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Im Test: Doro 8031 – Das Senioren-Smartphone mit LTE für Jung und Alt

Das  LTE-Smartphone Doro 8031 ist speziell auf Nutzer zugeschnitten, die sich ein besonders einfach zu bedienendes Gerät wünschen. Das müssen keine Rentner oder Senioren sein, wie unser Testbericht zeigt.

Das Doro 8031 ist zunächst mal ein ganz normales Android-Smartphone mit einem Amazon-Preis von rund 175 Euro ein relativ günstiges noch dazu. Der große Vorteil des Doro 8031 und seine Tauglichkeit als Smartphone für Senioren besteht in der angepassten Doro-Oberfläche auf Basis von Android 5.1.1. Hier gibt es nicht nur große Symbole sondern auch weitere clevere Ergänzungen.

Die eigens entwickelte Oberfläche von Doro richtet sich gezielt an die Bedürfnisse der älteren Nutzer, der „Generation Silver“, wie Doro diese selbst nennt (das Wort „Rentner“ oder „Senioren“ möchte man dabei vermeiden). Die Oberfläche ist aber nicht nur einfach ein gut gemachter alternativer Launcher, sondern Doro greift bereits bei der ersten Einrichtung des Smartphones stark ins Geschehen ein, wie unser Hands-On-Video zeigt:

Doch nicht nur die Software hat Doro angepasst, auch die Hardware selbst ist durch die echten Tasten, durch die mitgelieferte Halterung und eigens angepasste Micro-USB-Stecker sehr einfach zu bedienen und praktisch idiotensicher.

Der erste Eindruck

Bei der ersten Nutzung des Doro 8031 ist mir sofort die spezielle Form aufgefallen, die mich an Android-Geräte um 2012 (also vor dem Schlankheitswahn) erinnert hat. Das Doro liegt durch die etwas dickere Bauweise gut in der Hand und verfügt neben der Einschalttaste, der Lautstärkewippe und den drei typischen Android-Tasten auch über einen dedizierten Kamera-Knopf. Es fühlt sich in etwa wie ein Galaxy Xcover 3 an, ist aber nicht wasserdicht oder speziell auf Outdoor-fähigkeiten getrimmt. Dennoch dürfte es durch den prominent hervorstehenden weißen Rahmen um das Gerät herum bei Stürzen auch auf die Front recht viel aushalten. Eine weitere Taste befindet sich auf der Rückseite des Doro 8031. Dabei handelt es sich um einen Notfall-Knopf, der sich über die Doro-Care-App konfigurieren lässt.

Der Knopf unterhalb der Kamera lässt sich als Notfall-Button einrichten.
Der Knopf unterhalb der Kamera lässt sich als Notfall-Button einrichten.

Im Lieferumfang befindet sich bei allen Geräten auch eine Craddle. Das ist deshalb relevant, weil die Craddle das je nach Smartphone recht fummelige Einstecken des USB-Steckers ins Smartphone obsolet macht. Einfach ein Mal die Dockingstation richtig anschließen, dann muss von dann an das Handy nur noch in die Craddle gelegt werden. Das die Dockingstation auch gleich noch als Uhr und Informationszentrale funktioniert, ist ein nettes Feature, dürfte aber nicht kaufentscheidend sein.

Das 4,5" Display löst zwar nur mit 854 x 480 Pixeln auf, leuchtet dafür aber genügend hell.
Das 4,5″ Display löst zwar nur mit 854 x 480 Pixeln auf, leuchtet dafür aber genügend hell.

Eine kleine Enttäuschung stellte zunächst das Display dar. In der Grundeinstellung ist es etwas dunkel eingestellt und zeigt auch Farben recht mau an. Noch schlimmer ist die Beleuchtung mit der adaptiven Helligkeitseinstellung von Android 5.1.1. Manuell auf 6 oder 7 gestellt leuchtet es aber wunderbar. Die Blickwinkel könnten etwas besser sein, stimmen aber für die Preisklasse. Dennoch: Das Display gehört zu den zwei größten Schwachpunkten des Doro 8031.

Die Tasten verfügen über einen guten Druckpunkt und sind gut erfühlbar.
Die Tasten verfügen über einen guten Druckpunkt und sind gut erfühlbar.

Den zweiten Schwachpunkt stellt die verbaute 5-MP-Kamera dar. Auch sie entspricht leider technisch nicht dem Stand der Zeit und schießt nur bei gutem Licht brauchbare Fotos. Sonst wird das Rauschen in den Bildern recht schnell dominant.

