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Vorinstallierte Apps vom Handy löschen

Auf dem frisch ausgepackten Handy ist nur die Hälfte des Speichers frei? Manche Hersteller übertreiben es mit vorinstallierten Apps. Wir zeigen Ihnen, wie Sie HRS Hotels, ChatON oder joyn vom Handy werfen.

Wenn Sie sich ein neues Handy kaufen, haben Sie bei vielen Smartphones die Wahl, wie groß der interne Speicher sein soll. Ob 8, 16 oder stolze 32 GByte: Speicher ist durch nichts zu ersetzen – außer durch noch mehr Speicher. Schließlich sollen App-Daten, Offline-Karten, Musik und Videos noch Platz auf dem Gerät finden.

Für Ärger sorgt nun aber immer wieder, dass direkt nach dem Auspacken des Handys von den zahlreichen beworbenen GByte nur ein Bruchteil für die Daten des Users frei bleiben. Dass ein 16-GByte-Smartphone nicht Platz für 16 GByte Daten hat, dürfte jedem halbwegs erfahrenen Computeranwender klar sein. Irgendwo muss das Betriebssystem ja installiert werden. Doch einige Hersteller gehen allzu verschwenderisch mit dem Speicher um.

Bloatware vermüllt das Handy

Neben das Android-System packen die Unternehmen auf ihre Geräte eine angepasste Oberfläche, Wallpapers, Animationen und fest installierte „Bloatware“-Apps. Auf der in Deutschland verkauften Version des Samsung Galaxy S4 mit 16 GByte Speicherplatz bleiben zum Beispiel direkt nach der Inbetriebnahme gerade einmal 9,1 GByte für die Daten des Users frei.

Doch auch die anderen Handyhersteller sind oft nicht viel besser. Den Vergleich diverser 16-GByte-Smartphones gewinnt das iPhone 5C. Dieses Gerät lässt von 16 GByte noch 12,6 GByte für die Daten des Käufers übrig. Aber auch das Google Nexus 5 und das Sony Xperia Z1 schlagen sich wacker. Besonders Google arbeitet platzsparend, das Nexus 5 bietet direkt nach der Inbetriebnahme immerhin noch 12,28 von 16 GByte.

Freier Speicher diverser 16-GByte-Handys

SmartphoneFrei für DatenBelegt
Apple iPhone 5C12,60 GByte21,25%
Google Nexus 512,28 GByte23,25%
Apple iPhone 5S12,20 GByte23,75%
Sony Xperia Z111,43 GByte28,56%
Blackberry Z3011,20 GByte30,00%
HTC One Mini10,44 GByte34,75%
LG G210,37 GByte35,19%
Samsung Galaxy S48,56 GByte46,50%
Quelle: which.co.uk, Geräte mit englischer Firmware

Am unteren Ende der Liste stehen die Hersteller von Geräten mit aufgeplusterten Oberflächen wie Samsungs TouchWiz oder HTCs Sense. Beim HTC One Mini und LG G2 bleiben nur knapp 10,5 GByte frei, beim Galaxy S4 gerade einmal blamable 8,5 GByte. Damit ist bei Samsungs aktuellem Top-Handy von Haus aus fast die Hälfte des Speichers belegt.

Der Vergleich hinkt ein wenig

Ganz fair ist der Vergleich allerdings nicht: Bei den iPhones, aber auch beim Nexus 5, dem LG G2 und dem HTC One Mini müssen Sie mit dem vom Hersteller verbauten Speicherplatz auskommen. Ein Speicher-Upgrade per SD-Speicherkarte? Nicht möglich! Bei solchen Geräten müsste der Hersteller eigentlich so sparsam wie möglich arbeiten.

Beim Galaxy S4 und beim Xperia Z1 lassen sich jedoch kostengünstig bis zu 64 GByte Speicher per SD-Speicherkarte nachrüsten. So lässt sich der verschwenderische Umgang mit dem internen Speicher etwas leichter verzeihen, wenn auch – besonders beim Galaxy S4 – auf diesen Umstand hingewiesen werden muss, was Samsung in den technischen Daten zum Gerät inzwischen auch macht [1].

Was sind System-Apps?

App ist App, Android macht keinen Unterschied, ob eine Anwendung vom User oder vom Hersteller installiert wurde. Doch der Handyhersteller kann durchaus entscheiden, ob er eine Anwendung fest im System verankert oder ob er sie – zum Beispiel im Zuge einer Promotion – auf dem Handy vorinstalliert, aber löschbar macht.

Abbildung 1: Nicht jede Bloatware wie hier HRS Hotels lässt sich vom Handy deinstallieren.
Abbildung 1: Nicht jede Bloatware wie hier HRS Hotels lässt sich vom Handy deinstallieren.

Zum Löschen vorinstallierter Apps öffnen Sie unter den Einstellungen den Eintrag Apps, beziehungsweise bei Samsung-Geräten Einstellungen | Optionen | Anwendungsmanager und suchen die überflüssige Anwendung heraus. Ein Klick auf Deinstallieren beseitigt die App vom Handy.

