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Im Test: LONGER Orange 30 3D Drucker – Verbesserter Harz LCD 3D Drucker

Wir hatten ja bereits einige 3D Drucker im Test, wie z.B. den QUIDI TECH X-Plus, oder den Anet A8. Heute bekamen wir für einen Test den Longer Orange 30 zur Verfügung gestellt. Der Unterschied vom Orange 30 zu den anderen bereits von uns getesteten 3D-Druckern besteht allerdings darin, dass hier mit flüssigem Harz gedruckt wird. Wie der Drucker abschneidet, erfährst du in unserem Test.

Unboxing

Sehr gut verpackt wird uns der Drucker in einem handlichen Paket geliefert. Sämtliche Teile sind in Schaumstoff-Formen sicher untergebracht. Neben dem Drucker selbst befindet sich im Lieferumfang:

  • 3D Printer x1
  • Druckplatte
  • Netzteil
  • 1 Spatel
  • 1 USB-Stick
  • Das Handbuch
  • 5 Cover-Teile für das Gehäuse
  • 4 Imbuss-Schlüssel
  • 4 Winkel
  • 5 Spielkarten zur Reinigung des LCD-Displays
  • Ein 3M Trichter sowie ein paar Handschuhe und 1 Reinigungspapier

Technische Daten

  • Technologie: SLA
  • Aussenmaße: 200 x 200 x 390 mm
  • Druckgröße: 120 x 68 x 170 mm
  • Auflösung des LCD-Bildschirms: 2K (2560 x 1440)
  • XY-Auflösung: 0.047mm
  • Schichtdicke: 0,01-0,1mm
  • Druckgeschwindigkeit: 30mm/h
  • Lichtquelle: Integriertes UV-Licht (Wellenlänge 405nm)
  • Leistungsbedarf: 100-240V, 12V/6A 72W
  • Software: LongerWave, ChiTubox (Windows7/8/10 64 Bit, MAC, Linux)

Im Gegensatz zu ABS- bzw. PLA-Druckern nutzt der Orange 30 Drucker als einziges mechanisches Teil eine fahrbare Z-Achse. Als Baustoff wird SLA verwendet, ein unter UV-Licht aushärtendes Harz. Der Harztank besteht am Boden aus einer FEP-Folie, an der das Harz nur schwer haftet. Außerdem zeichnet sich die FEP-Folie durch eine hohe Lichtdurchlässigkeit aus.

Installation

Die Inbetriebnahme ist sehr einfach und in wenigen Schritten vollzogen. Zunächst entfernst du die Schutzfolien von den Seitenteilen. Anschließend nimmst du die Kunststoff-Winkel zur Hand und setzt die Scheiben darin ein. Durch die Puzzle-Struktur finden diese leicht ineinander. Weiterhin wird das Gehäuse mit den beiliegenden Gummibändern fixiert. Bei den Gehäusescheiben handelt es sich übrigens speziell um eine UV-geschützte Abdeckung. Die Lösung mit den Gummibändern ist anfangs durchaus praktikabel. Alternativ kannst du die Seitenteile ja noch mit Sekundenkleber fest miteinander verkleben.

Nivellieren

Nun musst du den 3D Drucker nivellieren, d.h. die Position der Druckplattform muss exakt parallel zum Bildschirm eingestellt sein. Verbinde dazu den Drucker mit dem Netzteil und starte ihn. Über das 2,8 Zoll Vollfarb LCD-Display auf der Frontseite gehst du in die Einstellungen und fährst die Z-Achse etwas nach oben. Nun kannst du den Harz-Tank entfernen und die Druckplatte anbringen.

Löse noch die 4 Imbuss-Schrauben ein wenig an den Seiten, damit du die Druckplatte am Ende korrekt einstellen kannst. Lege nun ein Din A4 Papier auf den LCD-Bildschirm und fahre die Druckplatte auf die Home-Position zurück. Befindet sich die Z-Achse in der Endposition, schraubst die Inbus-Schrauben wieder fest. Die Position ist dann perfekt, wenn sich das Papier mit leichtem Druck noch bewegen lässt. Nun kannst du die Z-Achse wieder hochfahren und den Harz-Tank anschrauben.