Die Software

Das Doro 8031 selbst erinnerte mich also gleich ans Samsung XCover 2 oder XCover 3. Ein Dejavu stellte sich auch bei der Software ein, die durch die runde Anordnung der Symbole und die zusätzliche Wischgeste von unten wiederum einen Touch von HTC Sense anno 2011 (Sense 3.0) aufweist. Das ist durchaus positiv zu verstehen, denn anno damals war HTC Sense das Nonplusultra der Android-Oberflächen.

Der Homescreen des Doro 8031 mit den großen drei Symbolen für Anrufen, Anzeigen und Senden.
Der Homescreen des Doro 8031 mit den großen drei Symbolen für Anrufen, Anzeigen und Senden.
An oder Aus? Mit diesen Schnelleinstellungen sieht man auf den ersten Blick, ob eine Funktion aktiviert ist oder nicht.
An oder Aus? Mit diesen Schnelleinstellungen sieht man auf den ersten Blick, ob eine Funktion aktiviert ist oder nicht.

Die großen Symbole ziehen sich konsequent durch das Layout des Doro-Launchers und die Schweden haben auch einige Apps komplett ersetzt. Dazu gehören der Dialer, der Wecker, der Kalender und neben vielen weiteren auch ein eigener E-Mail-Client. Auch bei diesen App stehen in erster Linie gut sichtbare Kontraste und große Buchstaben im Vordergrund. Das ist alles sehr schön und einheitlich gemacht.

Die Telefon-App ist eine von vielen Anwendungen, die Doro speziell angepasst hat.
Die Telefon-App ist eine von vielen Anwendungen, die Doro speziell angepasst hat.
Auch die Kalender-Anwendung unterscheidet sich optisch vom typischen Google-Kalender.
Auch die Kalender-Anwendung unterscheidet sich optisch vom typischen Google-Kalender.

Was Doro sogar noch besser gelöst hat, ist das Kontextmenü von Android. Anstelle der nichtssagenden drei Punkte findet sich hier generisch der Text „Ich möchte“. Je nach App erscheint dann ein kleines Menü im Doro-Style oder halt das klassische Kontextmenü von Android.

Nicht das typische Kontextmenü von Android sondern ein gut lesbares, verständliches Menü.
Nicht das typische Kontextmenü von Android sondern ein gut lesbares, verständliches Menü.

Natürlich kann Doro nicht auf alle Apps Einfluss nehmen. Klassiker wie Gmail, der Play Store oder Chrome sehen auch auf dem Doro 8031 (fast) genau gleich aus, wie auf jedem anderen Android-Gerät. Hier macht sich dann aber der — für heutige Anforderungen — recht kleine Bildschirm bemerkbar. Ich hatte zumindest kleine Probleme, mit Swiftkey auf dem 4,5″ Display zurecht zu kommen.

Der App Drawer von Doro mit ebenfalls großen, gut lesbaren Symbolen.
Der App Drawer von Doro mit ebenfalls großen, gut lesbaren Symbolen.

Doro hat dem Smartphone auch ein paar zusätzliche Apps spendiert. Dazu gehört die Anti-Malware-App von AVG sowie eine spezielle Doro-App „Connect & Care“. Damit lässt sich das Smartphone aus der Ferne warten und man kann zum Beispiel als Sohn oder Schwager den Eltern bei der Nutzung des Handys helfen. Doro Care bietet darüber hinaus noch weitere Möglichkeiten wie Erinnerungen, Todo-Liste, Notfallwarnung und mehr. Der Dienst ist in den ersten 12 Monaten gratis und kostet anschließend 2,99 Euro pro Monat.

Doro Connect & Care bietet eine umfassende Remote-Lösung, um mit anderen Menschen in Kontakt zu bleiben.
Doro Connect & Care bietet eine umfassende Remote-Lösung, um mit anderen Menschen in Kontakt zu bleiben.

Gut gefallen hat uns auch die Doro eigene App Code-Safe. Dabei handelt es sich um einen Notizblock mit dreistelligem Vorhängeschloss.

Die Notruftaste auf der Rückseite lässt sich mit einer App, einer SMS oder einem Notruf besetzen.
Die Notruftaste auf der Rückseite lässt sich mit einer App, einer SMS oder einem Notruf besetzen.
Keine Fire-and-Forget-Mentalität: Doro kümmert sich aktiv um die Software des Geräts.
Keine Fire-and-Forget-Mentalität: Doro kümmert sich aktiv um die Software des Geräts.

Eine eigene App gibt es auch für die auf der Rückseite verbaute Notruftaste. In den Einstellungen der App legst du fest, wofür die Taste benutzt werden soll und ob für das Betätigen eines Notrufes ein einziger Tastendruck oder Dreimaldrücken benötigt wird.

