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WhatsApp – Drittanbieter Chats verfügbar, aber nutzlos – So kannst du sie aktivieren

Im November letzten Jahres hat Meta angekündigt, dass die Unterstützung für Drittanbieter-Chats in WhatsApp bald verfügbar sein soll. Die Funktion ist von der Europäischen Kommission gefordert worden und jetzt vorhanden – allerdings ohne großen Nutzen.

WhatsApp Android Beitragsbild

WhatsApp – Drittanbieter Chats verfügbar

WhatsApp bietet ab sofort, nach der Ankündigung im November 2025, in den Einstellungen eine neue Funktion für Nutzer in Europa an: Die Integration von Drittanbieter Chats, mit der du aus WhatsApp heraus direkt mit anderen Messengern kommunizieren kannst. Nachrichten, Sprachnachrichten, Bilder uvm. sind wie gehabt, Ende-zu-Ende-verschlüsselt (sofern dies auch vom Drittanbieter-Chat unterstützt wird).

So findest du die Funktion

Sobald die Funktion verfügbar ist, ist in den Einstellungen von WhatsApp auf deinem Smartphone (Android und iOS) ein Hinweis darauf zu finden, dass ab sofort Drittanbieter Chats verfügbar sind und du die Funktion einrichten kannst. Später findet sich die Funktion in den Einstellungen -> Konto -> Drittanbieter-Chats. Die Funktion kann jederzeit auch wieder deaktiviert werden.

WhatsApp mit einem Hinweis auf die Integration von Drittanbieter Chats

Drittanbieter-Chats einrichten oder deaktivieren

Um die Drittanbieter-Chats einzurichten, rufst du die Funktion entweder direkt über den Info-Button (siehe Screenshot oben) auf oder wie folgt:

  1. Öffne die WhatsApp
  2. Tippe auf die 3 Punkte oben rechts
  3. Wähle Einstellungen
  4. Tippe auf Konto -> Drittanbieter-Chats

Du kannst nun die Drittanbieter-Chats aktivieren oder später auch wieder deaktivieren. Auch gibst du an, ob du Anfragen aus Drittanbieter-Apps erhalten möchtest. Sofern aktiviert, erhältst du eine Benachrichtigung, wenn dir jemand aus einer Drittanbieter-App Nachrichten senden möchte.

Anschließend gibt es Informationen zu den Drittanbieter-Chats, dass du damit jetzt mit Personen, die eine zulässiger Drittanbieter-Messaging-App verwenden, direkt auf WhatsApp chatten kannst. Per Tipp auf den Weiter-Button folgt dann aber die Ernüchterung. Lediglich BirdyChat ist verfügbar (später soll noch Haiket folgen).

Nach der Auswahl kannst du noch festlegen, wie Chats von Drittanbietern in deinem Postfach angezeigt werden sollen:

  • Kombiniert: WhatsApp und Chats von Drittanbietern werden im selben Postfach kombiniert.
  • Getrennt: Chats von Drittanbietern werden in einem separaten Ordner innerhalb des Hauptpostfachs angezeigt.

Über die Kontoeinstellungen kannst du den Drittanbieter-Chat auch wieder deaktivieren.

Welche Daten werden übermittelt?

Sobald du die Funktion aktiviert hast, können Personen, die zulässige Drittanbieter-Apps verwenden, dich über deine Telefonnummer kontaktieren. Die Telefonnummer wird zu Kontaktzwecken geteilt, andere Informationen aber nicht.

Weiterhin ist es möglich, das Personen, die du über WhatsApp blockiert hast, dich über eine Drittanbieter-Chat-App kontaktieren können. WhatsApp selbst kann deine Nachrichten aus Drittanbieter-Chats nicht sehen.

Informationen, die WhatsApp von Nutzern von Drittanbieterdiensten erhebt

Durch die Öffnung von WhatsApp für Drittanbieter-Messenger (Interoperabilität gemäß EU Digital Markets Act) erhebt Meta bestimmte Daten, um die Kommunikation zwischen den verschiedenen Netzwerken technisch zu ermöglichen.
Obwohl die Nachrichteninhalte selbst ende-zu-ende verschlüsselt bleiben, fallen folgende Informationen an:

  • Registrierungs- und Identitätsdaten
  • Benutzername/ID: Der Identifikator, den du beim Drittanbieter nutzt.
  • Telefonnummer: Wird zum Abgleich und zur Identifizierung benötigt.
  • Interne ID: WhatsApp weist Drittanbieter-Nutzern eine eigene interne Kennung zur technischen Verarbeitung zu.
  • Metadaten der Kommunikation
  • Diese Daten fallen bei jeder Nachricht an und geben Aufschluss über das Nutzungsverhalten:
  • Zeitstempel: Wann wurde eine Nachricht gesendet, empfangen oder gelesen?
  • Beteiligte: Wer kommuniziert mit wem?
  • Nachrichtentyp: Handelt es sich um Text, ein Bild, Video oder eine Sprachnachricht?
  • Größe: Das Datenvolumen des Inhalts.
  • Technische Daten & Verbindungsdaten
  • Geräteinfos: Informationen zum verwendeten Gerät und dem Betriebssystem.
  • IP-Adresse: Hierüber kann grob der Standort abgeleitet werden.
  • App-Informationen: Name und Version der genutzten Drittanbieter-App (z. B. BirdyChat).
  • Interaktionsdaten
  • Informationen darüber, wie oft und auf welche Weise du mit WhatsApp-Nutzern interagierst.

Wichtig: Da die Datenverarbeitung bei Drittanbietern anderen Datenschutzbestimmungen unterliegen kann als bei WhatsApp selbst, warnt Meta explizit davor, dass der Schutzstandard der externen App von dem gewohnten WhatsApp-Niveau abweichen kann.

Neue Funktion nur in der EU

Der Grund, warum WhatsApp sich plötzlich für andere Apps (minimal) öffnet, ist kein freiwilliger Kundenservice von Meta, sondern schlicht ein neues EU-Gesetz.

Die Europäische Union hat den Digital Markets Act (Gesetz über digitale Märkte/DMA) verabschiedet. Dieser stuft Meta (den Mutterkonzern von WhatsApp) als sogenannten „Gatekeeper“ (Torwächter) ein.

  • Die Pflicht: Solche Marktgiganten müssen ihre Dienste für kleinere Anbieter öffnen, um den Wettbewerb zu fördern.
  • Das Ziel: Du sollst nicht mehr gezwungen sein, WhatsApp zu nutzen, nur weil deine Freunde dort sind. Du könntest theoretisch eine andere App nutzen und trotzdem mit deinen WhatsApp-Kontakten schreiben.

Aktuell sind ist nur BirdyChat als Drittanbieter-App vorhanden, Haiket soll folgen. Viele andere Anbieter (die hierzulande auch genutzt werden) wie Signal, Telegram oder Threema sind bisher aufgrund von Datenschutzbedenken nicht (oder auch nie) zu finden.

Fazit

WhatsApp bietet zwar ab sofort die Möglichkeit an, mit Drittanbieter-Chats direkt über WhatsApp zu kommunizieren, was aber derzeit oder auf lange Zeit eine nutzlose Funktion bleiben wird, da BirdyChat als einzige, unterstützte Drittanbieter-App hierzulande weitgehend unbekannt ist.

Des Weiteren ist bisher auch nur WhatsApp als Gatekeeper eingestuft worden, sodass andere Messengerdienste wie Signal, Telegram u.a. nicht dazu verpflichtet sind, ihre eigenen Apps für andere Apps zu öffnen.


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