Start Aktuell Zwischenstand bei Google versus Oracle

Zwischenstand bei Google versus Oracle

Im ersten Teil des Gerichtsstreits um die Verwendung von Java-APIs für die Entwicklung von Android zwischen Google und Oracle wurden gestern die Schlussplädoyers gehalten. Beide Unternehmen haben fundierte Argumente eingebracht, die beiden zu einem Vorteil gereichen könnten.

Oracle prangert an, dass Google 37 Java-Apsis wortwörtlich "gestohlen" habe. Die Analyse des E-Mail-Austauschs zwischen Erich Schmidt, Andy Rubin und Tim Lindholm hat laut Oracle-Anwalt Michael Jacobs ergeben, dass sich die Google-Vertreter sehr wohl darüber bewusst waren, dass sie eine rechtliche Grauzone betraten. Wenn man urheberrechtlich geschützte Inhalte selbst nicht abändert, aber durch eigene Elemente erweitert, so Oracle, verletzt man damit immer noch das Copyright der ursprünglichen Inhalte.

Oracle: APIs wurden illegal verwendet

Google hatte bei der Entwicklung von Android auf Java-APIs zurückgegriffen, die nach Meinung von Mountain View auf Open Source-Basis einsetzbar waren. Dabei unterließ es das Unternehmen, die nötigen Java-Lizenzen bei Sun einzuholen. Googles Rechtfertigung, es habe stets nach FRAND-Gesichtspunkten (Fair, Reasonable and Non-Discriminatory) agiert, ließ Oracle nicht gelten. Zwar sei Android ein Open-Source Betriebssystem, es wurde aber von Google mit der Aussicht auf Profit entwickelt, so Jacobs.

Google versteckt sich hinter Sun

Googles Rechtsvertreter Robert van Nest hingegen beharrte auf der Ansicht, dass die verwendeten 37 APIs gar nicht urheberrechtlich geschützt sein können. Er wiederholte die Aussage des ehemaligen CEOs von Sun, Jonathan Schwartz. Dieser hatte verlauten lassen, dass es Sun niemals in den Sinn käme, Google zu verklagen. "Wir haben nicht den Eindruck, dass es dafür einen Grund gibt", sagte Schwartz.

Van Nest führte weiterhin aus, dass es sich lediglich um 9 Zeilen Code handelt, die von Google kopiert wurden. Angesichts der rund 15 Millionen Zeilen Programmier-Code, aus denen Android summa summarum besteht, kann man laut van Nest kaum davon sprechen, dass Google Oracle mit der Verwendung der Java APIs zu eng auf den Pelz gerückt ist.

Nun bleibt abzuwarten, wie die Jury in der Angelegenheit entscheidet. Zum jetzigen Zeitpunkt befindet sich die Gerichtsverhandlung in der "Copyright Phase", als nächstes kommt die "Patent Phase" und zu guter Letzt die "Damages Phase", allerdings nur, wenn Google zuvor für die Verletzung von Oracle-Patenten für schuldig befunden wurde.

Quelle: androidauthority.com

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