Performance und Akkulaufzeit

Im Doro 8031 sind nur ein Snapdragon 210 und 1 GByte RAM verbaut. Das Handy besitzt damit in etwa die Leistung einer Android-Wear-Uhr oder sogar noch etwas weniger (siehe technische Daten und Benchmarks). Das fällt bei der Nutzung der Kern-Apps nicht ins Gewicht, aber bei mehreren geöffneten Apps leistet sich das Senioren-Smartphone dennoch ab und zu eine Denkpause.

Das Doro 8031 verfügt über ein LTE-Modem. Das ist insofern wichtig, weil sich mit dem Smartphone so auch in Regionen eine Verbindung aufbauen lässt, die über keinen brauchbare 3G-Empfang verfügen. Der Empfang des Doro 8031 ist gut bis sehr gut, das trifft auch auf die Sprachqualität zu.

„Das Doro 8031 verfügt über eine recht gute Akkulaufzeit!“

Einer der großen Pluspunkte des Doro-Smartphones ist der fette Akku. 2000 mAh hören sich zwar nach nicht sehr viel an, bedenkt man aber das das eingangs erwähnte Galaxy XCover 2 lediglich über einen 1700 mAh Akku verfügte und der Snapdragon 210 stromsparender arbeitet als die damals verbauten Prozessoren, dann reicht die Akkleistung allemal. Im 2G-Modus mit Wifi schafft das Doro 8031 locker eine Woche, mit mobiler Datenverbindung liegen zwei bis drei Tage drin, je nach Nutzungsszenario.

Der 2000-mAh-Akku sorgt in Kombination mit der relativ schwachen Hardware für lange Akkulaufzeiten.
Der 2000-mAh-Akku sorgt in Kombination mit der relativ schwachen Hardware für lange Akkulaufzeiten.

Wenn Oma natürlich ständig bei WhatsApp herumhängt, dann muss sie das Smartphone auch jeden zweiten Tag laden ;-) Aber dafür gibt es ja die praktische Craddle, so liegt das Handy auch nicht irgendwo herum, sondern findet sich stets an Ort und Stelle.

Die Craddle ist ein wirklich praktisches Zubehör, das ebenfalls zum Lieferumfang des Doro 8031 Smartphones gehört.
Die Craddle ist ein wirklich praktisches Zubehör, das ebenfalls zum Lieferumfang des Doro 8031 Smartphones gehört.

Kritikpunkte

Mit 8 GByte Speicher, von denen 2 GByte frei sind, fällt der interne Speicher des Doro 8031 recht bescheiden aus. Wer gerne Fotografiert und ab und zu mal eine App ausprobiert, landet unter Umständen recht schnell an der Speichergrenze. Apps lassen sich aber auf die microSD-Karte auslagern, sofern auch der Entwickler der App daran gedacht hat, womit man über die Runden kommen sollte

Wie eingangs erwähnt gehört das verbaute Kamera-Modul nicht zu den besten. Im Hinblick auf den Preis von 175 Euro haben wir das ehrlich gesagt auch nicht erwartet, schade ist es trotzdem. Im Test komplett versagt hat der Zugriff auf das Smartphone via MTP. Lediglich im PTP-Modul konnten wir auf die Fotos des Smartphones zugreifen.

Fazit

Nicht alle Senioren haben Probleme mit neuester Technik. Umgekehrt sind aber auch nicht alle Menschen unter 60 Technikfreaks. Das Doro 8031 ist deshalb meiner Meinung nach kein Senioren-Smartphone sondern ein Handy für alle, die wenig oder kaum Affinität zu Technik zeigen. Meiner eigenen Mutti habe ich damals mehrere Smartphones zur Auswahl vorgelegt, und sie hat sich für das Gerät mit dem größten Bildschirm entschieden. Hier sollte Doro meiner Meinung nach mit der Zeit gehen und ebenfalls ein 5″ oder 5,5″-Gerät anbieten. Denn damit ließe sich auch einfacher tippen.

Abgesehen davon ist das Handy aber für die Zielgruppe und alle Technikverweigerer bestens geeignet und übersteht dank der sehr guten Akkulaufzeit auch problemlos ein verlängertes Wochenende. Für das insgesamt sehr gute Preisleistungsverhältnis und das innovative Konzept gibt es von Android User eine klare Empfehlung, auch wenn das Doro 8031 durch den schwachen Chipsatz und die etwas dürftige Kamera in unserem üblichen Ranking lediglich „mittelmäßig“ erreicht.

au-rating-doro-8031

 

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