Start Magazin Im Test: CAT S50 inklusive Fahrradhalterung von CAT für Biker

Im Test: CAT S50 inklusive Fahrradhalterung von CAT für Biker

Das CAT S50 hat schon ein paar Monate auf dem Buckel, ist aber als waschechtes Outdoor-Smartphone mit LTE-Modem und Mil-Spec-Zertifizierung immer noch ein sehr gefragtes Smartphone. Wir haben das robuste CAT-Gerät zusammen mit einer universellen Fahrradhalterung von CAT bekommen und verraten euch in diesem Testbericht, ob sich ein Kauf einzeln oder als Gespann lohnt.

So eine Fahrradtour macht schon Spaß, vor allem wenn man den Weg kennt. Doch auch ohne Ortskenntnisse und ohne eine klassische Landkarte aus Papier lässt sich toll biken. Klemme einfach anstelle der Karte dein Smartphone vorne auf den Lenker. Ob und wie gut das klappt, habe ich mit dem CAT S50 und der passenden Universal-Fahrradhalterung von CAT ein paar Tage lang getestet.

Das CAT S50

Das robuste Catphone S50 hat schon ein paar Monate auf dem Buckel. Es erschien ursprünglich im vergangenen Herbst zur IFA 2014 mit Android 4.4 und hat seither lediglich kleinere Bugfixes bekommen. Die Android-Version 4.4.4 wird somit ziemlich sicher bleiben. Was bereits beim ersten Hands-On auffällt: Das Handy ist für die Größe und die Verarbeitung als Rugged-Gerät verhältnismäßig leicht, zumindest wenn wir es mit dem Icefox Donar vergleichen. Mit einem Gewicht von 185 Gramm ist es aber verglichen mit anderen 4,7-Zoll-Smartphones kein Leichtgewicht. CAT hat sich für das S50 zum ersten Mal von der Farbe Gelb verabschiedet. Das S50 gibt sich dezent in Silber und Schwarz.

Als wasser- und staubdichtes Smartphone versteckt das S50 sämtliche Anschlüsse unter Gummiklappen. Dazu gehört der Kopfhörer an der Geräteoberseite, die USB-Buchse auf der linken Seite oben und die Einschübe für eine microSD- und eine Micro-SIM-Karte zur Rechten. Beim Einlegen der SIM- und der Micro-SD-Karte musst du die Klappe so halten, dass die Buchstaben auf dem Kopf stehen. Dann stimmt die Richtung für das Einsetzen. Ebenfalls auf der rechten Seite hat CAT die Lautstärke-Button und einen Walkie-Talkie-Knopf untergebracht. Den Einschalt-Button findest du deshalb auf der linken Seite, das benötigt etwas Gewöhnung.

Der 2630-mAh-Akku des CAT S50 ist fest verbaut, das Handy mit Mini-Torks fest verschraubt. Eine der Schrauben ist dabei mit einem Aufkleber für den Garantieverlust versehen. Aus Spaß solltest du also nicht an deinem S50 herumschrauben.

Zur Verarbeitung gibt es generell nichts negatives zu sagen. Das Handy ist wirklich sehr robust und kann ruhig mal zu Boden fallen. Auch von der Kratzfestigkeit des HD-Touchscreens mit Gorilla Glass 3 konnte ich mich in den Tests überzeugen. Das Zusammenspiel von Snapdragon 400 und dem verbauten Akku sorgt zudem für recht gute Akkulaufzeiten, bei denen ein Arbeitstag in jedem Fall problemlos drin liegt. Die meisten Leute werden jedoch auch zwei Tage mit dem S50 über die Runden kommen.

Dein CAT-Bagger ist nur ein paar Fingertips und ein paar 1000 km entfernt...
Dein CAT-Bagger ist nur ein paar Fingertips und ein paar 1000 km entfernt…
Das CAT S50 verfügt über eine sehr gute Akkulaufzeit, mit der du problemlos über den Tag kommst.
Das CAT S50 verfügt über eine sehr gute Akkulaufzeit, mit der du problemlos über den Tag kommst.