Doch Achtung! Das funktioniert bei oft vorinstallierten Werbe-Apps wie Groupon oder HRS Hotels, tiefer in das System integrierte Anwendungen wie etwa die bei Samsung mitgelieferten Chat- und SMS-Alternativen joyn oder ChatON lassen sich auf diesem Weg nicht löschen.

Speicher frei machen

Egal, ob Sie nun ein neues Handy oder schon einen älteren Android-Knochen in den Händen halten: Unerwünschte Apps lassen sich – wenn sie sich zum Teil auch nicht ganz löschen lassen – zumindest deaktivieren. Das schafft mehr Speicherplatz und sorgt zudem dafür, dass weniger Apps auf dem Handy aktiv sind.

Über den Play Store installierte Apps können Sie generell wieder über diesen vom Handy entfernen. Vorinstallierte Anwendungen tauchen hier aber nur dann auf, wenn Updates dafür über den Play Store angeboten werden. In diesem Fall lassen sich jedoch nur die Aktualisierungen über den Play Store löschen, die App an sich bleibt unangetastet.

Abbildung 2: Bei vorinstallierten System-Apps lassen sich nur Updates deinstallieren.
Abbildung 2: Bei vorinstallierten System-Apps lassen sich nur Updates deinstallieren.
Abbildung 3: Die App selber kann man nicht löschen, sie ist fest im System verankert.
Abbildung 3: Die App selber kann man nicht löschen, sie ist fest im System verankert.

Um zum Beispiel Samsungs eigene Chat-App „ChatON“ vom Handy zu bekommen, müssen Sie in den Einstellungen unter Optionen den Anwendungsmanager öffnen. Bei Geräten anderer Hersteller nennt sich der Eintrag Anwendungen oder einfach nur Apps. Dort wischen Sie sich ganz nach rechts bis zum Reiter Alle durch und suchen aus der Liste die von Ihnen ungewünschte App heraus.

Tippen Sie auf einen der Einträge, öffnen Sie die „App-Info“ dieser Anwendung. Der Dialog verrät Ihnen, wie viel Speicher die App und deren Daten belegen oder auch, welche Rechte das Programm vom System anfordert. Für das Deinstallieren von Apps relevant sind die Buttons Aktualisierungen deinstallieren oder Deaktivieren.

Abbildung 4: Öffnen Sie die App- oder Anwendungsverwaltung aus den Einstellungen.
Abbildung 4: Öffnen Sie die App- oder Anwendungsverwaltung aus den Einstellungen.
Abbildung 5: Im Reiter Alle finden Sie alle auf dem Gerät installierten Apps.
Abbildung 5: Im Reiter Alle finden Sie alle auf dem Gerät installierten Apps.
Abbildung 6: Zuerst müssen Sie alle bereits installierten Updates vom Handy löschen.
Abbildung 6: Zuerst müssen Sie alle bereits installierten Updates vom Handy löschen.
Abbildung 7: Anschließend lassen sich die meisten Android-Apps deaktivieren.
Abbildung 7: Anschließend lassen sich die meisten Android-Apps deaktivieren.

Je nachdem, ob für die App bereits Updates eingespielt wurden, müssen Sie diese zuerst deinstallieren, bevor Sie die eigentliche App deaktivieren können. Danach bleibt die Anwendung zwar auf dem Handy installiert, doch sie erscheint nicht mehr in der App-Schublade und dank der gelöschten Updates nimmt sie weniger Platz im Speicher des Handys ein. Zudem wird sie vom System nicht mehr geladen, das sorgt für eine leichte Beschleunigung und spart Energie.

joyn deaktivieren

Ein spezieller Fall ist der von zahlreichen Mobilfunkanbietern propagierte SMS-Nachfolger joyn [2]. Die wenigsten Android-User werden den Dienst kennen und noch weniger werden ihn überhaupt benutzen, da WhatsApp, Hangouts und Co. kostenlose Kurznachrichten über das Internet bereits zuverlässig abwickeln. Wer aber sein bei T-Mobile gekauftes Samsung Galaxy S3 oder S4 auf die neuste Firmware aktualisiert, der findet joyn automatisch in der App-Schublade.

Abbildung 8: Der SMS-Nachfolger joyn kann nur in den Verbindungseinstellungen deaktiviert werden.
Abbildung 8: Der SMS-Nachfolger joyn kann nur in den Verbindungseinstellungen deaktiviert werden.

joyn lässt sich bei diesen Geräten auf den zuvor beschriebenen Wegen weder deinstallieren noch deaktivieren, stattdessen nervt die App einige User beim Wechsel zwischen Mobilfunk- und WLAN-Netz mit Fehlermeldungen. Als Netzwerkdienst hat T-Mobile joyn – ebenso wie die Dienste für SMS-Kurznachrichten – fest in das System integriert.

Der einzige Weg, joyn wenigstens halbwegs ordentlich abzuschalten, findet sich bei Samsung in den Einstellungen unter Verbindungen | Weitere Einstellungen | joyn-Dienste. Hier lässt sich der Dienst über eine Checkbox deaktivieren, er bleibt aber weiter in der App-Schublade als installierte Anwendung sichtbar.

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