Start Magazin Im Test: Archos 45 Neon mit Android 4.4 und extrem langer Akkulaufzeit

Im Test: Archos 45 Neon mit Android 4.4 und extrem langer Akkulaufzeit

Auch wenn größere Android-Smartphones im Trend sind, gibt es immer noch genügend Nutzer, für die 4,5 Zoll reichen und die einfach ein schlichtes Android-Gerät für wenig Geld suchen. Genau diese Zielgruppe spricht Archos mit dem Modell 45 Neon an, das eine für die Preisklasse einmalige Akkulaufzeit bietet.

Gerade mal 85 Euro kostet das KitKat-Smartphone bei Amazon. Es gehört damit zu den günstigsten Android-Smartphones überhaupt. Schauen wir deshalb zunächst, was uns Archos zu diesem Preis bietet. Die verbaute MediaTek-CPU vom Typ MT6582 hat schon ein paar Monate auf dem Buckel und kombiniert vier auf maximal 1,3 GHz getaktete Cortex-A7-Kerne. Damit ist auch schon klar, dass es sich beim Archos 45 Neon um kein Rennpferd handelt, sondern es lässt sich ab und zu etwas Zeit, wenn man auf ein Icon tippt oder eine Webseite im Internet öffnen möchte. Um beim Tiervergleich zu bleiben entspricht es dank seines 3000-mAh-Akkus mehr einem Ackergaul, der beständig seine Runden zieht, ohne dabei müde zu werden.

Der Hauptspeicher (RAM) fällt mit 512 MByte gering aus, auch der interne Speicher ist mit 4 GByte recht knapp bemessen, lässt sich aber über eine MicroSD-Karte erweitern. Das 4,5″ große IPS-Panel löst mit 854 x 480 Pixeln auf und ist auf den ersten Blick weder besonders gut noch besonders schlecht. Die Helligkeit könnte bei Tageslicht etwas mehr leisten, generell zeigt das Display aber kräftige Farben an und fällt definitiv nicht in die Kategorie billiger geht’s nicht mehr.

Keine Top-Ware sind hingegen die verbauten Kameras: 5 Megapixel gibt es auf der Rückseite, 2 Megapixel für die Frontkamera. Beide Sensoren machen Bilder, aber keine brauchbaren Fotos, wobei die Frontkamera noch etwas besser wegkommt als die Hauptkamera. Der auf der Rückseite angebrachte Selfie-Button sorgt für möglichst einfache und schnelle Selbstaufnahmen, die sich dank Beauty-Filter auch gleich um zehn Jahre in die Vergangenheit versetzen lassen. Das alles soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Fotos generell mehr einen flauen Pixelbrei als brauchbare Bilder darstellen, besonders bei nicht idealen Lichtverhältnissen. Relativiert zum Preis sind die zwei verbauten Kameras aber absolut in Ordnung. Hier haben wir schon schlechtere Bilder bei teureren Smartphones gesehen. Die Qualität liegt etwa auf dem Level des ersten Moto G.

Neben dem Selfie-Button hat das Archos-Smartphone auch noch ein paar weitere Spezialitäten zu bieten. Es verfügt über eine echte Hardware-Taste für den Homebutton und im Lieferumfang befinden sich neben der schwarzen Rückseite auch zwei Abeckungen in Knallgelb und Knallorange. Das verbaute Wifi-Modul beherrscht die Standards 802.11b/g/n, Bluetooth ist in Version 4.0 mit an Bord und beim GPS-Sensor hat sich Archos für ein A-GPS-Modul entschieden, das für eine möglichst schnelle Standortbestimmung eine Internetanbindung über das Mobilfunknetz benötigt.

Die grellen Cover eignen sich ideal dafür, das Handy leicht (wieder) zu finden.
Die grellen Cover eignen sich ideal dafür, das Handy leicht (wieder) zu finden.

Neben den Wechselcovern, dem Ladegerät und dem USB-Kabel befindet sich auch ein einfaches Headset im Lieferumfang. Das ist deshalb nicht ganz irrelevant, weil das Archos 45 Neon auch ein FM-Radio verbaut hat.

