Start Aktuell Helio x20: MediaTek stellt neue 10-Kern-CPU MT6797 mit Cortex A72 vor

Helio x20: MediaTek stellt neue 10-Kern-CPU MT6797 mit Cortex A72 vor

Von der Konkurrenz lange Zeit nur belächelt hat sich MediaTek zu einem der größten und besten CPU-Hersteller für mobile Geräte gemausert. Wie schon bei den ersten Achtkern-CPUs zeigen die Taiwanesen mit Helio X20 einmal mehr, dass man auch technisch ewtas drauf hat, und nicht nur billig kann.

Der Helios X20 ist das weltweit erste System-on-Chip für Mobilgeräte mit so genannter Tri-Cluster-Architektur. Darunter versteht MediaTek einen Chipsatz, der aus drei Hauptkomponenten besteht: Zwei Vierkern-Clustern für den täglichen Krams und einem Dual-Core-Cluster für absolute Spitzenleistung. Diese werden bei der täglichen Nutzung so kombiniert, dass der Chipsatz bei möglichst wenig Abwärme möglichst viel Leistung produziert. Unterm Strich bleibt ein Soc, das laut MediaTek bei gleicher Performance rund 30 Prozent weniger Leistung verbraucht. Auf Wunsch lässt sich zudem noch eine elfte CPU dazuschalten. Der Cortex M4 sorgt dann dafür, dass Aufgaben wie Spracherkennung oder MP3-Wiedergabe möglichst stromsparend im Hintergrund ablaufen. Der M4 Co-Prozessor ist aber nicht zwingend Teil des Helio X20 alias MT6797

Ebenfalls mit von der Partie ist auf der Deka-Core-CPU von MediaTek ein eigenes Cat-6-LTE-Modem, das mit Kanalbündelung bis zu 300 MBit/s erreicht und weltweit einsetzbar ist. Als Grafikeinheit kommt ein aktuell noch nicht näher bestimmter 700 MHz schneller Chipsatz zum Einsatz (ARM GPU MP4 700MHz). Laut anandtech.com könnte es sich dabei um eine Mali T8xxx-GPU handeln.

Die MediaTek Tri-Cluster-Architektur des Helio X20 besteht aus drei Prozessor-Clustern, um die Auslastung je nach Anforderung optimal zu steuern. Ein Cluster mit zwei ARM Cortex A72 Kernen mit maximal 2,5 GHz sorgt für extreme Rechenleistung. Die restlichen zwei Cluster sind mit je vier ARM Cortex A53-Kernen bestückt, wobei ein Cluster auf 2,0 GHz getaktet ist, um mittlere Rechenlasten zu bewältigen und ein weiterer auf 1,4 GHz, um leichtere Aufgaben oder Hintergrunddienste auszuführen. Durch das Aufteilen der Rechenkerne in drei Cluster lassen sich einzelne Rechenaufgaben gezielter auf das System verteilen, als das bei der Konkurrenz mit big.LITTLE möglich ist. Die MediaTek-Lösung (quasi big.Middle.LITTLE) führt zu einer gleichmäßigeren Ausnutzung der Ressourcen und zu einer deutlichen Verlängerung der Akkulaufzeit.

Softwareseitig regelt die Corepilot-Software von MediaTek die Auslastung. Für die neue Helio X20 hat man deshalb ein Upgrade auf Corepilot 3.0 angekündigt.

Der neue Chipsatz wird auch ein paar neue Möglichkeiten bieten. Dazu zählen die folgenden Features:

  • Unterstützung von zwei Haupt-Kameras (bis 32 Megapixel) inklusive einer eingebauten 3D-Engine, die eine schnellere Bilderstellung mit guter Tiefenschärfe erlaubt.
  • Ein multi-skalierbarer und rauschunterdrückender Bildprozessor, mit dem qualitativ hochwertige, detailreiche, farbtreue und gestochen scharfe Bilder auch in extrem widrigen Umgebungen erstellt werden können.
  • Unterstützung von Displays mit 120 Hz-Technologie, die der herkömmlichen 60 Hz-Technologie weit überlegen ist. Somit sind eine scharfe Bild- und Textdarstellung und schnelle Reaktionszeiten beim Surfen im Internet ohne Ghosting- oder Nachzieheffekte möglich.
  • Integration eines zusätzlichen stromsparenden ARM Cortex M4-Prozessors, der Applikationen wie die Wiedergabe von MP3s oder Sprachsteuerung unterstützt. Der Sensor-Hub ist dabei mit einer eigenen isolierten Niedrig-Stromversorgung ausgestattet, womit die Akkulaufzeit deutlich verlängert wird (das kennen wir vom Moto X mit eigener Motorola-CPU für diese Aufgabe)

Erste Samples des MediaTek Helio X20 werden im dritten Quartal 2015 verfügbar sein. In kommerziellen mobilen Endgräten wird der Prozessor ab Anfang 2016 erhältlich sein. Weitere Details zum Helio X20 gibt es unter www.heliox20.com.

Quelle: Pressemeldung per E-Mail

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