Icon, einfach zurückstellen. Das bedeutet, dass an einem anderen Zeitpunkt, für jede Mail spezifisch vom Nutzer angegeben, Inbox mit der selben Mail noch mal kommt und die Möglichkeit bietet die Nachricht dann abzuarbeiten. Eine andere Option wäre die Mail über den kleinen Pin zu fixieren. Das sorgt dafür, dass entsprechende Mails fest im Posteingang angezeigt werden und nicht zeitlich verschwinden. Eine fixierte Mail von gestern wird demnach nicht, wie normalerweise der Fall, bei „Gestern“ angezeigt, sondern ist im „Heute“-Abschnitt zu finden. Man kann sich zudem alle fixierten Mails auf einmal anzeigen lassen, indem man einen Regler in der oberen Leiste umlegt. So bekommt man einen guten Eindruck über noch ausstehende Arbeit und kann schneller gesuchte Mails finden. Darüber hinaus ist an vielen verschiedenen Stellen eine Erinnerungs-Funktion an Bord, die unter anderem kurze Notizen zu Mails ermöglicht.

 

Darstellung von Informationen

Ein herauszuhebender positiver Punkt in der Benutzung ist die Darstellung von in E-Mails enthaltener Information. Allgemein spricht Inbox Anhängen wie Bildern oder PDFs eine große Priorität zu, was sich in einer großen Darstellungsweise ausdrückt. Zusätzlich sind immer wieder Karten zu finden, die denen von Google Now ähneln, und hübsch zusätzliche Informationen bieten. Bei Einkäufen kann das ein kleines Bild mit Versandstatus sein, bei Flügen werden die wichtigsten Informationen zum Flug angezeigt. Keine großen Features, aber immer wieder ein nützliches Detail.

Bildschirmfoto 2014-10-25 um 19.52.11

Nützlich? Und für wen?

Google spricht mit Inbox vor allem Personen an, die bisher nicht viel mit ihren Mails gemacht haben. Nutzer, die alles im Posteingang lassen und keine eigene Struktur entwickelt haben. Und dafür ist Inbox perfekt geeignet. Die Bundles zielen bei minimalem Aufwand auf maximale Organisation ab. Das dürfte bei so manchem dafür sorgen, dass er sich doch mal wieder mehr mit seinem Mail-Account beschäftigt und die Übersicht behält. Die innovativen Features tragen zusätzlich dazu bei. Der Power-User mit vielen Filter und einer ausgeklügelten Hierarchie in den Google Mail Labels wird mit Inbox aber vermutlich eher nicht warm werden. Dazu ist das Interface nicht effizient genug und Googles Filter zu unzuverlässig. Das ist aber auch okay so. Denn das was Google da abgeliefert hat, ist ein sehr interessanter Versuch den Organisationsaufwand hinter einem Mail-Account (Und geben wir zu, sobald man täglich etwas mehr Mails bekommt, ist dieser nicht gerade gering) zu minimieren und für den User eine angenehmere Verwaltung und Benutzung zu ermöglichen.

8 Kommentare

  1. Hallo, würde mich freuen wenn ich eine Einladung bekommen würde, da ich auch gerne Inbox ausprobieren würde.

Kommentiere den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here