Der Snapdragon 400 sorgt auch dafür, dass das CAT S50 recht flott arbeitet. Die Benchmark-Resultate sind zwar kein Highlight, liegen aber im üblichen Bereich für die verbaute CPU. Vorinstalliert ist auf dem S50 ein AOSP-nahes Android-System mit ein paar Apps von CAT. Dazu gehört der Second-Hand-Shop für alle möglichen CAT-Geräte vom Riesenbagger über Ackerfräse, Grubber und andere Baumaschinen bis hin zu einfachen Scheren und Rechen für Hobbygärtner. Auch über einen eigenen App-Shop verfügt das Catphone. Der Play Store von Google findet sich aber ebenfalls unter den Apps. Als Tastatur-App kommt Swiftkey zum Einsatz, AVG Antivirus ist ebenfalls fest vorinstalliert. Auf unserem Testgerät waren von den 8 GByte Flash Speicher etwas mehr als 4 GByte frei.

In der App Toolbox findest du alle möglichen Apps, nicht nur zum Thema CAT oder Outdoor.
In der App Toolbox findest du alle möglichen Apps, nicht nur zum Thema CAT oder Outdoor.

Am falschen Ort gespart

Leider gibt es nicht nur Positives über das Catphone zu berichten. Die verbaute 8-Megapixelkamera ist alles andere als ein Highlight, von der 0,3-MP-Frontkamera ganz zu schweigen. Das ist allein schon deshalb schade, weil auf Baustellen und bei anderen Berufen doch auch recht häufig fotografiert wird, um zum Beispiel einen Schaden festzuhalten oder sich eine Großbaustelle besser zu merken. Hier kann das S50 gerade mal mit Billigsmartphones im 100-Euro-Bereich mithalten, was die Qualität der Fotos anbelangt.

Ebenfalls ungenügend gelöst für ein Outdoor-Smartphone haben die CAT-Ingenieure — wenn es sie denn überhaupt gibt — die Lautsprecher des Smartphones. Bei den Tests ist mir aufgefallen, dass das Handy entweder viel zu laut oder viel zu leise eingestellt ist. Das liegt aber nicht an den Einstellungen, sondern daran, dass der Lautsprecher auf der Geräterückseite durch die gummierte Oberfläche komplett absorbiert wird. Liegt das S50 also mit dem Display nach oben auf einem Tisch, dann hörst du selbst bei maximaler Lautstärke nur einen leisen Klingelton. Das gilt auch für die Nutzung in Arbeitskleidung oder einer anderen Tasche. Auch die Gesprächsqualität bleibt weit hinter anderen Android-Smartphones zurück. Die Gesprächsteilnehmer waren oft nur mit Knacksen und Unterbrechungen zu hören, wohl kein Einzelfall bei unserem Testgerät.

Für ein Outdoor-Smartphone fand ich auch den Vibrationsmotor etwas zu schwach. Er ist eher von der hochfrequenten Sorte und eignet sich nicht unbedingt, um beim Betonieren etwas nachzuhelfen.

Zu guter letzt patzt das CAT S50 auch beim Display. Es ist bei automatischer Belichtung in den meisten Fällen schlicht nicht sichtbar, weil das Display zu dunkel bleibt. Ich benutzte es in den Tests deshalb stets mit maximaler Leuchtkraft im Freien. Doch was für Sonnenlicht gilt, stimmt leider auch für dunkle Räume: Die Helligkeit lässt sich nicht genügend herunterregeln. Ist es dunkel, ist das Display zu hell, ist es hell, dann leuchtet der Touchscreen zu wenig. Zum aktuellen Preis von 449 Euro sind diese Mängel zu stark. Selbst bei 350 Euro würde ich von einem Kauf als Privatnutzer vom S50 abraten, da quasi nur noch die Strapazierfähigkeit und die Akkulaufzeit als positive Kriterien bleiben.

Die Fahrradhalterung

In den vergangenen zwei Wochen benutzte ich das CAT S50 ab und zu mit meinem Fahrrad zusammen. Dazu hat mir CAT auch eine universelle Halterung geschickt, die perfekt zum S50 passt, die aber auch beliebige andere Smartphones zwischen 4,5 cm und 9,5 cm Breite aufnimmt. Die Halterung kannst du direkt im Online-Shop von CAT für 30 Euro/CHF kaufen.

Die Montage der Halterung bereitet keinerlei Probleme und lässt sich komplett ohne Werkzeug durchführen. Anschließend steht die Halterung bereit. Das Handy wird dabei durch zwei seitliche Stützen mit einer dicken Gummibeschichtung eingeklemmt. Auch die Unterseite der Halterung ist leicht gummiert, was ein Verrutschen verhindert.

Die Montage der CAT-Fahrradhalterung am Rad ist in einer Minute erledigt.
Die Montage der CAT-Fahrradhalterung am Rad ist in einer Minute erledigt.

