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Der IoT-Dienst Conrad Connect im Detail – Automatisiere dein Smart Home

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Das Tolle am Blogger-Leben ist, dass man öfters über Dinge stolpert, die man vorher nicht gekannt hat. So bin ich auf Conrad Connect aufmerksam geworden, der sich ganz dem Internet of Things (IoT) und Smart Living verschrieben hat. Wie du dein Smart Home ganz ohne Programmierkenntnisse automatisierst, erfährst du in unserem heutigen Artikel.

Was ist Conrad Connect überhaupt und wie funktioniert es?

Über die Conrad Connect IoT-Plattform kannst du intelligente Geräte, Apps und Dienste miteinander verknüpfen und mittels eines einfach erstellten Ablaufplans automatisieren. Hast du beispielsweise einen Rauchmelder von Nest sowie Philips Hue Lampen, kannst du über Conrad Connect festlegen, dass die Philips Hue Lampen rot leuchten sollen, sobald der Rauchmelder eine Rauchentwicklung wahrnimmt. Weiterhin kannst du dich per E-Mail benachrichtigen lassen.

Nach dem ersten Login

Nachdem du dich registriert und das erste Mal bei Conrad Connect eingeloggt hast, werden dir die Funktionen in einer kurzen Onboarding-Tour erklärt. Unter dem Punkt Produkte & Services kannst du smarte Produkte und Web-Services mit Conrad Connect verbinden. Unter Projekte erstellst du neue Projekte und kannst deine Geräte und Services miteinander verbinden. Hier kannst du deine Projekte dann auch veröffentlichen und teilen. Dir stehen mehrere Dashboards zur Verfügung. Hier kannst du personalisierte Widgets anlegen, um Daten deiner Produkte und Services auf einen Blick einsehen zu können.

Die Startseite von Conrad Connect.

Projekte aus der Community

Bevor wir uns daran machen eigene Projekte anzulegen, schauen wir uns erst einmal an, was die Community zu bieten hat. Unter dem Punkt Veröffentlichte Projekte findest du alle Projekte, welche die Community zur Verfügung stellt. Du klickst ein Projekt an, das dich interessiert und siehst im oberen Abschnitt beschrieben, welche Komponenten bzw. genutzten Geräte der Ersteller für dieses Projekt verwendet hat. Weiterhin wird darunter ein Ablaufplan angezeigt. Gefällt dir ein Projekt, kannst du es einfach in dein Konto importieren.

Für dieses Projekt wird ein Raspberry Pi sowie Philips Hue benötigt

Verknüpfen von Produkten

Wenn du bei deinem oder einem importierten Projekt Hardware ansprechen möchtest (z.B. Philips Hue), musst du diese zuerst Conrad Connect bekannt machen. Dazu klickst du im Menü auf den Punkt Produkte & Services. Hier wird dir eine ganze Liste an Produkten angezeigt. Du suchst dir nun Philips Hue heraus und klickst auf verbinden. Anschließend musst du Philips Hue noch authentifizieren.

Dazu wirst du auf die Philips Hue Webseite weitergeleitet, wo du Conrad Connect die Berechtigung erteilen musst, auf deine Philips Hue zuzugreifen.

Ist das geschehen erscheinen alle in deinem Hue-Account hinterlegten Lampen auf der Webseite von Conrad Connect in einer Liste.

Projekte importieren

Ich habe mich erst einmal für ein einfaches Projekt aus der Community entschieden: Wenn es regnet, sollen die Philips Hue Lichter blau leuchten.

Nachdem du auf Importieren geklickt hast, vergibst du im nächsten Schritt noch einen eigenen Namen und wirst anschließend zu deinem importierten Projekt weitergeleitet.

Dein importiertes Hue-Projekt in der Übersicht

Indem du auf die einzelnen Icons klickst erscheint rechts ein Menü, in dem du Personalisierungen vornehmen und die Funktion testen kannst. Da es aktuell bei uns nicht regnet, klicke ich auf das Philips Hue Icon und teste die Funktion kurz an.

Eigene Projekte erstellen

Nun, da wir uns einen Überblick verschafft haben, möchten wir gerne das Anfangs erwähnte Szenario bauen. Die Philips Hue Lampen haben wir ja bereits im vorherigen Schritt hinzugefügt. Dasselbe machen wir nun noch mit dem Nest Protect. Anschließend klickst du auf Projects und erstellst hier ein neues Projekt.

Links im Menü findest du alle Elemente, mit denen du dir deinen eigenen Programm-Ablaufplan zusammenbauen kannst. Conrad Connect unterscheidet hierbei zwischen:

  • Demo-Sensoren: Regensensoren, Windmesser, Luftfeuchtigkeit
  • Wetter: Von der aktuellen Wetterlage bis zur Luftfeuchtigkeit
  • Zeit: Tageszeiten, Termine und Uhrzeiten
  • Verzögerung: Zeitangabe, wie lange pausiert werden soll
  • Logikgatter: Und/Oder-Verknüpfungen oder Kombinationen
  • Actuators: Hier findest du deine Geräte und Dienste, die auf eine Aktion reagieren bzw. etwas ausführen sollen, wie z.B. Push, E-Mail, usw.

