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Zeichentrickfilme mit Android erstellen

In diesem Artikel stellen wir Ihnen vier Anwendungen aus dem Playstore vor, mit denen Sie in die Rolle eines Trickfilmproduzenten schlüpfen oder mit wenigen Handgriffen animierte Grüße erstellen können.

Möchten Sie einen eigenen Animationsfilm produzieren, der Ihnen ohne viel Aufwand in kurzer Zeit gelingt? Vielleicht wollen Sie eine kleine Geschichte erzählen, einem lieben Menschen einen speziellen Gruß mit bewegten Grafiken schicken oder eine komplexe Angelegenheit anschaulich darstellen. Möglich ist alles. Dafür benötigen Sie nur Ihren Androiden und die passende App.

Animating Touch


Wenn Sie ohne lange Vorarbeit direkt Ihrer Animation loslegen möchten, ist Animating Touch [1] eine gute Wahl. Die Grundversion mit einigen Bildern, Hintergründen und Requisiten ist sogar kostenlos. So haben Sie alles, was Sie für Ihre ersten Arbeitsschritte benötigen. Wünschen Sie eine noch umfangreichere Bildauswahl, können Sie für 3,99 Euro die Vollversion mit allen Grafiken freischalten und sogar eigene Zeichnungen importieren oder direkt im Programm erstellen. Animating Touch eignet sich daher gleichermaßen für Anfänger und Fortgeschrittene, die ihren Trickfilmen durch eigene Figuren eine individuelle Note verleihen wollen.

Das Programm fällt positiv durch die bedienfreundliche Oberfläche auf. Sobald Sie die Anwendung gestartet haben, sehen sie die zur Verfügung stehenden Themen, zwischen denen Sie einfach mit einer Wischgeste hin- und herschalten. Zu jedem Thema stehen dazu passende Objekte zur Verfügung, die Sie nach Belieben in Ihre Geschichte einbauen können. Diese finden Sie oben in der Toolbar unter dem Sprechblasen-Icon.

Der knifflige Teil bei Trickfilmanimationen ist die Darstellung der Bewegungsabläufe. Sie können natürlich die Figuren jeweils ein kleines Stück verschieben, doch das spätere Ergebnis wirkt hölzern, wenn Sie die Beine oder Arme nicht ebenfalls verändern um Fortbewegung zu simulieren. Bei Animating Touch können Sie mit wenigen Klicks aus diesem Grund sogar einzelne Körperteile einer Person positionieren. Auf diese Art erstellen Sie die nachfolgenden Bilder in Rekordzeit. Damit der spätere Animationsfilm möglichst flüssig läuft, sollten Sie allerdings in jedem Bild nur kleine Veränderungen vornehmen und dadurch zu große Sprünge vermeiden. Achten Sie zudem auf die Geschwindigkeit des Bildwechsels. Geht es Ihnen zu schnell oder langsam, können Sie dies in den Einstellungen anpassen.

Die Auswahl an Bildern ist selbst in der Pro-Version begrenzt, daher empfiehlt es sich, eigene Zeichnungen mit einzubinden. Dafür wählen Sie in der Auswahlliste ganz oben Create your own item aus. Zeichnen Sie mit dem Stiftwerkzeug eine Figur oder ein passendes Requisit für Ihre Geschichte. Mit Hilfe der Linie können Sie Ihrer Figur bewegliche Gelenkstellen verleihen damit Sie diese später leicht variieren können. Über das Scherensymbol gelangen Sie zur Galerie und können so Fotos und Grafiken einfügen.

Mit Animating Touch erzielen Sie schnell sehenswerte Ergebnisse. Die kostenlose Version ist aufgrund des sehr begrenzten Funktions- und Bildumfangs maximal für kurze Sequenzen geeignet. Im Gegensatz dazu ermöglicht die Vollversion auch das Arbeiten mit eigenen Figuren und bietet dadurch zahlreiche Möglichkeiten für Ihren Film.

Abbildung 1: Animating Touch hat viele Funktionen mit an Bord. Sie können sogar einzelne Körperstellen der Figuren positionieren.
Abbildung 1: Animating Touch hat viele Funktionen mit an Bord. Sie können sogar einzelne Körperstellen der Figuren positionieren.

Abbildung 2: Dank vorgefertigter Figuren und Requistiten (rechts) haben Sie schnell eine kleine Geschichte.
Abbildung 2: Dank vorgefertigter Figuren und Requistiten (rechts) haben Sie schnell eine kleine Geschichte.

StickDraw


Stick Draw [2] ist ein kostenloses Trickfilm-Programm für Android, mit dem Sie die einzelnen Bilder selbst zeichnen und dabei bei jedem neuen Bild eine Kleinigkeit abändern, wie Sie es zum Beispiel vom guten alten Daumenkino kennen. Zur Unterstützung blendet Stick Draw Ihnen im Hintergrund Ihre vorherige Zeichnung ein. Diese können Sie einfach nachzeichnen und leicht variieren.

