Start Aktuell Acer Iconia One 7: Das 99-Euro-KitKat-Tablet im Test

Acer Iconia One 7: Das 99-Euro-KitKat-Tablet im Test

Dass ein Hersteller ein günstiges Tablet um 100 Euro mit einer veralteten Android-Version auf den Markt bringt, ist keine Seltenheit. Dass aber das versprochene Update auch tatsächlich eintrifft und keinerlei Probleme bereitet, ist dann in dieser Preisklasse doch eher selten. Android User hat sich das günstige KitKat-Tablet von Acer genau angeschaut.

Ehrlich gesagt hatte ich gar nicht damit gerechnet, dass ich das Iconia One 7 mit KitKat testen kann. Das Tablet traf bereits im Juni bei mir ein und blieb dann unter anderen Smartphones und Tablets, die auf einen Test warten ein paar Monate liegen, bis ich im August endlich dazu kam, mir das Iconia One 7 genauer anzuschauen. Umso mehr freute ich mich dann, als sogleich ein Hinweis auf ein Firmware-Update erschien, das sich tatsächlich als KitKat-Update auf Android 4.4.2 entpuppte. 

Nicht nur für Einsteiger

Das Iconia One 7 alias B1-730HD ist kein typisches Einsteigergerät und auch kein wirkliches Billigtablet. Denn es hat nicht nur ein sehr schönes Display mit den für 7-Zoll-Tablets üblichen 1280 x 800 Pixeln, sondern verfügt auch über Bluetooth und ein echtes GPS-Modul, das auch ohne Internetanbindung funktioniert. Das One 7 eignet sich somit auch als Navigationslösung fürs Auto, falls man ein Offline-Navi nutzen möchte oder das Internet über ein gekoppeltes Smartphone sicherstellt.

 

Acer setzt beim Iconia One 7 auf eine maximal 1,6 GHz schnelle CPU von Intel. Der Atom Z2560 gehört nicht zu den schnellsten mobilen Prozessoren, kommt aber mit dem Multitasking von Android ganz gut zurecht und erreicht im Metal-Benchmark von Vellamo über 800 Punkte, beim HTML5-Test reicht es noch für 1700 Zähler, AnTuTu misst etwas mehr als 17000 Punkte. Dank der verbauten Grafikeinheit SGX 544MP2 von PowerVR eignet sich das Tablet auch für das eine oder andere Spielchen. Für Full-HD-Videos ist die Konfiguration hingegen an der Grenze, 720p bereitet keine Probleme.

Generell arbeitet das Gespann außerordentlich flott und steht deutlich teureren Tablets in nichts nach, wie unser Vergleichsvideo des Nexus 7 mit dem Iconia One 7 zeigt.

Sehr zufrieden war ich in den Tests auch mit dem Display. Zugegeben ist es immer etwas Glückssache, ob das IPS-Display auch tatsächlich so gut wie versprochen ist, das in meinem Testgerät verbaute ließ aber kaum Wünsche übrig, abgesehen davon, dass es leicht unter der Tabletoberfläche versenkt ist, sodass zwischen Display und Tabletrahmen noch ein leichter Rand von ca. 1mm zu sehen ist. Das sind aber schon Klagen auf hohem Niveau.

Der verbaute 3680-mAh-Akku reicht laut Acer für rund 7,5 Stunden Videoplayback. In den Tests kam das in etwa hin, nach etwas mehr als 90 Minuten Reckless-Racing-Spielen und sieben Stunden im Stanby sank die Akkukapazität von 95 auf 65 Prozent. Im Standby hält das System mehrere Tage durch. Acer schummelt hier allerdings leicht, indem sich die WiFi-Verbindung bei ausgeschaltetem Display in den Standby versetzt, doch auch bei der Einstellung "Immer aktiv" hält das 7-Zoll-Tablet problemlos zwei bis drei Tage durch, wenn es einfach nur herumliegt. 

Die Akkuleistung des Iconia One 7 geht absolut in Ordnung. Unter Last braucht die Intel-CPU aber ordentlich Energie.
Die Akkuleistung des Iconia One 7 geht absolut in Ordnung. Unter Last braucht die Intel-CPU aber ordentlich Energie.

