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Vim für Androiden

Lange Texte und Smartphones gehen nur schwer zusammen. Besonders für Quelltexte braucht man einen großen Bildschirm und ? vor allen Dingen ? einen guten Editor. Vi IMproved ist wohl einer der mächtigsten Editoren überhaupt und mit Vim Touch gibt es jetzt auch eine Umsetzung des Editors für Android.

Software-Entwickler schwören entweder auf umfangreiche Entwicklungsumgebungen wie Eclipse, oder auf schlanke – aber extrem mächtige Editoren – wie Vi, Vim oder Emacs. Einen großer Klotz wie Eclipse braucht natürlich niemand auf seinem Smartphone, doch Vim-Fans werden sicherlich Vim Touch [1] für Android zu schätzen wissen.

Vi IMproved, oder kurz Vim, wird auf dem PC praktisch nur mit der Tastatur bedient. Das Bedienkonzept hat sich seit Anfang der aus einem Editier- und einem Befehlsmodus hat sich seit dieser Zeit nicht geändert. Die Stärken des Editors liegen in der Möglichkeit logisch zusammengehörende Code-Block zu falten und zu verschieben, lange Quelltexte sind so deutlich besser handlebar. Aber auch Dateivergleiche, eine eigene Skriptsprache und viele weitere Funktionen, machen Vim zu einem sehr mächtigen Werkzeug.

Abbildung 2: Mit der Zoom-Funktion holt man sich die oft sehr kleinen Texter näher ran.
Abbildung 2: Mit der Zoom-Funktion holt man sich die oft sehr kleinen Texter näher ran.

Abbildung 2: Mit der Zoom-Funktion holt man sich die oft sehr kleinen Texter näher ran.
Abbildung 2: Mit der Zoom-Funktion holt man sich die oft sehr kleinen Texter näher ran.

Die Umsetzung des Vim-Konzeptes auf einem Touch-Gerät ist mit Vim Touch gut gelungen. Die App nutzt den Touchscreen, um etwa im Text zu scrollen, oder durch langes Drücken einer Zeile in den Text hineinzoomen zu können. Ein Zwei-Finger-Klick fügt neue Textzeilen ein bzw. löscht Sie wieder. Als besonders praktischtisch erweist sich die Zoom-Funktion bei längeren Texten oder hochauflösenden Displays.

Vim Touch enthält eine komplette VIM Runtime Engine, so dass eigene Skripte, besonderes Syntax-Highlighting oder Dateityp-abhängige Plugins, mit Vim Touch auf dem Handy genauso benutzt werden können, wie auf dem eigenen Desktop. Die App wird vom Entwickler als quelloffene Software unter der Apache Lizenz entwickelt, der Quelltext kann bei Bedarf von Google Code [2] heruntergeladen werden.

Abbildung 3: In den Einstellungen lässt sich Vim Touch an die eigenen Vorstellungen anpassen.
Abbildung 3: In den Einstellungen lässt sich Vim Touch an die eigenen Vorstellungen anpassen.

Die Komplexität von Vim überfordert Einsteiger natürlich, die Bedienung von Vim muss man regelrecht erlernen. Belohnt wird man jedoch mit einem schlanken und schnellen Editor, der praktisch für jede Plattform verfügbar ist und dessen Bedienkonzept seit Jahren auf seine Effizienz hin optimiert wird.

Mit den entsprechenden Anleitungen wie dem interaktivem Vim-Tutorial [4] oder dem hervorragenden Vortrag von Derek Wyatt über Vim [5] sind die wichtigsten Kniffe jedoch schnell erlernt. Zusammen mit dem Hacker’s Keyboard [5] haben Entwickler nun die wichtigsten Werkzeuge nun auch unter Android an Bord.

Infos

  1. Vim Touch im Market: https://market.android.com/details?id=net.momodalo.app.vimtouch
  2. Projektseite bei Google Code: http://code.google.com/p/vimtouch/
  3. Interaktives Vim Tutorial: http://www.openvim.com/tutorial.html
  4. Welcome to Vim von Derek Wyatt: http://vimeo.com/6999927
  5. Bildschirmtastatur für Konsolen-Ritter: Christoph Langner, "Hacker’s Keyboard", Android User 04/2012, S. 96, http://www.android-user.de/Magazin/Archiv/2012/04/Bildschirmtastatur-fuer-Konsolen-Ritter

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