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Wertverlust bei Smartphones – Wann winkt eine Kostenersparnis bei neuen Geräten?

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Wer gerne das neueste Smartphone sein Eigen nennt und sich ca. alle zwei Jahre ein neues Gerät holt, muss oftmals tief in die Tasche greifen. So sind für Googles Pixel Phones mittlerweile Preise um die 1000 Euro normal. HUAWEI Premium Geräte wie das P20 und Samsung Geräte schlagen ebenfalls mit um die 900 Euro zu Buche. Und wenn du dann denkst, du verkaufst dein “Altgerät” in zwei Jahren für einen guten Preis wirst du schnell feststellen, dass es dafür kein gutes Geld mehr gibt. Denn Smartphones verlieren schneller an Wert als ein Neuwagen.

Sobald ein Smartphonehersteller erste Infos zu einem neuen Gerät publik macht gehen auch die Spekulationen um den Preis los. Je nachdem, von welchem Hersteller ein Gerät ist und welche Chips verbaut sind musst du für ein Smartphone der Oberklasse schon um die 1000 Euro berappen. Doch wie macht man es richtig? Direkt nach Verkaufsstart des Smartphones zuschlagen, oder doch lieber noch ein paar Monate warten?

Samsung Galaxy S9

Kurz nach der Markteinführung verlieren auch die Samsung-Smartphones ordentlich an Wert. Der Vorgänger des aktuellen Modells S9, das letztjährige Flaggschiff Galaxy S8, hat innerhalb von zwei Monaten nach Markteinführung einen Preissturz um 23 Prozent erlitten. Somit konnte man das Gerät statt der 799 Euro zum Verkaufsstart für knapp unter 600 Euro erwerben. Mit der Vorstellung des neuen Galaxy S9 hat nun auch das S8 einen ordentlichen Preissturz erlebt. So ist es in der Farbe “midnight-black” bei Amazon derzeit für 479,80 Euro erhältlich.

Das Samsung Galaxy S9 ist seit dem 16. März für 849 Euro und das Galaxy S9+ für 949 Euro erhältlich. Auch hier darf man gespannt sein, wie der Preis in 6 Monaten aussieht. Geht man nach der Preisentwicklung der Samsung Geräte kann man recht sicher sein, dass mindestens 30 Prozent Wertverfall drin sind.

Die Preisentwicklung/Prognose bei Samsung-Geräten.(Bildquelle: idealo)

Huawei P20 Pro/Huawei P20

Ende März stellt Huawei sein neuen Premium-Smartphones P20 Pro und P20 vor. Laut einigen Insiderberichten soll das P20 Pro 899 Euro kosten und das Huawei P20 679 Euro. Somit sind die neuen Modelle deutlich teurer als die jeweiligen Vorgänger P10 Plus und P10. Das P10 Plus ging damals für 749 Euro an den Start. Das sind knapp 150 Euro weniger als der erwartete Preis des P20 Pro.

Wem nun hier gewaltig die Ohren schlackern, der muss nur ein wenig Geduld aufbringen. Denn auch dem Huawei P20 wird ein Werteverfall prognostiziert. Die Webseite Idealo hat auf der Grundlage der Preisentwicklung der P10-Modelle für die P20-Modelle einen Preisverfall von fast 20 Prozent nach den ersten sechs Monaten nach Verkaufsstart prognostiziert.

Das heißt, wer sich das neue Huawei P20 zulegen möchte muss statt den zum Verkaufsstart erwarteten 679 Euro nur noch rund 546 Euro zahlen. Ähnlich soll es auch beim P20 Pro aussehen. Hier wären ein halbes Jahr nach Verkaufsstart nur noch 728 Euro fällig.

Die Preisentwicklung/Prognose bei Huawei-Geräten. (Bildquelle: idealo)

Google Pixel 2/2 XL

Als im November letzten Jahres die neuen Pixel Geräte an den Start gingen waren für ein Pixel 2 Preise ab 799 Euro und für das Pixel 2 XL mit 64 GB Speicher 939 Euro und mit 128 GB Speicher sogar 1049 Euro fällig. Mittlerweile sind auch hier die Preise ein klein wenig gefallen. So ist das Pixel 2 XL mit 64 GB Speicher derzeit für 814 Euro erhältlich und das 2 XL mit 128 GB Speicher für 924 Euro. Bei einigen Technikmärkten wie Saturn werden direkt bei Erwerb des Smartphones schon 150 Euro Sofortrabatt abgezogen, sodass ein Pixel 2 mit 64 GB Speicher im Endeffekt dann “nur” noch mit 749 Euro zu Buche schlägt. Auch wer im Netz auf bestimmten Seiten sucht bekommt einige Shops vorgeschlagen, welche das Smartphone schon für unter 700 Euro verkaufen.

Pixel-Geräte der 1. Generation, welche im Oktober 2016 für 759 Euro (32 GB) an den Start gingen, sind bei Google immer noch mit 659 Euro gelistet. Allerdings findest du nach dem Stöbern im Netz durchaus Angebote für 439 Euro.

