Start Magazin Wie macht man eigentlich ein Spiel? – Teil 1

Wie macht man eigentlich ein Spiel? – Teil 1

416
0
Teilen

Als Kind haben wir mit dem Ball, später mit dem Computer gespielt. Und nun als Erwachsene und im Smartphone-Zeitalter angekommen, daddeln wir den lieben langen Tag auf diesem kleinen Gerät. Langweilig wird uns also so schnell nicht mehr, denn für Nachschub an Games ist immer wieder gesorgt.

Aber wie macht man so ein Spiel eigentlich? Dieser Frage möchten wir in den nächsten Wochen gerne einmal ausführlich auf den Grund gehen und wir möchten dich, wenn du Interesse hast, gerne dazu einladen. Jede Woche veröffentlichen wir hier nun einen Beitrag, der sich mit einem Teil des Themas beschäftigt und zusammen entwickeln wir in den nächsten Wochen ein schönes 2D-Spiel von der Idee bis zur Veröffentlichung, welches du anschließend dann auch im Play Store herunterladen und spielen kannst. Für interessierte Entwickler bieten wir dann am Ende auch die Grafiken und Sourcecodes gegen einen kleinen Obolus zum Download an.

Die Idee und das Konzept

Eine Idee zu haben ist schonmal eine gute Sache. Bevor du aber mit der eigentlichen Arbeit oder dem Konzept beginnst, solltest du noch ein paar Sachen im Vorfeld klären:

Die Entwicklungsumgebung

Grundsätzlich kann man Spiele mit Android-Boardmitteln nativ entwickeln. Der große Nachteil ist hier allerdings, dass man das Spiel (bis auf die Grafiken) nochmal komplett neu programmieren muss, sollte man es irgendwann auch für andere Plattformen wie z.B. iOs anbieten wollen.

Für diesen Fall haben sich einige Hersteller Gedanken gemacht und spezielle Entwicklungsumgebungen (Engines) extra für Spiele zur Verfügung gestellt, mit denen man ein Spiel 1x entwickelt, dieses dann aber auf einfache Art und Weise für die verschiedensten Plattformen exportieren kann. Einige dieser Entwicklungsumgebungen sind z.B.

Ein weiterer, riesiger Vorteil dieser Engines ist, dass sie Physik-Komponenten, Animations-Frameworks und vieles mehr “Out of the Box“ mitbringen. Nicht nur, dass man hier enorm viel Arbeit abgenommen bekommt. Viele dieser Engines bieten sogar noch eigene Asset Stores an, über die man Skripte, Animationen, Charaktere und Grafiken von anderen Entwicklern und Designern kaufen kann. Man muss das Rad ja schließlich nicht jedes Mal neu erfinden.

Für unser Spiel entscheiden wir uns für Unity3D. Mit dieser Engine kann man gleichermaßen 2D- und 3D-Spiele entwickeln. Dies kann man zwar auch mit der UnrealEngine, Unity3D bietet aber den größeren Asset Store und zudem die größere Community. Im Endeffekt ist es aber einfach Geschmacksache, für welche Engine man sich letztendlich entscheidet.

2D oder 3D (oder 2.5D ?)

Im Gegensatz zu 3D-Spielen sind 2D-Spiele grundsätzlich erst einmal einfacher umzusetzen.

In 2D-Spielen werden die einzelnen Grafiken als Sprites bezeichnet. Diese werden vorzugsweise in Vektoren-Programmen wie Adobe Illustrator oder Gimp erstellt. Eine Vektorgrafik ist hierbei nichts anderes, als dass man diese in einem Vektorprogramm ohne Qualitätsverlust beliebig vergrößern kann. Exportiert man diese Vektorgrafik dann am Ende in der gewünschten Auflösung, so erhält man eine .png oder .bmp Grafik, so wie wir sie kennen.

Für 3D-Spiele braucht man, wie der Name schon verrät, 3D-Objekte. Diese werden auch Models genannt und werden mit Programmen wie z.B. Blender oder Cinema4D erstellt.

Mit 2D oder 3D sind hier aber nicht alleine die Grafiken gemeint, sondern auch, wie das Spiel im Hintergrund aufgebaut ist. Entwicklungsumgebungen wie Unity3D sind immer in Koordinatensystemen aufgebaut. Es gibt eine X-Achse, eine Y-Achse und eine Z-Achse. Bei einem 2D-Spiel stehen einem nur die X- und Y-Achse zur Verfügung. Hier kann man sich quasi nach links und rechts sowie nach oben und unten bewegen. Bei einem 3D-Spiel hingegen hat man noch die Z-Achse. Diese steht für die Raumtiefe.

Beispiel 3D mit den Achsen X, Y und Z.
Beispiel 2D mit den Achsen X und Y.

Und was sind nun 2.5D Spiele? Das ist im Grunde ganz einfach: Bei 2.5D-Spielen wird z.B. die 3D-Spielfigur in einem 2D-Koordinatensystem verwendet. Man bewegt sich darin also mit seiner 3D-Spielfigur in einer 3D-Grafikwelt nach links, rechts, oben und unten, hat aber nicht die Möglichkeit “in die Tiefe” zu gehen.

Damit endet auch schon unser erster Artikel zum Thema „Wie macht man eigentlich ein Spiel?“. Bis hierhin haben wir schon einiges an Vorbereitung geschafft, weshalb wir uns im nächsten Teil dann auch mit dem Spielkonzept auseinandersetzen können.