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Vorsicht Gewerbetreibende: Fake-Rechnungen Handelsregister

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Ein Gewerbe zu betreiben besteht nicht nur aus Zuckerschlecken. Das merkt man spätestens dann mal wieder, wenn einem dubiose Rechnungen ins Haus flattern. Auf den ersten Blick sehen sie wie offizielle Rechnungen für die Eintragung ins Handelsregister aus. Schaut man aber näher hin, durchschaut man diese als Fake!

Was ist das Handelsregister

Das Handelsregister ist ein öffentliches Verzeichnis, in dem alle Kaufleute und Unternehmen eingetragen werden. Geführt werden Handelsregister dabei je nach Land von unterschiedlichen Institutionen. So ist in Deutschland und Österreich das entsprechende Amtsgericht dafür zuständig. Um ein internationales Netzwerk zwischen den nationalen Handelsregistern zu schaffen, wurden 1993 zudem das European Business Register von der EU eingeführt.

Das Handelsregister enthält dabei alle wichtigen Informationen über ein Unternehmen, wie beispielsweise den Namen, die Rechtsform, Gegenstand sowie Informationen zu den Gesellschaftern und zum Stammkapital. Das deutsche Handelsregister ist bei den jeweils zuständigen Amtsgerichten hinterlegt. Das Handelsregister ist vor allem dafür da, dass Transparenz im Rechtsverkehr gewährleistet wird und vertragliche Partner von Unternehmen geschützt werden. Sie können sich nämlich mithilfe des Handelsregisters vorab schon wichtige Informationen beschaffen, da im Handelsregister auch vermerkt ist, wie hoch die Haftungssumme der Kommanditisten ist, oder ob ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Jeder Bundesbürger kann das Handelsregister kostenlos einsehen und sich über ein bestimmtes Unternehmen informieren. Seit 2007 ist dies auch online möglich.

Das Spiel mit den Fake-Rechnungen

Gerade neue Gewerbetreibende sollten auf der Hut sein. Kriminelle haben schon lange das Potential erkannt und Verbrecher lauern überall und versuchen, an dein Geld zu kommen. Normalerweise bekommst du für die Eintragung ins Handelsregister eine Rechnung des zuständigen Amtsgerichts bzw. Registergerichts zugeschickt. Seit Juni 2013 werden allerdings im gesamtes Bundesgebiet gefälschte Geschichtskostenrechnungen versandt, bei denen die Empfänger aufgefordert werden, angebliche Gerichtskosten mittels beigefügter Überweisungsformular auf Konten bulgarischer Banken zu überweisen. Mittlerweile gehen die Kriminellen einen Schritt weiter und geben deutsche Bankverbindungen in den Überweisungsformularen an. Die Kriminellen sind in ihrer Arbeit sehr schnell und die Fake-Rechnungen erreichen dich meist einige Tage, bevor dir die echte Rechnung für die Eintragung ins Handelsregister zugestellt wird.

Erkennen kannst du solche Fake-Rechnungen beispielsweise daran, dass überhaupt keine Absende-Adresse angegeben ist, wie das obige Beispiel zeigt. Weiterhin ist eine sehr kurze Zahlungsfrist genannt und das Schreiben beinhaltet, neben immens hohen Beträgen, auch Rechtschreibfehler.

Hierbei bewegen sich die Kriminellen mit dem Inhalt des Schreibens nicht einmal in einem illegalen Raum. Wenn du dir das Schreiben genauer durchließt stellst du fest, dass dir eine Eintragung in „irgendein“ Register angeboten wird, welches du mit deiner Zahlung autorisierst. Witzigerweise wurde bei dem oberen Brief vergessen die dort angegebene Domain zu registrieren. Dies hat dann ein Rechtsanwalt übernommen, der mit dieser Domain (www.gewerberegister-deutschland.de) nun auf die Gefahren hinweist. Weiterhin gehst du mit der Zahlung ggf. ein 3-jähriges Abonnement ein.

Das Aussehen dieser Schreiben wirkt auf den ersten Blick offiziell. Du solltest solche Rechnungen stets prüfen und nie vorschnell bezahlen. Falls du dir unsicher ob der Echtheit dieses Schreibens bist, rufe unter der offiziellen Nummer des Registerportals an und frage nach. Diese können dir weitere Informationen geben.

Festgestellte Betrugsversuche sollte möglichst umgehend bei der nächsten Polizeidienststelle bzw. der zuständigen Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht werden. Ist eine Anzeige aufgenommen, kann man hier weiterhin noch die jeweiligen Banken informieren, welche die Konten dann aufgrund der Anzeige prüfen.