Die Preisentwicklung/Prognose bei Google Geräten. (Bildquelle: idealo)

LG G6

Auch das LG G6, welches im letzten Jahr in Deutschland für 749 Euro auf den Markt kam, hat seit der Einführung einen erheblichen Preisverfall erlebt. Mit sinkendem Preis auf derzeit 343 Euro ist allerdings das Kaufinteresse am G6 gestiegen. Der extreme Preisverfall begründet sich wahrscheinlich auf den “Mängeln” in der Ausstattung (nur 32 GB interner Speicher, kein Wireless Charging, älterer Snapdragon 821 Prozessor bei Geräten, die in Deutschland verkauft wurden). Derzeit ist noch kein Nachfolgegerät für das G6 in Sicht.

Die Preisentwicklung/Prognose bei LG Geräten.(Bildquelle: idealo)

Ursachen für den Preisverfall

Die schnell sinkenden Preise bei Smartphones sind auch auf die Wettbewerbssituation im Handel zurückzuführen. Unter den Händlern herrscht ein großer Konkurrenzdruck. Dieser und die hohe Nachfrage der Käufer sorgen dafür, dass die Preise der Smartphones schon nach dem ersten und zweiten Monat nach Verkaufsstart fallen. Ersparnisse im zweistelligen Bereich sind so leicht möglich.

Der Marktwert eines Smartphones sinkt bereits ab dem Verkaufsstart. Auch wenn du dir ein Smartphone neu kaufst und es zum Beispiel ein halbes Jahr ungenutzt in der Schublade liegen lässt, sinkt dessen Wert. Das kommt daher, weil die Aktualisierungszyklen für Smartphones immer kürzer ausfallen. Samsung bringt jedes Jahr im Frühjahr zwei neue, hochpreisige Galaxy Modelle heraus; weitere Modelle kommen in der Mittelklasse hinzu. Und da nicht jeder ein hochpreisiges Modell möchte oder es sich leisten kann fällt auch hier der Preis kurz nach Verkaufsstart um einige Euros. Auch Apple-Geräte, welche lange Zeit als sehr preisstabil galten verlieren mittlerweile an Wert. Sie sind aber immer noch wertstabiler als Android-Geräte, da es hier nicht so viele verschiedene Modelle gibt und selbst ältere Geräte noch mit Updates versorgt werden.

Der Werteverfall bei Smartphones beginnt ebenfalls mit kurzfristigen Preisaktionen, um Käufer zu locken. So gibt es am Cyber Monday oder Black Friday viele Rabattaktionen, bei denen der Käufer zuschlägt.

Weiterhin kommt man günstig an ein hochpreisiges Smartphone, wenn man einen Handyvertrag abschließt, bei dem der Tarif über den Zeitraum von zwei Jahren gesehen niedriger ist ist als der Anschaffungswert des Smartphones. Diese Verträge kommen daher zustande, wenn der Netzprovider Monats- und Quartalsziele erreichen möchte. Die Verträge werden dann subventioniert und die Smartphones gibt es für den Käufer für 1 Euro dazu. Mit diesen Verträgen wird aber das Preisniveau bei Smartphones längerfristig nach unten gezogen. Denn warum soll man für ein Smartphone viel Geld ausgeben, wenn man es doch quasi zu einem Vertrag “kostenlos” dazubekommen kann.

Preisstabilität beim iPhone

Einige Smartphone-Modelle erfahren durch die Medien einen großen Hype. Großflächige Werbeaktionen verteilen sich über ganz Deutschland. Beim iPhone X wurde im Herbst 2017 ein Produktionsengpass festgestellt. Dieser wurde publik, sodass es Leute gab, welche das Gerät für jeden erdenklichen Preis kaufen wollten. Die Knappheit der Geräte sorgte hierbei für eine Preisstabilität beziehungsweise einen Anstieg des Preises.

Die Preisentwicklung/Prognose bei iPhones. (Bildquelle: idealo)

Fazit

Ein Smartphone, egal welcher Marke, ist generell keine gute Geldanlage. Es verliert schnell an Wert, da die Technik schon nach relativ kurzer Zeit als veraltet gilt. Auch die Sicherheit leidet, da Sicherheitspatches zumeist nur für zwei (bei Google mittlerweile auch drei Jahre) ausgegeben werden. Andere Smartphonemarken liefern die Patches nur unregelmäßig, oder verspätet, beziehungsweise nur für bestimmte Modelle aus. Somit ist es nicht verwunderlich, dass die Preise schnell fallen. Aber wie bei jedem Produkt gilt auch bei einem Smartphone: Was es im Überfluss gibt wird zum Ladenhüter und muss irgendwann billiger verkauft werden. Was es nur in gekünstelt geringfügigen Mengen gibt wird zum Verkaufsschlager, für das der Nutzer jeden Preis bezahlt.