Start Im Test Aiptek PocketCinema A100W mit Android und Chromecast im Test

Aiptek PocketCinema A100W mit Android und Chromecast im Test

So ein Beamer ist schon eine coole Sache. Einfach anschmeißen, Handy per Kabel mit dem Beamer verbinden und schon kann der Filmabend beginnen. Ganz so einfach ist es allerdings dann in der Realität doch nicht. Wie sich der Aiptek-Beamer PocketCinema A100W in der Praxis mit Android verträgt, liest du in unserem Testbericht.

Ach, was hat sich meine Family gefreut, als ich von Aiptek den mobilen Beamer A100W (Amazon-Preis aktuell bei 310 Euro) als Leihstellung bekommen hatte und das Paket geöffnet werden durfte. Endlich Kinoabend in den eigenen vier Wänden! Also schnell die Stühle weggeräumt, ein Bild von der Wand abgehängt und dann erst mal die Gebrauchsanweisung studiert, die es glücklicherweise als QR-Code auf der Box zum Download gibt. Hmm, mein Nexus 5 kann kein MHL, nur noch Slimport.  Also schalte ich einfach mal den Beamer ein und sehe gleich die ESSID und das benötigte Passwort. Ich verbinde mich also mit dem Netzwerk — und jetzt? Wie komme ich jetzt an YouTube-Filme heran, nachdem sich mein Handy vom heimischen WLAN getrennt hat, um sich mit dem Aiptek-Wifi zu verbinden.

Irgendwie scheint da Apple etwas anders zu machen. Unter iOS klappt es laut Anleitung viel einfacher. Also ein neuer Blick in die Doku, der zeigt, dass ich zunächst mal die empfohlene App EZ Cast installieren muss, um dann damit dem Beamer das hauseigene Wifi zu erklären und ein Screen Mirroring herzustellen. Auch hier gibt es — vorbildlich gelöst von Apitek — einen entsprechenden QR-Code auf der Box zum Scannen und schnellen Herunterladen der App.

Unter Android funktioniert der Beamer nur mit der App EZCast zusammen kabellos.
Unter Android funktioniert der Beamer nur mit der App EZCast zusammen kabellos.

Die beste aller Ehefrauen und meine Kinder haben ihre Plätze schon längst wieder verlassen. „Vielleicht schauen wir uns doch lieber einfach eine DVD an?“ Naja, HDMI-Eingang ist da, aber der DVD-Player steht genau in der Ecke, die sich für eine Projektion nicht eignet (mangels freier Wand). Also bräuchte ich ein 6m langes HDMI-Kabel, was natürlich gerade nicht zur Hand liegt, in der Box befindet sich nur ein 2m langes.

Aber zum Glück lasse ich mich gar nicht erst auf diesen Einwand ein, sondern präsentiere nun dank EZ Mirror den Screen meines Nexus 5 stolz auf dem Bild des Aiptek-Beamers. Frau und Kinder setzen sich wieder, als plötzlich der Beamer ausgeht. Anscheinend war der interne Akku nicht voll geladen, also schleppe ich erst mal ein Verlängerungskabel und das Netzteil her und muss erfahren, dass der Akku vier Stunden braucht, um wieder voll zu werden.

Beim zweiten Versuch klappt es auf Anhieb und ich kann auch ein YouTube-Video abspielen. Aber ständige Ruckler sorgen dafür, dass auch hier kein Filmvergnügen aufkommen will. Frau und Kinder haben inzwischen etwas gegessen, womit sich ihr Geduldslevel wieder auf 100 gefüllt hat. Also schaue ich mir den PocketCinema-Beamer etwas genauer an. HDMI-Eingang und USB-Ausgang auf der Rückseite sind vorhanden. Also was liegt näher, als den Beamer mal mit Chromecast auszuprobieren. Und siehe da, das kleine Teil produziert über USB genügend Strom, um den Google-Dongle in Betrieb zu setzen. Mein WiFi kennt der Chromecast bereits, ich muss also nur in der YouTube-App auf das Cast-Icon klicken und schon erscheint das Bild auf dem Beamer — und ruckelt nicht! Yeah, Frau und Kinder jubeln (Cola und Popcorn sind inzwischen auch schon alle) und der Kinoabend kann endlich starten.