Software

Auf dem mitgelieferten USB-Stick findest du die Slicer-Software Longer3D in der Version 1.33 für MacOS und Windows. Ausserdem beinhaltet der USB-Stick noch STL-Dateien, mit denen du deine ersten Drucke starten kannst. Auch ein detailliertes Handbuch ist vorhanden, genauso wie einige Video-Anleitungen. Diese Video-Anleitungen findest du ebenfalls auf dem YouTube-Kanal von Longer 3D. Der Hersteller hat hier über 30 nützliche Videos bereitgestellt vom Nivellieren über die Reinigung des Bildschirms bis hin zur Wartung des Geräts.

Die aktuelle Software kannst du ebenfalls über den Download-Bereich des Herstellers beziehen. Bei dem Slicer Longer3D handelt es sich um eine Eigenentwicklung.

Der Slicer Longer3D ist einfach und unkompliziert aufgebaut. Er ermöglicht dir sämtliche grundlegenden Einstellungen vorzunehmen wie das Drehen, Positionieren und Skalieren des 3D Modells.

Longer3D Slicer

Es ist aber ebenfalls möglich Chitubox als Slicer zu verwenden. Bei Chitubox handelt es sich um einen universellen Slicer für 3D-SLA Drucker und ist ähnlich wie Cura aufgebaut, den du vielleicht bereits von PLA-Druckern kennst. Im Gegensatz zu dem hauseigenen Slicer Longer3D beinhaltet Chitubox auch eine deutsche Menüführung. Nach dem Start des Slicers musst du nun noch das Orange30-Plugin über Einstellungen => Importprofil importieren und damit ist der Slicer auch schon einsatzbereit. Das Importprofil findest du im Download-Bereich des Herstellers.

Der erste Druck

Ist alles eingestellt steckst du den mitgelieferten USB-Stick in den USB-Slot auf der Rückseite und schaltest das Gerät ein. Anschließend füllst du etwas Harz in den Tank. Achte darauf die Flasche mit dem Harz vorher gründlich zu schütteln. Nun stellst du das Gehäuse wieder auf den Drucker, wählst das Modell von der SD-Karte aus und beginnst den Druck.

Anschließend dauert der eigentliche Druck (je nach ausgewähltem Modell) einige Stunden. Es erinnert etwas an Terminator 2, wie das Modell aus dem Harz heraus kommt. Ist der Druck fertig, kannst du die Druckplatte abschrauben und das Modell mit dem Schaber entfernen.

Empfohlen wird das Modell mit 95%igem Isopropanol zu reinigen. Dies ist allerdings nicht im Lieferumfang enthalten und kann bei Amazon nachbestellt werden.

Druckresultate

Nachfolgend findest du einige Druckresultate. Absolut beeindruckend sind die Details und die glatten Oberflächen, die sich mit einem SLA-Druck erzielen lassen.

Fazit

Du kannst den LONGER Orange 30 aktuell für 279,99 Euro bei Amazon erwerben. Das Setup des Druckers ist super einfach und angesichts des günstigen Preises und der guten Qualität der Druckresultate können wir, sofern du auf der Suche nach einem SLA-Drucker bist, eine absolute Kaufempfehlung aussprechen. Berücksichtigen musst du allerdings, dass du hier mit flüssigem Harz und Isopropanol arbeitest. Deshalb solltest du bei der Verwendung Handschuhe tragen und auf die giftigen Dämpfe aus dem Alkohol achten. Anders als bei ABS/PLA-Duckern würden wir den Drucker erst ab einem Alter ab 18 Jahren empfehlen.

Einzig beim UV schützenden Gehäuse sieht man, dass hier gespart wurde. Durch die Gummibänder hält das Gehäuse schon fest. Aber es liegt nur auf dem Drucker auf und hat keine extra Haltungen.

Auch musst du berücksichtigen, dass du das flüssige Harz nicht einfach in den Hausmüll werfen darfst. Die leere Harz-Flasche kannst du aber mit Isopropanol auswaschen (ordentlich schütteln reicht hier aus). Wenn deine Drucke noch nicht vollständig getrocknet sind, kannst du diese ein paar Stunden in die Sonne stellen.

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