Möchten Sie eine neue Animation erstellen, wählen Sie rechts oben das Pluszeichen aus und entscheiden sich dann für das Format (Porträt oder Landscape). Anschließend wählen Sie das Zeichenwerkzeug und beginnen mit dem Entwerfen. Pinselstärke und Farbe lassen sich frei bestimmen. Haben Sie sich vertan, machen Sie den letzten Arbeitsschritt über den Pfeil undo wieder rückgängig oder bereinigen mit clear die gesamte Arbeitsfläche. Kleinere Fehler lassen sich mit dem Radierer, den Sie unter dem Bleistift-Werkzeug finden, problemlos wieder auslöschen. Über die Pfeiltasten links unten gelangen Sie zum jeweils nachfolgenden oder vorherigen Bild. Achten Sie beim Zeichnen darauf, dass Sie keine zu großen Veränderungen vornehmen, um die Bewegungsabläufe möglichst flüssig aussehen zu lassen.

Den Befehl zum Abspeichern suchen Sie vergeblich. Um Ihr Projekt zu sichern, müssen Sie den Arbeitsbereich verlassen und ins Ausgangsfeld zurückkehren. Das Programm fragt Sie dann automatisch, ob Sie Ihre Arbeit speichern möchten. Die fertigen Animationen finden Sie auf der Startseite. Von dort können Sie Ihre Filme abspielen, als Video oder Bild konvertieren, versenden oder in sozialen Netzwerken mit Ihren Freunden teilen. Bereits begonnene Projekte können Sie jederzeit fortführen oder ändern. Wählen Sie dafür auf der Startseite bei der entsprechenden Datei das Bleistift-Symbol unten aus und schon gelangen Sie wieder in den Arbeitsbereich und können wie gehabt mit der Bearbeitung fortfahren.

Stick Draw ist recht einfach zu bedienen. Mit diesem Programm können Sie nicht nur kurze Trickfilmgeschichten anfertigen, sondern beispielsweise auch komplizierte Sachverhalte anschaulich animieren und für Präsentationen verwenden. Möchten Sie hingegen längere Zeichentrickfilme mit aufwendigen Figuren erstellen, haben Sie mit Stick Draw sehr viel Arbeit vor sich, da Sie alles komplett selbst zeichnen müssen. Besitzer eines Note-Gerätes haben es durch den S-Pen wesentlich leichter, pixelgenaue Zeichnungen vorzunehmen.

Abbildung 3: Sie sehen jeweils das vorherige Bild im Hintergrund, können dieses mit dem Werkzeug entweder nachzeichnen oder kopieren und einfügen.
Abbildung 3: Sie sehen jeweils das vorherige Bild im Hintergrund, können dieses mit dem Werkzeug entweder nachzeichnen oder kopieren und einfügen.

Abbildung 4: Startseite von Stick Draw. Hier können Sie Ihre Animationen abspielen, bearbeiten oder exportieren.
Abbildung 4: Startseite von Stick Draw. Hier können Sie Ihre Animationen abspielen, bearbeiten oder exportieren.

Animation Maker


Die kostenlose Anwendung Animation Maker [3] ist für Trickfilm-Animationen ebenfalls geeignet und beinhaltet durchaus ein paar recht nützliche Funktionen. Allerdings finden Sie abgesehen von einem Android-Roboter leider keine Bildvorlagen. Die Bedienung ist gewöhnungsbedürftig und manche Befehle befinden sich im Programm versteckt. Zudem können Sie erst durch längeren Fingerzeig die einzelnen Befehle öffnen und müssen häufig dann erst noch im Menü unten Ihren nächsten Schritt bestätigen.

Neue Zeichnungen legen Sie über das erste Icon der Toolbar an, die sich je nach Bildmodus oben oder rechts befindet. Im unteren Einstellungsmenü des Arbeitsbereiches müssen Sie dann noch create auswählen. Erst dann können Sie Figuren frei Hand zeichnen, Objekte einpflegen und diese beliebig anpassen. Um Einstellungen zu Schriftgröße und Farbe vorzunehmen, drücken Sie auf das entsprechende Symbol in der Werkzeugleiste.

Möchten Sie lieber Bilder oder Fotos aus der Galerie einbinden, wählen Sie diese auf dem Startbildschirm in der Toolbar direkt neben dem Zeichensymbol aus. Auch hier müssen Sie erst eine kurze Zeit den Finger gedrückt halten und im Menü des Arbeitsbereiches anschließend über add image ein Bild festlegen. Dieses sehen Sie auf dem Arbeitsbereich erst nachdem Sie noch einmal auf das freie Feld tippen.