Last but not least ist das Archos 45 Neon ein Dual-SIM-Smartphone, das auf dem Primären SIM-Slot per HSPA+ mit maximal 21 MBit funkt (5,76 MBit/s beim Upload). Der zweite Slot eignet sich hingegen nur für Gespräche über 2G. Vorinstalliert auf dem Archos 45 Neon ist Android 4.4.2. Erfahrungsgemäß wird es bei dieser Android-Version auch bleiben, Archos liefert aber regelmäßig Sicherheitsupdates und weitere Verbesserungen aus.

Der erste Eindruck…

…zählt bekanntlich am meisten, und hier kommt das Archos 45 Neon recht gut weg. Das Gerät ist absolut solide verarbeitet, knarzt nicht, und die Wechselcover lassen sich problemlos austauschen. USB-Anschluss und Kopfhörerbuchse sind auf der Oberseite angebracht, was beim Musikhören praktisch ist. Unten links gibt es sogar noch ein Loch durchs Eck des Gehäuses, um das smarte Handy an einem Bändel zu befestigen. Auch an der Software gibt es kaum etwas auszusetzen. Archos folgt weitgehen dem Design und den Apps des puren Androids, liefert aber die zentralen Google-Apps mit und hat sich auch bei der Tastatur für die Google-Variante entschlossen, sodass zum Beispiel das Swypen von Haus aus integriert ist. Von Archos selbst gibt es den hauseigenen Videoplayer, einen Dateimanager und eine Handvoll Spiele von Gameloft. Auch die Musik-App Jamendo und News Republic sind mit an Bord. Hier fragt das System freundlicherweise beim ersten Setup nach, ob man diese Apps installiert haben will. Wer ein paar MByte an Speicher freihalten möchte, kann hier dankend ablehnen und findet dann ein praktisch reines Android-4.4-System vor. Die Ersparnis beträgt aber weniger als 100 MByte.

Beim ersten Setup informiert das System über die Installation zusätzlicher Apps.
Beim ersten Setup informiert das System über die Installation zusätzlicher Apps.
Die zusätzlichen Apps und Spiele belegen rund 100 MByte.
Die zusätzlichen Apps und Spiele belegen rund 100 MByte.

Die SIM-Verwaltung funktioniert wie bei anderen Android-Geräten problemlos. Einfach die zwei Karten richtig einlegen (das ist der schwierigste Part) und anschließend auswählen, welche für die Datenverbindunbg und welche nur für Telefonate benutzt wird. In der Grundeinstellung wird bei jedem Gespräch nachgefragt, über welche SIM-Karte das Telefonat geführt werden soll.

Das Handling der SIM-Karten bereitet keine größeren Probleme.
Das Handling der SIM-Karten bereitet keine größeren Probleme.
Wer sich an Nexus-Geräte oder das Moto G gewöhnt ist, wird sich auch bei Archos leicht zu Hause finden.
Wer sich an Nexus-Geräte oder das Moto G gewöhnt ist, wird sich auch bei Archos leicht zu Hause finden.

Das Akkupack

Die eigentliche Stärke des Archos 45 Neon liegt klar beim verbauten Akku. Dieser sorgt dank einer Leistung von 3000 mAh für sehr, sehr lange Standby-Zeiten. Das Handy arbeitet aber auch im aktiven Betrieb überdurchschnittlich lang. In unserem Test landeten wir bei intensiver Nutzung inklusive eine Stunde Navigation über Google Maps mit Datenverbindung nach zwei Tagen mit fast 6 Stunden Displayzeit bei 33 Prozent Kapazität. Das Archos hielt anschließend noch den kompletten dritten Tag durch. Bei Wenignutzung schafft es das Archos 45 Neon locker auf eine Woche „Nutzungsdauer“. Es ist deshalb nicht nur für Wenignutzer ein sehr interessantes Handy, sondern auch für Power-Anwender die viel Saft benötigen.