Hut ab auch vor den Software-Engineers von Acer, die sich erfolgreich gegen Google und die KitKatastrophe stellen. Dateien auf der MicroSD-Karte zu speichern, darauf zu verschieben oder einfach einen neuen Ordner anzulegen, ist auf dem Iconia One 7 von Acer mit jedem beliebigen Dateimanager möglich, nicht nur mit dem vorinstallierten Astro Filemanager. Danke, Acer!

Bring Your Own Cloud

Über die Unsitte der Hersteller, jede Google-App durch eine eigene App zu ersetzen, kann man geteilter Meinung sein. Persönlich empfinde ich die Herstellerzugaben eher als Ballast als als großen Nutzen. Acer hat sich jedoch mit "Bring Your Own Cloud" eine recht gute Lösung einfallen lassen, die allerdings auf einer Windows-Software aufsetzt. Ist zu Hause auf dem PC die entsprechende Acer-Software installiert, dann speichert das Iconia One 7 nicht nur Fotos und Musikstücke automatisch auf diesem Windows-Rechner, sondern kann via Dateimanager auch auf alle anderen Dateien zugreifen. Die "eigene Cloud" funktioniert freilich nur mit Internetzugang, das bedeutet zugleich, dass alle Dateien übers Internet verschickt werden, sofern man sich nicht im heimischen WiFi befindet (und vermutlich auch dann). Da ich aber weiß, dass viele Leute ihre Fotos viel lieber auf dem heimischen PC in Sicherheit wissen, als in der Google Cloud, finde ich die Acer-Lösung durchaus in Ordnung. Die Acer-Apps abDocs, abFiles, abMusic & Co nehmen rund 140 MByte Speicherplatz in Anspruch und lasen sich zwar deaktivieren, aber nicht deinstallieren. Auch die restlichen vorinstallierten Apps belegen noch einmal etwas mehr als 200 MByte. Bei der 16-GByte-Variante des Tablets kann man das verschmerzen, aber bei der Variante mit 8 GByte internem Speicher (davon rund 4 GByte frei verfügbar), sind 400 MByte doch recht viel.

Die Acer-eigenen Apps lassen sich kaum übersehen und schlagen auch bei Updates kräftig zu.
Die Acer-eigenen Apps lassen sich kaum übersehen und schlagen auch bei Updates kräftig zu.

Praktisch, wenn auch erst beim zweiten mal lesen verständlich: Acer macht automatisch den internen Speicher frei.
Praktisch, wenn auch erst beim zweiten mal lesen verständlich: Acer macht automatisch den internen Speicher frei.

Mir sind die Acer-Apps vorallem bei den Software-Updates negativ aufgefallen, denn jedesmal zuerst alle Acer-Apps, dann auch noch alle Google-Apps zu aktualisieren, macht auf Dauer nicht wirklich Spaß. Andererseits beheben Updates auch Sicherheitsprobleme, insofern sind die fleißigen Updates eigentlich zu begrüßen. Als Linux-Anwender ohne Windows-PC sind die Acer-eigenen Cloud-Apps aber für mich unbrauchbar und deshalb habe ich diese dann über die Einstellungen deaktiviert.

Zu den vorinstallierten Apps gehört auch eine Antimalware-Lösung von McAfee, die (englische) KinderbuchApp iStoryTime mit vier Gratisbüchern, Audible und der Astro-Dateimanager. Etwas geärgert habe ich mich über die Games-App von WildTanget. Sie verspricht Gratisspiele im Gegenzug zu Werbung. In meinem Test hat das aber nicht funktioniert und die App hat dann die Spiele teilweise teurer angeboten als bei Google Play. 

Mit iStoryBooks gibt es nach dem Login vier Gratisbücher zum Download. Die Bücher sind alle auf Englisch.
Mit iStoryBooks gibt es nach dem Login vier Gratisbücher zum Download. Die Bücher sind alle auf Englisch.

Leider keine Gratiszeit, aber vielleicht bezahle ich ja 1,49... Ich bin doch nicht blöd, bei Google Play kostet das Spiel 99 Cent!
Leider keine Gratiszeit, aber vielleicht bezahle ich ja 1,49… Ich bin doch nicht blöd, bei Google Play kostet das Spiel 99 Cent!