Bewegen können Sie das Bild über das Freihandwerkzeug neben dem Textfeld. Für komplette Bewegungsabläufe wählen Sie das Symbol mit den geraden oder kurvigen Linien und schieben Ihre Objekte auf der Arbeitsfläche hin und her. So bekommen Sie relativ schnell ganze Bewegungsabläufe hin. Hintergrundfarbe, Bildgröße und den Projektnamen legen Sie in den Dateieinstellungen fest. Dort verwalten Sie außerdem die einzelnen Objekte Ihrer Arbeit, fügen Sounds hinzu und teilen Ihre fertigen Projekte.

Aufgrund des begrenzten Funktionsumfangs eignet sich Animation Maker nicht für längere Trickfilmgeschichten. Möchten Sie komplexere Figuren einbauen, dann müssen Sie einzelne Körperteile separat zeichnen und in jedem Bild die Figur wie ein Puzzle neu zusammensetzen.

Abbildung 5: Links sehen Sie die Bildanzahl und rechts die Werkzeugleiste. Hier können Sie Bilder zeichnen und hinzufügen, Objekte positionieren und Bewegungsabläufe vorgeben.
Abbildung 5: Links sehen Sie die Bildanzahl und rechts die Werkzeugleiste. Hier können Sie Bilder zeichnen und hinzufügen, Objekte positionieren und Bewegungsabläufe vorgeben.

Abbildung 6: Übersicht über die einzelnen Objekte der Datei. In diesem Beispiel können Sie die einzelnen Teile immer wieder neu miteinander kombinieren und müssen dadurch nicht immer erst wieder die ganze Figur zeichnen.
Abbildung 6: Übersicht über die einzelnen Objekte der Datei. In diesem Beispiel können Sie die einzelnen Teile immer wieder neu miteinander kombinieren und müssen dadurch nicht immer erst wieder die ganze Figur zeichnen.

Animated Greetings


Würden Sie gerne Grüße vom Mond oder eine Ansprache mit Ihnen als Präsident verschicken? Mit Animated Greetings [4] können Sie auch das. Dafür haben Sie eine Auswahl an unterschiedlichen Vorlagen zur Verfügung, die Sie dann individuell mit einem eigenen Foto oder gesprochenem Text versehen können. Die meisten dieser Vorlagen sind sogar völlig kostenlos. Per In-App-Kauf können Sie weitere Vorlagen dazu erwerben.

Haben Sie eine Vorlage gewählt, tippen Sie auf das Element, welches Sie ändern möchten, wie Gesicht oder Ton. Möchten Sie ein eigenes Foto einbinden, können Sie dieses passend zuschneiden und den Mundbereich kennzeichnen, damit die Lippenbewegungen später wenigstens einigermaßen passen. Darüber hinaus können Sie sogar einen eigenen Text einsprechen und einfügen.

Eine perfekte Fälschung erhalten Sie mit dieser kostenlosen Anwendung natürlich nicht. Es ist fast unmöglich, das eigene Foto passgenau zu positionieren oder die Mundbewegungen abzugleichen. Dennoch ist Animated Greetings eine nette App und sorgt sicher für viel Erheiterung.

Abbildung 7: Verändern Sie Gesicht und Ton für Ihre individuellen Grüße.
Abbildung 7: Verändern Sie Gesicht und Ton für Ihre individuellen Grüße.

Abbildung 8: Positionieren des Mundbereiches für die spätere Animation.
Abbildung 8: Positionieren des Mundbereiches für die spätere Animation.

Fazit

Alle Anwendungen sind zum Produzieren eigener 2D-Animationen geeignet. Sie erhalten damit recht schnell vorzeigbare Ergebnisse. Welche App sich für Sie lohnt, hängt vom gewünschten Ergebnis ab. Mit Animating Touch und Animation Maker können Sie eigene Zeichnungen oder vorgegebene Figuren animieren. Im direkten Vergleich schneidet Animating Touch deutlich besser ab, da dieses nicht nur mehr Objekte beinhaltet, sondern wesentlich bedienfreundlicher ist als die Konkurrenz. Zudem ist die Möglichkeit, Bewegungsabläufe zu simulieren für einen Animationsfilm unverzichtbar. Bei Stick Draw haben Sie hingegen keine Vorlagenbilder zur Verfügung und benötigen für Ihre Animationen viel Geduld und eine ruhige Hand. Hier können Sie dafür alles frei bestimmen. Möchten Sie einfach einen lustigen Gruß mit animierten Fotos und Sound gestalten, ist Animated Greetings in jedem Fall eine Empfehlung wert. Besonders viel Spaß machen die Anwendungen auf dem Tablet, besonders wenn Sie selbst zeichnen. Wir wünschen viel Vergnügen beim Ausprobieren.

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