Nach rund zwei Tagen mit 6 Stunden Displayzeit immer noch 33 Prozent Akku. Klasse gemacht von Archos!
Nach rund zwei Tagen mit 6 Stunden Displayzeit immer noch 33 Prozent Akku. Klasse gemacht von Archos!
Nach 12 Tagen immer noch bei 62 Prozent Akku. Im 2G-Modus hält das Archos-Smartphone gefühlt ewig durch.
Nach 12 Tagen immer noch bei 62 Prozent Akku. Im 2G-Modus hält das Archos-Smartphone gefühlt ewig durch.

Wichtig ist dabei, dass der Akku eben auch unter Last gut durchhält. Die eine Stunde Navigation mit Google Maps über die primäre SIM-Karte ist an der Akkustatistik fast nicht zu sehen. Andere Smartphones verbrauchen alleine für eine solche Aufgabe gut und gerne bis zu 30 Prozent des Akkus… Ebenfalls bei der Navigation im Auto ist uns der integrierte Lautsprecher positiv aufgefallen. Er bietet zwar kein HiFi-Erlebnis, die Ansagen der Computerstimme waren aber laut und deutlich zu hören.

 

Die Schattenseiten

Ein perfektes Smartphone ist das Archos 45 Neon aber dennoch nicht (kann man realistischerweise zum Preis von 89 Euro auch nicht erwarten).  Am meisten gestört hat mich im Test der Hardware-Homebutton. Dieser steht rund 1mm hervor. Das erleichtert zwar die Bedienung, schaltet aber in der Hosentasche nur allzu oft das Display ein.  Ebenfalls bei der Nutzung in der Hosentasche ist mir aufgefallen, dass das kleine Smartphone mit seinem Gewicht von 164g doch mächtig nach unten zieht (zum Glück gibt es Hosenträger ;-).

Last but not least sind wie eingangs erwähnt die mit den beiden Kameras geschossenen Fotos nicht allzu toll. Interessanterweise trifft das nur auf die Fotos zu, die Full-HD-Videos (20 FPS) lassen sich durchaus sehen. Vielleicht lässt sich hier also noch etwas via Software-Update machen. Das Prädikat „Kamera-Handy“ verdient das Archos 45 Neon aber trotz Selfie-Button nicht.

Das Display des Archos 45 Neon macht zwar auch bei prallem Sonnenschein noch mit, kommt aber nicht an den Bildschirm des Moto G 2013 heran.
Das Display des Archos 45 Neon macht zwar auch bei prallem Sonnenschein noch mit, kommt aber nicht an den Bildschirm des Moto G 2013 heran.

Die Leistung des Handys liegt für einen PowerUser wie mich an der Schmerzensgrenze. Beim direkten Wechsel vom Nexus 5 ist mir gleich aufgefallen, dass ich hier immer wieder ein wenig warten muss, bis sich ein bestimmter Button drücken lässt oder eine App öffnet. Doch daran kann man sich gewöhnen. Die Benchmark-Werte des Archos 45 Neon passen absolut zur verbauten CPU. Auch das Surfen im Netz ist spürbar langsamer als über LTE. Das sind aber bei dem Preis Klagen auf hohem Niveau.

 

Fazit

Das Archos 45 Neon (Amazon-Preis 85 Euro) ist nicht nur ein perfektes Einsteiger-Smartphone sondern auch ein treuer Begleiter über viele Tage. Meinen Jungs im Teenager-Alter hat das Handy dank der bunten Cover sehr gut gefallen. Ist es besser als das Moto E? In jedem Fall! Beim ungefähr gleich großen Moto G 2013 sieht der Vergleich schon etwas anders aus. Auch hier würde ich dem Archos-Smartphone aufgrund der sehr guten Akkulaufzeit den Vorrang geben. Das Moto G 2013 verfügt aber klar über das schönere Display. Von Android User gibt es für das Archos 45 Neon in jedem Fall eine klare Kaufempfehlung!

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