Start Magazin Erster Eindruck: PC-Spiele mit Geforce NOW unter Android spielen

Erster Eindruck: PC-Spiele mit Geforce NOW unter Android spielen

Android-Spiele sind zwar eine tolle Sache, aber in puncto Grafik hinken die mobilen Spiele dem PC und den allerneuesten Konsolen dann doch noch etwas hinterher. Mit Grid Games hat Nvidia seit Herbst 2014 einen Dienst am Start, der die beiden Welten verbindet: gespielt wird auf dem Tablet, das Spiel selbst läuft auf einem PC.

Seine PC-Streams via Nvidia-Grafikkarte auf ein entsprechendes Android-Tablet zu streamen, ist mit der Nvidia Tegra Plattform schon länger möglich. Doch nicht jeder hat zu Hause das entsprechende Equipment parat oder verfügt über die entsprechenden Netzwerk-Möglichkeiten, um den PC mit dem Android-Tablet zu verbinden, ganz zu schweigen davon, dass nicht jedermann immer die neuesten Spiele kaufen kann und will.

[Update: 04.2016] Wir haben im Titel Grid Gaming zu GeForce NOW geändert, damit der Artikel über Google besser gefunden wird. Der Inhalt selbst blieb dabei unverändert.

Um diese Spiele genießen zu können, brauchst du weder einen PC, noch eine Xbox oder eine PlayStation.
Um diese Spiele genießen zu können, brauchst du weder einen PC, noch eine Xbox oder eine PlayStation.

Die Spiele-Flatrate

Was liegt da näher, als ähnlich wie bei den Musik- und Video-Streamingportalen auch ein Streaming-Portal für Spiele anzubieten. Die Umsetzung ist zwar etwas komplizierter, weil man nicht nur eine Play- und eine Pause-Taste auf dem Endgerät braucht, aber das Konzept bleibt das gleiche: anstatt für jedes Spiel einzeln zu zahlen, bekommst du eine Spieleflatrate. Die Qualität ist dann zwar nicht ganz so hoch wie zu Hause, aber die meisten Nutzer bemerken eh keinen Unterschied dabei. Diese Flatrate gibt es nun seit Herbst von Nvidia und auch wenn der Deutschlandstart noch auf sich warten lässt, da Nvidia noch die notwendige(n) Alterskontrolle(n) einbauen muss, macht Grid Spiele bereits jetzt einen tollen Eindruck und ist für alle Besitzer eines SHIELD Tablets oder SHIELD Portable gratis verfügbar.

Der NVIDIA SHIELD Hub ist die Schaltzentrale für alle Apps und Spiele, hier findet sich auch GRID-SPIELE.
Der NVIDIA SHIELD Hub ist die Schaltzentrale für alle Apps und Spiele, hier findet sich auch GRID-SPIELE.

Etwas mehr als 30 Titel sind im Angebot enthalten, wobei für jeden etwas dabei sein sollte. Ich habe mir rund zehn Spiele angeschaut und diese angespielt, wobei ich mir die Horror-Titel wie Dead Island oder Alan Wake’s American Nightmare erspart habe, weil ich nicht unbedingt auf dieses Genre stehe…

Vor dem Start eines Spiels prüft die SHIELD-Software die Netzwerkverbindung.
Vor dem Start eines Spiels prüft die SHIELD-Software die Netzwerkverbindung.

Dabei war ich von der Performance und der Spielbarkeit bei praktisch allen Titeln absolut positiv überrascht. Bei praktisch jedem Game wird im Intro ganz genau erklärt, welcher Button was bewirkt und spätestens nach ein paar Minuten im Spiel hast du vergessen, dass du eigentlich kein Spiel spielst, sondern nur einen Videostream mit einer Fernbedienung anschaust (ganz so einfach ist die technische Umsetzung nicht, aber in etwa so funktioniert’s). Da ich das Streaming über WLAN benutzt habe, hat Grid Spiele die Auflösung des Streams auf 720p reduziert, via USB-Ethernet-Adapter bietet Nvidia aber auch einen 1080p-Stream an. Doch auch so war die Grafik bei allen Spielen gut bis sehr gut.

Gut, aber nicht berauschend. Die LEGO-Games könnte man in dieser Qualität auch nativ auf Android spielen.
Gut, aber nicht berauschend. Die LEGO-Games könnte man in dieser Qualität auch nativ auf Android spielen.
Bei den Autorennspielen sieht man dann doch einen deutlichen Qualitätsunterschied. Eine solche tolle Grafik bietet aktuell kein Android-Spiel.
Bei den Autorennspielen sieht man dann doch einen deutlichen Qualitätsunterschied. Eine solche tolle Grafik bietet aktuell kein Android-Spiel.

Ist das die Zukunft?

