Start Magazin Zu Gast: Nokia X7 im Kurztest

Zu Gast: Nokia X7 im Kurztest

© nokia.de

Android User stellt in unregelmäßigen Abständen auch Smartphones ohne Android vor, um den Blick über den Tellerand nicht zu verlieren. Für diese Ausgabe haben wir das X7 von Nokia mit Symbian „Anna“ getestet.

Während der letzten Jahre verlor Nokia immer mehr den Anschluss zu den aktuellen Trends der Mobilfunkwelt. Nicht zuletzt Apples iPhone weckte bei vielen Kunden das Bedürfnis nach Geräten, die viel mehr können, als nur telefonieren.

Den letzten Versuch, mit dem hauseigenen Betriebssystem Symbian 3.0 im Smartphone-Markt zu punkten, startete Nokia mit dem X7, das es zum Einführungspreis von 459 Euro im Juni dieses Jahres launchte. Zwischenzeitlich bieten Online-Händler wie Amazon es für etwa 300 Euro zum Kauf an.

Technik

Beim ersten Kontakt erzielt das X7 durchaus einen gewissen Wow-Effekt: Das extravagante Gehäuse besteht aus gebürstetem Edelstahl, der 4-Zoll-Touchscreen aus kratzfestem Echtglas. Am oberen Ende finden sich eine 3,5-mm-Klinke sowie eine Micro-USB-Buchse, die auch zum Laden des Geräts dient. Daneben befindet sich der Ein- und Auschaltknopf. Den Akku hat Nokia fest im Gerät verbaut. Anders als die meisten Android-Phones bietet Nokia am unteren Rand des Displays nur einen mechanischen Knopf, der beim Betätigen wahlweise den Desktop anzeigt, oder das Menü mit den Einstellungen und Programmen aufruft.

Spätestens bei den technischen Daten ist der Wow-Effekt dann verschwunden. So taktet der Prozessor mit mageren 680 MHz, 256 MByte Arbeits- und 350 MByte interner Speicher sind auch nicht gerade üppig. Erstaunlicherweise ist im Betrieb vom performancetechnischen Diätprogramm aber kaum etwas zu spüren. Die Desktops wechseln ruckelfrei, die Apps starten meist ohne große Verzögerung. Auch bei 3D-Spielen wie "Galaxy On Fire" gab sich das Gerät keine Blöße. Ein Grund dafür dürfte sein, dass Symbian schonender mit den Systemressourcen umgeht als Android. Ein anderer, dass die magere Displayauflösung von 360×640 Bildpunkten das System speziell bei grafikintensiven Anwendungen nicht so stark belastet.

Eine gute Figur gab das Nokia-Phone bei der Kamera 8-MPixel-Kamera ab, die Videos bis zu einer Größe von 1280×720 Pixeln aufzeichnet. Unterstütz wird sie dabei von zwei LED-Lampen, die bei Bedarf für die passende Ausleuchtung sorgen.

Usability

Was Android- und Apple-Geräte auszeichnen ist das Gefühl, dass alles homogen zusammenpasst. So zieht sich beispielsweise das Einbinden eines Google-Kontos wie ein roter Faden durchs komplette Gerät und erleichtert damit die Arbeit enorm. Nokia vermittelt dagegen eher den Eindruck eines Patchwork-Handys, das aus vielen Einzelkomponenten besteht, die nichts miteinander zu tun haben. So führt beispielsweise das Einrichten eines Google-Mail-Kontos nicht dazu, dass das Smartphone direkt die Kontaktliste oder den Kalender von Google mitimportiert. Diese gilt es, jeweils separat einzurichten. Allerdings bieten sowohl Kalender als auch Adressbuch lediglich mit den Nokia-eigenen Dienst Ovi-Sync die Möglichkeit, Inhalte zu importieren oder synchronisieren.

Die Benutzerführung wirkt an vielen Stellen nicht zuende gedacht und verwirrt durch missverständliche Dialoge. So zeigt beispielsweise der Einrichtungswizard die Landessprache zwar bereits als Grundeinstellung an, ein Button, um sie zu übernehmen fehlt jedoch. Auf solche Unzulänglichkeiten stößt man beim Bedienen des Geräts regelmäßig. So bietet der Desktop zwar die Schaltfläche Kontakte hinzufügen an, dem folgenden Dialog fehlt jedoch die Möglichkeit dafür.

Fazit

Mit dem X7 demonstriert Nokia, warum es im Smartphone-Markt keinen Fuß auf die Erde bekommt. Selbst zum derzeitigen Marktpreis von etwa 300 Euro bieten die meisten Konkurrenzprodukte eine deutlich bessere Hardwareausstattung.

Das korrespondierende Symbian-Betriebssystem entspricht nicht mehr den heutigen Erwartungen der Kunden. Es ist zu unhandlich, zu unflexibel zu umständlich, und an vielen Stellen nicht zu Ende gedacht. Auch fehlt die Homogenität, die Android- und Apple-Smartphones auszeichnen. Daran dürften auch das versprochene Update auf Symbian "Belle" und das inzwischen recht umfangreiche App-Verzeichnis im Ovi-Store nicht viel ändern.

Nokia X7

Kerndaten
Hersteller Nokia
Formfaktor 4-Zoll-Smartphone
Auflösung 360×640 Pixel
Prozessor ARM11 680 MHz
Speicher 256/350 MByte (RAM/intern)
Betriebssystem Symbian 3 "Anna"
Akku 1200 mAh
Laufzeit 450/6,5 h (Standby/Gespräch)
Preis (Internet) ~300 Euro
Gewicht 148g
Kamera 8 MPixel / bis 1280×720 Video
Web-Infos
Produktseite http://bit.ly/nr3glD
Technische Daten http://bit.ly/oKnGxk
 

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