Nachdem du Nest Protect hinzugefügt hast, erscheint hier zusätzlich noch der Punkt Nest mit folgenden Aktionen:

  • Nest Protect online
  • Nest Protect battery health
  • Nest Protect CO alarm state
  • Nest Protect smoke alarm state

Okay, legen wir los: Als Erstes ziehst du unter dem Punkt Nest den Sensor Nest Protect smoke alarm state in deinen Ablaufplan. Wenn du deinen Sensor in deinem Ablaufplan anklickst siehst du, dass dieser unter Status die Optionen OK, Warning und Emergency enthält.

Als Nächstes ziehst du unter Actuators eine Philips Hue in deinen Ablaufplan und erstellst eine Verknüpfung von dem Sensor zu der Philips Hue. Ist die Verknüpfung erfolgt, kannst du die Philips Hue konfigurieren. Du stellst die Farbe Rot ein und dass die Lampe bei dem Status Warning und Emergency aktiv werden soll (diesen Status erhältst du an dieser Stelle erst, nachdem du Nest mit Philips Hue verknüpft hast).

Ich empfehle dir, dein Projekt nun erst einmal als Entwurf zwischenzuspeichern. Mir ist es leider mehrmals passiert, dass ich alle Lampen hinzugefügt hatte und beim Speichern dann eine Fehlermeldung bekam, dass irgend etwas mit einem Trigger nicht stimmte, oder eine Lampe noch nicht konfiguriert ist. Blöderweise waren meine Hue-Lampen dann in dem Entwurf gelöscht und ich durfte von vorne anfangen. Gerade am Anfang, wenn man den Dreh noch nicht ganz raus hat, ist das etwas frustrierend.

Es ist empfehlenswert dein Projekt zwischendurch zu speichern.

Nachdem dein Projekt gespeichert ist, fährst du mit deinen übrigen Hue-Lampen wie oben fort, bis alle konfiguriert sind. Bist du fertig, klickst du auf Projekt speichern und stellst sicher, dass dein Projekt aktiviert ist.

Der Test

Ich habe mein Haus jetzt nicht angezündet, aber ich habe ein wenig Zeitungspapier in einer Alu-Schale angekokelt 😉 Der Nest Protect hat Alarm geschlagen und die Philips Hue-Lampen haben ihre Farbe in Rot gewechselt.

Das hat schon einmal geklappt. Weiter geht es mit der E-Mail-Benachrichtigung: Dafür ziehst du den Actuator E-Mail in deinen Ablaufplan, verknüpfst ihn ebenfalls mit Nest Protect und gibst deine E-Mail-Adresse sowie ein Betreff und eine Nachricht ein. Mit Klick auf den Button Test kannst du ausprobieren, ob der E-Mail-Versand funktioniert.

Die Hütte brennt!

Neues von der IFA 2017

Conrad Connect launcht pünktlich zur IFA 2017 das Community-Feature für smarte Projekte. Ist dein smartes Projekt fertig kannst du es mit der Community teilen und es anderen Nutzern zur Verfügung stellen. Darüber hinaus lassen sich Projekte mit einer Like-Funktion bewerten. Besitzt du die selbe Hardware wie im Projekt angegeben, kannst du das Projekt einfach in dein Portfolio importieren und sofort anwenden.

Conrad Connect zu ihrem Projekt: „Mit Conrad Connect können sowohl technisch versierte als auch unerfahrene Nutzer zum Beispiel per Amazon Echo gleichzeitig die Jalousien öffnen, das Radio einschalten und die Kaffeemaschine starten – auch wenn es sich dabei um Geräte unterschiedlicher Hersteller handelt”, so Andreas Bös, Senior Director von Conrad Connect. „Die stark wachsende Anzahl vernetzter Geräte erfordert eine Plattform wie Conrad Connect, damit die Nachteile dieser Entwicklung – die steigende Anzahl von gerätespezifischen Apps – kompensiert und die Vorteile – das Zusammenspiel unterschiedlicher Produkte und digitaler Services – optimal genutzt werden können. Mit der neuen Projektplattform haben wir eine hervorragende Möglichkeit geschaffen, über konkrete Anwendungsszenarien die Leistungsfähigkeit unserer Lösung darzustellen.”

HomeMatic-Integration

Ganz frisch released, kannst du nun auch HomeMatic mit Conrad Connect verbinden. So hast du die Möglichkeit, deine HomeMatic-Geräte via Conrad Connect miteinander, aber auch mit Produkten anderer Herstellern, zu verknüpfen. Das bietet dir für dein Smart Home ein ganzes Stück mehr Gestaltungsspielraum.

Auf HomeMatic ließ sich ursprünglich nur via WiFi zugreifen. Hier wurde mit Cloudmatic ein Cloudservice entwickelt, der es ermöglicht, die HomeMatic-Systeme via CCU oder CCU2 Gateways mit der Cloud zu verbinden. Somit lässt sich nun auch die Conrad Connect-Plattform mit einbinden.

Fazit

Conrad Connect bietet dir die Möglichkeit ohne Programmierkenntnisse auf einfache Art und Weise Ablaufpläne zu erstellen, die sich auf dein Smart Home direkt anwenden lassen. Die Umsetzung ist, trotz ein paar Kinderkrankheiten wie Fehlermeldungen, die man besser ausformulieren könnte, oder englische Begriffe in der deutschen Webseiten-Übersetzung, gut gelungen, sehr einfach zu handhaben und schnell umzusetzen.

Ich behalte das Projekt auf jeden Fall im Auge und setze bei mir zu Hause noch ein paar Sachen damit um.