Für den perfekten Ansichtswinkel gibt es zwischen der Befestigung am Bike und der Handyhalterung ein Kugelgelenk, das sich via Ringmutter fixieren lässt. Mit Ausnahme der Schraube für die Fixierung der Halterung sind sämtliche Teile aus Kunststoff gefertigt.

Das Kugelgelenk sorgt für einen optimalen Blickwinkel.
Das Kugelgelenk sorgt für einen optimalen Blickwinkel.

Zunächst hatte ich etwas Angst, dass sich die Halterung durch Vibrationen beim Fahren vielleicht lösen könnte, aber der Test zeigte schnell, dass ich hier kein Problem besteht. Auch beim Falltest mit dem montierten CAT S50 auf Rasen hielt sich die Halterung wacker (es ging mir nicht darum, das Handy kaputt zu machen, sondern zu schauen, wie sich die Halterung beim Sturz verhält). Mit dem S50 ist mir mein Rad dann auch mal in Echt auf einem betonierten Platz umgekippt, ohne dass der Halterung oder dem S50 etwas passiert wäre.  Das Bike muss schon ganz blöd stürzen, damit der Halterung etwas passiert. Mit dem Nexus 5 oder dem Galaxy S6 würde ich mich persönlich aber trotzdem nicht getrauen,  wie auf den Fotos zu sehen herumzufahren.

Apropos Galaxy S6: Der einzige Schwachpunkt der Halterung besteht darin, dass zwischen der Auflegefläche für das Smartphone und den zwei gummierten Greifern auf der Seite zu viel Abstand besteht. So ist es mir nicht gelungen, das Galaxy S6 sicher einzuklemmen. Mit dem Nexus 5 und anderen Testgeräten hat es hingegen problemlos und sicher funktioniert.

Beim Zusammendrücken der Halterung wandert das Galaxy S6 unter die dicke, seitliche Gummihalterung, was ein sicheres Einklemmen verhindert.
Beim Zusammendrücken der Halterung wandert das Galaxy S6 unter die dicke, seitliche Gummihalterung, was ein sicheres Einklemmen verhindert.
Gleiches Handy, gleiches Problem, aber anderer Blickwinkel: Das Galaxy S6 und andere dünne Smartphones lassen sich in der Halterung nicht sicher benutzen.
Gleiches Handy, gleiches Problem, aber anderer Blickwinkel: Das Galaxy S6 und andere dünne Smartphones lassen sich in der Halterung nicht sicher benutzen.

Zum Zusammenspiel zwischen dem CAT S50 und der Halterung sei hier noch so viel erwähnt, dass es aus zwei Gründen nicht wirklich gut geklappt hat: Zunächst befindet sich beim CAT S50 der Lautsprecher auf der Unterseite. Ist es fest auf der Halterung eingeklemmt, dann treffen die Gummi-Unterseite des S50 auf die gummierte Oberfläche der Halterung, was zu einer 99% Absorbierung des verbauten Lautsprechers führt. Das zweite Problem stellt das Display dar, das über einen schlechten Blickwinkel verfügt und sich bei Sonnenlicht nicht wirklich ablesen lässt. Die Kombination ist somit bei schönem Wetter nicht wirklich brauchbar. Aber das S50 funktioniert ja zum Glück auch im Regen.

Mit dem Nexus 5 waren die Displayprobleme etwas geringer, hier konnte ich aber wenigstens problemlos beim Radfahren hören, was die Stimme von Google Maps sagt oder wenn ein Anruf hereinkommt.

 

Fazit

Für die CAT Fahrradhalterung kann ich durchaus eine Empfehlung aussprechen. Die Halterung ist wirklich universell einsetzbar und hält auch Geräte wie das Nexus 5 oder das kleine Archos 45 Neon sicher. Lediglich bei den ganz dünnen Smartphones, wie dem Galaxy S6 oder ähnlich flachen Flundern muss sie passen. Zum Preis von 30 Euro kann man vermutlich nicht viel mehr Metall erwarten, dass die Halterung praktisch komplett aus Kunststoff besteht, passt also. Das CAT S50 würde ich hingegen für den aktuellen Preis von über 400 Euro ohne Vertrag für die private Nutzung nicht mehr empfehlen. Das Display ist nicht wirklich Outdoor-Fähig, die Gesprächsqualität lässt zu Wünschen übrig und auch sonst zeigt das CAT-Phone einige Schwächen. Ein Moto G 2014 mit einem guten TPU-Case bietet den praktisch gleichen Schutz und zudem ein top aktuelles Android-System zum halben Preis.

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