Für Gelegenheitsspieler in jedem Fall, ja ;-) Ich habe als Linux-Nutzer keinen Windows-Rechner zu Hause, eine PlayStation oder Xbox finde ich auch nicht unbedingt nötig, da die meisten Android-Spiele für den kurzen Zeitvertrieb mehr als gut genug sind. Zudem bietet Grid Spiele die ideale Brücke zwischen moderner Highend-Grafik und mobilen GPUs. Ein paar Jahre alte Spiele lassen sich zwar schon unter Android zocken, aber die neuesten Games werden immer deutlich mehr Grafikleistung beanspruchen. Insofern könnte eigentlich der Traum wahr werden, dass ein Spiel bei seiner Veröffentlichung sogleich auch für Android verfügbar ist. Ganz am Rande dürfe die Lösung auch vom Energieverbrauch besser dastehen: mehrere zentrale Server mit sehr viel Rechenpower lassen sich effizienter ausnutzen, als wenn jeder Spieler zu Hause einen 150-Watt-PC, eine Xbox oder eine PlayStation betreibt. Aber das ist natürlich nur ein unbedeutender Nebeneffekt, der in einer idealen Welt auftreten würde.

Die Detailtreue ist Batman ins Gesicht geschrieben. Dieser Titel ist gerade mal drei Jahre alt.
Die Detailtreue ist Batman ins Gesicht geschrieben. Dieser Titel ist gerade mal drei Jahre alt.

Die Realität sieht etwas anders aus und davon zeugt auch das aktuelle Angebot an Spielen bei Grid Spiele. Publisher wie Sony und Microsoft haben natürlich ein großes Interesse daran, dass die besten Titel zunächst nur auf der eigenen Plattform verfügbar sind. Denn wer kauft sich sonst noch eine Xbox oder eine PlayStation bzw. nutzt die entsprechenden Flatrate-Angebote von Sony, Microsoft & Co.? Insofern dürfte es noch ein paar Jahre dauern, bis sich bei den Spielen ein ähnlich homogenes Angebot herauskristallisiert, wie bei den Musik-Diensten oder den Filmangeboten und die Spiele tatsächlich komplett in die Cloud wandern. Nvidia alleine wird es hier wohl auch nicht schaffen, alle Spiele-Studios für seine Games-Flatrate zu begeistern. Zudem ist Grid Spiele aktuell auf Nvidias Tegra-Prozessor und die SHIELD-Tablets SHIELD Portable limitiert. Damit bleibt die potentielle Nutzergruppe dann doch eher klein und ich kann mir als Gamer gleich eine Xbox oder eine PlayStation holen, wenn ich eh 400 Euro ausgeben muss. Aber die Idee ist in jedem Fall richtig.

Die Schärfe geht beim Runterscalieren manchmal etwas verloren, aber die Licht- und Schatten-Effekte sind sehr gut.
Die Schärfe geht beim Runterscalieren manchmal etwas verloren, aber die Licht- und Schatten-Effekte sind sehr gut.

Und wo hakt es noch?

Eigentlich sind alle Spiele sind auf die Bedienung via Controller optimiert, aber bei einigen Titeln gibt es doch nicht vorhergesehene Hürden. Zum Beispiel muss man bei Stacking seinen Namen eingeben, um weiterzukommen. Dieses Problem lässt sich mit einer Bluetooth-Tastatur oder einem USB-OTG-Adapter lösen, ist aber gerade keiner zur Hand, dann ist das natürlich ärgerlich. Es gibt auch die Möglichkeit, via Controller eine Onscreen-Tastatur einzuschalten, aber das hat eben dort nicht funktioniert.

Die Farbiefe beträgt (zum Teil?) nur 16-Bit, dadruch sind je nach Geschwindigkeit der Szene und Farbenvielfalt ab und zu recht starke Artefakte zu sehen. Während des Spiels stört das nicht, aber wenn man gerade eine 3D-Welt genießen möchte, dann schon.

Die meisten Spiele bei Nivida Grid Gaming haben schon zwei, drei Jahre auf dem Buckel. Es sind aber auch recht aktuelle wie zum Beispiel das Lego-Game „The Hobbit“ mit dabei.

Dieser Wagen sieht einfach verdammt cool und realistisch aus.
Dieser Wagen sieht einfach verdammt cool und realistisch aus.

Ganz kleine Probleme gab es in den Tests mit dem Netzwerk: ab und zu ruckelte es etwas, dann war wieder über eine Stunde lang überhaupt kein Problem zu merken. Vielleicht lag es auch einfach am Tablet und Google hatte gerade die Liste der Apps für den Play Store neu geladen, who knows. Aber wirklich problematisch ist das nicht.

Fazit

Grid-Spiele ist die richtige Lösung für all diejenigen, die zu Hause über keine Xbox, keine PlayStation und keinen dedizierten Gaming-PC verfügen, aber trotzdem gerne mal ein aktuelles Game mit toller Grafik spielen möchte. Die Detailvielfalt ist bei vielen Spielen deutlich besser als je bei einem Android-Game gesehen, bei den LEGO-Titeln und anderen schon etwas älteren Spielen fällt der Unterschied aber recht gering aus. Generell finde ich Grid Spiele eine coole Sache, hoffentlich bringt Nvidia die Technologie (und den Controller) auch bald auf andere Android-Geräte, denn allein wird es Nvidia nicht schaffen. Last but not least müssen wir natürlich noch auf den offiziellen Deutschlandstart warten. Bis es soweit ist, hier schon mal ein kleines Video als Schmankerl:

Kommentiere den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here