Start Aktuell Vodafone handelt sich Ärger mit vorinstallierter App Scanlife bzw. Bidi ein

Vodafone handelt sich Ärger mit vorinstallierter App Scanlife bzw. Bidi ein

Viele Besitzer von Vodafone ausgelieferten und angepassten HTC-Handys klagen seit einigen Tagen über die ungewollte und automatisch initiierte Installation der Apps Scanlife (oder auch Bidi) und Soundhound. Die Anwendungen lassen sich nicht mehr von den Geräten deinstallieren und die Unternehmen scheinen keine Abhilfe schaffen zu können.

Jeder Käufer eines PCs mit vorinstalliertem Betriebssystem kennt sicherlich die vom Hersteller vorinstallierten Anwendungen. Oft tummeln sich zahlreiche Testversionen von Virenscannern, Systemwartungstools, Office-Suiten oder diversen anderen Programmen auf dem eigentlich sauberen Rechner. Zum Ärgernis des Käufers lassen sich die Anwendungen allerdings oft nur schwer restlos deinstallieren, daher hat sich auch der Name „Crapware“ als synonym für diese lästigen Zugaben etabliert.

Crapware weit verbreitet

Auf Smartphones ist dieser Trend leider auch kaum mehr zu stoppen, besonders die Netzbetreiber wie Vodafone oder Telekom bohren gerne die Software eines Android-Handys mit weiteren Apps auf. Da die Anwendungen teils direkt in der Firmware des Handys eingebaut sind, lassen sie sich oft gar nicht vom Smartphone löschen, so geht wertvoller Arbeitsspeicher im Handy mit diesen ungewollten und ungenutzten Apps verloren.

Der Barcode-Scanner Scanlife
Der Barcode-Scanner Scanlife

Besitzer von Vodafone-Handys haben aktuell mit einem hartnäckigen Fall von Crapware zu kämpfen. Nach einem Update des Android-Markets installieren viele bei Vodafone gekauften HTC-Geräte ungefragt und automatisch den Barcode-Leser Scanlife wie auch das Musikerkennungsprogramm Soundhound, ohne dass sich diese wieder deinstallieren ließen. Die Reaktionen der Käufer auf diese Zwangsinstallation in den Kommentaren der App sind dementsprechend deftig.

Einen zusätzlichen Beigeschmack gibt die Tatsache auf, dass die Scanlife-App die Rechte zum Senden von SMS und zum Tätigen von Anrufen für sich beansprucht. Wozu die Anwendung diese Berechtigungen rechtmäßig benötigen könnte, lies sich in unserem Test leider nicht nachvollziehen, da die App auf zwei Testgeräten schon nach dem Scannen eines Barcodes abstürzte.

 

Die Kommentare fallen drastisch aus.
Die Kommentare fallen drastisch aus.

Auf diese Problematik angesprochen, schieben sich die beteiligten Unternehmen bislang gegenseitig die Schuld in die Schuhe, ohne für Abhilfe zu sorgen. Scanlife schreibt allerdings inzwischen in seinem Blog, dass das Unternehmen mit HTC, Vodafone und Google zusammen an einer Lösung arbeitet.

Bidi eigentlich nicht für Deutschland bestimmt

Laut den Angaben von Scanlife resultiert diese Zwangsinstallation der App aus einem Update des Google Markets. Vodafone hat die Scanlife-App (in Spanien läuft die App unter dem Namen Bidi) auf einigen mit dem Vodafone-Logo gebrandeten HTC-Handys vorinstalliert. Diese – hauptsächlich für den spanischen Markt bestimmten Geräte – sind jedoch auch in Deutschland verkauft worden. Dort wurde Scanlife/Bidi für den Kunden jedoch nicht „aktiviert“, so dass sich die Anwendung zwar auf dem Handy befand, aber für den Kunden nicht sichtbar war.

Das aktuelle Update des Markets findet nun jedoch die versteckte Scanlife-App und aktualisiert sie automatisch, so landet die dann App für jeden Anwender ersichtlich wieder auf dem Homescreen des Vodafone-Handys. Da die App direkt in der Firmware enthalten ist, lässt Sie sich auch nicht wieder deinstallieren.

Deinstallation laut Vodafone nicht möglich

Vodafone hat das Problem mittlerweile in seinem Forum bestätigt, allerdings meint man an dem Automatismus nichts verändern zu können. Die einzige Möglichkeit etwas gegen die App tun zu können, sei sie im Market als „unangemessen zu kennzeichnen“.

Letztendlich bleibt der Käufer der Dumme: Scanlife sagt, man habe Vodafone nur die Software zur Verfügung gestellt. Vodafone meint, dass die App nur durch eine Änderung am Market sichtbar wird. Eine wirkliche Abhilfe bleibt letztendlich nur der Einsatz eines „Custom-ROMs“ wie CyanogenMod. Die Alternative Firmware gibt es für viele Geräte und enthält mit Sicherheit keine unnützen Programme und böse Überraschungen.

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