Wenn du über einen Chromecast-Dongle verfügst, dann benutzt du am besten diesen, um den Beamer anzusteuern!
Wenn du über einen Chromecast-Dongle verfügst, dann benutzt du am besten diesen, um den Beamer anzusteuern!

Doch bereits nach 15 Minuten merken wir bei einer Tüte Chips, dass der Sound aus dem integrierten Lautsprecher doch nicht das Gelbe vom Ei ist. Also suche ich nach einem 3,5mm-Klinkenkabel, um den Audio-Ausgang bis zur HiFi-Anlage zu legen. Schon wieder habe ich das Problem mit den sechs Metern. Als ich vorschlage: „Wir könnten doch einen Bluetooth-Lautsprecher ausprobieren!“ treffen mich die Blicke der besten aller Ehefrau, deren Geduldslevel schon gegen Null tendiert. Zum Glück hatten wir den Raum fest abgedunkelt, so waren sie nicht tödlich ;-)

Also musste auch hier eine Lösung via Kabel her. Zwar keine großartige, aber immerhin. Der einmal von G-Data erhaltene Android-Roboter mit seinem Riesen-Akku erfüllte den Zweck und wir konnten — endlich  — unseren Spielfilm ohne weitere Unterbrechung zu Ende schauen!

Das beste Werbegeschenk, dass ich je erhalten habe. Simpler Android-Lautsprecher mit 3,5mm- Eingang von G-Data. Garantiert problemlos!
Das beste Werbegeschenk, dass ich je erhalten habe. Simpler Android-Lautsprecher mit 3,5mm- Eingang von G-Data. Garantiert problemlos!

Der Allrounder

Am nächsten Tag konnte ich den mobilen Aiptek-Beamer dann in aller Ruhe ausprobieren. Wenn man sich genügend Zeit nimmt, die Bedienungsanleitung durchzulesen und über ein MHL-fähiges Smartphone oder -Tablet verfügt, dann ist das Setup wirklich ein Kinderspiel. Auch via HDMI-Ausgang (mein Motorola Atrix 4G lebt immer noch) leistet das PocketCinema A100W gute Dienste, allerdings ist hier je nach Android-Version das Bild etwas beschnitten. Mit Abstand am einfachsten ist aber tatsächlich die Nutzung mit einem Chromecast-Dongle zusammen. Die Kinder hätten den Beamer gerne behalten, weil sich damit Farm Simulator 2014 perfekt spielen und an die Wand beamen lässt. Die auf dem Papier doch etwas mickrige Auflösung von 854 x480 Pixeln störte uns weder beim Kinoabend noch beim Spielen. Nur zum Spaß ist der Preis von 349 Euro (UVP) aber dann doch etwas zu teuer. Zudem hält der 2000-mAh-Akku keinen kompletten Spielfilm via YouTube durch, wenn zusätzlich noch der Chromecast-Dongle dran hängt. Die offizielle Laufzeit liegt bei maximal 120 Minuten. Für eine 45-minütige Präsentation via Google Docs sollte es aber reichen.

Wenn der A100W-Beamer von Aiptek am Netzteil hängt und mit maximaler Leuchkraft strahlt, dann ist die Nutzung zudem auch am Tag problemlos möglich. Wenn möglich, würde ich aber immer die Verbindung via Kabel wählen, dann kommt der Chromecast, erst am Ende die Lösung via EZCast-App.

 

Fazit

For Entertainment and Presentation schreibt Aiptek auf die Box des kleinen Beamers mit drauf und trifft damit die Einsatzzwecke recht gut. Home-Cinema-Feeling vermag das kleine Teil allemal zu vermitteln, aber nur wenn du kein Pixel-Fetischist bist und über eine externen Lautsprecher verfügst. Auch für einfache Office-Aufgaben ist der Beamer geeignet, vom Akku solltest du aber nicht zu viel erwarten, vor allem wenn der Beamer mit maximaler Helligkeit arbeitet. Der Preis von 349 Euro (Amazon-Preis aktuell bei 310 Euro) macht den mobilen Beamer nicht zum Schnäppchen, wenn du also auf den Akku und MHL verzichten kannst und dafür lieber bei der Auflösung etwas mehr haben möchtest, lohnt sich ein Blick auf andere Beamer von Aiptek oder der Konkurrenz.

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