 

Rotstift

Bei einem 99-Euro-Tablet muss man mit Abstrichen rechnen und die sollen hier nicht verschwiegen werden. Acer hat auf einen Helligkeitssensor verzichtet, wer also gerne am Abend liest, muss dazu das Display von Hand dimmen und am nächsten Tag wieder aufdrehen. Die verbauten Kameras verdienen höchstens das Prädikat "vorhanden", die Fotos sind nicht wirklich brauchbar. Die Rückabdeckung wirkt etwas billig, gibt aber dem Tablet etwas Griff. Ungenügend ist die Sound-Ausgabe über die Kopfhörerbuchse, da ständig ein kleines Rauschen zu hören ist und es beim Wechseln zwischen den einzelnen Songs gerne mal zu einem Knacksen kommt. Das betrifft aber in erster Linie die Audioausgabe bei geringer Lautstärke, mit etwas mehr Volumen hört man das Rauschen und Knacksen nicht mehr. Der integrierte Lautsprecher ist ok. 

Im Acer Store, der ebenfalls zu den vorinstallierten Apps gehört, gibt es auch Zubehör für das Iconia-Tablet.
Im Acer Store, der ebenfalls zu den vorinstallierten Apps gehört, gibt es auch Zubehör für das Iconia-Tablet.

Mit dem Google-Now-Launcher kommt auf dem Acer Iconia One schon fast etwas Nexus-Feeling auf...
Mit dem Google-Now-Launcher kommt auf dem Acer Iconia One schon fast etwas Nexus-Feeling auf…

Das Iconia One 7 hat zwar das versprochene KitKat-Update erhalten, aber dabei dürfte es dann auch bleiben. Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überraschen, aber "Android L" wird das Iconia One 7 vermutlich nicht mehr zu sehen bekommen, sofern sich nicht die Community um das Intel-Tablet kümmert. Last but not least hier der obligate Hinweis darauf, dass auf Intel-Geräten der Flash-Player auch über Umwege nicht wirklich funktioniert. Wer noch unbedingt auf die Flash-Player-App angewiesen ist, muss sich also leider nach einem Tablet mit ARM-CPU umsehen.

Fazit

Mit dem Iconia One 7 ist Acer ein tolles Tablet gelungen, das nicht nur durch die aktuelle Software, sondern auch durch eine solide Hardware zu überzeugen vermag, sieht man von den sehr schwachen Kameras ab. Die Version mit 8 GByte integriertem Speicher gibt es bei Amazon direkt von Acer für 99 Euro, für 16 GByte Flash-Speicher werden 119 Euro fällig. Von Android User gibt es für das Tablet eine klare Kaufempfehlung, schon alleine deshalb, weil man frei auf die MicroSD-Karte schreiben kann!

4 Kommentare

  1. Wisst Ihr schon wenn der Nachfolger B1-750HD mit besserer Hardware und Android 4.4.4 erscheint im Handel?

  2. Hallo zusammen, ich habe das acer iconia one 7 und kome einfach nicht ins internet, wer kann mir helfen?! Wenn ich mich einwähle kommt dort das ich ein Authentifizierungsproblem habe HILFE !!!

  3. Ich habe mir vor einigen Tagen ebenfalls das Iconia 7 gekauft und hatte dasselbe Problem. Über die Einstellungen im Tablet wurde eine PIN-Nr. erstellt, die man in den Router eingeben muss(bei mir unter dem Menüpunkt „WPS“ a.k.a Wi-Fi Protected Security. Dieses Procedere ist mir zwar etwas schwer nachvollziehbar, seitdem funktioniert es aber.
    Ich nutze das Tablet bisher aber auch nur im eigenen Netzwerk, zu Gast bei Freunden konnte ich mich auch mit bekanntem Authentifizierungscode nicht einloggen.

    Ich hoffe, dass hilft Dir ansatzweise weiter ;-)

  4. Hallo, gibt es ein Tool um den internen Speicher aufzuräumen bzw. einen Reset durchzuführen? (kein Windows! ;) )
    Das Tablet scheint mehr als 3GB vom freien Speicher zu unterschlagen. Ich nehme an es wurden Apps nicht korrekt de-installiert.

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